1.3 Das Ökosystem 

Bei Ubuntu wird großes Gewicht auf das Ökosystem rund um die Distribution gelegt:
»Es ist das Ökosystem um das Betriebssystem herum, das es am Leben hält. Der Support aus der Community diktiert den Erfolg eines Produkts.« (Mark Shuttleworth auf der Linux World-Expo 2005)
Canonical
Canonical ist ein international tätiges Unternehmen. Während die Zentrale auf der Isle of Man liegt, verteilen sich die Angestellten auf mehrere Kontinente, u. a. Europa, Nord- und Südamerika sowie Australien. Der harte Kern umfasst etwas mehr als 30 Entwickler aus unterschiedlichen Open-Source-Projekten, beispielsweise von GNOME, KDE oder Debian.
Die Isle of Man ist eine Insel in der Irischen See, die als autonomer Kronbesitz direkt der britischen Krone unterstellt ist. Die Isle of Man ist als Steueroase und Sitz vieler Offshorefirmen bekannt.
Postadresse der Firma Canonical
Canonical Ltd. hat sich die Entwicklung, Verteilung und Bekanntmachung von Open-Source-Software zum Ziel gesetzt. Hierzu werden einzelne Projekte ins Leben gerufen und finanziell unterstützt. Sie können die Firma Canonical per E-Mail (info@canonical.com) oder über die folgende Adresse erreichen:
Canonical Ltd. 1 Circular Road Douglas Isle of Man – IM1 1AF
Weitere Projekte von Canonical
Obwohl Canonical immer in Verbindung mit Ubuntu genannt wird, sollte man wissen, dass diese Firma auch andere Projekte ins Leben gerufen hat bzw. unterstützt.
Canonical muss Geld verdienen, um seine Existenz zu sichern. Eine wichtige Einnahmequelle ist der Verkauf von professionellem Support an Firmen. Da Unternehmen aber nicht alle sechs Monate (normaler Versionszyklus von Ubuntu) ihre Systeme umrüsten und neu konfigurieren können, wurden die sogenannten LTS-Versionen (Long Term Support) geschaffen. Jede vierte Veröffentlichung von Ubuntu ist eine solch besondere Version. Sie erfahren mehr über diese LTS-Versionen in Abschnitt »Support« auf Seite .
Es gab in der Geschichte von Ubuntu bisher zwei LTS-Versionen:
- Ubuntu 6.06.x LTS, »Dapper Drake«, erschienen im Juni 2006 – siehe Abschnitt »Dapper Drake« auf Seite und
- Ubuntu 8.04.x LTS, »Hardy Heron«, erschienen im April 2008 – siehe Abschnitt »Hardy Heron« auf Seite .
Die Ubuntu-Version 10.04.x LTS ist bereits für den April 2010 angekündigt. Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Buchs (April 2009) war »Hardy Heron« die aktuelle Ubuntu-LTS-Version.
Das Versprechen von Ubuntu
Ubuntu ist das Zugpferd von Canonical, mit dessen Hilfe das Unternehmen sein Geld verdienen möchte. Dies wird vorrangig über das Anbieten von Support geschehen. Zur Absicherung der Entwicklung von Ubuntu wurde die Ubuntu Foundation gegründet, die Folgendes verspricht:
- Ubuntu wird immer kostenlos bleiben. Es werden auch in Zukunft niemals für Ubuntu oder einzelne Komponenten Lizenzgebühren verlangt.
- Ubuntu wird kontinuierlich und in regelmäßigen Abständen erscheinen. Es wird ca. alle sechs Monate eine neue Version von Ubuntu geben.
- Ubuntu entspricht in allen Bereichen den Prinzipien der Open-Source-Entwicklung. Keine Komponente von Ubuntu wird jemals proprietär sein. Canonical ermutigt nachdrücklich alle Menschen, Ubuntu zu benutzen und zu
- testen.
Bazaar
Bazaar (http://bazaar-vcs.org/) ist ein frei verfügbares dezentrales Versionsverwaltungssystem und eine Implementierung des GNU-Arch-Protokolls. Es besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Team rund um Bazaar und der GNU-Arch-Community.
Bazaar verfolgt einen etwas anderen Ansatz als andere Versionskontrollen:
- Jede Revision, d. h. jede Änderung am Quelltext, ist eindeutig identifizierbar. Dadurch sind Zusammenführungen von vollständig ungleichartigen Quellcodebäumen möglich.
- GNU-Arch operiert dezentral, das bedeutet, dass es keine Notwendigkeit für einen zentralen Server mit getrennter Benutzerverwaltung gibt. Allerdings unterstützt Bazaar sowohl den Ansatz mit als auch den ohne zentralen Server. Es ist darüber hinaus möglich, beide Ansätze gleichzeitig bei einem Projekt anzuwenden.
Die Website Launchpad bietet einen kostenlosen Hosting-Dienst für Bazaar-Projekte im Bereich Open Source an. Sie erfahren mehr über Launchpad in Abschnitt »Launchpad« auf Seite . Einen kurzen Einstieg in den Umgang mit Bazaar liefert Abschnitt , »Versionsverwaltung mit Bazaar«, auf Seite .
Bazaar wird zurzeit (Stand: April 2009) hauptsächlich für die Entwicklung von Ubuntu und Launchpad (siehe Abschnitt auf Seite ) eingesetzt, steht aber selbstverständlich auch anderen freien Softwareprojekten zur Verfügung.
Im Februar 2008 wurde Bazaar ein offizielles GNU-Projekt und hat damit den offiziellen Segen von Richard Stallman erhalten. Es ist für die Plattformen Windows, GNU/Linux und Mac OS erhältlich. Canonical bietet offiziellen und kostenpflichtigen Support für Bazaar an. In Abschnitt »GNU« auf Seite haben Sie bereits mehr über GNU erfahren.
Was ist eine Versionsverwaltung?
Unter einer Versionsverwaltung versteht man ein System, das typischerweise in der Software-Entwicklung zur Versionierung eingesetzt wird und um den gemeinsamen Zugriff auf Quelltexte zu kontrollieren. Hierzu werden alle laufenden Änderungen erfasst und alle Versionsstände der Dateien in einem Archiv mit Zeitstempel und Benutzerkennung gesichert.
Es wird sichergestellt, dass jeder Benutzer mit dem aktuellen Stand arbeitet oder auf Wunsch auf die archivierten Stände zugreifen kann. Dadurch ist eine Versionsverwaltung nicht nur für professionelle Entwickler in großen Teams, sondern auch für einzelne Entwickler interessant.
Das zentrale Archiv wird als Repository (engl. für Behälter, Aufbewahrungsort) bezeichnet.
Auch bei einer Softwareverwaltung spricht man von Repositorys, da Ubuntu seinen Software-Status mit diesen Archiven abgleicht und so mehrere Komponenten des Betriebssystems gleichzeitig aktualisieren kann. Dies geht so weit, dass Sie sogar von einer älteren Ubuntu-Version auf eine neue aktualisieren können, indem Sie andere Repositorys wählen.
Go Open Source Campaign
Die »Go Open Source«-Kampagne hat es sich zum Ziel gesetzt, den Vorteil von Open-Source-Software in Südafrika publik zu machen. In dieser Kampagne haben sich Organisationen aus privaten, wirtschaftlichen und Verwaltungssektoren zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für die Verbreitung der Open-Source-Software in allen Bevölkerungsschichten einzusetzen.
Auf diese Weise soll auch Menschen aus ärmeren Ländern die Möglichkeit gegeben werden, sich auf dem EDV-Gebiet Wissen anzueignen, um mithilfe dieses Wissens ihre Zukunft besser zu gestalten und Wege aus der Armut zu finden. Um diese Ziele zu verwirklichen, wird nicht nur die Verbreitung der kostenlosen Software vorangetrieben, sondern auch Aufklärungsarbeit über die Medien betrieben, und es werden regelmäßige Treffen organisiert.
Freedom Toaster
Im Jahr 2001 gründete Mark Shuttleworth die Shuttleworth Foundation mit dem Ziel, der südafrikanischen Jugend eine zentrale Anlaufstelle für alle technologischen Aspekte des Internets zu geben. Shuttleworths Überzeugung war, dass einzig und allein Bildung der Schlüssel zum geistigen Potenzial Afrikas ist.
Abbildung 1.6 Der Freedom Toaster. Mit ihm lassen sich verschiedene Distributionen kostenlos auf einen selbst mitgebrachten Rohling brennen.
Die Shuttleworth Foundation hilft ganz real an vielen Orten Afrikas. So werden z. B. an vielen Orten sogenannte »Freedom Toaster« aufgestellt (siehe Abbildung), an denen die Menschen kostenlos Kopien von freier Software anfertigen können. Aufgrund mangelnder Telekommunikationsnetze in Afrika ist der Download größerer Datenmenge nämlich an vielen Stellen so gut wie unmöglich. Seit 2008 befindet sich auch ein erster Freedom Toaster in Indien.
An diesen Toastern sind natürlich die neuesten Ubuntu-Versionen zu bekommen, aber auch andere Distributionen wie Debian, SUSE, Mandriva, Fedora Core, Knoppix, FreeBSD, Gentoo und Slackware. Daneben gibt es auch einzelne Programme wie OpenOffice oder die Produkte der Mozilla Stiftung (Firefox, Thunderbird usw.). Neben Software findet man dort auch Literatur aus dem Project Gutenberg. Das freie Project Gutenberg bietet mehr als 18.000 Bücher, bei denen das Copyright inzwischen abgelaufen ist.
1.3.1 Launchpad 

Das Launchpad (launchpad.net) ist eine Art Portal, das eine Sammlung von Services für Open-Source-Projekte bietet. Jeder, der möchte, kann sein eigenes Projekt dort registrieren und dann gemeinschaftlich mit anderen an diesem Projekt arbeiten, beispielsweise an Übersetzungen, dem eigentlichen Quellcode des Programms oder am Beheben von Fehlern.
Das Portal Launchpad ist in mehrere Rubriken aufgeteilt:
- Code Dieser Bereich dient dem gemeinsamen Arbeiten an Projekten jeglicher Art. Gemeinsam ist allen Projekten lediglich, dass sie offen einsehbar sind.
- Bugs Dieser Bereich ist aus dem ehemaligen »Malone« (launchpad.net/malone) entstanden. Hier können Sie Softwarefehler melden – das sogenannte »Bugtracking«.
- Blueprints Im Bereich »Blueprints« können Sie den Entwicklungsstand einzelner Projekte und deren Fortschritte verfolgen. So erhalten Sie dort beispielsweise ebenfalls einen Überblick über den Entwicklungsstand von Ubuntu.
- Translations Dieser Bereich ist aus dem ehemaligen Projekt »Rosetta« entstanden und stellt ein Übersetzungsportal dar, bei dem jeder an der Übersetzung von Programmen in verschiedene Sprachen mitarbeiten kann.
- Answers An dieser Stelle soll eine »Knowledge Base« entstehen. Eine Wissensdatenbank (engl. knowledge base) ist eine Datenbank für ein Wissensmanagement. Sie stellt die Grundlage für die Sammlung von Informationen dar. Zu allen Projekten können Fragen gestellt werden, die von allen Teilnehmern beantwortet werden können.
Des Weiteren können Sie den Entwicklern der Open-Source-Projekte über Launchpad Verbesserungswünsche und Anregungen mitteilen. Launchpad ist wohl neben Ubuntu das ambitionierteste Projekt von Canonical.
Abbildung 1.7 Launchpad – hier können Sie aktiv bei der Entwicklung von Ubuntu mithelfen.
Launchpad und Open Source
Launchpad ist eine Plattform, die sich komplett der Entwicklung von Open-Source-Software verschrieben hat. Dennoch ist Launchpad selbst kein Open-Source-Projekt: Der Quellcode liegt nicht offen. Auf massiven Druck von Seiten der Community hat Canonical versprochen, dass Launchpad in einer späteren Version Open Source wird. Als Zeitpunkt wurde Sommer 2009 genannt.
Sourceforge
Sourceforge (dt. Quellcodeschmiede) ist zurzeit die weltweit größte Sammlung von Open-SourceProjekten. Die Seite beherbergt das Programm Sourceforge, das bis vor einiger Zeit noch frei verfügbar war, jetzt aber kommerziell vertrieben wird. Die Firma, die sich hinter diesem Projekt befindet, ist Sourceforge Inc.. Sie betreibt ebenfalls eine Reihe anderer Seiten, beispielsweise Slashdot, Linux.com, NewsForge und IT Manager's Journal.
Das Programm Sourceforge eignet sich für proprietäre Projekte von kommerziellen Firmen, an die die Software auch verkauft wird. Die Internetseite unter www.sourceforge.net mit über 100.000 Software-Projekten ist damit eine gute Werbung für die Leistungsfähigkeit dieser Software.
Savane
Die Free Software Foundation gab mit der Software Savane eine Open-Source-Antwort auf die proprietäre SourceForge-Software. Hierbei basiert Savane auf der Version 2 der SourceForge-Software:
- http://savannah.gnu.org/ – die Entwicklerseite für freie Software des GNU-Projekts
- http://nongnu.org/ – die Entwicklerseite für freie Software außerhalb des GNU-Projekts
1.3.2 Verwaltung mehrerer PCs mit Landscape 

Landscape (dt. Landschaft) ist ein Systemverwaltungswerkzeug, mit dem Anwender mehrere Ubuntu-Systeme gleichzeitig verwalten können. Firmenkunden haben oftmals mehr als einen einzigen Rechner, und die Verwaltung mithilfe eines solchen Programms ist eine große Erleichterung.
Abbildung 1.8 Die Verwaltung eines ganzen Rechnerparks wird bei Landscape durch eine einzige webbasierte Oberfläche durchgeführt.
Landscape ist für alle Supportkunden kostenlos. Nähere Informationen über den »kostenpflichtigen Support« erhalten Sie auf Seite .
Mithilfe der webbasierten Oberfläche können die folgenden Aufgaben gesteuert werden, wobei man zwischen der eigentlichen Verwaltung und der Kontrolle (engl. monitoring) unterscheiden muss.
Abbildung 1.9 Innerhalb von Landscape erhalten Sie detaillierte Informationen über die verwalteten Computer.
Verwaltung
- Alle Aufgaben, die durch Landscape gesteuert werden, können auf beliebig viele oder einen einzelnen Rechner angewendet werden.
- Rechner können zu Gruppen zusammengeschlossen werden, um die Verwaltung zu vereinfachen. Selbst ein einzelner Rechner kann in mehrere Gruppenzugehörigkeiten aufgeteilt werden, falls dieser mehrere Aufgaben erfüllt (beispielsweise ein virtueller Server).
- Der Administrator hat umfassenden Einfluss auf die Paketverwaltung einzelner oder aller Rechner. So können auch eigene Repositorys verwaltet werden.
- Die Benutzerverwaltung erfolgt für einzelne oder alle Rechner zentral.
- Landscape vereinfacht den Umgang mit Sicherheitsupdates, indem es diese bei Bedarf automatisch für alle Rechner und mit zusätzlichen Informationen über die Art des Sicherheitsrisikos bereitstellt.
- Die Verwaltung durch Landscape kann auch asynchron erfolgen. Wenn ein Benutzer vom Netzwerk getrennt ist, werden die nötigen Operationen durchgeführt, sobald er wieder online ist.
Kontrolle
- Landscape überwacht kontinuierlich Ressourcenverbrauch, Stabilität und Leistungsfähigkeit des gesamten Netzwerks. Die Ergebnisse werden grafisch dargestellt, sodass der Administrator schnell etwaige Engpässe erkennen und beheben kann.
- Die laufenden Prozesse aller Rechner werden zentral verwaltet.
- Landscape liefert einen detaillierten Überblick über die verwendete Hardware im gesamten Netzwerk. Es meldet sogar eventuelle Veränderungen bei der Hardware einzelner Rechner.
- Landscape zeichnet alle sicherheitsrelevanten Ereignisse auf, selbst wenn ein Administrator lokal auf einem Rechner gearbeitet hat und dieser nicht über Landscape verwaltet wurde.
- Landscape bietet umfangreiche Informationen über verwendete und verfügbare Pakete aller Rechner.
1.3.3 Die Ubuntu Foundation 

Mark Shuttleworth und Canonical Ltd. haben am 1. Juli 2005 die Ubuntu Foundation gegründet, die mit einem anfänglichen Startkapital von insgesamt 10 Millionen US-Dollar ausgestattet wurde. Mithilfe dieses Geldes sollen wichtige Community-Mitglieder eingestellt werden, um sicherzustellen, dass Ubuntu kontinuierlich weiterentwickelt wird.
Es gibt also prinzipiell zwei »Gesellschaften«, die sich um Ubuntu kümmern:
| 1. | Die kommerziell ausgerichtete Firma Canonical. Das Geld möchte Canonical durch regionale und globale PartnerschaftenPartnerschaften, ZertifizierungenZertifizierung und Support-ProgrammeHilfeSupport-Programme verdienen. |
| 2. | Die gemeinnützige Ubuntu Foundation kümmert sich um die kontinuierliche Weiterentwicklung der Distribution. Somit ist der Fortbestand von Ubuntu nicht gefährdet, selbst wenn Canonical kein Geld verdienen würde und die Firma Konkurs anmelden müsste. |
Die Gründung dieser Foundation hat ebenfalls das Ziel, Ubuntu unabhängiger von den Entscheidungen einer einzelnen Person, beispielsweise von Mark Shuttleworth, zu machen. Gerade diese Abhängigkeit war im Vorfeld einer der großen Kritikpunkte an Ubuntu.
Wie lässt sich mit Ubuntu Geld verdienen?
Canonical ist keine Hilfsorganisation mit ehrenamtlichen Helfern, sondern ein auf Geld und Profit ausgerichtetes Unternehmen, das mit Produkten und Dienstleistungen Geld verdienen will und muss, um längerfristig am Markt bestehen zu können. Das wichtigste und herausragende Produkt nennt sich Ubuntu und ist Gegenstand dieses Buches. Doch zu unser aller Freude ist Ubuntu kostenlos – wie lässt sich also damit Geld verdienen?
Infrastruktur
Mark Shuttleworth hat die Feststellung getroffen, dass eine Linux-Distribution von der Infrastruktur und Community lebt und profitiert (siehe das Zitat auf Seite ). Hinter dieser Aussage steckt die Absicht, genau mit diesem Ökosystem auch das Geld zu verdienen.
Mit privaten Anwendern lässt sich nur sehr wenig Geld verdienen. Dies liegt vor allem daran, dass es zu viel Konkurrenz durch andere Linux-Distributionen gibt. Auch wenn Ubuntu ein überaus stabiles und erfolgreiches Produkt ist, lässt sich ebenfalls hervorragend mit anderen Produkten wie OpenSUSE, Fedora, Mandriva, Debian und anderen produktiv arbeiten.
Canonical hat dies erkannt und versprochen, dass Ubuntu immer kostenlos verfügbar sein wird. Laut Shuttleworth wird es auch niemals kommerzielle Versionen von Ubuntu geben, beispielsweise »Ubuntu Ultimate«.
Allerdings lässt sich mit Produkten rund um Ubuntu einiges an Geld verdienen. Hauptanlaufstelle für sämtliche Anfragen ist die Adresse https://shop.canonical.com/:
- Privatanwender Private Anwender können hier offizielle Merchandising-Produkte erwerben, beispielsweise T-Shirts und Pullis, aber auch Accessoires wie Aufkleber, Buttons usw. Des Weiteren ist es möglich, original Ubuntu-Software auf offiziellen Datenträgern oder Software der sogenannten »Ubuntu-Partner« zu erwerben. Bei dieser handelt es sich zurzeit um eine professionelle Datenbank-Software von IBM (DB2) und der Parallels Workstation. DB2 wird aufgrund des hohen Preises eher professionelle Anwender und Firmen interessieren.
- Firmenkunden Für Firmenkunden sind andere Produkte von Bedeutung. So können Firmen im Canonical Store offizielle Trainingsprogramme für den Umgang mit Ubuntu oder offiziellen Support (auch rund um die Uhr) erwerben. Ein offizieller Support ist hierbei ein besonders wichtiges Kriterium für den Einsatz von Ubuntu in Firmen. Keine Firma wird sich einen Ausfall des Betriebssystems leisten können; offizieller Support kann dem entgegenwirken.
- Des Weiteren wird das kostenpflichtige Werkzeug Landscape angeboten, das die Installation und Verwaltung von Ubuntu auf vielen PCs vereinfacht (siehe Abschnitt »Landscape« auf Seite ). Wenn Unternehmen kostenpflichtigen Support erwerben, erhalten sie Landscape kostenlos.
Im Sommer 2009 soll UbuntuOne starten, ein teilweise kommerzieller Dienst, der Ihnen im Internet Speicherplatz anbietet und automatisch die Synchronisation Ihrer Daten zwischen verschiedenen Rechnern übernimmt (siehe Abschnitt »Synchronisation Ihrer Daten«..
Die Zusammenarbeit mit anderen Herstellern und der Verkauf von Zertifikaten und Partnerschaften sind ebenfalls gewinnbringende Vetriebswege. Hersteller von Hardware können bei Canonical Zertifikate erwerben, die aussagen, dass die verwendete Hardware einwandfrei von Ubuntu unterstützt wird.
Als weitere Ausbaustufe lassen sich sogenannte »Partnerschaften« erwerben. Diese sagen aus, dass der Hardware-Hersteller offiziell mit Canonical zusammenarbeitet und dass diese Kooperation zu einer größeren Verlässlichkeit der verwendeten Produkte führt. Viele Kunden wissen es zu schätzen, dass sie einen Server von IBM oder SUN kaufen können und dabei die Sicherheit genießen, dass die verwendete Software optimal mit dem System zusammenarbeitet.
Der genaue Aufbau dieser Partnerschaften variiert sehr stark. Grundsätzlich ist es möglich, entweder Geschäfts-, Technologie- oder Trainingspartner zu werden. Innerhalb dieser Partnerschaften gibt es teilweise bis zu drei verschiedene Abstufungen, die den Grad der Zusammenarbeit ausdrücken sollen:
- »Ubuntu gold partner«
- »Ubuntu silver partner«
- »Ubuntu affiliate«
Für weitere Details verweise ich Sie auf die Seite http://www.canonical.com/partners. Zu guter Letzt bietet Canonical Software-Herstellern an, ihre Produkte auf Ubuntu zu portieren und über die eigene Paketverwaltung zum Download und/oder Erwerb anzubieten.








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