1.4 Quellen für Ubuntu 

Es gibt viele verschiedene Arten, Ubuntu zu installieren. Im Vorfeld einer solchen Installation muss Ubuntu aber zunächst einmal in Form einer CD oder DVD vorliegen.
1.4.1 Begleit-DVDs 

Wenn Sie dieses Buch in den Händen halten, ist es sicherlich die einfachste Variante, die beiliegende DVD Nr. 1 zur Installation zu benutzen. Auf dieser DVD befindet sich ein original Ubuntu in der 32-Bit-Version für x86-Rechner. Wenn Sie einen Standard-PC (dies ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 % bei Ihnen der Fall) besitzen, dann ist diese DVD das ideale Installationsmedium. Sie benötigen lediglich ein DVD-Laufwerk, und die Installation oder der Live-Betrieb kann beginnen.
Wie Sie Ubuntu installieren, erfahren Sie detailliert in Kapitel »Installation«. Mithilfe dieser DVD können Sie Ubuntu aber auch im Live-Betrieb starten. Dadurch können Sie sich Ubuntu erst einmal in Ruhe ansehen, ohne dass Sie es installieren müssen. Die Daten auf Ihrer Festplatte bleiben hiervon unberührt. Weitere Details zum Live-Betrieb schlagen Sie bitte in Abschnitt »Ubuntu gefahrlos ausprobieren« nach.
Wenn Sie kein DVD-Laufwerk, sondern lediglich ein CD-Laufwerk zur Verfügung haben, kommen Sie nicht daran vorbei, sich ein sogenanntes »CD-Abbild« von Ubuntu (engl. image) herunterzuladen. Bitte beachten Sie hierzu den folgenden Abschnitt »Download«.
1.4.2 Download 

Die einfachste Möglichkeit ist der Download über die offizielle Seite www.ubuntu.com. Dort finden Sie schnell die zugehörige Download-Seite. Sie müssen lediglich angeben, welche Version Sie haben möchten und welchen Spiegelserver (s. u.) Sie verwenden wollen.
Falls die offizielle Seite aber nicht verfügbar ist oder Sie spezielle Ubuntu-Versionen benötigen, bietet es sich an, den Server direkt aufzurufen:
- Sie können sich die jeweils aktuell unterstützten Ubuntu-Releases aus dem Internet von der Seite http://releases.ubuntu.com auf Ihren Rechner herunterladen.
- Die DVD-Versionen von Ubuntu und Kubuntu erhalten sie unter http://cdimages.ubuntu.com.
- Schließlich können Sie sich unter http://old-releases.ubuntu.com ältere (d. h. nicht mehr unterstützte) Ubuntu-Versionen herunterladen.
Sie laden grundsätzlich CD- oder DVD-Abbilder, sogenannte »Images« herunter. Diese müssen im Anschluss korrekt auf eine CD oder DVD gebrannt werden. Wie dies im Einzelnen funktioniert, ist in Abschnitt »CDs und DVDs erstellen und brennen« auf Seite beschrieben. Es ist hierbei nicht ausreichend, eine normale Daten-CD/DVD zu brennen. Unter Ubuntu haben Sie die einfache Möglichkeit, mit dem Dateimanager Nautilus ein Image zu brennen. Dazu brauchen Sie nur mit der rechten Maustaste auf das zu brennende Image zu klicken und im darauf erscheinenden Auswahldialog die Option Auf CD/DVD schreiben auszuwählen.
Mirror
Es empfiehlt sich, auf der Download-Seite einen Spiegelserver (engl.: mirror) auszuwählen, der sich möglichst in Ihrer geografischen Nähe befindet. Dies kann die Download-Geschwindigkeit deutlich erhöhen. Sie erhalten eine Übersicht aller Spiegelserver unter http://www.ubuntu.com/products/GetUbuntu/download. Der offizielle deutsche Server befindet sich unter http://de.archive.ubuntu.com/.
BitTorrent
Freundliche Zeitgenossen bedienen sich des BitTorrent-Download-Werkzeugs, um Bandbreite zu sparen. Dieses Tool ist in jeder Ubuntu-Variante enthalten; mittlerweile gibt es hiervon auch eine Windows-Version.
Abbildung 1.10 Transmission ist der BitTorent-Client, mit dem Sie Ubuntu herunterladen können.
Sie brauchen normalerweise nur die Torrent-Datei anzuklicken, und es öffnet sich die Anwendung, mit der Sie die Installations-CD herunterladen können. Bei Ubuntu ist dies das Programm Transmission (siehe Abbildung). Bei dem Download mittels BitTorrent werden von vielen verschiedenen Usern, die eine solche CD zur Verfügung stellen, nur einzelne kleine Dateienheruntergeladen und erst auf Ihrer Festplatte zu einer großen Datei zusammengesetzt. Dies geschieht parallel, um den Datenverkehr auf viele Schultern zu verteilen.
Abbildung 1.11 Hier können Sie sich alles Gewünschte vom deutschen Ubuntu-Mirror herunterladen.
Der Download mithilfe eines BitTorrent-Clients ist oftmals die einzige Möglichkeit, schnell und problemlos an ein Abbild von Ubuntu heranzukommen. Gerade zu Zeiten der Veröffentlichung einer neuen Version sind die Server von Canonical dem Ansturm der Benutzer kaum gewachsen und reagieren nur quälend langsam. Ich ermuntere Sie an dieser Stelle ausdrücklich dazu, diese Art des Downloads bevorzugt zu wählen, da sie die Server deutlich entlastet und nebenbei dem Gemeinschaftssinn entspricht.
Sie erkennen eine BitTorrent-Datei an der Endung .torrent. Nach dem Start dieses »verteilten Downloads« dauert es mitunter einige Zeit, bevor Ihr Client Kontakt zu anderen Clients aufgenommen hat und der Download startet.
Wenn Sie die zum Zeitpunkt der Drucklegung aktuelle und veröffentlichte Version von Ubuntu verwenden wollen, dann steuern Sie das Verzeichnis »9.04/« oder »jaunty/« an. Hier finden Sie die Möglichkeiten zum Download, entweder direkt oder per BitTorrent. In den meisten Fällen sind Sie dort auf der Suche nach der Datei mit dem Namen ubuntu-9.04-desktop-i386.iso. Selbstverständlich erhalten Sie hier aber auch die 64-Bit-, die Server- und die Netbook-Variante.
Abbildung 1.12 Von jeder Ubuntu-Version gibt es verschiedene Möglichkeiten für den Download.
Vorabversionen ausprobieren
Vorabversionen erkennen Sie an Bezeichnungen wie »Alpha«, »Beta« oder »RC« (Release Candidate). Kurz nach der Veröffentlichung einer neuen Ubuntu-Version beginnen die Arbeiten am Nachfolger. Sie können die jeweiligen Schnappschüsse der Entwicklung gern benutzen, aber diese werden ausdrücklich nicht für den produktiven Einsatz empfohlen, da in diesen Versionen höchstwahrscheinlich noch Fehler stecken.
Bis vor Kurzem hatten die Vorabversionen von Ubuntu noch recht merkwürdig klingende Bezeichnungen, die in Analogie zu den Entwicklungsnamen gewählt wurden. Der »Dapper Drake« absolvierte Testflüge, und so hießen diese Versionen folgerichtig »Flight« mit einer fortlaufenden Nummer, während die Vorabversionen von Edgy »Knot« und von Feisty »Herd« hießen. Da diese Bezeichnungen aber zu viel Verwirrung stifteten und der Charakter einer Vorabversion dadurch nicht deutlich wurde, ist man jetzt zu den allgemein üblichen Bezeichnungen Alpha, Beta und RC übergegangen.
Nach dem Download können Sie das ISO-Abbild mit einem gängigen Brennprogramm unter Linux oder Windows auf eine CD bzw. DVD befördern. Unter Windows erledigen Sie diese Arbeit mit einem Standardbrennprogramm wie z. B. Nero. (Befehl in Version 8: Rekorder • Image brennen). Bei Linux-Systemen stehen Ihnen diverse Brenntools wie z. B. k3b oder Brasero zur Verfügung; mehr dazu erfahren Sie in Kapitel »Multimedia«.
| Alte Ubuntu-Versionen ausprobieren |
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Ältere Ubuntu-Versionen, die nicht mehr aktiv unterstützt werden, können nicht über das oben beschriebene Verzeichnis heruntergeladen werden. Stattdessen werden Sie an den Ort http://oldreleases.ubuntu.com verschoben. Sie können die älteren Versionen problemlos herunterladen und installieren. Beachten Sie aber, dass Sie für diese Versionen keine Updates mehr erhalten und keine zusätzlichen Pakete mehr installieren können. |
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Wenn Sie trotz dieser Einschränkungen neugierig sind, installieren Sie diese doch als virtuelle Maschine in einer virtuellen Umgebung, beispielsweise Virtualbox oder VMware Server. So riskieren Sie keine Einschränkungen auf Ihrem produktiv eingesetzten System. |
1.4.3 Kostenfreier Versand mit »ShipIt« 

Schließlich gibt es bei Ubuntu eine einzigartige Möglichkeit, an Installationsmedien zu gelangen: Sie können diese auf der Ubuntu-Homepage unter shipit.ubuntu.com kostenlos bestellen. Es fallen nicht einmal Versandkosten an. Voraussetzung dafür ist, dass man sich auf Launchpad registriert (siehe Abschnitt »Launchpad« auf Seite ). Diese Login-Daten benötigen Sie dann wiederum für ShipIt.
Die Lieferzeit kann laut Canonical 6 bis 10 Wochen betragen. Sie sollten also etwas Geduld haben. Wesentlich schneller geht es, wenn Sie sich die CD selbst herunterladen und brennen (siehe Abschnitt »Download« auf Seite ). Eine weitere Einschränkung beim Versand besteht darin, dass Sie nur die jeweils aktuelle Version von Ubuntu bestellen können. Alle älteren Versionen sind aber weiterhin im Download verfügbar.
Beschränkungen
Von den ersten drei Ubuntu-Versionen wurden bisher insgesamt über 20 Millionen CDs kostenlos in ca. 200 verschiedene Länder verschickt. Mit diesem überwältigenden Erfolg und den damit verbundenen Kosten hatte man anscheinend nicht gerechnet. Es wurden teilweise sehr große Mengen an CDs bestellt, die dann leider ungenutzt im Müll verschwunden sind. Dies ist schon aus ökologischen Gründen unverantwortlich.
Canonical hat in der Folgezeit verschiedene Modelle ausprobiert, um der wachsenden Anzahl von Bestellungen weiterhin gerecht zu werden. Oberste Priorität hatte hierbei, dass der Service weiterhin aufrechterhalten wird.
Die vierte Version von Ubuntu war »Dapper Drake«, eine sogenannte »LTS-Veröffentlichung« (Long Term Support, dt. Langzeitunterstützung), also eine mit besonders langer Unterstützung seitens Canonical. Es war die letzte, die mit dem anfänglichen Modell der Verteilung ausgeliefert wurde. Die zum Zeitpunkt der Drucklegung aktuelle und auf der beiliegenden DVD Nr. 1 vorhandene Version »Hardy Heron« ist ebenfalls eine LTS-Version.
Es zeichnete sich ab, dass Canonical nur noch gewillt war, diese LTS-Versionen kostenfrei und alle Zwischenversionen gegen einen geringen Kostenbeitrag zu versenden. Im Sommer 2006 konnte man die Version »Dapper Drake« kostenfrei, die Nachfolgeversion »Edgy Eft«, die keine LTS-Version war, aber nur gegen einen Kostenbeitrag bestellen. Nach Aussage von Canonical sollten die Anwender eher zur LTS-Version greifen.
Sie wundern sich sicherlich, warum die einer LTS-Version nachfolgende Ubuntu-Version nicht ebenfalls dieses besondere Prädikat »LTS« erhält. Dies erscheint auf den ersten Blick wie ein Rückschritt, macht bei genauerem Hinsehen aber durchaus Sinn. Sie erhalten weitere Informationen und eine Erläuterung der dahinter stehenden Veröffentlichungspolitik im gleichnamigen Abschnitt).
Von dem kostenpflichtigen »Vertriebsmodell« wurde zum Glück sehr schnell wieder Abstand genommen, sodass die Ubuntu-Versionen ab »Feisty Fawn« (Nachfolger von »Edgy Eft«) wieder in geringen Stückzahlen kostenlos zu bestellen waren.
Aktuelle Bestellungen
Aktuell können Sie nur noch eine CD für den Eigenbedarf bestellen. Sie haben hierbei die Wahl zwischen der normalen Desktop-Version, die Sie auf Ihrem PC installieren können, und der Server-Version, die spezielle Pakete für einen Daten- oder Webserver enthält. Bei beiden Versionen haben Sie wiederum die Wahl zwischen der 32- und der 64-Bit-Variante. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Architektur Ihrem PC zugrunde liegt, nehmen Sie die 32-Bit-x86-Variante. Mit einer individuellen Begründung können Sie unter Umständen auch größere Mengen an CDs bestellen.
Unter shipit.kubuntu.org und shipit.edubuntu.org können Sie auch kostenlos Kubuntu- bzw. Edubuntu-Versionen bestellen. Auch hierbei ist jeweils nur noch die Bestellung einer einzelnen CD für den Eigenbedarf möglich. Größere Mengen müssen individuell begründet werden.
Sie können auf diesen Seiten die gleichen Account-Daten benutzen, da das ShipIt-System von einem einzigen Unternehmen mit Firmensitz in England organisiert und koordiniert wird. Die Bestellungen auf allen drei ShipIt-Plattformen werden addiert und gemeinsam versandt, sofern die Bestellungen in einem gemeinsamen Zeitfenster liegen.
Auch wenn das Bestellen dieser CDs einigen Beschränkungen unterliegt, unterscheidet sich Ubuntu hier deutlich von anderen Linux-Distributionen. Das kostenlose Versenden von CDs ist einmalig.







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