5.3 Installationsarten 

Mit der Ubuntu-DVD haben Sie eine von anderen Betriebssystemen ungewohnte Flexibilität. Sie haben prinzipiell gleich drei verschiedene Möglichkeiten der Installation:
- Live
Die wahrscheinlich bequemste Methode der Installation ist die grafische Variante aus dem Live-System heraus. Bei dieser starten Sie ein Live-System, das Ihnen gestattet, Ubuntu erst einmal auszuprobieren und dann bei Bedarf aus dem Live-System heraus eine grafische Installation durchzuführen. Dazu müssen Sie nur Ihren Rechner neu starten und die beiliegende DVD einlegen. Es erscheint der Bildschirm aus Abbildung). Wählen Sie die bevorzugte Sprache und drücken Sie
. Die weiteren Schritte werden in Abschnitt »Installation von einem Live-Medium (CD/DVD/USB)« ab Seite erläutert.
- Wenn Sie eine Ubuntu-CD herunterladen (siehe Abschnitt »Download« ab Seite ), dann verwenden Sie bitte für diese Installationsmethode die »Desktop«-Version.
- Die grafische Installation hat zwei bedeutende Einschränkungen:
- Das Live-System muss zunächst einmal starten und dazu werden mindestens 256 MB RAM benötigt. Es gibt immer noch Rechner, die nicht darüber verfügen, aber auch mit 256 MB RAM verlaufen die Vorbereitungen zur Installation quälend langsam. Es empfehlen sich mindestens 512 MB.
- Zwar bietet der grafische Installer auch eine manuelle Partitionierung an, diese ist aber erstens langsam und zweitens unvollständig – weder ist die Einrichtung von LVM (Logical Volume Manager) noch die eines RAID-Systems möglich.
Die meisten Computer-Besitzer verfügen über mehr als 256 MB Arbeitsspeicher und benötigen weder ein RAID noch einen LVM. Daher können die meisten von uns bedenkenlos mit der beigefügten DVD die Installation starten. Für Einsteiger ist diese Methode eindeutig zu bevorzugen. Selbstverständlich können Sie mit dieser Methode Ubuntu auch parallel zu einem bereits installierten Windows installieren.
- Klassisch Die klassische textbasierte Installation (siehe Abschnitt »Textbasierte Installation« ab Seite ) ist vielleicht nicht die bequemste Art der Installation, gibt Ihnen aber wesentlich mehr Möglichkeiten an die Hand. Hierbei installieren Sie Ubuntu mit einem klassischen textbasierten Installationsprogramm. Dies bietet sich an, wenn die grafische Installation aufgrund von Einschränkungen nicht funktioniert.
Nur mit dieser Methode ist beispielsweise die Einrichtung eines RAID möglich. Selbstverständlich können Sie mit dieser Methode Ubuntu auch parallel zu einem bereits installierten Windows installieren.
Wenn Sie eine Ubuntu-CD herunterladen (siehe Abschnitt »Download« ab Seite ), dann verwenden Sie bitte für diese Installationsmethode die »Alternate«-Version.
- Wubi Die letzte Methode ist die Installation in ein laufendes Windows-System mit Wubi (siehe Abschnitt »Als Anwendung unter Windows – Wubi« auf Seite ). Diese Methode ist zu bevorzugen, wenn Sie hauptsächlich Windows benutzen möchten, dennoch aber nicht auf ein installiertes Linux (beispielsweise zum Ausprobieren) verzichten mögen. Ein bereits installiertes Windows ist bei dieser Installationsmethode unverzichtbar, da es in gewisser Weise den Wirt für Ubuntu darstellt. Da Wubi die einfachste und unkomplizierteste Art der Installation darstellt, werde ich mit dessen Betrachtung beginnen.
Die Installation von Ubuntu dauert nur ein paar Minuten – auf einem modernen PC beispielsweise ca. 20 bis 30 Minuten.
Wir werden uns in diesem Kapitel näher mit den verschiedenen Arten der Installation eines Desktop-Systems beschäftigen. Wenn Sie einen Server aufsetzen, ein RAID einrichten oder LVM nutzen möchten, so sehen Sie in Kapitel »Server-Installation« ab Seite nach.
5.3.1 Als Anwendung unter Windows – Wubi 

Auf der offiziellen Installations-DVD ist das Programm Wubi (Windows ubuntu installation) enthalten. Mithilfe von Wubi ist es möglich, Ubuntu wie eine Anwendung unter Windows zu installieren. Bei dieser Installationsmethode wird keine separate Festplatte oder eine eigene Partition benötigt. Der Start des Ubuntu-Systems erfolgt über einen Eintrag im Windows-Bootmanager. Dies ist eine Besonderheit, da bei einer regulären Parallel-Installation von Windows und Linux alle Betriebssystemeinträge über GRUB verwaltet werden.
Es stellt sich berechtigterweise die Frage, warum man nicht ausschließlich diese Art der Installation durchführt? Schließlich hat man damit eine bequeme Möglichkeit gefunden, Ubuntu zu installieren, ohne dass man auf Windows verzichten müsste oder eine bestehende Windows-Installation durch eine Parallel-Installation gefährdet. Hierzu ist anzumerken, dass ein derart installiertes Ubuntu ständig auf die Dateien der Windows-Partition und nicht auf eine eigene Linux-Partition zugreifen muss und dadurch folglich ein wenig langsamer bei Schreib- und Lesezugriffen sein wird. Zum Ausprobieren von Ubuntu ist Wubi allerdings eine exzellente Alternative.
Anforderungen
Dies sind die absoluten Mindestanforderungen generell sollten Sie gerade bei neueren Windows-Versionen mindestens einen 2-GHz-Prozessor sowie 1 GB Arbeitsspeicher in Ihrem PC haben.
- Windows 7, Vista, XP oder 98
- Der Windows-Bootloader muss verwendet werden.
- mindestens 4 GB freier Festplattenplatz für die Installation
- mindestens 256 MB Arbeitsspeicher (RAM)
- mindestens 1-GHz-CPU
Nur eine weitere Virtualisierungsmethode?
Handelt es sich bei Wubi nur um eine weitere Virtualisierungsmethode (siehe die Kapitel über Virtualisierung ab Seite )? Die Antwort lautet: Nein. Es handelt sich bei Wubi um eine reale Installation. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Ubuntu in eine Datei und nicht in eine Partition installiert wird. Dadurch ist Ubuntu prinzipiell genauso schnell wie bei einer separaten Installation. Die einzige Einschränkung besteht im Festplattenzugriff. Dieser kann installationsbedingt ein wenig langsamer sein. Bei zunehmender Fragmentierung der Festplatte wird dieser Effekt noch verstärkt.
In Abschnitt »Defragmentieren« auf Seite erläutere ich Ihnen, wie Sie bei Windows die Festplatte defragmentieren.
Installation
Die Installation von Ubuntu mithilfe von Wubi ist selbsterklärend und durch einige wenige Klicks erledigt. Starten Sie Windows, und legen Sie nach erfolgter Anmeldung einfach die Installations-CD in Ihr Laufwerk. Wenn der Startbildschirm erscheint, wählen Sie dort Wubi.
Wenn Sie Windows Vista mit dem Service Pack 1 verwenden, kann es vorkommen, dass die Installation von Ubuntu ohne Fehlermeldung abbricht. Sollte dies passieren, liegt es daran, dass Wubi während der Installation den Pfad zur Installations-CD/-DVD »vergisst«. Zur Problemvermeidung öffnen Sie bitte die DVD über den Explorer und suchen nach der Datei wubi.exe. Kopieren Sie diese auf Ihre Festplatte, und starten Sie durch einen Doppelklick die Installation erneut.
Bei der Installation brauchen Sie nur wenige Angaben zu machen:
- Wählen Sie das Ziellaufwerk, auf dem der Ordner installiert werden soll.
- Im Anschluss wählen Sie die gewünschte Größe des »virtuellen« Laufwerks.
- Treffen Sie eine Auswahl der gewünschten Desktop-Umgebung.
- Wählen Sie die gewünschte Sprache, den Benutzernamen des Hauptbenutzers und das gewünschte Passwort.
Klicken Sie anschließend auf den Button Installieren, um die Installation zu starten.
Start
Nach erfolgreicher Installation muss das Betriebssystem neu gestartet werden. Beim Neustart erscheint dann ein Windows-Boot-Dialog zum Auswählen des zu startenden Betriebssystems (Ubuntu und Windows).
Deinstallation
Die Deinstallation von Ubuntu funktioniert genauso einfach. Da Windows Ubuntu wie eine Anwendung ansieht, geschieht das Entfernen auf die gleiche Art wie bei allen anderen Programmen auch. Wählen Sie einfach in der Windows-Systemsteuerung unter Software das Programm Wubi zur Deinstallation aus.
5.3.2 Installation von einem Live-Medium (CD/DVD/USB) 

Nach dem Start des Live-Mediums (egal ob CD, DVD oder USB-Stick) finden Sie auf dem Desktop den Button Install. Durch einen Doppelklick starten Sie den Installationsdialog. Sie können während der Installation im Internet surfen, den Messenger Pidgin starten oder E-Mails abrufen. Alle Einstellungen, die Sie hierbei tätigen, gehen aber nach dem Abschluss der Installation verloren, weil diese im Arbeitsspeicher gespeichert werden und nicht auf der Festplatte.
Einschränkungen im Betrieb
Es gibt einige kleine Einschränkungen im Betrieb, die aber keine Hinderungsgründe darstellen:
- Es sind nicht alle Sprachpakete integriert. Trotz einer korrekten Auswahl der Sprache erscheinen einige Programme wie Firefox und OpenOffice.org trotzdem auf Englisch.
- Es sind keine proprietären Treiber installiert, zum Beispiel für Grafik- oder WLAN-Karten. Daraus kann resultieren, dass Sie über Funk keine Verbindung zum Router herstellen können oder dass Sie im Live-Betrieb nicht in den Genuss des 3D-Desktops kommen. Dadurch, dass der richtige (im Zweifelsfall ist dies der proprietäre) Grafiktreiber fehlt, haben Sie unter Umständen ein etwas verschwommenes Bild im Live-Betrieb.
Die genannten Einschränkugen gelten nicht mehr, sobald Sie Ubuntu auf der Festplatte installiert haben. Wenn Sie Ubuntu von der beiliegenden DVD installieren, haben Sie prinzipiell die Wahl zwischen den Methoden Live und Klassisch (siehe »Installationsarten« ab Seite ).
Sie können bei diesen beiden Methoden Ubuntu nicht aus Windows heraus installieren. Die Installation gelingt nur, wenn Sie den Rechner komplett herunterfahren und von der CD bzw. DVD erneut starten. Wenn Ihr Rechner nicht von CD oder DVD booten möchte, ändern Sie die BIOS-Einstellungen wie in Abschnitt »Boot-Vorbereitungen im BIOS« ab Seite erläutert wurde.
Start der Installation
Wenn Sie die Ubuntu-DVD eingelegt und den PC neu gestartet haben, dann erscheint das Bild aus Abbildung). In 99 % aller Fälle müssen Sie jetzt lediglich die Sprachauswahl betätigen und die Taste
drücken.
Abbildung 5.8 Der Ubuntu-Startbildschirm – wählen Sie mit den Pfeiltasten die richtige Sprache.
Wenn Sie Probleme beim Starten der Installation haben, sehen Sie bitte in Abschnitt »Textbasierte Installation« ab Seite nach. Dort finden Sie detaillierte Optionen zur Behebung einiger Probleme.
Wenn die DVD fertig gestartet ist, erwartet Sie der Ubuntu-Desktop. Wenn Sie sich nun erst einmal ein wenig umsehen möchten, beachten Sie bitte die Hinweise in Abschnitt »Ubuntu gefahrlos ausprobieren« ab Seite .
Sie finden auf dem Desktop den Button Install. Durch einen Doppelklick hierauf starten Sie den Installationsdialog. Die eigentliche Installation startet nun mit der Auswahl der Sprache, des Landes und des Tastatur-Layouts.
Abbildung 5.9 Bitte wählen Sie eine Sprache.
Klicken Sie jeweils auf die Schaltfläche Vor, um zum nächsten Fenster zu gelangen. Wenn Sie in einer vorherigen Auswahl Änderungen vornehmen möchten, klicken Sie so lange auf die Schaltfläche Zurück, bis Sie zum gewünschten Fenster gelangen.
Abbildung 5.10 Bitte wählen Sie Ihren Standort und Zeitzone.
Wenn Sie die Umlaute und Sonderzeichen benutzen möchten, sollten Sie bei der Auswahl des Tastaturlayouts die Auswahl Germany – Dead grave acute bestätigen (siehe Abbildung). Normalerweise brauchen Sie aber gar keine Auswahl zu treffen und einfach auf Weiter klicken.
Abbildung 5.11 Bitte wählen Sie das Tastatur-Layout – für deutsche Anwender ist Dead Grave Acute die richtige Auswahl, wenn Sie alle Umlaute und Sonderzeichen nutzen möchten.
Bei der Auswahl des Tastatur-Layouts hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Wenn Sie ein anderes Layout auswählen und anschließend wieder die voreingestellte Auswahl bestätigen, haben Sie nach der Installation ein engliches Layout – egal welches Layout Sie vorher ausgewählt haben. Um diesen Makel zu beheben, wählen Sie im fertig gestarteten Ubuntu unter System • Einstellungen • Tastatur das richtige Layout. Beachten Sie, dass Sie den Punkt Systemweit übernehmen ebenfalls auswählen.
Partitionierung
Im nächsten Schritt erfolgt die Partitionierung (siehe Abbildung). An dieser Stelle möchte ich mich kurzfassen, damit Sie schnell zum Ziel gelangen. Ich gehe im Folgenden davon aus, dass Sie Ubuntu über die ersten drei Optionen der Abbildung installieren möchten. Die genauen Einzelheiten und Hintergründe, die Sie bei der manuellen Partitionierung beachten müssen, erläutere ich im Abschnitt »Partitionierung« ab Seite .
Sie haben prinzipiell folgende drei Möglichkeiten:
- Partition verkleinern Wenn Sie keinen Platz für Ubuntu auf Ihrer Festplatte haben und Sie das bestehende Betriebssystem parallel behalten möchten, dann ist dies Ihre erste Wahl. Bitte beachten Sie vor der automatischen Schrumpfkur die Hinweise in Abschnitt ab Seite . Durch einen Schieberegler können Sie die Partition des bereits installierten Betriebssystems verkleinern. Gehen Sie hierbei mit Vorsicht zu Werke und achten Sie darauf, dass noch genügend Platz für das alte System übrig bleibt.
Abbildung 5.12 Mit dem Schieberegler können Sie die bestehende Partition verkleinern.
- Verwende vollständige Festplatte Wenn Sie das bestehende Betriebssystem komplett löschen möchten und Ubuntu den ganzen Platz auf Ihrer Festplatte spendieren wollen, dann wählen Sie diese Option. Sie können hier natürlich auch eine zweite Festplatte als Installationsziel angeben.
Abbildung 5.13 Sie können auch zwischen verschiedenen Festplatten (intern und extern) als Ziel wählen.
- Wenn Sie Ubuntu auf eine zweite Festplatte installieren, wird auf die erste Festplatte ein Bootloader installiert. Dieser gibt Ihnen beim Starten des Rechners die Möglichkeit, aus den installierten Betriebssystemen dasjenige auszusuchen, das Sie benutzen möchten.
- Den größten freien Speicherbereich benutzen Wenn sich Ihr bereits installiertes Betriebssystem nicht auf der gesamten Festplatte breitgemacht hat, haben Sie eventuell ein wenig Platz übrig. Wählen Sie in dem Fall diese Option.
- Partitionen manuell festlegen Mit der letzten Option haben Sie die völlige Kontrolle über die Aufteilung (Partitionierung) Ihrer Festplatte. Da ich diese Vorgehensweise ab er nur fortgeschrittenen Benutzern empfehle, verweise ich Sie an dieser Stelle auf Abschnitt »Textbasierte Installation« ab Seite . Dort werde ich die manuelle Partitionierung detailliert beschreiben.
Abbildung 5.14 Fortgeschrittene Anwender können die Partitionen auch manuell festlegen.
Persönliche Angaben
Im Anschluss an die Partitionierung geben Sie Ihren Namen, den gewünschten Login-Namen, das Passwort und den Rechnernamen ein.
Migration
Eine der interessantesten Neuerungen bei Ubuntu ist der Migrations-Assistent. Dieser kann im nächsten Schritt Ihre persönlichen Einstellungen aus einer vorherigen oder parallelen Installation übernehmen. Bei meinen Tests funktionierte der Import dieser Daten aus Windows XP, SUSE Linux und alten Ubuntu-Versionen reibungslos.
Abbildung 5.15 Geben Sie Ihren Namen und Passwort ein.
Das Installationsprogramm analysiert im Anschluss die Hardware, bevor die Daten der bevorstehenden Installation noch einmal zusammengefasst auf dem Bildschirm dargestellt werden. Durch ein letztes Klicken auf die Schaltfläche Installieren starten Sie die Installation. Herzlichen Glückwunsch, Sie können sich jetzt zurücklehnen und einen Kaffee oder Tee genießen. Das Installationsprogramm übernimmt ab jetzt den Rest und meldet sich erst wieder, wenn die Installation abgeschlossen ist.
Abbildung 5.16 Zusammenfassung aller relevanten Daten
Entfernen unnötiger Pakete
Wer den Installationsprozess aufmerksam beobachtet, wird sich wahrscheinlich wundern, warum im letzten Schritt Pakete automatisiert entfernt werden. Dies hat zum größten Teil seine Ursache in der Internationalität von Ubuntu. Die CD/DVD, die Sie zur Installation verwenden, eignet sich zur Verwendung in vielen verschiedenen Sprachen, und die Auswahl, welche Sprache Sie bevorzugen, findet erst am Anfang der Installation statt.
Während der Installation werden sämtliche Daten des Installationsmediums auf die Festplatte übertragen, also auch Sprachpakete für andere Sprachen. Aufgrund Ihrer Sprachauswahl werden nun am Ende des Installationsprozesses alle unnötigen Sprachpakete wieder gelöscht. Aber auch andere Pakete, die zwar für die Installation, nicht aber für den Betrieb von Ubuntu wichtig sind, werden wieder entfernt. Ein Beispiel hierfür ist das Paket ubiquity – ein Programm, das die Live-Installation erst ermöglicht.
5.3.3 Textbasierte Installation 

Die folgende Anleitung nimmt Sie an die Hand und erläutert Schritt für Schritt die einzelnen Stufen einer Ubuntu-Installation mit dem textbasierten Installer. Dabei werden auch die technischen Grundlagen nach dem Motto: »Was geschieht hier eigentlich?« besprochen. Die beschriebenen Schritte sind bei allen Ubuntu-Versionen gleich. Besonderheiten, die z. B. bei Kubuntu oder der 64-Bit-Variante auftreten, werden in einem eigenen Kapitel besprochen. Des Weiteren wurden einige Bilder hier mit der CD-Variante von Ubuntu erstellt. Der Unterschied zur DVD-Installation ist aber so gering, dass die Bilder ihre Gültigkeit behalten.
Abbildung 5.17 Der Ubuntu-Startbildschirm: Nun beginnt die Reise.
Nachdem das Installationsmedium vom BIOS erkannt und für boot-würdig befunden wurde, begrüßt Sie der oben abgebildete Startbildschirm.
Über
bis
erreichen Sie einige Untermenüs, die ich im Folgenden näher beschreiben werde.
Hilfe und erweiterte Startoptionen
Die Taste
ist der Ausgangspunkt für zehn Hilfsbildschirme, die jeweils mit den Funktionstasten
bis
angewählt werden können. Auf den Hilfeseiten finden Sie folgende Themenbereiche:
Eine Übersicht über die verschiedenen Indexseiten.
Die Voraussetzungen für die Installation: In der aktuellen Version werden 1,8 GB freier Festplattenspeicher für das Desktop-System bzw. 350 MB für die Installation eines Server-Systems ohne grafische Oberfläche veranschlagt.
Eine Auflistung der speziellen Installationsmethoden. Zur Verfügung stehen die sogenannten Boot-Targets (vorbereitete Boot-Konfigurationen)
- linux (Standardinstallation)
- server (Minimalsystem für den Serverbetrieb) Hierbei handelt es sich um eine sehr schlanke Installation, die nur sehr wenig Speicherplatz beansprucht. Bitte beachten Sie, dass Sie bei einer Server-Installation standardmäßig keine grafische Oberfläche mitinstallieren.
- expert (interaktive Installation für die maximale Kontrolle des Installationsvorgangs)
Darüber hinaus kann durch Eingabe des Parameters memtest ein Speichertestprogramm gestartet werden, um den verbauten Arbeitsspeicher auf Fehler zu überprüfen. Die drei erstgenannten Optionen kann man auch in Kombination mit weiteren Boot-Parametern verwenden.
boot: linux acpi=off
schaltet z. B. das ACPI für den Fall aus, dass der Installations-Boot-Vorgang aufgrund von nicht oder schlecht unterstützter Hardware hängen bleibt.
Eine Übersicht der Untermenüs für erweiterte Boot-Optionen (
,
,
).
Einige Boot-Parameter zur Beeinflussung spezieller Hardware. Sollte beispielsweise bei der Installation auf einem Laptop die Grafik-Hardware ihren Dienst verweigern, so lässt sie sich durch Eingabe der folgenden Parameter zumeist dennoch während der Installation ansprechen: boot: linux vga=771 noapic nolapic.
Im fertig installierten System haben Sie dann immer noch die Möglichkeit, spezielle Grafiktreiber nachzurüsten.
Abbildung 5.18 Optionsmenüs zur Installation
Hilfe zur Nutzung verschiedener Festplatten-Controller.
Sollte Ihre Festplatte während des Installations-Vorgangs nicht erkannt werden, so können Sie dies durch Eingabe eines auf dieser Seite gelisteten Parameters umgehen.
Beeinflussung der automatischen Installationsroutine: Es kann vorkommen, dass während der
Installation ein Gerät nicht korrekt erkannt bzw. konfiguriert werden kann. Sollte es diesbezüglich zu einem »Hänger« kommen, dann haben Sie die Möglichkeit,
die Installation neu zu starten und die Erkennung einzelner Komponenten gezielt zu deaktivieren.
Um beispielsweise die Suche nach USB-Geräten zu unterbinden, geben Sie folgenden Befehl ein:
boot: linux debian-installer/probe/usb=false
,
,
Einige Informationsseiten über das Ubuntu-Projekt sowie das Copyright.
Sprach-, Tastatureinstellungen sowie Barrierefreiheit
Noch vor der eigentlichen Installation können Sie sowohl die Spracheinstellungen mit
als auch das Tastaturlayout mit
) nach Ihren Vorgaben anpassen. Daneben stehen durch das Drücken von
schon jetzt Optionen für Sehbehinderte oder motorisch eingeschränkte Menschen zur Verfügung.
Die Navigation in den etwas spartanischen Menüs erfolgt mithilfe der Pfeiltasten, zwischen Untermenüs springen Sie mit der Tabulatortaste hin und her, und einen Menüpunkt bestätigen Sie entweder mit der Leertaste oder mit der Eingabetaste.
Die Eingabe von eventuell notwendigen Boot-Parametern, die nach dem Drücken von
möglich wird, ist somit deutlich bequemer geworden. Bisher war dies nur unter Benutzung des angloamerikanischen Tastaturlayouts möglich.
Sollten Sie den einen oder anderen Boot-Parameter eingeben wollen bzw. müssen, werden Sie eventuell Bekanntschaft mit dem angloamerikanischen Layout machen. Folgende Tabelle soll Ihnen als Übersetzungshilfe dienen.
| Gewünschtes Zeichen | Eingabe auf deutscher Tastatur |
|
/ (Slash) |
- (Bindestrich, Minus) |
|
- (Bindestrich, Minus) |
ß (Esszet) |
|
_ (Unterstrich) |
? (Umschalt + Eszet) |
|
= (Gleichheitszeichen) |
´ (Tick, Taste neben Eszet) |
|
: (Doppelpunkt) |
Ö (Umschalt + ö) |
Die Ubuntu-Version 8.04 hat in der deutschen Lokalisierung einen ärgerlichen Fehler, der dazu führt, dass Ihr System nach jedem Neustart sein Tastaturlayout vergisst und nur noch Hieroglyphen anzeigt. Deutsche Anwender, die diesen Fehler vermeiden und alle Umlaute und Sonderzeichen nutzen möchten, wählen beim Tastaturlayout die Option Dead Grave Acute.
Bei der Tastaturbelegung haben Sie zudem die Möglichkeit, die aktuell gewählte Belegung in einem Eingabefenster zu testen. Gleichzeitig werden mit der Ländereinstellung auch die nächstgelegenen Server definiert, auf die das System später bei einer Nachinstallation von Software mit dem Tool apt-get zurückgreift.
Die Installation beginnt
Nachdem Sie am Boot-Screen gegebenenfalls einige weitere Parameter eingegeben haben – was allerdings im Normalfall nicht notwendig gewesen sein dürfte –, starten Sie durch Betätigen der Eingabetaste das Booten des Installationssystems.
Sollte der Boot-Vorgang an irgendeiner Stelle stoppen, so versuchen Sie, wie im vorangegangenen Abschnitt beschrieben, die Hardware-Erkennung für kritische Komponenten gezielt zu deaktivieren. In vielen Fällen verhelfen die bereits genannten Optionen zu einem erfolgreichen Boot-Erlebnis. Falls das Booten oder die Installation abbricht, hilft oftmals das Ausschalten der ACPI-Funktionen mittels boot: linux noapic nolapic.
Wenn der Bildschirm schwarz bleibt, liegt meist ein Problem mit dem Framebuffer der eingebauten Grafikkarte vor. Dies geschieht häufig bei Notebooks mit integriertem Grafik-Chip. Die Option boot: linux vga=771 hilft hier weiter.
Dabei wird bereits ein Linux-Kernel gestartet, was durch einen eingeblendeten Fortschrittsbalken angezeigt wird.
Netzwerkerkennung
Nach Abschluss der Sprachkonfiguration wird die eigentliche Installationsroutine geladen und geprüft, ob sich das CD-ROM- bzw. DVD-Laufwerk einbinden lässt. Zusätzlich werden einige Module geladen, die den Zugriff auf die angeschlossene Hardware sicherstellen. Hier wirken sich gegebenenfalls die Parameter aus, die Sie zu Beginn des Boot-Vorgangs am Boot-Prompt eingegeben haben.
DHCP – auf Zuruf
Es folgt der Versuch, die Netzwerk-Hardware zu erkennen und einzubinden. Wer einen sogenannten DHCP-Router sein Eigen nennt, ist hier im Vorteil: Diese Geräte verteilen die notwendigen Netzwerkadressen (IP-Adressen, also z. B. 192.168.0.1) auf »Zuruf«.
Abbildung 5.19 Manuelle Konfiguration des Netzwerks
Sollte das in Ihrem lokalen Netz nicht funktionieren, so können Sie die entsprechenden Einstellungen auch manuell in einem Untermenü vornehmen (Abbildung).
Eine typische Einstellung könnte beim Einsatz eines gängigen Hardware-Routers folgendermaßen aussehen:
- IP-Adresse 192.168.0.1
- Netzmaske 255.255.255.0 (ist zumeist automatisch vorgewählt)
- Gateway Hier ist die IP-Adresse Ihres Routers einzugeben, z. B. 192.168.0.254.
- Adresse des DNS-Servers Mit diesem Server erfolgt die Namensauflösung von Internetadressen, d. h. die Umsetzung von URLs wie www.google.de in eindeutige IP-Adressen. Bei Verwendung eines Routers genügt es meist, dessen IP-Adresse anzugeben.
- Rechnername Voreingestellt ist ubuntu, Sie können aber einen eigenen Namen auswählen.
- Apropos manueller Eingriff Sie können von jedem Untermenü der Installationsroutine, das ein Zurück-Feld enthält, in das Hauptmenü des Installers wechseln und somit die wichtigsten Schritte wiederholen, vgl. Abbildung).
Abbildung 5.20 Hauptmenü des Installationsprogramms
Wenn die Netzwerkkonfiguration nicht funktioniert, kann dies mehrere Gründe haben. So kann es durchaus sein, dass Ihre Hardware korrekt erkannt wird, der Treiber für diese Netzwerkkarte aber nicht automatisch mitinstalliert wurde. Dies kann lizenzrechtliche Gründe haben. Sie können die Netzwerkkonfiguration auch bequem nach erfolgter Installation des Gesamtsystems nachholen.
Mehr über das Einrichten der Netzwerkkarte erfahren Sie in Abschnitt »Netzwerk und Internet« auf Seite .
Partitionierung
Nun folgt der kniffligste Teil der Installation. Hierfür sollten Sie sich ein bisschen Zeit nehmen. Holen Sie sich einen Becher Kaffee, und machen Sie es sich gemütlich. Überlegen und lesen Sie gründlich, bevor Sie Änderungen an Ihrer Partitionierung vornehmen.
Bevor Sie sich in die Untiefen der Partitionierung stürzen, möchte ich noch kurz über den Sinn und Zweck derartiger Festplattenaufteilungen sprechen. Jede Festplatte enthält eine Partitionstabelle, in der bis zu vier Einträge untergebracht werden können. Entweder können vier primäre Partitionen definiert werden oder drei primäre Partitionen und eine erweiterte Partition.
In dieser erweiterten Partition können wiederum logische Laufwerke angelegt werden. Die Anzahl dieser logischen Laufwerke ist bei SCSI, S-ATA und Firewire auf 15 beschränkt. Verwenden Sie (E)IDE-Platten, so erhöht sich die Zahl auf 63. Wenn Sie also planen, Ihre Platte in mehr als vier Partitionen aufzuteilen, müssen Sie spätestens die vierte Partition als erweiterte Partition anlegen.
Primär oder Erweitert?
Modernen Linux-Systemen ist es gleichgültig, ob sie auf einer primären oder auf einer erweiterten Partition untergebracht sind. Mittlerweile wurden durch die Verwendung von GRUB als Bootloader auch die Probleme behoben, die beim Booten mit dem Bootloader lilo bei Partitionen auftraten, die jenseits der 1024-Zylinder-Grenze lagen. Windows XP verwendet ausschließlich primäre Partitionen und nimmt bei einer alleinigen Installation den gesamten Platz in Anspruch.
Vollautomatische Partitionierung
Diese Variante ist für eine Neuinstallation von Ubuntu am einfachsten und insbesondere für den Fall gedacht, dass ausschließlich Ubuntu auf dem Computer seinen Dienst verrichten soll. Wenn Sie nebenbei z. B. noch Windows auf dem Computer beherbergen möchten, sehen Sie sich bitte den folgenden Abschnitt, »Manuelle Partitionierung«, an.
Wählen Sie für die automatische Partitionierung im Partitionierungswerkzeug des Installers den Punkt Gesamtes Laufwerk löschen. Der Installer wählt dann von sich aus eine geeignete Partitionierung. Zumeist wird eine Swap-Partition von der Größe des Hauptspeichers angelegt, der Rest des Festplattenspeichers wird als Systempartition (unter Linux: Root-Partition) verwendet.
Beachten Sie, dass im Falle dieser automatischen Partitionierung sämtliche Daten Ihrer Festplatte unwiederbringlich gelöscht werden. Dies möchte man in den seltensten Fällen. Die Mehrzahl der Anwender wird die nachfolgend beschriebene Partitionierungsvariante wählen.
Manuelle Partitionierung: Analyse bestehender Partitionen
Wenngleich die Möglichkeit der manuellen Partitionierung als Expertenoption angesehen wird, gewährt sie doch die beste Kontrolle über den Partitionierungsvorgang. Dazu verschafft man sich zunächst ein Bild über die auf dem Rechner befindliche Partitionslandschaft.
Abbildung 5.21 Komplexe Partitionierung auf einem Laptop
Wenn sich auf dem Computer bereits ein Betriebssystem befindet, dann haben Sie die Möglichkeit, entweder eine bestehende Partition zu verkleinern oder freien Speicherplatz auf der Platte für die Ubuntu-Installation zu nutzen. Letzteres soll im Folgenden durchgeführt werden. Falls Sie zunächst eine Partition verkleinern und Platz schaffen möchten, beherzigen Sie bitte die anfangs beschriebenen Vorbereitungen. Die Verkleinerung von Windows-NTFS-Partitionen funktioniert bereits seit Ubuntu Hoary recht zuverlässig.
In Abbildung sehen Sie die Partitionsaufteilung eines PCs, der über jeweils eine primäre Partition für den Swap-Speicher und die Systempartition verfügt. Außerdem besitzt er noch eine weitere primäre Datenpartition sowie eine erweiterte Partition. Daneben gibt es noch etwa 20 GB freien, nicht zugeordneten Speicher.
Manuelle Partitionierung: Anlegen von Partitionen
Wählen Sie einfach den freien Speicherbereich im Partitionierungsmenü aus, und betätigen Sie die Auswahl mit der Eingabetaste. Darauf erscheint der Dialog aus Abbildung).
Abbildung 5.22 Manuelle Partitionierung
Hier wählen Sie den Punkt Eine neue Partition erstellen. Befindet sich auf dem Rechner noch kein Linux-System, so muss zunächst eine Swap-Partition erstellt werden. Deren Größe sollte nach einer Faustregel etwa der doppelten Größe des Hauptspeichers entsprechen. Bei Speichergrößen von mehr als 512 MB genügt in der Regel die einfache Größe des RAM.
Abbildung 5.23 Anlegen von Swap-Speicher
Durch eine großzügige Wahl des Swap-Speichers können Sie später ohne Probleme den Suspend-to-Disk-Modus nutzen, bei dem die Daten, die sich im RAM befinden, auf die Platte geschrieben werden und der nächste Systemstart deutlich schneller erfolgt. Geben Sie die gewünschte Partitionsgröße im nächsten Schritt an.
Als Partitionsart können Sie, wie bereits erläutert, entweder »Primär« oder »Logisch« angeben. Die Swap-Partition sollte an den Anfang des freien Speichers gesetzt werden. Dem Installer muss im nächsten Schritt noch mitgeteilt werden, dass es sich bei der neuen Partition um eine Swap-Partition handelt. Dies geschieht mit dem Menüpunkt Benutzen als. Hier wählen Sie als Typ Auslagerungsspeicher (Swap), wie in Abbildung.
Abbildung 5.24 So schließen Sie das Erstellen einer Swap-Partition ab.
Haben Sie bereits eine andere Linux-Distribution installiert, so können Sie deren Swap-Bereich nutzen. Dieser wird von der Installationsroutine automatisch eingebunden.
Schließlich erscheint ein Dialog, der die neu erstellte Partition anzeigt. Die neue Partitionstabelle wird dann nach einem Klick auf den Menüpunkt Anlegen der Partition beenden berechnet.
Die obigen Schritte müssen Sie für jede Partition wiederholen, die Sie erstellen möchten. Im Prinzip kommen Sie mit lediglich einer weiteren Partition aus: Diese enthält das komplette Linux-System und wird Root-Partition genannt. Für die Root-Partition (Abkürzung: /) wählt Ubuntu automatisch das ext3fs-Dateisystem. Sie haben aber selbstverständlich die Möglichkeit, hier auch andere Dateisysteme auszuwählen (vgl. Abbildung bzw.).
Abbildung 5.25 Die Root-Partition wird angelegt.
Aufteilung der Platte und Partitionsgrößen
Folgende Empfehlungen können in Abhängigkeit vom jeweiligen Einsatzzweck gegeben werden:
- Einfaches System für Einsteiger: eine Swap-Partition in der Größe des doppelten Arbeitsspeichers. Den Rest der Partition definieren Sie als Root-Partition (/).
- Für Fortgeschrittene, die ihr System häufiger neu aufsetzen möchten, dabei aber nicht ihre persönlichen Daten verlieren möchten: eine Swap-Partition, eine 5 GB Root-Partition sowie eine extra /home-Partition. Letztere kann dann bei Installation eines neuen Systems erneut verwendet werden. Deren Größe wird lediglich vom freien Festplattenspeicher limitiert.
- Für Experten als Mehrbenutzersystem: Swap, eine Partition für Root (/) (ca. 5 GB), eine Partition für /opt (ca. 4 GB) sowie eine Partition für /var (ca. 1 GB). Der Rest des Speicherplatzes kann als /home-Partition zur Speicherung der Daten verschiedener Benutzer freigegeben werden.
- Sollten Sie außerdem auf Ihrem Rechner ein Windows-System installiert haben, so ist es sinnvoll, eine FAT32-Partition zum Datenaustausch zu erstellen. Auf diese kann dann sowohl von Linux als auch von Windows aus lesend und schreibend zugegriffen werden. Deren Größe richtet sich nach dem zur Verfügung stehenden freien Speicher; 2 GB ist sicher ein guter Startwert.
Abschluss der Partitionierung
Nachdem Sie alle gewünschten Partitionen angelegt haben, wird es ernst: Im Übersichtsmenü wählen Sie nun den Punkt Partitionierung beenden und Änderungen übernehmen aus.
Abbildung 5.26 Der nächste Schritt kann tödlich sein.
Eine letzte Sicherheitsabfrage müssen Sie noch überwinden (Abbildung), dann löscht das Programm unwiederbringlich Ihre alte Partitionstabelle und legt neue Partitionen nach Ihren Vorgaben an. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass der Bildschirm längere Zeit leer bzw. blau bleibt.
Aufspielen der Pakete/Abschlusskonfiguration
Nach der Bestätigung der Partitionierung beginnt unmittelbar die eigentliche Installationsphase. Nun können Sie die zweite Tasse Kaffee holen und sich gemütlich zurücklehnen.
Das Kopieren, Auspacken und Konfigurieren der Systempakete nimmt auch auf modernen Systemen mindestens zehn Minuten in Anspruch.
Abbildung 5.27 Die eigentliche Installation beginnt.
Nach Abschluss der Installation haben Sie schließlich noch die Möglichkeit, angepasste Sprachpakete aus dem Internet zu installieren. Dies setzt einen erfolgreich konfigurierten Internetanschluss voraus. Die Lokalisierung Ihres Systems können Sie aber später immer noch nachholen (siehe hierzu Abschnitt »Lokalisierung und Zeit« ab Seite ).
Systemzeit
Wichtig ist noch der folgende Schritt, in dem die Systemzeit konfiguriert wird. Sollte sich parallel zu Ubuntu ein Windows-System auf Ihrem Rechner befinden, so müssen Sie den folgenden Dialog mit Nein beantworten (Abbildung).
Abbildung 5.28 Systemzeit konfigurieren
Was bedeutet UTC?
UTC ist die Abkürzung für Universal Time Coordonné, die koordinierte Weltzeit. Die koordinierte Weltzeit ist eine Referenzzeit, von der die Ortszeiten in den verschiedenen Erdteilen abgeleitet werden.
Die anschließend vorgeschlagene Zeitzone Europa/Berlin müssen Sie bestätigen. Wer sich in einem anderen geografischen Gebiet befindet, wählt selbstverständlich eine andere Zeitzone aus.
Rechnernamen definieren und Standardbenutzer anlegen
An dieser Stelle der Installation müssen Sie Ihrem System einen Namen geben. Dieser Name sollte in einem eventuellen Netzwerk eindeutig sein, damit es keine Adressprobleme gibt.
| Den Rechner umbenennen |
|
Sie können Ihrem System jederzeit und sogar im laufenden Betrieb einen neuen Namen geben. Zu diesem Zweck editieren Sie lediglich die Datei /etc/hostname manuell. Rufen Sie also mithilfe eines Editors die Datei auf |
| sudo gedit /etc/hostname |
|
und überschreiben Sie den bisherigen Namen. |
Im nächsten Schritt geht es darum, den Standardbenutzer des Systems festzulegen. Dieser hat bedeutend mehr Macht als bei anderen Linux-Distributionen: Das Passwort des hier definierten Anwenders ermöglicht das temporäre Erlangen von Root- bzw. Administratorrechten. Merken Sie sich also unbedingt die (Passwort-)Eingaben, die Sie hier vorgenommen haben.
Im Folgenden muss zuerst der vollständige Name des Benutzers angegeben werden. Danach wird das Kürzel des Benutzers definiert. Mit dieser Login-Kennung (engl. account) müssen Sie sich später auf dem Ubuntu-System einloggen (siehe Abbildung).
Abbildung 5.29 Definition des Login-Namens
Schließlich wird das Passwort für den soeben angelegten Benutzer definiert. Zum Schutz vor Tippfehlern müssen Sie es zweimal hintereinander eingeben (Abbildung).
Wenn Sie sogenannte Alpha- oder Betaversionen von Ubuntu ausprobieren oder zu Beginn eine falsche Sprache ausgewählt haben, achten Sie darauf, dass das Passwort keine Umlaute und kein Eszett enthält. Anderenfalls könnte es zu Problemen kommen, wenn die deutsche Lokalisierung an diesem Punkt der Installation noch nicht vollständig ist.
Wundern Sie sich nicht, wenn bei der Eingabe kein Text erscheint: Es gibt im Gegensatz zu anderen Systemen keinen Platzhalter wie beispielsweise *. Dies ist ein kleiner Tribut an die Sicherheit des Passworts. Ohne Platzhalter kann niemand durch die Länge Ihres Passworts auf das Wort selbst schließen.
Abbildung 5.30 Bestätigung des Passworts
Konfiguration des Paketsystems und Bootloaders
Am Ende der Basisinstallation wird das APT (Advanced Package Tool) konfiguriert und der Bootloader GRUB im Master-Boot-Record installiert.
Möchten Sie keinen Bootloader installieren oder statt GRUB lieber den Loader lilo verwenden, dann können Sie an dieser Stelle über die Schaltfläche Zurück in das Installer-Hauptmenü springen und die Boot-Konfiguration selbstständig Ihren Vorstellungen entsprechend anpassen.
Abbildung 5.31 Konfiguration der grafischen Oberfläche
Auswahl der Auflösung
Falls Ihr frisch installiertes Ubuntu-Linux die Auflösung Ihrer Grafikkarte nicht automatisch erkennt, folgt nun der letzte interaktive Schritt: Zur Konfiguration des Grafiksystems werden Sie aufgefordert, die gewünschte Auflösung der grafischen Oberfläche anzugeben. Orientieren Sie sich zu diesem Zweck an den Angaben des Monitorherstellers. Sie können an dieser Stelle, beginnend bei der höchsten Auflösung, mehrere geringere Auflösungen wählen (siehe Abbildung).
Zu diesen kann man im laufenden Grafikbetrieb mit der Tastenkombination
+
+
bzw.
+
+
wechseln. In der Regel funktioniert die Auflösungserkennung allerdings zuverlässig und die auf Ihrem Grafiksystem nutzbaren Auflösungen wurden schon vom Installer erkannt und vorgewählt.
Trotz dieser manuellen Auswahl der Auflösung kann es sein, dass Ubuntu nicht die volle, d. h. höchstmögliche, grafische Auflösung zur Verfügung stellt. Dieses kleine Manko kann auftreten, wenn Ihre Grafikkarte recht modern ist und der freie NVIDIA-Treiber diese noch nicht korrekt erkennt. Beheben lässt sich dies, wenn Sie im installierten System die unfreien (proprietären) NVIDIA-Treiber nachinstallieren. Wie dies funktioniert, erläutere ich Ihnen in Abschnitt »NVIDIA« ab Seite .
Damit wäre die erste Stufe der Installation abgeschlossen. Es erscheint eine Aufforderung, das Installationsmedium aus dem CD/DVD-Laufwerk zu entfernen und den Rechner neu zu starten.
Reboot und Abschluss der Installation
Zunächst begrüßt Sie beim Reboot der Countdown des Bootloaders GRUB. Durch Drücken der Taste
bekommen Sie einen ersten Eindruck von den zur Auswahl stehenden Systemen. Sollte ausschließlich Ubuntu auf dem Rechner installiert sein, so erscheint eine Ansicht, die der Abbildung ähnelt.
Standardmäßig wird der Kernel normal gestartet. Sollte es dabei zu Schwierigkeiten kommen, können Sie versuchen, das System im Recovery-Modus zu starten (zweiter Menüeintrag). Seit Dapper wird auch im Recovery-Modus zur Eingabe des Passworts aufgefordert. Obwohl nach dem »root«-Passwort gefragt wird, ist das normale Benutzerpasswort gefordert.
Mithilfe des dritten Menüeintrags können Sie Ihr RAM auf Fehler überprüfen, was Sie insbesondere dann tun sollten, wenn es im laufenden Betrieb des Rechners zu unerklärlichen Systemabstürzen kommt. Linux reagiert deutlich empfindlicher als Windows auf defekte RAM-Bausteine. Unter Windows äußert sich dies in Form des berüchtigten Bluescreens.
Abbildung 5.32 Bootmenü von GRUB
Das Bootmenü
Befinden sich auf dem Rechner weitere Betriebssysteme, z. B. eine Windows-Installation, so werden diese automatisch in das obige Boot-Menü integriert. Skeptische Naturen können an dieser Stelle testen, ob sich die übrigen Betriebssysteme problemlos starten lassen. Wählen Sie nun den ersten Eintrag im Boot-Menü aus. Ohne die eben beschriebene Betätigung der
-Taste startet das Ubuntu-System innerhalb von drei Sekunden.
Wenn Sie den Startbildschirm aus Abbildung sehen, dann haben Sie es geschafft: Ubuntu-Linux wurde erfolgreich auf Ihrem PC installiert. Loggen Sie sich nun mit Ihrer Benutzerkennung/Passwortkombination ein.
Abbildung 5.33 Der Anmeldebildschirm von Ubuntu
Nach dem Login erwartet Sie eine aufgeräumte Oberfläche. Sollten Sie bereits während der Installation die Internetverbindung eingerichtet haben, erscheint in der Regel nach kurzer Zeit eine Meldung, dass neue System-Updates auf Ihrem lokalen Ubuntu-Server zur Installation bereitliegen. Es empfiehlt sich, diese Aktualisierung vorzunehmen. Standardmäßig sucht Ubuntu einmal täglich nach Updates für das System.
Abbildung 5.34 Diese Sprechblase weist Sie in älteren Ubuntu-Versionen (bis Ubuntu 8.10) auf Updates hin.
Benachrichtigungen ab Ubuntu 9.04
In Ubuntu 9.04 wurde ein neues Benachrichtigungssystem integriert. Die Anzahl der Meldungen wurde dabei drastisch reduziert, um den Benutzer weniger zu stören. Dies betrifft unter anderem auch die Update-Benachrichtigungen. So öffnet sich bei Vorhandensein wichtiger Updates sofort die Aktualisierungsverwaltung. Dies geschieht allerdings im Hintergrund, sodass Sie die minimierte Anwendung nur im unteren Panel sehen und zuerst in den Vordergrund holen müssen, um die fälligen Updates zu installieren.
Diese Vorgehensweise soll dafür sorgen, dass die Updates nicht so leicht ignoriert werden können und damit das System sicherer wird.
Abbildung 5.35 Der Desktop – hier in der Version von Ubuntu 8.04































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