5.4 Andere Installationsarten 

5.4.1 Upgrade 

Upgrade einer normalen Ubuntu-Version
Prinzipiell können Sie von einem vorhandenen und installierten Ubuntu ohne Probleme auf eine neuere Version aktualisieren, auf Neudeutsch »upgraden«. Ubuntu ist so aufgebaut, dass dies mit geringstmöglichem Aufwand und ohne Neuinstallation machbar ist. So bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand, ohne die Festplatte zu formatieren und eventuell alle angefallenen Daten und Konfigurationsdateien zu verlieren.
Wenn Sie sich für ein Upgrade entscheiden, dann brauchen Sie entweder
- die beiliegende DVD – einfach in das fertig gestartete Ubuntu einlegen. Sie werden dann gefragt, ob Sie auf die neue Version aktualisieren möchten,
- eine heruntergeladene oder zugesandte Installations-CD von Ubuntu – hier gilt die gleiche Vorgehensweise wie bei der DVD, oder
- eine schnelle Internetverbindung, mindestens DSL, da Sie eine Menge Daten (meist über 700 MB) herunterladen müssen. Bitte kommentieren Sie alle Einträge in Ihrer sources.list aus, die nicht original sind (z. B. fremde Backports und andere Quellen). Anderenfalls kann es zu unerfreulichen Nebenwirkungen kommen. Das Upgrade selbst starten Sie über System • Systemverwaltung • Aktualisierungsverwaltung. Geben Sie nun das Passwort ein, und schon werden Sie mit dem Satz: New distribution release is available begrüßt. Nach einem Klick auf Aktualisieren beginnt der Upgradevorgang.
Generell gilt auch hier beim Upgrade: Machen Sie ein Backup, also eine Sicherung Ihrer persönlichen Dateien! Meist geht zwar alles gut, aber »unverhofft kommt oft«.
Die Installation verläuft spielend einfach und braucht hier nicht gesondert behandelt zu werden, da Sie ja schon mindestens einmal ein Ubuntu installiert haben. Sie gehören damit schon zu den erfahrenen Benutzern von Ubuntu.
| Grafisches Upgrade einer LTS-Version |
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Unter bestimmten Umständen werden Sie beim Erscheinen einer neuen Ubuntu-Version nicht über die Möglichkeit eines Upgrades informiert. Dieses Verhalten ist erwünscht. Der grafische Weg über System • Systemverwaltung • Aktualisierungsverwaltung steht beispielsweise für das Upgrade von einer LTS-Version auf die nachfolgende »normale« Version nicht automatisch zur Verfügung. Dies hat seinen Grund darin, dass eine LTS-Version für die langfristige Nutzung entwickelt wurde und die Benutzer einer solchen Version meistens nicht jedes Upgrade mitmachen wollen. Dies gilt besonders für Firmenkunden. |
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Sie können dieses Verhalten beeinflussen, indem Sie im Menü unter System • Systemverwaltung • Software-Quellen bei Freigabe-Aktualisierung den Punkt Übliche Freigaben auswählen. Alternativ können Sie den Update-Manager mit folgendem Befehl aus einem Terminal starten: |
| gksudo update-manager -c |
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Dies bewirkt, dass Sie auf jede verfügbare Version aktualisieren können. |
| Grafisches Upgrade auf eine Entwicklerversion |
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Sie können jederzeit auf eine Entwicklerversion »upgraden«. Dies geschieht, indem Sie den Update-Manager mit der Option -d aufrufen: |
| gksudo update-manager -d |
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Generell gilt, dass die Entwicklerversionen selbstverständlich nicht die Stabilität aufweisen wie eine reguläre Version. Dies kann zu Instabilität und Datenverlust führen, sodass Sie diese nicht als produktives System einsetzen sollten! |
Ein direktes Upgrade ist nur von einer Version zur darauf folgenden zu empfehlen. Wenn Sie eine Version überspringen möchten, dann müssten Sie in Zwischenschritten zunächst auf die nächstfolgende und dann auf die aktuelle Version upgraden. Dazu muss jeweils die Datei etc/sources.list bearbeitet werden, wo Sie den Namen »hardy« gegen «intrepid« austauschen.
Das Upgrade wird dann über die Konsole mit dem Befehl
sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade
gestartet. In einem zweiten Durchgang tauschen Sie den Namen »Intrepid« gegen »Jaunty« aus. Der Upgrade-Vorgang für Kubuntu verläuft analog zu Ubuntu.
Upgrade von der vorherigen Ubuntu LTS-Version
Prinzipiell können Sie von einer vorherigen LTS-Version auf die aktuelle aktualisieren, also beispielsweise von Ubuntu 6.06 »Dapper Drake« auf Ubuntu 8.04 »Hardy Heron«.
Da Sie bei einem solchen Upgrade auf einen Schlag drei Versionen von Ubuntu überspringen, ist die Komplexität dieses Vorganges nicht zu unterschätzen. Je mehr Sie an Ihrem System im Laufe der Zeit verändert haben, desto unwahrscheinlicher ist es, dass das Upgrade ohne Probleme vonstatten geht.
Auch wenn bei meinen Test mit einem frisch installierten Ubuntu 6.06 die Aktualisierung auf die Version 8.04 reibungslos funktionierte, empfehle ich Ihnen das Sichern Ihrer Daten und eine gründliche Neuinstallation.
Wenn Sie dennoch Mut beweisen wollen, achten Sie zunächst darauf, dass Ihr installiertes Ubuntu auf dem aktuellen Stand ist:
sudo aptitude update sudo aptitude upgrade
Wenn Aktualisierungen des Kernels vorliegen, sollten Sie auch eine komplette Distributionsaktualisierung durchführen:
sudo aptitude dist-upgrade
Vergewissern Sie sich als Nächstes, dass in Ihren Software-Quellen keine Fremdquellen eingetragen sind. Rufen Sie dazu in einem Terminal die Konfigurationsdatei auf:
sudo nano /etc/apt/sources.list
Die Ausgabe erhält ganz am Ende eine Übersicht über die aktivierten Software-Quellen. Diese sind alle in der folgenden Art aufgebaut:
deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu dapper main restricted universe multiverse
Es dürfen an dieser Stelle nur original Ubuntu-Quellen eingetragen sein! Installieren Sie als Nächstes den Update-Manager, der in dieser Form in Ubuntu 6.06 noch nicht implementiert war:
sudo aptitude install update-manager-core
Im Anschuss an die Installation können Sie das Upgrade durch folgenden Befehl starten:
sudo do-release-upgrade
Was tun bei Fehlern?
Gerade bei den Upgrades kann es zu Problemen kommen. Sollten Sie also nach dem ersten Neustart nach dem Upgrade vor der Konsole sitzen, können Sie als Erstes die Neukonfiguration der grafischen Oberfläche von der Konsole aus mit
sudo dpkg-reconfigure xserver-xorg
versuchen. Sollte damit das Problem nicht gelöst werden, können Sie sich trotzdem Hilfe im Internet suchen – ja, Sie lesen richtig. Sowohl das Besuchen von Internetseiten als auch die Teilnahme an Chats ist von der Konsole aus möglich. Dafür stehen Ihnen der Konsolenbrowser lynx (mehr dazu im Abschnitt auf Seite ) und der IRC-Client irssi (dieser wird im Abschnitt ab Seite näher beschrieben) zur Verfügung.
5.4.2 Minimalinstallation/Serverinstallation 

Vielleicht haben Sie noch einen ausgedienten alten Rechner auf dem Dachboden herumstehen, der sein Gnadenbrot als Server verdienen kann. Hier bietet sich die Ubuntu-Serverinstallation an, die ohne eine grafische Oberfläche auskommt und nur wenig Systemressourcen beansprucht.
Wenig Ressourcen heißt in diesem Fall 64 MB RAM und weniger als 1 GB freier Festplattenspeicher. Beachten Sie aber, dass das Aufsetzen eines konsolenbasierten Linux-Systems eher etwas für fortgeschrittene Benutzer ist.
Für die Server-Installation muss folgender Befehl am Boot-Prompt des Installationsmediums eingegeben werden:
boot: server
Darauf wird automatisch ein Minimalsystem ohne grafische Oberfläche installiert. Durch eine Minimalinstallation wie diese hier haben Sie die Möglichkeit, eine vollständig individuelle Version von Ubuntu zu kreieren, je nachdem, welche Pakete Sie installieren.
Mit grafischer Oberfläche ...
Wer möchte, braucht auch bei minimalen Ressourcen nicht auf ein X-Window-System mit Fenster-Manager zu verzichten. Dazu sind einige Pakete aus dem Universe-Repository via apt-get nachzuinstallieren (zur Einbindung dieses Repositorys in das konsolenbasierte Paket"-ma"-nage"-ment mit apt-get siehe Abschnitt »Advanced Packaging Tool (APT)« auf Seite ):
sudo apt-get install xserver-xorg x-window-system-core wdm xterm
Als schlanke Window-Manager eignen sich besonders icewm und fluxbox. Eines der folgenden Pakete sollten Sie daher zusätzlich installieren:
- icewm
- fluxbox
Um die grafische Oberfläche zu starten, geben Sie den Befehl startx ein. Das System belegt in dieser Minimalkonfiguration ca. 500 MB Festplattenspeicher.
... und schlanken Anwendungen
Wer darüber hinaus noch Platz hat, der kann die folgenden Anwendungen installieren:
- dillo – ein kleiner Browser ohne viel Grafik
- abiword – eine Textverarbeitung für geringe Ansprüche
- sylpheed – ein schnelles E-Mail-Programm
- xzgv – ein Bildbetrachter
5.4.3 Installation auf externen USB-Medien 

Ubuntu kann auch auf externe Datenträger wie USB-Festplatten oder Memorysticks installiert werden. Von Letzterem sollten Sie aus zweierlei Gründen Abstand nehmen: Zum einen sind Memorysticks mit wenigen GB Speicherkapazität derzeit noch wesentlich teurer als externe Festplatten mit mehreren Dutzend GB, und zum anderen lassen sich derartige Flashmedien nur begrenzt oft (wieder-)beschreiben. Das folgende Szenario verwendet eine externe USB-Festplatte. Ich werde allerdings im letzten Abschnitt auf das Übertragen eines Ubuntu-Images auf einen USB-Stick eingehen. So können Sie diesen USB-Stick als Live-Medium verwenden – entweder zur weiteren Installation oder für den Live-Betrieb.% In Letzterem ist es sogar möglich, denselben USB-Stick auch zum Speichern von eventuell anfallenden Daten zu verwenden.
Grafische Installation
Bei der grafischen Installation können Sie, sofern einer angeschlossen ist, einen USB-Stick als Installationsziel auswählen (siehe Abbildung).
Textbasierte Installation
Wenn die grafische Variante nicht zum gewünschten Erfolg führt oder Sie aus anderen Gründen die textbasierte Installation vorziehen, können Sie Ubuntu auch textbasiert auf einem USB-Medium installieren.
Beachten Sie bitte, dass diese Anleitung eher für Linux-Insider gedacht ist, da sie den sicheren Umgang mit der Linux-Konsole voraussetzt. Nebenbei lernen Sie die Verwendung des Ubuntu-Installers im Expertenmodus kennen.
| 1. | Schließen Sie die USB-Platte an einen freien USB-Port an, und booten Sie die Installations-CD im Expertenmodus: |
boot: expert
| 2. | Dies ist erforderlich, um später vor der Konfiguration des Bootloaders für einige manuelle Eingriffe auf eine Kommandozeile wechseln zu können. |
| 3. | Arbeiten Sie sich durch die selbsterklärende manuelle Installation durch. Zusätzlich abgefragte Punkte bestätigen Sie einfach mit der Eingabetaste. Bei der Partitionierung erscheint nun diese USB-Platte als SCSI-Device. Dieses können Sie wie bereits beschrieben partitionieren. |
| 4. | Es empfiehlt sich, die Größe der Root-Partition auf 8 GB zu beschränken, da einige BIOS-Varianten Probleme mit größeren boot-baren USB-Partitionen haben. Auch ist es ratsam, die Systempartition an vorderster Stelle auf der Platte einzurichten. |
| 5. | Bevor Sie den GRUB-Bootloader installieren, ist ein wichtiger Eingriff in das System erforderlich. Wenn Sie von einem USB-Medium booten möchten, dann müssen bereits vor dem Booten des Kernels entsprechende Module geladen werden, die den Zugriff auf dieses Medium sicherstellen. Dazu verwendet man eine sogenannte Initial Ramdisk (initrd). |
| 6. | Erstellen Sie die initrd folgendermaßen: Wechseln Sie mit |
| 7. | Datei modules wie folgt: |
nano /target/etc/mkinitrd/modules # Auszug aus /target/etc/mkinitrd/modules sd_mod ehci-hcd uhci-hcd ohci-hcd usb-storage
| 8. | Die obigen Einträge sorgen dafür, dass die für den USB-Betrieb notwendigen Module geladen werden. Verlassen Sie den Editor nano mit der Tastenkombination |
| 9. | Schließlich muss eine kleine Verzögerung (in diesem Fall zehn Sekunden) zum Laden der Module beim Systemstart eingebaut werden. |
| 10. | Dazu editieren Sie die Datei mkinitrd.conf: |
# Auszug aus /target/etc/mkinitrd/mkinitrd.conf DELAY=10
| 11. | Nun wird eine neue Ramdisk für das System generiert: |
chroot /target mount -tproc none /proc mkinitrd -o /boot/initrd.img-<Kernelversion> exit
| 12. | Anschließend können Sie wieder mittels |
Beim nächsten Booten sollte bei angeschlossener USB-Platte Ubuntu vom externen Medium gestartet werden.
Abbildung 5.36 Der Installer im Expertenmodus
Image auf USB-Stick integrieren
Wie bereits erwähnt wurde, können Sie Ubuntu auch auf einen USB-Stick transferieren, um diesen dann als Live-System oder zur Installation (beispielsweise auf einem Netbook) zu verwenden. Ich werde näher auf diese Integration in Kapitel »Ubuntu mobil« ab Seite eingehen.





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