Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
1 Was ist Ubuntu?
2 Die Versionen im Detail
3 Die Shell
4 Migration und Synchronisation
5 Die Installation
6 Erste Schritte
7 Ubuntu mobil
8 Derivate
9 Internet und E-Mail
10 Office
11 Grafik und Bildbearbeitung
12 Multimedia und Spiele
13 Programmierung und Design
14 Hardware-Konfiguration
15 Software- und Paketverwaltung
16 Architektur
17 Backup und Sicherheit
18 Server-Installation
19 Datei- und FTP-Server
20 Weitere Server-Dienste
21 Kontrolle und Monitoring
22 Desktop-Virtualisierung
23 Server-Virtualisierung mit KVM
24 Server-Virtualisierung mit Xen
25 Hilfe
26 Befehlsreferenz Ubuntu Linux
A Übersicht: Software für (K)Ubuntu
B Mark Shuttleworth
C Glossar
D Häufig gestellte Fragen
Stichwort

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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 9.04 - Jaunty Jackalope
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
4., aktualisierte und erweiterte Auflage, geb.
1.120 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1439-1
Pfeil 6 Erste Schritte
Pfeil 6.1 Ubuntu kennenlernen
Pfeil 6.1.1 Die Arbeitsfläche
Pfeil 6.1.2 Nautilus – der Browser
Pfeil 6.1.3 Programme starten
Pfeil 6.1.4 Wichtige Hilfsprogramme
Pfeil 6.1.5 Zugriff auf Ressourcen
Pfeil 6.1.6 Das Erscheinungsbild ändern
Pfeil 6.1.7 Benutzerverwaltung
Pfeil 6.1.8 Aktualisierung des Systems
Pfeil 6.1.9 GNOME-Systemkonfiguration ändern
Pfeil 6.2 Lokalisierung und Zeit
Pfeil 6.2.1 Spracheinstellungen
Pfeil 6.2.2 Tastaturanpassung
Pfeil 6.2.3 Schriften installieren
Pfeil 6.2.4 Datum und Uhrzeit
Pfeil 6.3 Dateiaustausch mit Windows

»Auf den Geist muss man schauen. Denn was nützt ein schöner Körper, wenn in ihm nicht eine schöne Seele wohnt.« Euripides (um 485/480–406 v. Chr.), griechischer Tragödienschreiber

6 Erste Schritte


Was Sie in diesem Kapitel erwartet

In diesem Kapitel wende ich mich nun explizit der Arbeitsumgebung (Desktop) zu. Unter Windows oder Mac OS X gibt es lediglich eine Arbeitsumgebung, die fester Bestandteil des gesamten Systems ist. Bei Linux ist das anders – aufgrund der Modularität haben sich mehrere Arbeitsumgebungen nahezu parallel entwickelt. Die beiden größten sind GNOME und KDE. Letzteres werde ich im darauf folgenden Kapitel näher erläutern.

Ubuntus Standard-Desktop ist GNOME (GNU Network Object Model Environment). Diese Arbeitsumgebung stellt nahezu alles dar, was Sie sehen können, wenn Sie Ubuntu starten. Sie umfasst aber nicht nur die Oberfläche Ihres Linux-Systems, sondern auch viele Programme, die sich optisch und ergonomisch nahtlos in diese Umgebung integrieren.

Dieses Kapitel zeigt Ihnen eine Menge hilfreicher Tipps und Tricks für den Umgang mit GNOME. Diese sind nicht nur für den Einsteiger, sondern auch für den erfahrenen Linux-Anwender interessant.



Benötigtes Vorwissen

Es sind keine Vorkenntnisse nötig. Für einige Tipps sollten Sie den grundlegenden Umgang mit dem Terminal beherrschen (siehe Kapitel).


GNOME oder KDE?}

Diese Diskussion erhitzt in regelmäßigen Abständen die Gemüter in den einschlägigen Linux-Foren. Das Ubuntu-Team hat sich für GNOME als Standard entschieden. Folgende Punkte sprechen für diese Entscheidung:

  • GNOME erscheint in einem festen halbjährlichen Zyklus in einer neuen Version. An diesen Zyklus sind die Veröffentlichungen von Ubuntu angepasst.
  • GNOME überfordert gerade den Einsteiger nicht durch ein Übermaß an Konfigurationsmöglichkeiten.
  • Die Programm-Menüs sind nicht überfrachtet und darüber hinaus intuitiv zu beherrschen.

KDE hat im Vergleich zu GNOME folgende Vorzüge:

  • Die Struktur der Oberfläche erinnert an die gängigen Windows-Oberflächen, sodass sich hier insbesondere Windows-Umsteiger heimisch fühlen werden.
  • KDE ist maximal konfigurierbar. Sämtliche Desktop-Spielarten sind hier realisierbar.
  • Die Systemkonfiguration ist bei KDE durch das Kontrollzentrum an einer zentralen Stelle vorzunehmen. Weiterhin gibt es für jede erdenkliche Administrationsaufgabe ein entsprechendes KDE-Werkzeug, sodass sich KDE insbesondere auch für Administratoren gut eignet.

Wie ich bereits schrieb, kann man KDE und GNOME unter Ubuntu auch problemlos nebeneinander betreiben.

Den Schwerpunkt dieses Buches bildet sinnvollerweise Ubuntu, aber dies soll keine »Herabsetzung« von Kubuntu bedeuten. Wann immer es möglich ist, wird bei den im Buch beschriebenen Aufgaben jeweils eine GNOME- und eine KDE-Lösung besprochen; oftmals ist dies aber aus Platzgründen nicht möglich. Andererseits wären viele Informationen durch eine doppelte Erwähnung redundant.

Xubuntu

Xfce benutzt im Wesentlichen die Programme aus der KDE- und GNOME-Welt. Von daher ist eine separate Behandlung meistens nicht nötig. Wem GNOME noch nicht »schlank« genug ist oder wer einen alten Computer zum Leben erwecken will, der ist mit Xfce und Xubuntu sicherlich gut bedient. In Abschnitt »Xubuntu« ab Seite finden Sie ein ausführliches Kapitel über Xubuntu.


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6.1 Ubuntu kennenlernen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Das GNOME-Projekt wurde 1997 von Miguel de Icaza und Federico Mena-Quintero ins Leben gerufen, um eine freie Alternative zum KDE-Desktop zu schaffen, der auf dem Qt-Toolkit aufbaut, das damals noch nicht unter einer freien Lizenz stand. Qt wird von der norwegischen Firma Trolltech entwickelt und steht seit dem Jahr 2000 sowohl unter der GNU General Public License (GPL) als auch unter einer kommerziellen Lizenz. GNOME setzt im Hintergrund auf GTK+ und läuft ebenso wie KDE auf den meisten UNIX-Systemen.

Am System anmelden

Bevor Sie den eigentlichen Desktop sehen, müssen Sie sich an Ihrem Computer anmelden, damit das System weiß, wen es vor sich hat und gegebenenfalls personalisierte Einstellungen laden kann. Zuständig hierfür ist der gdm (GNOME Desktop-Manager). Sie haben hier aber auch die Option, eine andere Arbeitsumgebung (GNOME, KDE, ...) auszuwählen, wenn Sie diese zusätzlich installiert haben. Sie finden alle Optionen unter dem Menüpunkt Einstellungen links unten im Anmeldefenster. Die Auswahl der Arbeitsumgebung finden Sie unter dem Menüpunkt Sitzung.


Matrjoschka – der Desktop im Desktop

Fortgeschrittene Benutzer können bei Ubuntu und Xubuntu innerhalb eines bereits gestarteten Desktops auch eine weitere Desktop-Instanz starten. Dazu benötigen Sie lediglich das Paket xnest, das Sie über

sudo apt-get install xnest

installieren. Leider funktioniert xnest nicht unter Kubuntu. Diesen Desktop im Desktop starten Sie dann über den Befehl:

gdmflexiserver --xnest

Dadurch lässt sich beispielsweise das Verhalten anderer Desktop-Manager in einem Fenster innerhalb von GNOME testen. In Abbildung sehen Sie eine solche zusätzliche Instanz des Desktops innerhalb des bereits gestarteten GNOME. Die Anmeldung in einer anderen Arbeitsumgebung ist hierbei allerdings nicht möglich. Um dieses Ziel zu verfolgen, kommen Sie um den Einsatz moderner Virtualisierungstechniken wie beispielsweise KVM, Virtualbox oder VMware nicht umhin.


Abbildung 6.1 Auf diesem Desktop wurde mithilfe von xnest eine zweite Instanz von GNOME geöffnet. Innerhalb des Fensters sehen Sie den Anmeldebildschirm gdm, der Sie direkt nach dem Hochfahren Ihres Computers begrüßt.

Der Login-Manager wird über das Menü SystemSystemverwaltungAnmeldefenster konfiguriert. Sie haben hier die Möglichkeit eine automatisierte Anmeldung vornehmen zu lassen oder bestimmte Anwender auszusperren. Dort ist aber auch Platz für ein wenig Unterhaltung: Sie können einen Begrüßungsspruch definieren oder andere Oberflächen auswählen.


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6.1.1 Die Arbeitsfläche Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Nachdem Sie sich am System angemeldet haben, erwartet Sie ein aufgeräumter Desktop ohne störende Icons. Selbst der Mülleimer ist von der Bildfläche verschwunden – er befindet sich unten rechts im Panel. Stattdessen finden Sie vielleicht für Sie ungewohnterweise gleich zwei Panels, auf denen sich einige Icons und Menüverknüpfungen befinden. Abbildung zeigt einen GNOME-Desktop mit seinen typischen Elementen.

Sie können natürlich weiterhin auch Icons als sogenannte Schnellstarter auf dem Desktop anlegen. Wie Sie dies am einfachsten erledigen, erfahren Sie in Abschnitt auf Seite .

Abbildung 6.2 Der Desktop ist aufgeräumt und zeigt den typischen GNOME-Aufbau. Das Aussehen von GNOME hat sich seit Jahren nicht grundlegend geändert.


Weltzeituhr und Wetter

Haben Sie Bekannte auf der anderen Seite des großen Teiches oder sind Sie einfach nur neugierig, wie die Zeiger beispielsweise gerade in New York stehen? In GNOME ist die Uhr im Panel eine Weltzeituhr mit Wetterangabe. Des Weiteren wird nun eine kleine Weltkarte angezeigt, die die Tages- und Nachtverteilung auf unserer Erde anzeigt.

Wenn Sie im Panel auf die Uhrzeit klicken, können Sie unterhalb des erscheinenden Kalenders auf Bearbeiten klicken, um neue Städte hinzuzufügen. Standardmäßig ist die erste hinzugefügte Stadt Ihr Heimatort und wird durch ein Haus-Icon symbolisiert.

Wenn Sie mehrere Städte installiert haben, werden diese mit Zeit und Wetterangabe unterhalb der Weltkarte angezeigt. Es erscheint ein Button Einstellungen, wenn Sie sich mit der Maus über einen dieser Orte bewegen. Mithilfe dieses Buttons können Sie Ihren Heimatort neu definieren. Die Uhrzeit Ihres Systems wird automatisch an die neue Zeitzone angepasst. Wenn Sie viel unterwegs sind, ist dies ein sehr nützliches Werkzeug.


Im Einzelnen besitzen die Elemente aus Abbildung folgende Funktionalität:

Menübereich

Für den Windows-Umsteiger wird es etwas ungewohnt sein, dass sich das Startmenü standardmäßig im linken oberen Desktop-Bereich befindet. Es gibt keinen einzelnen Startbutton, über den sich alles erreichen lässt. Bei GNOME gibt es drei einzelne Menübereiche:

  • Anwendungen Hier findet man die Programme, die man im täglichen Umgang mit dem Computer benötigt. Diese sind in die Rubriken Büro, Grafik, Internet, Spiele, Systemwerkzeuge, Unterhaltungsmedien und Zubehör unterteilt. In den einzelnen Rubriken findet man die direkt startbaren Programme.
  • Der Menüpunkt Hinzufügen/Entfernen erlaubt dem Benutzer, weitere Programme zu installieren und in das Startmenü zu integrieren oder diese daraus zu entfernen.
  • Orte Das Orte-Menü erlaubt den direkten Zugriff auf lokale Ressourcen, wie beispielsweise das persönliche Verzeichnis des Benutzers oder die Speicherperipherie des Computers (CD-/DVD-Laufwerk, Memorystick). Außerdem lassen sich bei Bedarf auch Netzwerkverzeichnisse einbinden.
  • System Hier finden Sie die meisten für die Systemadministration benötigten Programme. Die Rubrik Einstellungen enthält Tools zur Konfiguration des Desktops; unter Systemverwaltung befinden sich Programme zur Administration im engeren Sinne, die zumeist Root-Rechte erfordern. Möchten Sie sich aus dem System ausloggen, so erfolgt dies im vorliegenden Menü über den Menüpunkt Beenden. Die in den verschiedenen Teilbereichen zusammengefassten Programme werden im Laufe des Buchs zum größten Teil separat besprochen.

Neues GNOME-Menü installieren

Eventuell kennen Sie das von Novell neu entwickelte GNOME-Menü (siehe Abbildung), das laut einiger Ergonomie-Studien benutzerfreundlicher sein soll, und vermissen dieses bei Ubuntu? Sie können dieses Menü verwenden, wenn Sie das Paket gnome-main-menu installieren. Nach der Installation können Sie das Menü dem Panel hinzufügen, indem Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Panels klicken und den Punkt Zum Panel hinzufügen wählen. In der erscheinenden Auswahlliste klicken Sie den Eintrag Hauptmenü doppelt an, um dieses Add-on zu integrieren.

Wenn Sie ausschließlich mit diesem neuen Menü arbeiten möchten, können Sie selbstverständlich die anderen Menüeinträge im Panel löschen. Dies geschieht durch einen Rechtsklick auf den betreffenden Panel-Eintrag und durch Auswählen der Option Aus dem Panel entfernen.


Abbildung 6.3 Das neue, aus (Open-)SUSE bekannte GNOME-Menü lässt sich auch unter Ubuntu leicht installieren.

Vorbild Windows

Viele Umsteiger von Windows erfreuen sich an der Stabilität und Sicherheit von Linux im Allgemeinen und Ubuntu im Speziellen. Aber sie vermissen auch einige Annehmlichkeiten von Windows. In GNOME sind zwei dieser Annehmlichkeiten enthalten: die vordefinierten Ordner in Ihrem persönlichen /home-Verzeichnis für Dokumente, Musik, Bilder, Videos und der grafische Benutzerwechsel.

Vordefinierte Ordner

Viele Benutzer von Windows XP haben die Ordnerstruktur ihres Betriebssystems schätzen gelernt. Unter Eigene Dateien befanden sich hier Eigene Musik, Eigene Bilder usw. Damit sich diese Nutzer an einem Linux-System gleich heimisch fühlen, hat GNOME vordefinierte Ordner im /home-Verzeichnis angelegt.

Die wichtigsten Ordner (Dokumente, Musik, Bilder und Videos) erreichen Sie z. B. über das obere Panel unter Orte. Wenn Sie den persönlichen Ordner mit Nautilus öffnen, haben Sie zusätzlich noch die Ordner Öffentlich und Vorlagen.

Abbildung 6.4 Vordefinierte Ordner im Orte-Menü


Vordefinierte Ordner und Lesezeichen umbenennen

Sie können die Namen dieser Ordner selbstverständlich verändern. Ein Rechtsklick auf die Namen im Orte-Menü funktioniert leider nicht, aber wenn Sie Ihr home-Verzeichnis, den Persönlichen Ordner, öffnen, können Sie diese auf gewohnte Weise umbenennen. Die Änderungen werden sofort übernommen und sind auch im Panel unter Orte sichtbar. Wesentlich mehr Einflussmöglichkeiten haben Sie, wenn Sie im Dateimanager Nautilus dem Menü unter Lesezeichen • Lesezeichen bearbeiten... folgen. Hier können Sie beliebige Lesezeichen anlegen oder den Ort von vorhandenen ändern.


Grafischer Benutzerwechsel

Die zweite Annehmlichkeit befindet sich rechts oben im Panel. Dort steht der Name, mit dem Sie sich als Nutzer identifiziert haben. Durch einen Klick auf diesen Namen erscheint eine Liste benutzerspezifischer Aktionen wie beispielsweise Abmelden. Unter anderem können Sie hier auch zum Desktop anderer Benutzer wechseln. Durch einen Klick auf einen anderen Namen kann man zu diesem Konto wechseln.

Das Anlegen von verschiedenen Benutzerkonten hat einige Vorteile. So kann z. B. jeder Benutzer seine eigenen Einstellungen speichern, und die Dateien der verschiedenen Nutzer sind getrennt angeordnet. Aber auch Sicherheitsaspekte spielen hierbei eine Rolle. Ein Benutzer kann jeweils nur in seinem Verzeichnis Schaden anrichten und nicht auf dem ganzen System. Wie Sie solche zusätzlichen Benutzer anlegen, erfahren Sie in Abschnitt »Benutzerverwaltung« auf Seite .


Nachrichten hinterlassen

Sie können jetzt auch Nachrichten hinterlassen, wenn Sie an einen PC gelangen, auf dem Ubuntu läuft und der von seinem Nutzer gesperrt wurde. Für diesen Zweck gibt es den neuen Button Leave Message in der Anmeldemaske. Sie können beliebig viele Nachrichten hinterlassen. Diese werden dem Nutzer angezeigt, wenn er sich wieder angemeldet hat.


Die Panels

Der Dreh- und Angelpunkt des GNOME-Desktops sind die frei konfigurierbaren Panels, die sich in der Standardinstallation am oberen und unteren Bildschirmrand befinden. Das obere Panel beherbergt die Startmenüs, das untere die Statusanzeigen für gestartete Programme. Die Panels können selbstverständlich per Drag & Drop auch an eine andere Seite des Bildschirms gezogen werden.


Das Panel besser nutzen

Viele Anwender empfinden die oberen und unteren Panels als sehr schlicht und verbergen diese automatisch bei Nichtnutzung. Dies geschieht, indem Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle im Panel klicken und die Eigenschaften aufrufen. Dort setzen Sie einfach einen Haken vor den Punkt »Auto-Verbergen«, und Ihr Panel verschwindet automatisch fast vollständig, wenn Sie es nicht nutzen. Wenn Sie es wieder benötigen, bewegen Sie einfach Ihre Maus an das verbliebene dünne Panel. Diese Animation reagiert mit einer gewissen Verzögerung, sodass einige Anwender unruhig werden, bevor sich etwas bewegt. Um Ihre Nerven zu schonen, können Sie diese Animation beschleunigen, indem Sie die Verzögerungen minimieren:


1. Starten Sie als Erstes den gconf-Editor, und navigieren Sie hier zu dem Eintrag /apps/panel/global
2. Setzen Sie bei den Variablen panel_hide_delay und panel_show_delay die Zeitangaben herunter. Beachten Sie, dass sich der Wert auf Millisekunden bezieht.

Übrigens, wussten Sie schon, dass Sie mit dem Mausrad durch alle geöffneten Anwendungen navigieren können? Bewegen Sie dazu die Maus auf eines der geöffneten Fenster im Panel, und bewegen Sie das Mausrad.


Schnellstarter

Äußerst praktisch ist die Möglichkeit, eigene Schnellstarter für Programme auf einem Panel zu erzeugen. Dazu wählt man einfach das gewünschte Programm im entsprechenden Menü aus und zieht dieses per Drag & Drop auf das Panel. Auf diese Weise lassen sich auch spezielle Panel-Applets wie z. B. der lokale Wetterbericht oder der Börsenticker integrieren. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Panels und wählen den Punkt Zum Panel hinzufügen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang noch die Möglichkeit, beliebig viele neue Panels zu generieren und diese entsprechend mit Anwendungen zu bestücken (rechter Mausklick – Panel anlegen). Praktisch ist auch die Schublade, mit der Programmgruppen zusammengefasst werden können (siehe Abbildung).

Abbildung 6.5 Frei definiertes Panel mit Schublade


Deskbar – die umfassende Suche

Mithilfe von Deskbar sind Sie in der Lage, gleichzeitig Ihren Computer und das Internet nach Dateien zu durchsuchen, mit einem Suchbegriff verknüpfte Aktionen durchzuführen und vieles mehr. Sie müssen dieses Applet zuerst mithilfe von Synaptic installieren: System • Systemverwaltung • Synaptic Paketverwaltung. Suchen Sie hier nach dem Paket deskbar-applet, wählen Sie dieses durch einen Klick auf die Checkbox aus und bestätigen Sie den Vorgang durch Anwenden. Nun müssen Sie sich in GNOME ab- und wieder anmelden, um im Panel über einen Rechtsklick und Auswahl von Zum Panel hinzufügen ein neues Applet zu installieren. Sie finden die Deskbar über die orangefarbene Lupe im Panel. Nach einem Klick auf die linke Maustaste erscheint das Deskbar Applet, in dem Sie Ihre Suchanfragen eingeben können.

Standardmäßig wird bei anfallenden Suchanfragen nicht das Internet durchsucht, sondern lediglich eine Verknüpfung zu einer Suchmaschine zur Verfügung gestellt. Wenn Sie bei einer Suchanfrage auch Ergebnisse aus dem Internet erhalten möchten, dann müssen Sie dies der Deskbar in den Einstellungen mitteilen. Durch einen Klick mit der rechten Maustaste gelangen Sie zu diesen Einstellungen.

Damit die lokale Desktop-Suche überhaupt Ergebnisse hat, müssen die Dateien in einer stetig wachsenden Datenbank gespeichert sein. Dies funktioniert ähnlich wie im Internet: Auch dort werden die Suchergebnisse aus einer Datenbank genommen und nicht erst während der Eingabe eines Suchbegriffs generiert. Diese Indexierung übernimmt dabei ein sogenannter Tracker, der alle lokalen Dateien in einer Datenbank abspeichert. Die so gesammelten Daten werden dann zur Suche genutzt.

Die Deskbar stellt die Ergebnisse möglichst übersichtlich dar. Daher werden manche Funktionen, wie z. B. die lokale Suche nach Dateien und Ordnern, durch eine Verknüpfung zur Verfügung gestellt. Durch einen Klick auf diese Verknüpfung öffnet sich der eigentliche Suchdialog, der Ihnen die Ergebnisse zeigt. Sie können mithilfe von zahlreichen Plug-ins auch Programme starten oder suchen und Aktionen des Rechners wie das Herunterfahren aktivieren. Weiterhin können Sie Datenquellen wie Wörterbücher, eigene Lesezeichen (Bookmarks) oder die Chronik Ihres Browsers nutzen.


Abbildung 6.6 Die Deskbar beherrscht sogar die Google-Code-Suche.


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6.1.2 Nautilus – der Browser Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Zum zentralen Werkzeug von grafischen Oberflächen haben sich mittlerweile die Browser gemausert. Bei GNOME findet man für diesen Zweck den Nautilus-Browser. Den ersten Kontakt zu Nautilus bekommen Sie, wenn Sie im Menü Orte den Punkt Persönlicher Ordner auswählen. In diesem Fall öffnet sich der Browser und zeigt Ihr Heimatverzeichnis an.

Abbildung 6.7 Der Nautilus-Browser. Nautilus kann vorhandene Elemente in einer engeren Anordnung darstellen und so für mehr Übersicht sorgen.

Verschiedene Ansichten

Neben der Symbol- und Listenansicht existiert auch eine andere Art der Darstellung, die Engere Darstellung. Benutzer anderer Desktop-Umgebungen kennen diese Anordnung von Elementen schon länger. Wechseln Sie in diese Darstellung, indem Sie AnsichtEnger aus dem Menü auswählen oder über die Tastatur Taste Strg + Taste 3 aufrufen. Wie die Symbol- und Listenansicht kann auch die kompakte Darstellung mittels der Zoom-Optionen im Menü Ansicht vergrößert und verkleinert werden.

Tabs

Auch GNOME wird immer mehr vom »Tab-Virus« befallen, sodass jetzt auch Nautilus mehrere sogenannte Tabs (auf Deutsch Reiter) anzeigen kann. Sie öffnen diese in einer gestarteten Nautilus-Session genauso wie beispielsweise im Firefox mit der Tastenkombination Taste Strg + Taste T oder über das Menü. Beachten Sie hierbei jedoch, dass bei der Verwendung von mehreren Reitern nur eine Instanz des Nautilus läuft und bei einem eventuellen Absturz des Programms sämtliche Reiter geschlossen werden.

Abbildung 6.8 Auch Nautilus kann innerhalb einer geöffneten Instanz mehrere Reiter mit verschiedenen Inhalten anzeigen.

Mit Taste Strg + Taste L gelangen Sie in das Adressfeld des Dateimanagers. In dieser Adresszeile können Sie sogar von einer automatischen Adressvervollständigung Gebrauch machen, ähnlich wie Sie es aus dem Terminal kennen.

Die Anordnung der Tabs können Sie ebenfalls verändern. Sie brauchen den zugehörigen Reiter hierzu nur mit der Maus festhalten und an die gewünschte Stelle ziehen. Manuell erreichen Sie dies durch die Tastenkombination Taste Strg + Taste Bild_Pfeil_nach_oben und Taste Strg + Taste Bild_Pfeil_nach_unten . Dateien können Sie verschieben, indem Sie diese mit der Maus festhalten und in einen anderen Tab ziehen.

Moderne Dateisysteme können mit nahezu jedem Zeichen in einem Dateinamen umgehen. Dies gilt aber nicht für das FAT-Dateisystem, das häufig auf USB-Sticks und tragbaren Musikgeräten verwendet wird. GNOME 2.24 erkennt nicht verwendbare Zeichen während des Kopierens und wandelt diese automatisch in »_« um. Dies geschieht ohne Eingriff des Benutzers.

Wenn Sie sich das vom KDE-Browser Konqueror bekannte Verhalten der Navigation per Einfachklick wünschen, gehen Sie folgendermaßen vor: Wählen Sie in Nautilus den Menüpunkt BearbeitenEinstellungenVerhalten, und markieren Sie dort den Punkt Einfacher Klick zum Aktivieren von Objekten. Wenn Sie möchten, können Sie an dieser Stelle auch das direkte Löschen von Dateien unter Umgehung des Mülleimers ermöglichen.

Viele altgediente GNOME-Benutzer haben die klassische Navigations- und Pfadangabe im Nautilus vermisst. GNOME bietet eine sehr einfache Möglichkeit, zwischen der klassischen und der modernen Ansicht zu wechseln – quasi auf Knopfdruck. Dazu klicken Sie auf den Button unterhalb des »Zurück«-Pfeils.

Abbildung 6.9 Der Nautilus-Browser – hier mit den klassischen Pfadangaben und einer Anzeige der Ordnergröße.

Kopieren mit Strg

Selbstverständlich beherrscht der Nautilus auch das Verschieben von Dateien via Drag & Drop von einem Fenster in das nächste. Soll eine Datei kopiert werden, so drücken Sie die Taste Strg -Taste während der Aktion. Darüber hinaus können Sie Dateien, wie bei fast allen bekannten Browsern üblich, auch mit Taste Strg + Taste C kopieren bzw. mit Taste Strg + Taste X ausschneiden und anschließend mit Taste Strg + Taste V an anderer Stelle wieder einfügen.

Integrierte Funktion zum Entpacken

Viele Funktionalitäten des Nautilus-Browsers erschließen sich dem Benutzer intuitiv. Oft ist es auch interessant, einmal das Kontextmenü für bestimmte Dateien im Nautilus näher zu inspizieren, das nach einem Rechtsklick über dem Objekt erscheint. Eine gepackte Datei etwa lässt sich durch den Befehl Hier Entpacken (zu erreichen per Rechtsklick über dem betreffenden Objekt) innerhalb von Nautilus extrahieren. Die Suche nach Ordnern und Dateien ist im Nautilus über Gehe zuSuchen auf.


Schnelle Suche in Nautilus

Oftmals benötigt man keine separate Software, um effektiv nach Dateien zu suchen, denn GNOME liefert vieles von Haus aus mit. So auch die Möglichkeit, einzelne Ordner bequem und quasi in Realzeit zu durchsuchen. Öffnen Sie hierzu einfach Nautilus, und navigieren Sie zu dem Ordner, in dem sich die gesuchte Datei wahrscheinlich befindet. Wenn Sie nun noch wissen, mit welchen Buchstaben der gesuchte Dateiname beginnt, haben Sie leichtes Spiel. Tippen Sie einfach die ersten Buchstaben auf Ihrer Tastatur und Nautilus wird in der unteren rechten Ecke ein kleines separates Fenster öffnen. Während Sie tippen, markiert Nautlilus die gefundenen Dateien. Ein einfaches Drücken der Taste Enter -Taste bestätigt die Auswahl und öffnet die markierte Datei.


Ordner teilen

GNOME kennt eine besonders bequeme Möglichkeit, Ordner für mehrere Benutzer freizugeben. Prinzipiell kann man dies natürlich auch über eine manuelle Rechtevergabe erreichen, aber die grafische Lösung ist deutlich bequemer. Sie erreichen den Dialog über die rechte Maustaste und dort über das Kontextmenü Freigabeoptionen oder unter Eigenschaften im letzten Reiter.

Abbildung 6.10 Sie können Ordner für andere Benutzer, aber auch für Gäste des Systems freigeben.

Wenn Sie Ihren Ordner für andere Personen freigeben, muss Nautilus die Zugriffsrechte der betreffenden Dateien ändern. Achten Sie darauf, dass kein Programm während dieser Änderungen Zugriff auf den betreffenden Ordner hat. Ansonsten bricht der Vorgang mit einer Fehlermeldung ab.

Nun sind andere Benutzer des Systems in der glücklichen Lage, kompletten Zugriff auf diesen Ornder zu haben. Allerdings ist hierbei auch Vorsicht anzuraten: Die anderen Benutzer haben nunmehr auch das Recht, Dateien zu löschen.

Wenn ein anderer Benutzer Zugriff auf den freigegebenen Ordner haben möchte, muss er umständlich durch den Dateibaum navigieren. Viel bequemer wäre es doch, wenn die Benutzer sich beispielsweise einen einzigen Musik-Ordner teilen, auf den beide vollen Zugriff haben. In einem anderen Tipp haben Sie schon von den vordefinierten Ordnern im /home-Verzeichnis gelesen. Diese wollen wir jetzt nutzen.

Die Vorgehensweise ist einfach: Zuerst gibt Benutzer 1 seinen Musik-Ordner wie eben beschrieben frei. Danach muss Benutzer 2 in seinem /home-Verzeichnis den eigenen Musik-Ordner mit

rmdir Musik/

löschen und stattdessen einen Softlink auf den Musik-Ordner von Benutzer 1 anlegen:

benutzer2$ ln -s /home/benutzer1/Musik/

Benutzer2 muss sich anschließend einmal aus- und wieder einloggen, damit der Softlink auch im Panel als gültige Verknüpfung angezeigt wird.

Abbildung 6.11 Ordner, die mit anderen Benutzern geteilt werden, erhalten ein Icon-Attribut, um sie auf den ersten Blick von persönlichen Ordnern unterscheiden zu können.


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6.1.3 Programme starten Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Wie bei anderen Betriebssystemen und Arbeitsumgebungen auch, haben Sie mehrere Möglichkeiten, Programme zu starten. Die am häufigsten benutzte Möglichkeit ist für die meisten Anwender das Doppelklicken auf ein Icon, das entweder auf dem Desktop oder im Panel zu finden ist. Dies sind aber nicht die einzigen und oftmals auch nicht die bequemsten Möglichkeiten. Folgende Varianten stehen Ihnen zum Starten von Anwendungen zur Verfügung:

  • Startmenü Klicken Sie den entsprechenden Programmeintrag in der entsprechenden Unterrubrik des Startmenüs an. Die Einträge des Startmenüs sind nach Themengebieten zusammengefasst und lassen sich auch Ihren individuellen Vorstellungen entsprechend anpassen.
  • Desktop-Icon/Schnellstarter Erstellen Sie einen Schnellstarter im Panel oder ein Icon auf dem Desktop via Drag and Drop aus dem Startmenü. Das Programm lässt sich dann durch einen Einfachklick im
  • Panel oder einen Doppelklick auf das Desktop-Icon starten.
  • Die meisten Aktionen auf dem Desktop oder im Dateimanager erfordern bei GNOME in der Standardkonfiguration einen Doppelklick. Dieses Verhalten lässt sich aber über den Reiter Verhalten im Menü BearbeitenEinstellungen des Universalbrowsers
  • Nautilus ändern.
  • Eingabefenster Kennen Sie den Namen der ausführbaren Programmdatei, so lässt sich das Programm auch über das Eingabefenster starten (siehe Abbildung). Dieses öffnet man durch die Tastenkombination
  • Taste Alt + Taste F2 .

Abbildung 6.12 Das Eingabefenster

  • Konsole Wenn Sie ausführliche Informationen über die von einem gestarteten Programm ausgegebenen (Fehler-)Meldungen wünschen, sollten Sie das Konsolenprogramm gnome-terminal nutzen. Mehr zur Funktionsweise der Konsole finden Sie im nächsten Teilabschnitt.

Die Verwaltung der Autostart-Programme erledigen Sie über SystemEinstellungenStartprogramme (siehe nachfolgender Tipp).

Abbildung 6.13 In GNOME ist die Verwaltung der Autostart-Programme spielend einfach.


Automatischer Programmstart

Oftmals hat man als Benutzer spezifische Wünsche, welche Programme beim Start des Systems ebenfalls automatisch starten sollen. So ist es beispielsweise praktisch, wenn ein bevorzugtes Programm wie ein Messenger (pidgin) sich direkt nach dem Anmelden von allein öffnet und anmeldet. Es sind oftmals immer die gleichen Programme, die wir nutzen, und jede Zeitersparnis bedeutet hier eine Erleichterung im täglichen Umgang mit dem PC.

Sie finden die Übersicht der Startprogramme unter dem Menüpunkt System • Einstellungen • Startprogramme. Unter dem Reiter Startprogramme finden Sie eine Übersicht aller vorhandenen Autostart-Programme. Sie können diese Einträge aktivieren, deaktivieren und löschen. Neue Einträge legen Sie an, indem Sie auf den Button Hinzufügen klicken.

Wenn Sie sich beim Anlegen eines neuen Eintrags vertan haben und GNOME nach einem Neustart nicht mehr startet, liegt die Rettung wie so oft auf der Kommandozeile. Wechseln Sie einfach mit der Tastenkombination Taste Strg + Taste Alt + Taste F1 auf eine virtuelle Konsole. Melden Sie sich nun an, und navigieren Sie zum Autostart-Ordner. Dieser verbirgt sich entweder im /home-Verzeichnis unter .config/autostart oder unter /etc/xdg/autostart. Die verantwortlichen Einträge haben die Endung .desktop. Identifizieren Sie den Bösewicht, und löschen Sie ihn einfach. Im Anschluss verhält sich GNOME wie üblich.



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6.1.4 Wichtige Hilfsprogramme Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Terminal

Im vorliegenden Buch werden wir sehr häufig auf das Terminal bzw. die Konsole zurückgreifen, eignet sich diese(s) doch hervorragend zur Erledigung von administrativen Aufgaben. Ein Terminal starten Sie aus dem Menü Anwendungen über ZubehörTerminal. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, über Reiter in einem Fenster mehrere Instanzen zu öffnen (Abbildung). So können Sie auf einem dieser Reiter die Meldungen eines Programms während des Ablaufs verfolgen und auf einem anderen Reiter weitere Befehle an das System eingeben.

Abbildung 6.14 Ein wichtiges Werkzeug unter Linux: das Terminal

Ich gehe wesentlich detaillierter auf das Terminal in Kapitel »Die Shell« ab Seite ein.


Transparentes Terminal

Man muss nicht immer aufwendige Themes einrichten oder Compiz-Fusion installieren, um dem Desktop ein wenig mehr Pepp zu geben. Selbst das von Natur aus eher biedere Fenster zum System, das Terminal, lässt sich mit einigen Handgriffen optisch ein wenig aufwerten. Ein sehr einfaches, aber effektives Mittel hierfür bringt GNOME von Haus aus mit.

Die Einstellungen hierzu befinden sich im GNOME-Terminal unter Bearbeiten • Profile. Sie haben hier die Möglichkeit, verschiedene Profile anzulegen, um das Terminal verschiedenen Zwecken anzupassen. Das einzelne Profil können Sie unter dem Punkt Bearbeiten an Ihre Bedürfnisse anpassen. Unter dem Reiter Effekte befinden sich die nötigen Einstellungen. Hier können Sie bestimmen, ob und wie stark das Terminal transparent erscheinen soll. Des Weiteren ist es möglich, ein beliebiges Hintergrundbild zu verwenden.


Abbildung 6.15 Auch mit einfachen Mitteln lässt sich GNOME optisch aufwerten. Hier wurden neben dem Terminal auch die Panel transparent gestaltet. Die Paneleinstellungen erreichen Sie durch einen rechten Mausklick auf eine freie Stelle im Panel.

Editor

Spätestens dann, wenn Sie sich intensiver mit administrativen Aufgaben beschäftigen, kommen Sie um die Bedienung des Systemeditors nicht herum. GNOME bietet Ihnen zu diesem Zweck den Editor gedit, den Sie als normaler Benutzer über AnwendungenZubehörTexteditor bzw. durch Eingabe von gedit innerhalb einer Konsole starten. Der Editor erinnert an das von Windows her bekannte Notepad, wenngleich er wesentlich mehr Möglichkeiten besitzt, z. B. lassen sich in einer Editorinstanz mehrere Dateien in Form von Reitern öffnen.

Darüber hinaus beherrscht gedit Syntax-Highlighting bei den meisten Skript- bzw. Programmiersprachen (vgl. Abbildung).

Gedit ist durch Plug-ins beliebig erweiterbar. Sie erreichen die Einstellungen über das Menü BearbeitenEinstellungen. Dort wählen Sie den Reiter Plugins aus und können nun durch »Häkchensetzen« eine Vielzahl von Plug-ins aktivieren. In Abbildung sehen Sie gedit in Aktion, während ich an diesem Buch arbeite. Auf der linken Seite ist die Datei-Browser-Leiste, die über ein Plug-in auf die eben beschriebene Weise integriert wurde.

Abbildung 6.16 Der GNOME-Standardeditor gedit, hier mit dem LaTeX-Inhalt des derzeitigen Abschnitts

Systemdateien editieren

Wenn Sie Systemdateien bearbeiten wollen, ist es erforderlich, den Editor mit Root-Rechten zu starten. Dies geschieht am einfachsten von einer Konsole aus mit dem Befehl gksudo gedit.


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6.1.5 Zugriff auf Ressourcen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Windows-Umsteiger werden sich ein wenig umgewöhnen müssen in Bezug auf die Benennung gängiger Hardware-Ressourcen wie z. B. CD-ROM-Medien oder USB-Sticks. Jeder Hardware-Komponente wird eine sogenannte Device-Datei zugeordnet. Die folgende Tabelle zeigt die unter Linux-Systemen üblichen Zuordnungen.


Datenträgerbezeichnung Linux-Devicebezeichnung Eingebunden auf

DVD-/CD-ROMs

/dev/cdrom, /dev/cdrom1, ...

/mnt/cdrom

Floppy-Disk

/dev/fd0

/mnt/fd0

Festplatten

/dev/hda1 ... /dev/hdb1 ...

/mnt/hda1 ...

USB-Devices (Memorystick etc.)

/dev/sda1 .../dev/sdb1 ...

/mnt/sda1 ...

Tabelle 6.1 Gerätedateien der Massenspeichermedien

Auf dem Ubuntu-Desktop unterscheidet sich die Arbeit mit Massenspeichermedien allerdings nur unwesentlich von der von Windows bekannten Verfahrensweise. Zentrale Anlaufstelle für die Peripherie ist unter Ubuntu zunächst einmal der Menüpunkt OrteComputer: Dort finden Sie sämtliche aktuell eingebundenen Devices fein säuberlich in einem Nautilus-Fenster aufgelistet.

Abbildung 6.17 Aktuell auf dem Computer vorhandene Medien

Umgang mit Medien

CD-ROMs und DVDs werden mittlerweile auch unter Linux beim Einlegen automatisch in das Dateisystem eingebunden: Es öffnen sich z. B. beim Einlegen von Daten-CDs automatisch ein Laufwerksymbol sowie ein Nautilus-Fenster, das den Inhalt des Mediums anzeigt. Audio-CDs werden nach dem Einlegen direkt abgespielt. Die Verhaltensweise beim Hinzufügen eines Wechselmediums lässt sich ganz einfach im Menü SystemEinstellungenWechseldatenträger/-medien festlegen.

Wenn Sie das Medium wieder auswerfen wollen, müssen Sie darauf achten, dass keine Anwendung mehr darauf zurückgreift. Zum Beispiel sollte das dem Medium zugeordnete Nautilus-Fenster geschlossen werden. Dann genügt ein Druck auf den Auswurfknopf, und Sie können die CD/DVD wie gewohnt entnehmen. Eine Alternative besteht darin, einen Rechtsklick über dem Symbol des Datenträgers auf dem Desktop durchzuführen und den Kontextmenüpunkt Auswerfen zu wählen.

Umgang mit USB-Sticks

Wenn Sie einen USB-Memorystick verwenden und diesen in den PC stecken, so erscheint nach einer kurzen Wartezeit ebenfalls ein Icon und eine Browser-Instanz auf dem Desktop. Ubuntu verhält sich auch hier recht unkompliziert: Dateien können bequem per Drag & Drop auf den Stick kopiert bzw. vom Stick auf die Festplatte verschoben werden.

Das Anstecken eines USB-Sticks führt allerdings dazu, dass das Dateisystem des Sticks fest in das Dateisystem des übrigen Computers eingebunden wird. Dies bedeutet (eben wie bei Windows), dass Sie den Stick nicht einfach so wieder abziehen dürfen; er muss sauber wieder »ausgehängt« werden. Klicken Sie hierzu mit der rechten Maustaste auf das neu erschienene Icon auf dem Desktop. Hier wählen Sie den Punkt Auswerfen.

Der Grund für diese Verfahrensweise ist, dass der Zugriff auf Massenspeicher unter Linux gepuffert erfolgt. Nach dem Durchführen von Dateioperationen (Speichern, Kopieren, Löschen, ...) seitens des Benutzers werden diese demnach nicht unmittelbar ausgeführt, sondern erst zu dem Zeitpunkt, an dem der Prozessor dafür ein Zeitfenster zur Verfügung stellt.

Äußerst praktisch ist die Möglichkeit, Dateien und Verzeichnisse per Drag & Drop auf einen CD-Rohling zu sichern. Legen Sie zu diesem Zweck einfach einen Rohling in den Brenner ein. Daraufhin öffnet sich eine Nautilus-Instanz mit dem Ortsnamen burn:///. Ziehen Sie nun die zu sichernden Daten in dieses Fenster, und betätigen Sie im Nautilus die Schaltfläche Auf CD/DVD schreiben: Fertig ist die Datensicherung.


Detaillierte Mount-Optionen in GNOME

Man sollte meinen, dass Linux-Nutzer seit dem Erscheinen des ersten Kernels der 2.6er-Reihe eigentlich rundum glücklich sein müssten. Ab dem Zeitpunkt war es möglich, USB-Geräte, wie beispielsweise einen Daten-Stick, mit automount ins System einzubinden. Das Mounten insgesamt wurde deutlich vereinfacht, aber für viele Operationen ist man trotzdem noch auf die Kommandozeile angewiesen.

Der Umgang mit detaillierten Optionen zum Mounten von beliebigen Medien hat sich bei neueren GNOME-Versionen deutlich verbessert. Hierfür sorgt ein kleines Paket, das heute standardmäßig mitinstalliert wird: gnome-mount. Auch die Verwaltung von verschlüsselten Geräten wird hiermit deutlich vereinfacht.

Sobald ein Medium erkannt und korrekt gemountet wurde, können Sie zu den zusätzlichen Optionen gelangen, indem Sie mit der rechten Maustaste die Eigenschaften des betreffenden Mediums aufrufen. Im letzten Karteireiter erhalten Sie eine Übersicht des betreffenden Mediums und zusätzlich seine UUID, unter der das Gerät eingebunden wurde. Unter diesen Angaben finden Sie Informationen zum Einhängepunkt, Dateisystem und den Einhänge-Optionen. Diese drei Angaben können Sie nach eigenem Belieben verändern. Die Änderungen werden allerdings selbstverständlich erst nach einem wiederholten Einbinden in das System übernommen.



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6.1.6 Das Erscheinungsbild ändern Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Richtig wohl fühlt man sich auf dem Desktop erst dann, wenn man einige grundlegende persönliche Einstellungen vorgenommen hat. Zentrale Anlaufstelle für diese Aktionen ist das Menü SystemEinstellungen. Hier kann man unter anderem den Desktop mit einem neuen Hintergrund versehen (Menüpunkt Erscheinungsbild), den Bildschirmschoner einrichten (Menüpunkt Bildschirmschoner), aber auch bevorzugte Programme für bestimmte Aktionen definieren (Multimedia).

Das GNOME-Konzept unterscheidet sich hier etwas von dem entsprechenden Ansatz in KDE: Dort gibt es eine zentrale Instanz für derartige Aufgaben in Form des Kontrollzentrums, während GNOME für jede Aufgabe eine spezielle Anwendung zur Verfügung stellt.

Thema für den Desktop festlegen

Bequem ist die Auswahl eines sogenannten Desktop-Themas zur Konfiguration des »Look and Feel«. Dazu bedient man sich des Themenmanagers (Menüpunkt Thema). Ein Thema beinhaltet einen speziellen Satz Icons, Hintergründe oder Fensterformen. Selbstverständlich können weitere Themen aus dem Internet kostenlos bezogen und installiert werden. Die ersten Anlaufstellen hierfür sind art.gnome.org und www.gnome-look.org. In Ubuntu 9.04 stehen neben dem Standard-Human-Theme noch vier zusätzliche Ubuntu-Themes zur Auswahl.

Abbildung 6.18 Der GNOME-Themenmanager – auch eigene Kombinationen aus den individuell gewählten Themes von Fensterdekoration, GTK-Themes und Icons können als eigenes Theme abgespeichert werden.


Thema durch Drag & Drop installieren

Die Installation eines neuen Themas ist sehr einfach: Begeben Sie sich auf eine der oben genannten Internetseiten und laden Sie sich die gewünschte Themendatei auf Ihren Computer herunter. Speichern Sie diese beispielsweise in Ihrem persönlichen Verzeichnis. Wenn Sie nun den Themenmanager aufrufen, können Sie die heruntergeladene Archivdatei mittels Drag & Drop in das geöffnete Themenmanagerfenster kopieren. Halten Sie hierzu das Archiv mit der linken Maustaste fest, und verschieben Sie es dann.


Neues Hintergrundbild

Es gibt viele Möglichkeiten, um das Hintergrundbild (engl. Wallpaper) von Ubuntu zu ändern; bei allen Möglichkeiten ist es aber von großem Vorteil, wenn Sie das Bild lokal gespeichert haben. So können Sie beispielsweise das gewünschte Bild doppelt anklicken. Daraufhin öffnet sich der Bildbetrachter Eye of GNOME, in dem Sie unter BildAls Hintergrundbild verwenden die Einstellungen zum Erscheinungsbild öffnen und dieses Bild als neuen Hintergrund definieren können.

Abbildung 6.19 Definition des Hintergrundbildes


Den Hintergrund mit einem Klick ändern

Eine besonders elegante Möglichkeit bietet sich Ihnen, wenn Sie das gewünschte Bild aus einem beliebigen Ordner mit der mittleren Maustaste (oftmals dem Scroll-Rad) auf den Desktop ziehen. In dem darauf folgenden Auswahlmenü wählen Sie Als Hintergrund verwenden. Wenn sich das Bild bereits auf dem Desktop befindet, schieben Sie es mit der mittleren Maustaste nur ein wenig nach rechts oder links.

Alternativ dazu installieren Sie das Paket nautilus-wallpaper. Dieses Paket ermöglicht es Ihnen, jedes gewünschte Bild durch einen rechten Mausklick als neues Hintergrundbild zu definieren. Wählen Sie beim Anklicken mit der rechten Maustaste im Auswahlmenü den Punkt Set as Wallaper. Um diese Option allerdings erst einmal sichtbar zu machen, müssen Sie sich nach der Installation des genannten Pakets ab- und wieder anmelden.



Symbolgröße auf dem Desktop ändern

Die Symbole auf Ihrem Desktop sind Vektorgrafiken, deren Größe Sie leicht beeinflussen können. Machen Sie hierzu einen Rechtsklick auf das Symbol, und wählen Sie den Menüpunkt Symbol strecken. Nun können Sie das Symbol an einer Ecke »anfassen« und auf eine beliebige Größe strecken.


Menü bearbeiten

In GNOME ist ein Menü-Editor zur individuellen Konfiguration des Anwendungsmenüs integriert. Dieser befindet sich unter SystemEinstellungenHauptmenü. Durch einfaches Anklicken und Häkchensetzen wählt man die Einträge entweder als sichtbar oder unsichtbar aus. Aber das ist noch nicht alles – Sie können sogar die Reihenfolge der Einträge variieren, neue Trennlinien hinzufügen usw.

Der Menü-Editor ist insbesondere auch dann nützlich, wenn durch die Parallelinstallation von KDE einige unerwünschte KDE-Einträge im GNOME-Menü gelandet sind. Diese werden durch Abwählen des kleinen Hakens vor dem Menüeintrag deaktiviert und erscheinen anschließend nicht mehr im Menü.

Abbildung 6.20 Konfiguration des Startmenüs mit dem Menü-Editor


Mit gDesklets den Desktop verschönern

Ein echtes Eyecandy (dt. ein Hingucker) sind die gDesklets (die GNOME Desktop Applets). Dabei handelt es sich um kleine Anwendungen, die das Leben auf dem Desktop schöner machen. So können Sie z. B. verschiedene Hardware-Sensoren definieren, den lokalen Wetterbericht in Form eines Feeds einsehen und dem Starterpanel einen Mac-OS-X-Look verpassen.

Die gDesklets können Sie direkt mithilfe von Synaptic installieren. Sie benötigen zwei Pakete: Das erste nennt sich gDesk lets<Version>.deb, das zweite gDesklets-data <Version>.deb. Letzteres enthält eine Kollektion derzeit populärer Desklets.

Nach der Installation starten Sie den gDesklet-Daemon aus dem Hauptmenü über Anwendungen • Zubehör • gDesklets. Haben Sie wie oben beschrieben das gDesklet-Datenpaket mitinstalliert, so können Sie nun aus einer Vielzahl von Miniprogrammen auswählen und diese auf dem Desktop installieren. Dazu wählen Sie das entsprechende Applet durch Anklicken aus, gehen in das Menü Datei und klicken dort Ausgewähltes Desklet starten an. So können Sie Ihren Desktop in eine perfekte Informationszentrale verwandeln.

Die vorliegende Konfiguration hat noch einen kleinen Schönheitsfehler: Bei einem Neustart derGNOME-Oberfläche sind die Desklets wieder verschwunden. Sie müssen also dafür sorgen, dass der Desklet-Daemon schon während des Starts von GNOME geladen wird. Das erreichen Sie, indem Sie den Befehl gdesklets im Autostartverwalter unter System • Einstellungen • Sitzungen • Startprogramme eintragen.


Abbildung 6.21 Mit gDesklets lässt sich der Desktop verschönern.

Dateitypzuordnung festlegen

Um einen MIME-Dateityp (MIME steht für Multipurpose Internet Extension), z. B. .pdf, .avi oder .png, immer mit einem bestimmten Programm zu öffnen, gehen Sie folgendermaßen vor: Zunächst suchen Sie mit dem Dateimanager Nautilus eine Datei des gewünschten Typs. Mit einem Rechtsklick über der Datei öffnen Sie das Kontextmenü und wählen hier Eigenschaften aus. Aus den verschiedenen Untermenüs wählen Sie den Reiter Öffnen mit. Dort sind alle Programme aufgelistet, die schon einmal zum Anzeigen der gewählten Datei verwendet wurden. Über den Button Hinzufügen (unten rechts im Fenster) können auch noch weitere Programme ausgewählt werden, es kann sogar ein benutzerdefinierter Befehl eingegeben werden.


Standardprogramme ändern

GNOME hat für fast jeden Zweck nur ein Programm. Wenn Sie beispielsweise eine Audio-CD einlegen, öffnet sich totem, um die CD abzuspielen. Wenn Sie einen USB-Stick einstecken, wird der Datenträger automatisch eingebunden, und es öffnet sich Nautilus, um den Inhalt anzuzeigen. Diese ganzen Automatismen lassen sich selbstverständlich ändern, beispielsweise wenn Sie ein neu installiertes Programm zum Abspielen von Musik als Standard definieren möchten. Die dazu nötigen Einstellungen erreichen Sie über eine grafische Oberfläche, die sich unter dem Menü System • Einstellungen • Bevorzugte Anwendungen verbirgt.

Auf insgesamt vier Reitern können Sie hier übersichtlich alle Einstellungen erreichen. Sie können definieren, ob GNOME Wechselmedien automatisch einbinden und die darauf enthaltenen Programme starten soll. Des Weiteren können Sie über andere Checkboxen einstellen, mit welchem Programm CDs gebrannt werden oder ob bei der Verbindung zu einem Fotoapparat die vorhandenen Bilder automatisch importiert werden sollen. Selbst PDAs, PocketPCs, Scanner oder Grafiktabletts werden in weiteren Reitern berücksichtigt.


Abbildung 6.22 Die Standardprogramme lassen sich bequem ändern.


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6.1.7 Benutzerverwaltung Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Nach der Installation von Ubuntu sind Sie erst einmal allein in Ihrem System, da Sie nur einen Benutzer bei der Installation angelegt haben. Eine große Stärke von Linux liegt aber in der hervorragenden Mehrbenutzerfähigkeit. Sie legen weitere Benutzer sehr einfach über die grafische Oberfläche an. Um weitere Benutzerkonten anzulegen, führen Sie bitte SystemSystemverwaltungBenutzer und Gruppen aus. Hier klicken Sie einfach auf Benutzer hinzufügen und geben die erforderlichen Daten ein. Sie können das Gleiche auch auf der Kommandozeile erledigen. Einen neuen Nutzer namens tux legen Sie folgendermaßen an:

adduser tux

Das Anlegen von verschiedenen Benutzerkonten hat einige Vorteile. So kann jeder Benutzer seine eigenen Einstellungen speichern. Die Dateien der verschiedenen Nutzer werden getrennt angeordnet. Aber auch Sicherheitsaspekte spielen hierbei eine Rolle: Ein Benutzer kann jeweils nur in seinem Verzeichnis Schaden anrichten und nicht auf dem ganzen System.


Neuen Nutzern sudo-Rechte geben

Nicht jeder Nutzer hat umfassende Rechte: Administrative Befehle mit sudo kann im Normalfall nur der bei der Installation von Ubuntu angelegte Benutzer (Uid=1000) durchführen.

Um zusätzlichen Benutzern die Möglichkeit zu geben, auch mit sudo zu arbeiten, müssen diese Benutzer zu der Linux-Gruppe admin hinzugefügt werden. Dies geschieht grafisch über System • Systemverwaltung • Benutzer und Gruppen. Hier müssen Sie beim Neuanlegen eines Nutzers darauf achten, dass Sie ihm ein Administrator-Profil zuweisen. Bei einem bereits angelegten Benutzer müssen Sie die Eigenschaften aufrufen. Hier setzen Sie ein Häkchen bei den Benutzerrechten System administrieren.



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6.1.8 Hardware-Plattformen und Systemanforderungen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Ubuntu ist ein äußerst dynamisches System: Seit Veröffentlichung der letzten DistributionsISOs wurden viele Pakete aktualisiert. Sie können Ihr System jederzeit auf den aktuellen Stand bringen. Dazu klicken Sie entweder auf das Symbol des Update-Notifiers in der oberen Fensterleiste (vergleiche Abbildung auf Seite ), oder Sie starten die Aktualisierungsverwaltung direkt über SystemSystemverwaltungAktualisierungsverwaltung.

Es erscheint eine Liste mit sämtlichen Paketen, die seit dem Erscheinen des Installationsmediums aktualisiert wurden. Sie finden im oberen Bereich des Fensters eine Angabe, wie alt die letzte Aktualisierung der Paketquellen ist. Gegebenenfalls sollten Sie durch Betätigen des Buttons Prüfen kontrollieren, dass es keine neueren Aktualisierungen gibt.

Durch Bestätigen mit dem Button Installieren führen Sie die Systemaktualisierung durch. Hierbei werden die entsprechenden Pakete zunächst aus dem Internet geladen und anschließend installiert. Wenn Sie eine instabile Entwicklerversion von Ubuntu verwenden, kann es vorkommen, dass der beschriebene Mechanismus nicht greift und Sie ein komplettes Distributions-Upgrade durchführen müssen.

Abbildung 6.23 Automatische Hardware-Plattformen und Systemanforderungen

Das Verfahren des Upgrades wurde bewusst sehr einfach gehalten und enthält nicht die gesamten und wesentlich feineren Auswahlmöglichkeiten, die der Synaptic-Paketmanager bietet. Für den normalen Umgang mit Ubuntu reicht dieser Update-Manager vollkommen aus. Er sucht in regelmäßigen Abständen auf den Servern von Ubuntu nach Neuerungen und teilt Ihnen diese bei Bedarf mit. Dies alles geschieht komplett im Hintergrund; Sie können Ihr System also wie gewohnt weiter benutzen.

Ab Ubuntu 9.04

In Ubuntu 9.04 wurde ein neues Benachrichtigungssystem integriert. Die Anzahl der Meldungen wurde dabei drastisch reduziert, um den Benutzer weniger zu stören. Dies betrifft unter anderem auch die Update-Benachrichtigungen. So öffnet sich sofort die Aktualisierungsverwaltung, sobald wichtige Updates vorhanden sind. Dies geschieht allerdings im Hintergrund, sodass Sie die minimierte Anwendung nur im unteren Panel sehen und zuerst in den Vordergrund holen müssen, um die fälligen Updates zu installieren. Diese Vorgehensweise soll dafür sorgen, dass die Updates nicht so leicht ignoriert werden können und damit das System sicherer wird.

Software-Quellen

Unter SystemSystemverwaltungSoftware-Quellen können Sie im Reiter Aktualisierungen das Überprüfungsintervall festlegen. Wenn Sie das geringstmögliche Risiko eingehen wollen, können Sie den Punkt Sicherheitsaktualisierungen ohne Bestätigung installieren auswählen. Auf die anderen Optionen gehe ich in Kapitel »Software- und Paketverwaltung« ab Seite näher ein.


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6.1.9 GNOME-Systemkonfiguration ändern topZur vorigen Überschrift

Wenn Sie einen tieferen Einblick in das GNOME-System erhalten möchten, sollten Sie sich einmal den GNOME-Systemeditor anschauen. Das Programm wird über den Befehl

sudo apt-get install gconf-editor

installiert und mit dem Befehl

gconf-editor

gestartet. Dort findet man in einer Baumstruktur nahezu sämtliche Einstellmöglichkeiten der GNOME-Oberfläche. Zugegebenermaßen ist der Konfigurationseditor für den Anfänger alles andere als übersichtlich, aber ein Blick darauf lohnt sich in jedem Fall.

Abbildung 6.24 Der GNOME-Konfigurationseditor


Mülleimer sichtbar machen

Standardmäßig hat GNOME den Mülleimer vom Desktop auf das Panel verbannt. Wenn Sie dennoch einen Mülleimer auf dem Desktop angezeigt bekommen möchten, wählen Sie den Eintrag apps • nautilus • desktop • trash_icon_visible aus.

Zugegebenermaßen ist dieser Konfigurationseditor für den Anfänger alles andere als übersichtlich, aber ein Blick darauf lohnt sich in jedem Fall.




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