»Meist belehrt erst der Verlust über den Wert der Dinge.« Arthur Schopenhauer (22.02.1788–21.09.1860), deutscher Philosoph
7 Ubuntu mobil
| Was Sie in diesem Kapitel erwartet |
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Mobile Geräte stellen besondere Herausforderungen für Betriebssysteme dar. Hierbei werden nicht nur hohe Ansprüche an die Energieeffizienz gestellt – die neuen sogenannten Netbooks machen durch ihr kleines Display zahlreiche Änderungen im Umgang mit einem Betriebssystem nötig. |
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Ich werde in diesem Kapitel auf Besonderheiten bei der Installation und Einrichtung von Ubuntu auf mobilen Geräten eingehen. Hierbei lege ich mein Augenmerk auf Note- und Netbooks. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Optimierung und Anwendung von Ubuntu – sei es eine reguläre Version oder das speziell angepasste Ubuntu Netbook Remix (UNR). |
| Benötigtes Vorwissen |
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Idealerweise sind grundlegende Kenntnisse im Umgang mit der Shell hilfreich. Des Weiteren gehe ich nicht auf die einzelnen Schritte der Installation und den detaillierten Umgang mit den Standardprogrammen ein. Da diese Programme genauso funktionieren wie bei einem regulären Ubuntu, verweise ich an dieser Stelle auf die jeweiligen Kapitel in diesem Buch. |
7.1 Netbooks 

Als Mini-Notebook oder auch Netbook wird eine Klasse von Computern bezeichnet, die in Hinblick auf Größe, Preis und Rechenleistung kleiner als sonstige Notebooks ausgelegt sind. Die Geräte sind vor allem als portable Internet-Clients konzipiert und verfügen daher üblicherweise über integriertes WLAN.
Mini-Notebooks sind im Gegensatz zu konventionellen Notebooks und Subnotebooks geringer ausgestattet. Sie benutzen eine Bilddiagonale von 8, 9 oder 10 Zoll. Im Unterschied zu einem UMPC (Ultra Mobile PC), mit dem sie weite Teile der technischen Basis teilen, besitzen Mini-Notebooks zumeist keinen Touchscreen und grundsätzlich eine vollwertige, wenn auch etwas kleinere Tastatur. Die Geräte sind vorwiegend für die Internetnutzung, Büroarbeiten und zum Abspielen von Musik oder Videos konzipiert.
Auf umfangreiche Multimediafunktionen, etwa zum Betrieb von 3D-Spielen, und optische Laufwerke wird verzichtet. Grundlegende Multimedia-Funktionen wie das Abspielen von Musik und Videos sowie Fernsehen mittels DVB-T sind kein Problem. Als Betriebssystem kommen Microsoft Windows XP und verschiedene Linux-Distributionen zum Einsatz, wobei Windows bei diesen Geräten aufgrund der Lizenzkosten und der begrenzten Hardware weniger dominant ist als bei anderen PCs.
Der Begriff »Netbook«
Die Bezeichnung »Netbook« wird von Intel und anderen IT-Firmen seit Anfang 2008 benutzt, obwohl Psion sein »Psion netBook« bereits seit dem Jahr 2000 vermarktete. Psion beanspruchte daher die Bezeichnung »Netbook« für sich, einigte sich aber Anfang Juni 2009 mit Intel darauf, keinerlei Ansprüche mehr auf den Namen zu stellen. Dell und Intel hatten eine Klage zur Löschung des Begriffs als Marke erhoben, da es sich ihrer Meinung nach um einen Gattungsbegriff handelt.
Ubuntu Netbook Remix
Der Ubuntu Netbook Remix (UNR) ist eine Ergänzung für Ubuntu (mit GNOME-Desktop), die die Darstellung und Bedienbarkeit auf kleineren Displays, speziell von Netbooks, verbessert. Das Projekt stammt aus dem Ubuntu-Umfeld und wird seit Jaunty Jackalope 9.04 offiziell unterstützt. Im Gegensatz zu den anderen Ubuntu-Installationen liegt der UNR nicht als CD-Image (.iso), sondern als USB-Image (.img) vor.
Technisch gesehen wird beim Netbook Remix der GNOME-Fenstermanager Metacity gegen eine modifizierte Version ausgetauscht. Weiterhin werden die Menüs anders dargestellt und der Platzbedarf im Panel optimiert bzw. minimiert. Verantwortlich für diese Änderungen sind einige Pakete, die auch separat installiert werden können:
- ume-launcher/netbook-launcher Dies ist die eigentliche speziell angepasste Benutzeroberfläche. Der ume-launcher ersetzt den klassischen Desktop. Von hier aus erreichen Sie alle Funktionen und Programme, die sonst über die Menüleiste ausgeführt wurden. Die Lieblingsprogramme können in ein Favoriten-Tab abgelegt werden und sind sofort mit einem Klick verfügbar.
- ume-config-netbook Hierin verbergen sich Kernel-, Xorg- und GConf-Anpassungen für den Intel-Atom-Prozessor, der oftmals in Netbooks verbaut wird. Dieses Paket sollten Sie auf keinen Fall installieren, wenn Sie einen anderen Prozessor verwenden.
- maximus Diese Funktion maximiert alle Fenster und entfernt die Fensterrahmen. Gerade auf dem kleinen Display ist dies meist sehr angenehm.
- go-home-applet Hat dieselbe Aufgabe wie das Desktop anzeigen-Applet: Man gelangt dadurch zu jeder Zeit zum ume-laucher.
- window-picker-applet Zeigt Fenstertitel an, kann das Fenster schließen und kann zwischen allen geöffneten Fenstern wechseln.
- human-netbook-theme Das normale Ubuntu-Human-Thema mit ein paar Anpassungen
- desktop-switcher Wechselt zwischen dem Gnome-Desktop und der Oberfläche von UNR.
Ubuntu Netbook Remix läuft auf vielen Netbooks sehr zuverlässig und problemlos. Aufgrund der zunehmenden Anzahl von Netbooks auf dem Markt kann man eine reibungslose Installation dennoch nicht garantieren. Auf der Seite https://wiki.ubuntu.com/HardwareSupport/Machines/Netbooks finden Sie eine konstant aktualisierte Liste von kompatiblen Netbooks und eine Auflistung möglicher Probleme. Sie können UNR als Live-System verwenden, um Ihr Netbook vor einer Installation zu testen. Nutzen Sie zu diesem Zweck einen vorbereiteten USB-Stick – wir werden diesen im Folgenden einrichten.
7.1.1 Installation mit einem USB-Stick 

Bei der überwiegenden Anzahl der Netbooks gibt es nur die Möglichkeit, mittels USB eine Installation des Betriebssystems vorzunehmen. Prinzipiell haben Sie hierbei die Auswahl zwischen einem USB-Stick und einem externen CD/DVD-Laufwerk. Laden Sie sich zu Beginn das UNR-Image herunter: http://www.ubuntu.com/getubuntu/download-netbook.
USB-Stick
Zu Beginn eine deutliche Warnung: Das hier beschriebene Vorgehen löscht alle Dateien, die sich derzeit auf Ihrem USB-Stick befinden. Wenn Sie wichtige Dateien auf diesem vorhalten, kopieren Sie diese vorher auf ein anderes Speichermedium.
Es gibt zwei Möglichkeiten, um ein Ubuntu-Image auf einen USB-Stick zu bekommen. Bei der ersten nutzen Sie ein grafisches Tool, bei der zweiten ein paar Kommandozeilenbefehle.
Grafische Werkzeuge benutzen
Es gibt prizipiell zwei grafische Werkzeuge, die Sie verwenden können – je nachdem welches Ubuntu-Image Sie besitzen:
- Für .iso-Dateien und CDs Das neuere Programm usb-creator ist standardmäßig in Ubuntu 9.04 enthalten und lässt sich über System • Systemverwaltung • USB-Startmedien-Ersteller aufrufen. So können Sie bei der Erstellung des USB-Sticks als Boot-Medium einen vorher definierten Bereich als Speicherplatz für temporäre Dateien festlegen. Somit können Sie bei der Verwendung dieses USB-Sticks als Live-Medium denselben USB-Stick auch als Speichermedium für beispielsweise heruntergeladene Dateien verwenden. »Normale« CD-Images werden umgewandelt, damit diese auf einem USB-Stick als Boot-Medium dienen können.
Abbildung 7.1 Der USB-Creator in Ubuntu 9.04
- Für .img-Dateien Der USB-Imagewriter ist ab Ubuntu 9.04 in den Paketquellen enthalten, für Ubuntu 8.04 gibt es eine PPA-Paketquelle:
deb http://ppa.launchpad.net/ogra/ppa/ubuntu hardy main
Abbildung 7.2 Der USB-Imagewriter kann lediglich .img-Dateien auf USB-Sticks schreiben.
Um die Quelle zu verwenden, sollten Sie den Signierungsschlüssel für diese Quelle einspielen. Die Schlüssel-ID können Sie auf der Webseite des PPA nachlesen. Diese setzen Sie in dem folgenden Befehl für ID ein:
sudo apt-key adv --recv-keys --keyserver keyserver.ubuntu.com ID
Ab Ubuntu 9.04 ist das Programm in den Quellen und kann sofort mittels
sudo apt-get install usb-imagewriter
installiert werden. Nun müssen Sie einen USB-Stick anstecken und das Programm über Anwendungen • Zubehör • ImageWriter starten, das heruntergeladene Image auswählen und auf das Gerät schreiben.
| Mit der Live-CD ein USB-Startmedium erstellen |
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Für das Erstellen eines USB-Installations-Sticks ist ein installiertes Ubuntu-System nicht unbedingt erforderlich. Wenn Sie keinen Ubuntu-Rechner zur Verfügung haben, können Sie auch die Ubuntu-Live-CD/-DVD für diesen Zweck verwenden. Seit Ubuntu 8.10 ist es mit dieser CD/DVD möglich, aus dem Live-System heraus ein solches Medium zu erstellen. |
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Booten Sie zu diesem Zweck in Ihr Live-Medium (beispielsweise die beiliegende DVD). Wenn der Desktop erscheint, stecken Sie Ihren USB-Stick an den Computer und wählen Sie den USB-Startmedienersteller unter System • Systemverwaltung • USB-Startmedien-Ersteller. Im oberen Teil des jetzt erscheinenden Programms wählen Sie Ihre Live-CD/DVD aus, während Sie im unteren Teil den zu beschreibenden USB-Stick definieren. Nach einem Klick auf den Button Startmedium erstellen wird Ihr USB-Stick für seine neue Aufgabe vorbereitet. |
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Seit Ubuntu 9.04 können Sie nach der Auswahl des USB-Sticks zusätzlich definieren, ob Sie einen freien Speicherbereich auf dem Stick reservieren möchten und wenn ja, wie groß dieser sein soll. Dieser Bereich kann im späteren Live-Betrieb des USB-Sticks (auch während der Installation) als Speicherplatz für heruntergeladenen Treiber, Dokumente oder Einstellungen genutzt werden. Sie können das Programm auch über das Terminal starten: |
| sudo usb-creator |
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Achtung: Bei dieser Erstellung eines USB-Startmediums werden alle auf dem USB-Stick befindlichen Daten gelöscht! |
Über die Kommandozeile mit dd
Neben der Installation mithilfe des oben genannten Programms haben Sie auch die Möglichkeit, eine Shell zu benutzen. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass Sie kein separates Programm installieren müssen.
Die Vorgehensweise ist folgendermaßen:
| 1. | Laden Sie das USB-Image vom Ubuntu-Netbook-Remix von der Seite cdimage.ubuntu.com herunter. |
| 2. | Öffnen Sie ein Terminal über Anwendungen • Zubehör • Terminal, und stecken Sie Ihren USB-Stick an. |
| 3. | Betrachten Sie mithilfe des Befehls dmesg die Ausgabe im Terminal, und suchen Sie nach dem Gerätenamen für Ihren USB-Stick. Dieser sollte innerhalb der letzten Zeilen der Ausgabe zu finden sein: |
... [ 1734.827307] sd 5:0:0:0: [sdb] Write Protect is off [ 1734.827314] sd 5:0:0:0: [sdb] Mode Sense: 43 00 00 00 [ 1734.827318] sd 5:0:0:0: [sdb] Assuming drive cache: write through [ 1734.827325] sdb: sdb1 [ 1734.828352] sd 5:0:0:0: [sdb] Attached SCSI removable disk [ 1734.828475] sd 5:0:0:0: Attached scsi generic sg2 type 0
| 4. | Im obigen Beispiel können Sie in der drittletzten Zeile sehen, dass der USB-Stick den Gerätenamen sdb1 vom Kernel zugewiesen bekommen hat. |
| 5. | Angenommen, Sie haben das USB-Image von Ubuntu-Netbook-Remix in Ihrem Home-Verzeichnis gespeichert, dann geben Sie in einem Terminal Folgendes ein: |
sudo dd if=/home/marcus/jaunty-netbook-remix-i386.img of=/dev/sdb bs=1024
| 6. | Das Beschreiben des USB-Sticks dauert mehrere Minuten. Warten Sie, bis der Vorgang im Terminal beendet ist, |
783584+0 Datensätze ein 783584+0 Datensätze aus 802390016 Bytes (802 MB) kopiert, 105,203 s, 7,6 MB/s
| 7. | und hängen Sie den Stick wieder aus. Dies können Sie entweder wieder über das Terminal erledigen (sudo umount /dev/sdb1), oder Sie klicken mit der rechten Maustaste auf das USB-Symbol auf Ihrem Desktop und wählen Datenträger aushängen. |
Erstellung unter Windows
Unter Windows bietet es sich an, ein grafisches Werkzeug zu benutzen, das Sie sich aus dem Launchpad herunterladen können: https://launchpad.net/win32-image-writer/+download. Zusätzlich muss das USB-Image heruntergeladen und nun mit dem Win32-Image-Writer auf den angesteckten USB-Stick geschrieben werden.
Erstellung unter Mac OS
Unter Mac OS läuft der Vorgang kommandozeilenbasiert. Dazu müssen Sie ein Terminal öffnen und zunächst den Gerätenamen (beispielsweise /dev/disk2) herausfinden. Dazu geben Sie
diskutil list
ein, stecken den USB-Speicher an und führen erneut diskutil list aus. Sie sehen nun, welches Gerät hinzugekommen ist. Danach schreiben Sie das heruntergeladene USB-Image auf den Stick.
diskutil unmountDisk /dev/diskX sudo dd if=/Pfad/zum/heruntergeladenen.img of=/dev/diskX bs=1m diskutil eject /dev/diskX
Nun kann der Stick für die Installation von Ubuntu Netbook Remix verwendet werden.
Installation unter Ubuntu 8.04.x
Den speziellen Ubuntu Netbook Remix gibt es erst seit Ubuntu 9.04 als eigenständige Version. Sie können aber selbstverständlich die nötigen Pakete separat installieren, um aus einem normalen Ubuntu das UNR zu machen. Zuerst einmal benötigen Sie ein original Ubuntu-Image, das Sie auf dem bereits beschrieben Weg mithilfe eines USB-Sticks auf Ihrem Netbook installieren. Dann müssen neue Quellen hinzugefügt werden. Mit dem Befehl
sudo gedit /etc/apt/sources.list
öffnen Sie die dafür zuständige Datei und hängen folgende Zeilen am Ende an:
deb http://ppa.launchpad.net/netbook-remix-team/ubuntu hardy main deb-src http://ppa.launchpad.net/netbook-remix-team/ubuntu hardy main
Nach dem Speichern müssen Sie noch die Datenbank aktualisieren:
sudo apt-get update
Nun können Sie die benötigten Pakete installieren:
sudo apt-get install desktop-switcher go-home-applet human-netbook-theme maximus metacity ume-launcher window-picker-applet
Alternativ können Sie auch das Meta-Paket ubuntu-netbook-remix installieren, das die oben genannten Abhängigkeiten automatisch auflöst. Achtung: In den Paketquellen ist noch das Paket ume-config-netbook vorhanden. Dieses ist nur für die Atom-CPU gedacht, und vom Installieren wird abgeraten, da es zu Problemen führen kann. Um das System wiederherzustellen, reicht es, die installierten Pakete wieder zu entfernen.
Anpassungen
Nach der Installation müssen gegebenenfalls noch einige Sachen angepasst werden, damit die Oberfläche so aussieht, wie sie aussehen soll:
- Deaktivieren Sie gegebenenfalls die Desktop-Effekte (Compiz), falls die Grafikleistung Ihres Systems nicht ausreichend ist. Sie erreichen diese Einstellung unter System • Einstellungen • Erscheinungsbild • Visuelle Effekte.
- Fügen Sie den Befehl maximus unter System • Einstellungen • Startprogramme zu den Autostart-Programmen hinzu.
- Wählen Sie unter System • Einstellungen • Erscheinungsbild (Thema) das Human Netbook-Theme.
- Im letzten Schritt sollten Sie die untere Taskleiste löschen und in der oberen das Menü entfernen. Stattdessen können Sie die Applets go-home-applet und window-picker-applet hinzufügen.
Ubuntu Netbook Remix nachträglich installieren
Hat man auf dem Netbook bereits ein Ubuntu installiert, kann man die Funktionen des Netbook Remix nachrüsten. Da die Pakete ab Jaunty bereits in den Quellen liegen, können Sie hier sofort loslegen.
Um die Netbook-Remix-Funktionen unter Jaunty oder jüngeren Versionen zu installieren, müssen Sie ein Paket installieren, das die Funktionen als Abhängigkeiten mitzieht:
sudo apt-get install ubuntu-netbook-remix
Die neue Oberfläche und Zusatzfunktionen stehen nun sofort und komplett zur Verfügung. Über den Menüpunkt Einstellungen • Desktop-Modus wechseln können Sie zwischen der neuen Oberfläche und dem klassischen Desktop wechseln. Die Einstellung bleibt auch beim nächsten Start des Systems erhalten, kann aber jederzeit umgeschaltet werden. Damit kommt man in den Genuss beider Modi.
| Den USB-Stick neu formatieren |
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Nach der Nutzung eines USB-Sticks als Boot-Medium reicht es nicht, die vorhandenen Daten auf dem Stick zu löschen – Sie müssen ihn neu formatieren. Dies kann auch nötig sein, falls Sie im »regulären« Betrieb mit einem USB-Stick Probleme haben. Am einfachsten gelingt dieser Vorgang mit dem Programm GParted, das Sie aus den Paketquellen installieren können. |
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Sie finden das Programm nach der Installation unter System • Systemverwaltung • Partition Editor. In dem geöffneten Programm können Sie oben rechts Ihren USB-Stick auswählen, um sich die auf ihm vorhandenen Partitionen anzeigen zu lassen. Durch einen Rechtsklick auf die (wahrscheinlich einzige) Partition und die Auswahl Umwandeln in... können Sie diese Partition neu formatieren. Wählen Sie an dieser Stelle aus Kompatibilitätsgründen fat16 oder fat32. Wenn eine Meldung kommt, dass Sie kein gemountetes (eingehängtes) Gerät formatieren können, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Partition und wählen Aushängen. |
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Auf der Kommandozeile erledigen Sie dies nach der Installation des Pakets dosftools folgendermaßen: |
| mkdosfs -F 16 /dev/sda1 |
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Eventuell kann es erforderlich sein den Boot-Block auf dem USB-Laufwerk zu löschen: |
| dd if=/dev/zero of=/dev/sda1 bs=512 count=1 |
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Hier wurde sda1 als Adresse des USB-Sticks verwendet. Die genaue Adresse finden Sie durch dmesg | grep usb heraus. |
7.1.2 Bedienung 

Da es sich bei Ubuntu Netbook Remix lediglich um eine speziell angepasste Version eines regulären Ubuntu handelt, muss ich an dieser Stelle keine Programme separat vorstellen. Fast alles, was Sie in diesem Buch finden, funktioniert genauso unter UNR. Es gibt sogar Anwender, die ein Netbook als Server verwenden – der geringe Energieverbrauch eines solchen Gerätes macht es zu einer guten Alternative für einen derartigen Einsatzbereich. Ich möchte mich an dieser Stelle aber dennoch ein wenig mit UNR als Desktop-System beschäftigen, da es einige Besonderheiten im grundsätzlichen Umgang mit diesem System gibt.
Abbildung 7.3 Der Desktop von Ubuntu Netbook Remix unterscheidet sich stark von einem normalen Desktop und ist speziell an kleine Bildschirme angepasst.
Der Desktop
Der Desktop, der Sie nach der Installation begrüßt, unterscheidet sich auf den ersten Blick stark von einer regulären Ubuntu-Installation. Statt eines mehr oder weniger leeren Desktops mit ausklappbaren Menüs im oberen Panel haben Sie bei UNR eine zusätzliche Oberfläche, die in drei Kategorien eingeteilt ist:
- Links – Anwendungen und System Ganz links finden Sie unterteilt in Kategorien eine Auflistung aller Programme und Systemeinstellungen. Dies entspricht im Wesentlichen den Menüs Anwendungen und System in einem regulären Ubuntu.
- Mitte – Schnellzugriff In der Mitte des Desktops erscheint der Inhalt einer von Ihnen angewählten Kategorie. Diese Art der Darstellung vermeidet zusätzliche Fenster, die unnötigerweise Platz einnehmen.
- Rechts – Orte Ganz rechts befindet sich eine Übersicht aller Speicherorte und Zugriffsmöglichkeiten auf Ihr Netzwerk oder Ihren USB-Stick. Diese Darstellung entspricht am ehesten dem Menü Orte einer regulären Ubuntu-Installation. Am unteren Bildschirmrand befindet sich der Button zum Abmelden/Ausschalten des Systems.
Sie benötigen im Umgang mit der Oberfläche grundsätzliche keine Doppelklicks. Ein einfacher Mausklick reicht, um eine Aktion auszuführen. Sie gelangen immer wieder auf diesen Standard-Desktop, wenn Sie oben links auf das Ubuntu-Symbol klicken. Da die Programme oder Ordner, die Sie öffnen, grundsätzlich immer den vollen Desktop einnehmen, müssen Sie durch verschiedene Fenster oder Anwendungen immer mit der Taskleiste navigieren. Zu diesem Zweck werden Ihnen alle laufenden Anwendungen oben links als kleine Icons angezeigt. Durch einen Klick auf diese können Sie die Anwendungen/Fenster wechseln. Sie können geöffnete Anwendungen immer über das Kreuz oben rechts oder über die Tastenkombination
+
schließen.
| GNOME für kleine Desktops anpassen |
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Auch wenn durch den Ubuntu Netbook Remix die Benutzung eines kleinen Bildschirms stark vereinfacht wurde, gibt es immer noch Potenzial für Verbesserungen. So können Sie unter System • Einstellungen • Erscheinungsbild • Schriftarten • Details können Sie die Auflösung in Pixel pro Zoll (dpi) einstellen. Man kann beispielsweise die Auflösung von standardmäßigen 96 dpi auf 80 dpi umgestellen. Dadurch werden alle Schriften kleiner dargestellt, was die Übersicht auf dem Desktop und in den Programmen erhöht. Alternativ können Sie natürlich auch die Schriftgröße verringern. |
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Standardmäßig werden in allen Werkzeugleisten jeweils Symbole und Text gleichzeitig angezeigt. Sie können sehr viel Platz sparen, wenn Sie auf eins von beiden verzichten. Sie finden diese Einstellungen unter System • Einstellungen • Erscheinungsbild • Oberfläche. |
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Leider passen trotz aller Maßnahmen einige Dialogfenster nicht auf den kleinen Bildschirm. In diesem Fall müssen Sie diese Fenster verschieben, um an die Auswahl-Buttons zu gelangen. Dies gelingt, wenn Sie während des »Schiebens« mit der linken Maustaste die Taste
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Apropos Tastenkombinationen: Da geöffnete Fenster immer maximiert dargestellt werden, ist es natürlich sehr schwierig Dateien grafisch mit der Maus (Drag & Drop) zu verschieben oder zu kopieren. Benutzen Sie stattdessen am besten die Tastatur. Markieren Sie die zu kopierenden Dateien, und drücken Sie dann
+
. Am Zielort, also dort, wohin Sie die Dateien kopieren wollen, drücken Sie
+
. Wenn Sie Dateien verschieben möchten, benutzen Sie statt
die Taste
.
Moblin
Moblin ist ein von Intel gestartetes Open-Source-Projekt, das sich die Entwicklung einer speziell auf Mobile Internet Devices (MIDs) und andere Geräteklassen wie Mini-Notebooks und Nettops angepasste Linuxdistribution zum Ziel gesetzt hat. Zur Zeit ist Moblin v2.0 beta die aktuelle Version (Mai 2009). Seit April 2009 liegt das Projekt in den Händen der Linux Foundation, bei der übrigens auch Linus Torvalds arbeitet.
Moblin soll in seiner fertigen Version eine Boot-Zeit von fünf Sekunden erreichen und überzeugt bereits jetzt durch eine effektive System-Architektur. So verwundert es nicht, dass Moblin auf viel Interesse stößt. Auf Basis von Moblin will Canonical mittelfristig eine eigene Ubuntu-Variante anbieten. Dabei wird von Canonical besonders die Oberfläche von Moblin als Produkteigenschaft hervorgehoben. Von Canonical ist noch kein Termin genannt worden, wann mit einem Ubuntu auf Moblin-Basis zu rechnen ist.
| Mehrere USB-Geräte an einem Netbook |
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Bei einem Netbook ist in der Regel die Anzahl der USB-Anschlüsse aus Platzgründen sehr reglementiert. Im Höchstfall können diese Geräte mit maximal vier USB-Steckplätzen dienen. Dies sollte unter normalen Umständen mehr als ausreichend sein. Manchmal kann es aber bei voller Auslastung dieser Anschlüsse dazu kommen, dass Sie beispielsweise beim Anstecken eines USB-Sticks folgende Fehlermeldung erhalten: |
| invalid mount option when attempting to mount the volume |
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Ubuntu versucht Ihren USB-Stick in das Dateisystem einzubinden, scheitert aber an dieser Aufgabe, weil der betreffende USB-Anschluss bereits für ein anderes Gerät reserviert ist, zumeist für ein CD-Laufwerk. |
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Als Lösung bietet es sich an, diese Reservierung zu löschen oder wenigstens zu deaktivieren. Dazu öffnen Sie die Datei /etc/fstab mit sudo gedit /etc/fstab und kommentieren die letzte Zeile |
| /dev/sdb1 /media/cdrom0... |
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aus, indem Sie ein »#« an den Anfang dieser Zeile schreiben. Nach einem obligatorischen Neustart werden die USB-Speichermedien richtig eingebunden. Dieses Problem tritt nur bei den »regulären« Ubuntu-Versionen auf, nicht bei dem Ubuntu Netbook Remix. |







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