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Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
1 Was ist Ubuntu?
2 Die Versionen im Detail
3 Die Shell
4 Migration und Synchronisation
5 Die Installation
6 Erste Schritte
7 Ubuntu mobil
8 Derivate
9 Internet und E-Mail
10 Office
11 Grafik und Bildbearbeitung
12 Multimedia und Spiele
13 Programmierung und Design
14 Hardware-Konfiguration
15 Software- und Paketverwaltung
16 Architektur
17 Backup und Sicherheit
18 Server-Installation
19 Datei- und FTP-Server
20 Weitere Server-Dienste
21 Kontrolle und Monitoring
22 Desktop-Virtualisierung
23 Server-Virtualisierung mit KVM
24 Server-Virtualisierung mit Xen
25 Hilfe
26 Befehlsreferenz Ubuntu Linux
A Übersicht: Software für (K)Ubuntu
B Mark Shuttleworth
C Glossar
D Häufig gestellte Fragen
Stichwort

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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 9.04 - Jaunty Jackalope
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
4., aktualisierte und erweiterte Auflage, geb.
1.120 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1439-1
Pfeil 8 Derivate
Pfeil 8.1 Kubuntu
Pfeil 8.1.1 Installation
Pfeil 8.1.2 Kdm – der Anmelde-Manager
Pfeil 8.1.3 Die Arbeitsfläche
Pfeil 8.1.4 Desktop-Effekte
Pfeil 8.1.5 Wichtige Hilfsprogramme
Pfeil 8.1.6 Zugriff auf Ressourcen
Pfeil 8.1.7 Bevorzugte Anwendungen
Pfeil 8.1.8 Personalisieren des KDE-Desktops
Pfeil 8.1.9 Dolphin
Pfeil 8.1.10 Der Konqueror
Pfeil 8.1.11 Systemverwaltungsmodus
Pfeil 8.2 Xubuntu
Pfeil 8.2.1 Installation
Pfeil 8.2.2 Die Arbeitsfläche
Pfeil 8.2.3 Wichtige Hilfsprogramme
Pfeil 8.2.4 Weitere Programme
Pfeil 8.2.5 Einstellungen
Pfeil 8.3 Edubuntu
Pfeil 8.4 UbuntuStudio – Die Multimedia-Zentrale
Pfeil 8.5 Mythbuntu – Home Theater
Pfeil 8.6 Weitere Derivate

»Viele Söhne – viel Glück.« Chinesisches Sprichwort

8 Derivate


Was Sie in diesem Kapitel erwartet

Seit seinem Start im Oktober 2004 ist Ubuntu nicht lange allein geblieben. Inzwischen hat die Ubuntu-Familie Nachwuchs und das ursprüngliche Ubuntu (mit GNOME) einige Brüder und Schwestern bekommen. Zuerst kam Kubuntu auf die Welt, der Bruder von Ubuntu, der KDE als Standard-Desktop einsetzt. Zeitgleich mit »Breezy Badger« gesellte sich auch noch eine Schwester namens Edubuntu zu den beiden – ein Betriebssystem, das für den Einsatz in Schulen optimiert ist.

Der neueste und damit jüngste Spross der Ubuntu-Familie ist Xubuntu, ein Ubuntu mit der Arbeitsumgebung Xfce. Xubuntu ist schon seit Längerem in der Entwicklung, aber erst seit Juni 2006 ist es möglich, auch Xubuntu über die offiziellen Download-Server zu bekommen.



Benötigtes Vorwissen

Es sind keine Vorkenntnisse nötig.


Was ist ein Derivat?

Bei unterschiedlichen Varianten einer bestimmten Software, in unserem Fall von Ubuntu, spricht man von sogenannten »Derivaten« (von lateinisch »derivare« – »ableiten«, deutsch: »Abkömmling«). Allgemein bezeichnet dies eine Struktur, die von einer anderen abgeleitet ist.

Einige der Ubuntu-Derivate werden in diesem Buch ausführlicher behandelt, so z. B. Kubuntu und Xubuntu. Besonderheiten bei der Installation dieser jeweiligen Ubuntu-Derivate erfahren Sie

  • für Kubuntu in Abschnitt ab Seite
  • für Xubuntu in Abschnitt ab Seite

Wie Sie Kubuntu bzw. Xubuntu neben Ihrem existierenden Ubuntu mit einfachsten Mitteln problemlos parallel installieren, erfahren Sie

  • für Kubuntu in Abschnitt ab Seite
  • für Xubuntu in Abschnitt ab Seite

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8.1 Kubuntu Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Zeitgleich mit der Freigabe von Ubuntu 5.04 »Hoary Hedgehog« erschien auch die erste offizielle und stabile Version von Kubuntu. Die Adresse der offiziellen Seite lautet www.kubuntu.org.

Nach einigen Diskussionen im Sommer 2006 wird Kubuntu inzwischen als gleichwertig gegenüber Ubuntu betrachtet. Beachten Sie hierzu auch den Auftritt von Mark Shuttleworth auf dem Linux-Tag 2006 (siehe Abbildung).

Der Unterschied zu Ubuntu besteht darin, dass Kubuntu KDE statt GNOME als Standard-Desktop-Umgebung nutzt. Allerdings ergeben sich durch diese vermeintlich kleine Änderung viele Unterschiede zum »regulären« Ubuntu.

KDE ist eine sehr stark konfigurierbare Desktop-Umgebung mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten. Auf den ersten Blick kann das recht verwirrend und unübersichtlich erscheinen. Wenn Sie Ihr System aber gern maximal an Ihre Bedürfnisse anpassen, dann sind Sie bei KDE genau richtig.

Im Jahr 2008 drehte sich bei dem KDE-Projekt und Kubuntu alles um KDE 4. Der Schritt von der Version 3.x auf 4 ist mit tiefgreifenden Änderungen verbunden, deren Beschreibung hier den Rahmen sprengen würde. Der deutlichste Unterschied ist am Desktop zu erkennen, der sich deutlich moderner präsentiert. Während die erste Version 4.0 sich streng genommen nur an Entwickler richtete, wurde im Sommer 2008 die Version 4.1 und Anfang 2009 die Version 4.2 veröffentlicht. Diese Version richtet sich an private Anwender und ist deutlich stabiler als 4.0.

Plasma

KDE 4 hat ein neues Desktop-Konzept erhalten: »Plasma« ist modular aufgebaut und so flexibel, dass es nicht nur als Desktop, sondern auch in Anwendungen (beispielsweise Amarok) eingesetzt werden kann. Plasmoide heißen die Module, mit denen man Plasma individuell anpassen kann. Über Miniprogramm hinzufügen kann man diese zum Desktop hinzufügen. Einige Plasmoide (so zum Beispiel die Kontrollleiste) können weitere Plasmoide (zum Beispiel das K-Menü, den Systemabschnitt) in sich aufnehmen.

Kubuntu kennenlernen

Das KDE-Projekt wurde 1996 ins Leben gerufen. Zu dieser Zeit stand das »K« noch für »Kool«. Inzwischen wurde diese Bedeutung aufgegeben. 1998 schließlich erschien KDE in der Version 1.0. Zunächst erntete es nicht nur Zustimmung: Besondere Kritik wurde an der Verwendung der Oberflächenbibliothek Qt von Trolltech geübt – diese war nämlich unfrei. Sie können sich vorstellen, dass das bei einer Desktop-Umgebung für GNU/Linux nicht auf Begeisterung stieß. Trotzdem wurde KDE schnell in verschiedene Linux-Distributionen aufgenommen, und schließlich wurde Qt in einer freien Version zur Verfügung gestellt.

Die Version 2.0 von KDE erschien erst im Jahr 2000, weitere zwei Jahre später folgte dann die Version 3.0. Seitdem erschien ungefähr einmal im Jahr eine Überarbeitung. Aktuell ist KDE in der Version 4.2 veröffentlicht. Für Kubuntu wird ein angepasstes KDE verwendet, das etwas »abgespeckt« wurde, um die anfangs erwähnte Unübersichtlichkeit zu reduzieren.

65 Sprachen

Genau wie GNOME wurde KDE in viele Sprachen übersetzt. Mittlerweile sind es 65 – darunter sogar Plattdeutsch und Latein (das Paket für Plattdeutsch heißt kde-i18n-nds).

Obwohl viele Linux-Benutzer den im vorangegangenen Abschnitt vorgestellten GNOME-Desktop bevorzugen, hat KDE laut einer Umfrage der Internetseite www.desktoplinux.com bei der Mehrzahl der Benutzer die Nase vorn: 44 % aller dort registrierten Linux-Anwender bevorzugten im Jahr 2004 den KDE-Desktop, GNOME rangiert etwas abgeschlagen mit 27 % auf Rang 2. Der folgende Abschnitt stellt den KDE-Desktop dem GNOME-Desktop gegenüber, es werden dabei die gleichen Anwendungsbereiche wie im vorhergehenden Teilkapitel vorgestellt. Insgesamt ist der Abschnitt etwas kürzer gehalten, da die Linux-Grundlagen ja bereits im vorhergehenden Abschnitt erläutert worden sind.


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8.1.1 Installation Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Linux-Insider haben es längst bemerkt: Ubuntu bevorzugt als Standard-Desktop GNOME. Nun gibt es aber eine große Zahl von Anwendern, die statt mit GNOME lieber mit dem KDE-Desktop arbeiten. Windows-Umsteiger fühlen sich damit tendenziell wohler.

Abbildung 8.1 Kubuntu installieren

Sie haben prinzipiell vier Möglichkeiten, mit Ubuntu zu einem KDE-Desktop zu gelangen:

  • Brennen Sie sich eine CD mit einem Kubuntu-Abbild von den beiliegenden DVDs. Wie dies im Einzelnen funktioniert, erfahren Sie in Abschnitt »CDs und DVDs erstellen und brennen« ab Seite .
  • Besorgen Sie sich ein Kubuntu-ISO, z. B. von www.kubuntu.org, und installieren Sie damit Ihr System. Kubuntu ist die KDE-Variante von Ubuntu, Abbildung zeigt das Kubuntu-Startbild vor Beginn der Installation. Der geänderte Startbildschirm ist auch schon der einzige Unterschied zur herkömmlichen Ubuntu-Installation. Die Installation von Kubuntu läuft analog zu dem in Kapitel beschriebenen Verfahren ab.
  • Bestellen Sie sich kostenlos über shipit (http://shipit.kubuntu.org) eine Kubuntu-CD und installieren Sie über eben diese.
  • Andererseits lässt sich ein bestehendes Ubuntu/GNOME-System auch leicht um den KDE-Desktop erweitern. Dazu ist lediglich ein einziges Meta-Paket mit Synaptic oder apt-get zu installieren. Das Paket heißt kubuntu-desktop und wird mit apt-get wie folgt installiert:
sudo apt-get install kubuntu-desktop

Welcher Login-Manager?

Während der Konfiguration des Meta-Pakets wird nachgefragt, ob man den Login-Manager gdm von GNOME oder kdm von KDE bevorzugt. Die Entscheidung ist letztendlich Geschmacksache, denn beide Desktops lassen sich vom jeweils anderen Login-Manager starten.

Nach der Ausführung des Befehls loggt man sich aus GNOME aus und kann nun am Login KDE als neue Sitzungsart auswählen (Mausklick auf Sitzung, dort KDE wählen). Nach dem neuerlichen Einloggen erscheint Ubuntu im KDE-Gewand.

Deutsche Sprachpakete

Sollte KDE nach dem Start nur die englischsprachige Lokalisierung aufweisen, müssen Sie die Pakete für die deutsche Lokalisierung noch nachinstallieren. Dazu geben Sie bitte Folgendes in ein Terminal ein:

sudo apt-get install language-pack-kde-de language-pack-kde-de-base

Nach dem An- und Abmelden aus KDE erscheinen dann sämtliche Programme und Menüs in deutscher Sprache.

Kubuntu parallel installieren

Da GNOME bzw. KDE die Desktop-Umgebung von Ubuntu darstellt, lässt sich eine bestehende Installation problemlos von einem Ubuntu in ein Kubuntu umwandeln. Dafür steht das Meta-Paket kubuntu-desktop zur Verfügung, das alle benötigten Pakete installiert. Für ein deutsches System müssen Sie zusätzlich language-pack-kde-de und language-packkde-de-base installieren. Während der Installation werden Sie gefragt, ob Sie gdm oder kdm als Anmelde-Manager verwenden möchten.

Sofern Sie die GNOME-Umgebung parallel nutzen wollen, empfiehlt sich die Verwendung von gdm, da kdm ein direktes Herunterfahren des Systems aus einer GNOME-Umgebung nicht ermöglicht. Wie Sie den Standard-Anmelde-Manager nachträglich wechseln, finden Sie unter). Nach der beendeten Installation müssen Sie sich noch einmal abmelden und dann im Menü des Anmelde-Managers unter Sitzungen KDE auswählen. Anschließend können Sie Ihr System über die KDE-Oberfläche betreten.


GNOME-Einträge unter KDE ausblenden und umgekehrt

Ein Nachteil dieser nachträglichen Installation ist, dass Sie nicht nur sämtliche GNOME-Anwendungen im K-Menü sehen, sondern dass auch ein Großteil der Systemwerkzeuge doppelt auftaucht. Um das zu beheben, können Sie, wie in Abschnitt beschrieben, die Einträge einzeln ausblenden.

Eine weitere Möglichkeit ist aber, die Einträge nicht auszublenden, sondern diese in einen separaten GNOME-Ordner im K-Menü verschieben zu lassen. Innerhalb dieses Ordners sind alle Einträge wie unter GNOME in Unterordner sortiert. Dies ist mithilfe eines Werkzeugs von www.kde-look.org möglich. Sie finden es, wenn Sie dort nach »K Menu GNOME« suchen, und zwar als Debian-Paket. Die Installation von Debian-Paketen unter KDE ist im Abschnitt beschrieben.

Sollten Sie gar nicht viel Wert auf die zugehörigen KDE-Anwendungen legen oder nur einzelne manuell nachinstallieren wollen, so empfiehlt sich die Installation von kde-core. Dieses installiert nur KDE ohne jegliche Anwendungen.

Anwendungen wie beispielsweise Synaptic, die unter GNOME Root-Rechte benötigen, können aus dem K-Menü heraus zunächst nicht gestartet werden. Hierzu müssen Sie mit einem Rechtsklick den Bearbeiten-Dialog des entsprechenden Menüpunkts auswählen und vor den Startbefehl des Programms kdesu anstelle von gksudo setzen.

Das Aufräumen des Anwendungen-Menüs unter GNOME gestaltet sich leider etwas mühsamer. Alle Änderungen, die Sie mit dem Menüeditor Alacarte durchführen, wirken sich auch auf das K-Menü aus. Es ist daher notwendig, die Konfigurationsdateien manuell zu bearbeiten. Für jeden Menüeintrag liegt eine .desktop-Datei vor. Soll z. B. Kate nur unter KDE erscheinen, so müssen Sie die Zeile

OnlyShowIn=KDE

in die Datei kate.desktop einfügen. Die .desktop-Dateien befinden sich im Ordner /usr/share/applications/kde. Um KDE wieder zu entfernen, deinstallieren Sie die Pakete kdelibs4c2a und kubuntu-desktop. Dies führt dazu, dass alle KDE-Anwendungen entfernt werden. Schließlich können Sie noch den Ordner /.kde in Ihrem Home-Verzeichnis löschen, der die KDE-Konfigurationsdateien enthält.



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8.1.2 Kdm – der Anmelde-Manager Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Wenn Sie KDE via Kubuntu installiert haben, werden Sie nach dem ersten Hochfahren des Systems vom Anmelde-Manager kdm begrüßt. Sollten Sie die KDE-Oberfläche von einer regulären Ubuntu-Installation aus starten, so können Sie sich aussuchen, ob der kdm- oder der gdm-Anmeldemanager verwendet wird. Im Verlauf der Installation des Meta-Paketes kubuntu-desktop wird nachgefragt, welcher Fenstermanager als Standard verwendet werden soll.

Nachteile von Kdm

Kdm hat allerdings einen Nachteil, wenn man GNOME parallel weiterverwenden will: Ein direktes Herunterfahren ist unter GNOME nicht mehr möglich; dies kann erst nach dem Abmelden über das kdm-Menü erfolgen. Gdm hingegen bereitet auch mit KDE keine Probleme. Möchten Sie den gewählten Anmelde-Manager später ändern, genügt der Befehl sudo dpkg-reconfigure kdm bzw. sudo dpkg-reconfigure gdm.

Abbildung 8.2 Der Anmeldemanager kdm

Sitzungsart wählen

Analog zur Variante gdm aus GNOME können Sie bei kdm am Anmeldebildschirm die Sitzungsart auswählen. Hinter dem Icon Menü verbergen sich einige Systemoptionen wie z. B. das Wechseln des Benutzers, die Anmeldung auf einem Fremdrechner oder das Öffnen einer Textkonsole. Die Konfiguration von kdm erfolgt in den Systemeinstellungen unter dem Punkt SystemverwaltungAnmeldungsmanager.

Themen für den kdm einrichten

Nach der Installation des Paketes kde-kdm-themes können das Design des Anmeldemanagers über den Menüpunkt SystemeinstellungenErweitertAnmeldungsmanager anpassen. Weitere Themen können über die Registerkarte Design z. B. von www.kde-look.org heruntergeladen werden.

Das Aussehen des KDE-Desktops hat sich in der neuen Ubuntu-Version massiv verändert. Im folgenden Abschnitt werden wir uns den KDE-Desktop mit seinen typischen Elementen näher ansehen.


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8.1.3 Die Arbeitsfläche Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Im Vergleich zu GNOME ist eine gewisse Ähnlichkeit zu den gängigen Windows-Oberflächen nicht zu verleugnen. Folgende Teilbereiche werden nach ihrer Funktionalität unterschieden (vgl. dazu auch Abbildung).

Abbildung 8.3 Der KDE-Desktop und seine Elemente

Verglichen mit GNOME ist eine gewisse Ähnlichkeit zu den gängigen Windows-Oberflächen nicht zu verleugnen. Folgende Teilbereiche werden nach ihrer Funktionalität unterschieden (vgl. dazu auch Abbildung).


Ein Papierkorb für GNOME und KDE

Wer GNOME und KDE parallel nutzt, ärgert sich häufig darüber, dass die beiden Desktop-Umgebungen jeweils einen eigenen Mülleimer verwenden. Durch das Verlinken des einen Papierkorbs auf den anderen kann man dafür sorgen, dass es nur einen Papierkorb für das System gibt. Dazu nutzen Sie folgende Konsolenbefehle:

rmdir ~/.local/share/Trash/files sudo ln -s ~/.Trash/ ~/.local/share/Trash/files

Am Verhalten der Arbeitsfläche hat sich im Vergleich zu KDE 3.x sehr viel verändert – nicht nur am Aussehen. So können Sie beispielweise neue Icons oder Verküpfungen anlegen, indem Sie eine Datei auf den Desktop ziehen. Diese kann entweder aus Konqueror oder Dolphin stammen, aber auch beispielsweise eine URL aus einem Browser oder ein Eintrag aus dem Startmenü sein.

Anordnung der Icons

Die Icons lassen sich allerdings weder automatisch anordnen noch lassen sie sich umbenennen. Auch das Gruppieren ist unmöglich, wenn Sie versuchen, mehrere Icons zu markieren, indem Sie einen Rahmen aufziehen. Das neue KDE bietet allerdings ein neues Verfahren: Man kann die Symbole gruppieren und anordnen, indem man das Ordneransichts-Widget nutzt. Dies blendet dann einen semitransparenten Container ein, und man hat eine »normale« Ansicht der Symbole im jeweiligen Ordner, wie man sie etwa aus dem Konqueror/Dolphin kennt. Von diesen Ordneransichten kann man mehrere anlegen und diese auch beliebig anordnen.

Wenn Sie einen Ordner auf den Desktop ziehen, werden Sie beim Ablegen gefragt, ob Sie eine Verknüpfung (Icon) oder einen Container mit dem Inhalt des Ordners anlegen wollen, den sogenannten Folder View. Diesen Container können Sie übrigens an jede beliebige Stelle auf dem Desktop ziehen und mit beliebigen Inhalten füllen, beispielsweise auch mit Netzwerkverknüpfungen. Allgemein können Sie alles dort ablegen, was auch im Konqueror unterstützt wird (KIO-Slaves). Innerhalb dieser Container sind sämtliche Dateimanipulationen möglich.

Verknüpfungen im Panel

Im Panel läuft das Anlegen von Verknüpfungen ähnlich, indem man sie aus dem Menü oder dem Dateimanager auf die Kontrolleiste zieht. Beim Ablegen markiert eine dunkle Stelle den Platz, an dem das Symbol dann angelegt wird. Übrigens schließt sich das Menü nicht automatisch, sodass Sie auf einen Schlag mehrere Verknüpfungen anlegen können.

Menübereich: Das K-Menü

Im Startmenü, bei KDE auch K-Menü genannt, finden Sie sämtliche Anwendungen des Systems in Funktionsgruppen geordnet wieder. Im oberen Bereich des K-Menüs steht ein Feld zur Suche zur Verfügung. Das K-Menü öffnet zunächst den Reiter Favoriten: Hier finden Sie beispielsweise den Browser und den Dateimanager. Per Rechtsklick können Sie Einträge aus den Favoriten entfernen. Unten im K-Menü sehen Sie mehrere Reiter, über die Sie weitere Bereiche des K-Menüs anwählen können. Die Einteilung des Reiters Programme in Unterrubriken (Büroprogramme, Dienstprogramme, Grafik, Internet, Multimedia, System) entspricht in etwa der von GNOME bekannten Form. Im Reiter Rechner finden Sie Zugang zu den Systemeinstellungen, verschiedenen lokalen und Netzwerk-Ordnern sowie eingebundenen Medien. Die zuletzt durchgeführten Aktionen können Sie über den Verlauf aufrufen. Schließlich finden Sie unter Verlassen verschiedene Optionen zum Abmelden, Herunterfahren und um den Rechner in den Ruhezustand zu versetzen.

Das Quick-Access-Icon

Klicken Sie auf das Quick-Access-Icon neben dem K-Menü, so haben Sie direkten Zugriff auf Ihr Heimatverzeichnis (selbstverständlich benutzen KDE und GNOME bei einer Parallelinstallation das gleiche Heimatverzeichnis). Sie können durch die Ordnerstruktur direkt zum gewünschten Ordner wandern und diesen dann in Dolphin anzeigen lassen. Auch Dateien können direkt geöffnet werden.


Das KDE-Startmenü anpassen

Führen Sie einen rechten Mausklick über dem K-Menü durch, und wählen Sie den Punkt Menü-Editor aus. Daraufhin öffnet sich eine Anwendung, mit der Sie bequem Änderungen am K-Menü vornehmen und Programme hinzufügen bzw. entfernen können.

Insbesondere lassen sich hier auch Einträge definieren, die mit Root-Rechten laufen. Dazu markieren Sie den Punkt Unter anderer Benutzerkennung starten. Dadurch wird vor dem Start des Programms das Root-Passwort abgefragt und anschließend an das auszuführende Programm übergeben. Änderungen am Startmenü sind mittels Taste Strg + Taste S (Speichern) zu übernehmen.

Eine weitere Option: Der Punkt Zum klassischen Menüstil wechseln ersetzt das neue »Kickoff«-Menü durch die altbekannte Variante des K-Menüs.


Abbildung 8.4 Bearbeiten des Startmenüs mit dem KDE-Menüeditor

Das Panel

Bei KDE wird die Leiste am unteren Bildschirmrand Kontrollleiste genannt. Sie ist mit der gleichen Funktionalität wie die Panels in GNOME ausgestattet. Auch hier haben Sie die Möglichkeit, Programme bzw. Hilfsanwendungen mit einem Rechtsklick zu definieren bzw. per Drag & Drop auf das Panel zu ziehen. Wenn Sie viel Platz auf dem Desktop benötigen, können Sie die Leiste wie von Windows bekannt ausblenden und bei Bedarf wieder erscheinen lassen. Leider kann dies seit KDE 4 nur noch automatisch und nicht mehr per Klick auf ein am Panel-Rand befindliches Pfeilsymbol geschehen. Die Einstellungen zum Verhalten der Kontrollleiste nehmen Sie über einen Klick auf das Icon rechts unten neben der Uhr und den Menüpunkt Weitere Einstellungen vor.

Datum und Uhrzeit im Panel in Deutsch

Sollte bei Ihrem System das Format von Datum und Uhrzeit in der englischen Form erscheinen, so beheben Sie das folgendermaßen:

sudo kcmshell kde-clock --lang de

Nicht alle Fenster anzeigen

Ungewohnt ist die Eigenschaft der Kontrollleiste, nicht nur die geöffneten Fenster der aktuellen Arbeitsfläche, sondern alle geöffneten Fenster anzuzeigen. Das wird bei mehreren genutzten Arbeitsflächen allerdings schnell unübersichtlich. Sie können dies per Rechtsklick auf die Fensterleiste im Unterpunkt Allgemein abstellen, indem Sie das Häkchen bei Nur Fenster der aktuellen Arbeitsfläche anzeigen setzen. Hier finden Sie auch verschiedene Möglichkeiten zur Gruppierung von Einträgen in der Fensterleiste.

Systemabschnitt der Kontrollleiste

Hier erscheinen Symbole für laufende Prozesse (Messenger, Klipper, Bluetooth usw.) und Benachrichtigungen (z. B. über vorliegende Aktualisierungen). Nicht benötigte Symbole können ausgeblendet werden, das Einstellungsmenü erreichen Sie mit einem Rechtsklick auf den Rand des Systemabschnitts.

Programme starten

Zum Starten von Programmen stehen Ihnen die gleichen Möglichkeiten wie unter GNOME zur Verfügung:

  • Verwenden Sie das K-Menü.
  • Benutzen Sie das zuvor angelegte Icons auf dem Desktop bzw. auf der Schnellstartleiste.
  • Nutzen Sie das Schnellstartfenster über Taste Alt + Taste F2 .

GTK-Programme unter KDE

Insbesondere dann, wenn Sie KDE parallel zu einem GNOME-Desktop laufen lassen, werden Sie sich wünschen, dass die GNOME-Programme besser in die KDE-Optik integriert würden. Das dazu benötigte Paket heißt gtk2-engines-gtk-qt und ist normalerweise mitinstalliert. Möchten Sie den Stil und das Erscheinungsbild von GNOME-Anwendungen innerhalb der KDE-Oberfläche anpassen, so wählen Sie aus dem K-Menü den Punkt Systemeinstellungen • Personal • Aussehen • GTK Styles and Fonts.


Abbildung 8.5 Gimp unter KDE


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8.1.4 Desktop-Effekte Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Auch für Kubuntu-Nutzer stehen nun Desktop-Effekte ohne weitere Klimmzüge zur Verfügung. KDE setzt dabei allerdings nicht auf Compiz, sondern bringt diese Effekte selbst mit. Standardmäßig sind alle Effekte deaktiviert, Sie können diese aber einfach über den Unterpunkt Erscheinungsbild & VerhaltenArbeitsfläche in den Systemeinstellungen (zu erreichen über den Reiter Favoriten im K-Menü) aktivieren und konfigurieren. Zunächst setzen Sie in der folgenden Übersicht einen Haken bei Arbeitsflächeneffekte aktivieren. Anschließend stehen Ihnen die bis dahin ausgegrauten Optionen auf vier Reitern zur Verfügung.

Würfel-Effekt

Besonders beliebt ist es, den Wechsel der Arbeitsfläche über das Rotieren eines Würfels zu visualisieren, dessen Seiten jeweils eine Arbeitsfläche darstellen. Aktivieren Sie hierzu im Reiter Allgemein die Optionen Effekt für den Fensterwechsel: 3D-Fenstergalerie und Effekt für den Arbeitsflächenwechsel: Arbeitsflächen-Würfel.

Aktive Bildschirmecken

Aktive Bildschirmecken können mit verschiedenen Aktionen belegt werden, die ausgeführt werden, sobald Sie den Mauszeiger in die entsprechende Ecke bewegen. Die Einstellungen verteilen sich hier auf zwei Orte: einerseits auf den zweiten Reiter Bildschirmecken; hier können Sie für jede der vier Ecken sowie für die vier Seitenmitten eine Aktion festlegen. Das Auslöseverhalten können Sie andererseits von der Übersicht aus im Reiter Erweitert unter ArbeitsflächeFenstereigenschaftenAktive Arbeitsflächenränder festlegen.


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8.1.5 Wichtige Hilfsprogramme Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Terminal

Das KDE-Terminal heißt Konsole und wird über den Menüeintrag SystemKonsole gestartet. Die KDE-Konsole besitzt dieselbe Funktionalität wie das entsprechende GNOME-Programm. Optisch erinnert das Standard-Thema des KDE-Terminals eher an die Konsole, die einen ohne grafische Oberfläche erwartet – dies können Sie aber wie fast alles unter KDE nach Ihrem Geschmack anpassen.

Abbildung 8.6 Das KDE-Terminal Konsole

Editor

KDE bringt einen recht gut ausgestatteten Standard-Editor mit: Kate. Mit Kate und dessen integriertem Dateibrowser können Sie schon komplexere Projekte in Angriff nehmen, und die Nutzeroberfläche bietet auch einen integrierten Konsolenabschnitt. Kate ist der StandardEditor und beherrscht neben dem Syntax-Highlighting für diverse Programmier- und Skriptsprachen auch den automatischen Zeilenumbruch.

Abbildung 8.7 Der erweiterte Editor Kate

Kate

Kate finden Sie im Startmenü unter DienstprogrammeKate. Sehr praktisch ist bei Kate die Möglichkeit, eine Datei aus dem integrierten Browserfenster direkt zum Bearbeiten per Drag& Drop in den Editor zu ziehen.

Zwischenablage mit Extras

Klipper ist der Name der Zwischenablage von KDE – wobei diese Bezeichnung als Zwischenablage nicht ganz treffend ist. Klipper ist in der Lage, den Verlauf der Zwischenablage anzuzeigen und aus den bisherigen Zwischenablage-Texten einen auszuwählen und damit zum aktuellen Wert der Zwischenablage zu erheben. Von Haus aus speichert Klipper die letzten sieben Einträge. Diese Zahl kann aber durch einen Klick auf das Klipper-Icon im Systembereich der Kontrollleiste und Auswahl des Einrichten-Dialogs auf bis zu 999 erhöht werden.

Abbildung 8.8 Die Zwischenablage Klipper

Klipper kann noch mehr: Bestimmte Inhalte können mit Aktionen verknüpft werden. Zum Beispiel können alle Einträge, die mit »http://« beginnen, in einem Webbrowser geöffnet werden.

Die digitale Brieftasche

KDEWallet hilft Ihnen bei der Verwaltung Ihrer Kennwörter und Zugangsdaten. Die sicherheitsrelevanten Daten werden in einer verschlüsselten Datei abgelegt, auf die alle Anwendungen zugreifen können. Für KDEWallet wird ein eigenes Hauptkennwort verwendet. So müssen Sie sich nur ein einziges Kennwort für die Arbeit an Ihrem PC merken, können aber auch weitere »digitale Brieftaschen« einrichten und mit jeweils anderen Passwörtern versehen. KDEWallet erreichen Sie über das Brieftaschensymbol im Systemabschnitt der Kontrollleiste.

Abbildung 8.9 KDEWallet – Ihre digitale Brieftasche


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8.1.6 Zugriff auf Ressourcen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die angeschlossene Peripherie finden Sie im K-Menü im Reiter Rechner oder durch Eingabe der Adresse media:/ im Browser Konqueror.

Abbildung 8.10 Aktuell eingebundene Speichermedien

Das Einstecken eines USB-Sticks führte unter KDE 3 dazu, dass ein Fenster mit einer Liste möglicher Aktionen erschien, wobei das aktive Fenster seinen Fokus verlor. Dies konnte recht lästig sein, wenn man zunächst eine Sache beenden und sich erst anschließend dem neuen Gerät zuwenden wollte. Abgesehen davon waren die zur Verfügung stehenden Auswahlmöglichkeiten (In neuem Fenster öffnen, Fotos mit digiKam auf den Computer übertragen, Nichts tun) nicht unbedingt auf jede Situation passend (wenn man zum Beispiel Musik oder schlicht Dateien vom Stick auf den PC übertragen wollte), sodass man unter Umständen zunächst Nichts tun auswählen musste, um das Fenster zum Verschwinden zu bringen.

Die Entwickler von KDE 4 haben hier den Weg einer in den Systemabschnitt integrierten Geräteüberwachung gewählt, die Sie über neu angeschlossene Geräte lediglich benachrichtigt. Ein solches Verhalten würde mir auch unter GNOME gefallen: Das dort auf dem Desktop angelegte Symbol ist gemäß Murphys Gesetz immer unter wenigstens einem anderen Fenster verborgen.

Dateitypzuordnung festlegen

Nach einem Rechtsklick über einer Datei wählen Sie den Menüpunkt Öffnen mit und klicken den Unterpunkt Sonstige ... an. Dann markieren Sie entweder ein Programm aus der Menüliste oder geben direkt den Kommandozeilenbefehl für das Programm ein und setzen ein Häkchen bei Programm diesem Dateityp fest zuordnen. Weitere Einstellungen für bestimmte Dateitypen können Sie in den Systemeinstellungen unter ErweitertDateizuordnungen festlegen.

Speichermedien

Wie unter GNOME werden die verschiedenen Speichermedien automatisch eingebunden, allerdings erscheint bei KDE automatisch nur ein Fenster, das über das Einlegen eines Mediums informiert. Die weitere Verhaltensweise für Speichermedien (z. B. das Abspielen von DVDs) lässt sich durch einen Klick auf das Symbol des entsprechenden Mediums einstellen.

Abbildung 8.11 Der Auswahldialog beim Klick auf das Symbol eines neuen Speichermediums

Sauber aushängen

Wie im vorhergehenden Kapitel bereits erwähnt wurde, müssen alle beschreibbaren Medien sauber »ausgehängt« werden, um Datenverlust zu vermeiden. Dies geschieht am einfachsten über einen Klick auf die Geräteüberwachung (rechts neben dem Systemabschnitt in der Kontrollleiste). Dann wählen Sie das Auswurfsymbol neben dem auszuhängenden Medium.


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8.1.7 Bevorzugte Anwendungen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Genau wie GNOME erlaubt KDE das Festlegen von Standardanwendungen für das Abrufen von E-Mails, das Browsen im Web, Instant Messaging usw. Voreingestellt sind naturgemäß KDE-Anwendungen, viele Kubuntu-Nutzer nutzen aber KDE-fremde Anwendungen. Sie können Ihre bevorzugten Anwendungen unter SystemeinstellungenStandard-Komponenten einstellen.


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8.1.8 Personalisieren des KDE-Desktops Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Anlaufstelle für jegliche Anpassungen der Oberfläche ist der Unterpunkt Erscheinungsbild in den Systemeinstellungen.

Von GNOME her ist man gewohnt, dass man sich für beispielsweise abgerundete Ecken der Anwendungsfenster ein entsprechendes Thema auswählt. KDE ist auch hier anders: Bei vielen Themen können Sie für jede der vier Ecken einzeln festlegen, ob sie abgerundet werden soll oder nicht.

Abbildung 8.12 Einrichten des KDE-Desktops

Themes für KDE

Unter www.kde-look.org gibt es eine fast unüberschaubare Anzahl von Iconsets, Farbschemata, Wallpapern und kompletten Themen. Wer will, kann sein KDE wie ein Mac OSX, ein Windows XP oder auch ein Ubuntu aussehen lassen. Meist muss man zunächst eine Datei herunterladen und in ein bestimmtes Verzeichnis verschieben, bevor man das neue Design dann über die Systemeinstellungen oder im Kontrollzentrum auswählen kann.

Neues in KDE4

Ein häufig geäußerter Kritikpunkt an KDE war das »poppige« Aussehen, also die sehr breite Kontrollleiste und große Erklärungs-Popups, wenn man mit der Maus über die Symbole und die Fensterliste fährt. Mit KDE 4 wurde hier einiges geändert! Die Kontrollleiste ist standardmäßig nur noch einzeilig und schwarz, die Popups über den Icons sind klein, die Farben des Standard-Themas dezent (meiner Ansicht nach sogar zu dezent, da sich fokussierte Fenster nur durch leichte Streifen in der Titelleiste unterscheiden). Selbst wenn Ihnen dies immer noch nicht gefällt, sollten Sie deswegen KDE nicht den Rücken kehren – wie erwähnt, lässt sich KDE so stark konfigurieren, dass es mit wenigen Mausklicks dem GNOME-Desktop doch sehr ähnlich sieht.

Abbildung 8.13 KDE mit dem Human-Theme

Der für KDE typische, hüpfende Cursor lässt sich beim Programmstart in den Systemeinstellungen unter ArbeitsflächeProgrammstartanzeige leicht abstellen.

Die Standardanpassungen wie beispielsweise Bildschirmhintergrund oder Bildschirmschoner erreichen Sie über das Kontextmenü des Desktops (Rechtsklick auf den Desktop, Einstellungen zum Erscheinungsbild).

KDE-Einstellungen

In den Einstellungen zum Erscheinungsbild zeigen sich die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten von KDE: Sie können nicht nur jeder Arbeitsfläche einen eigenen Namen anstelle der öden Nummerierung geben, sondern auch jeder Arbeitsfläche ein eigenes Wallpaper verpassen: Willkommen in der Desktop-Umgebung der unbegrenzten Möglichkeiten.

Tastaturanpassung und NumLock

Verschiedene Tastaturlayouts können unter KDE in den Systemeinstellungen aktiviert werden (Regionaleinstellungen & ZugangshilfenTastaturlayout). Dann wählen Sie aus den verfügbaren Belegungen die gewünschte Sprache aus und klicken auf Hinzufügen. Anschließend können Sie die Belegungsvariante (Deadkeys, No Deadkeys u. a.) auswählen. Kubuntu benötigt kein spezielles Paket, um den Nummernblock beim Systemstart zu aktivieren: Dies können Sie einfach in den Systemeinstellungen unter TastaturZahlenblock festlegen.

Schriftarten

KDE war schon immer der einzige große Desktop, der eine professionelle Verwaltung von Schriften integriert hat. Allein schon aus diesem Grund war KDE für Grafikdesigner die erste Wahl bei Linux-Desktops. Allerdings glänzte die Anwendung dabei nicht gerade durch Übersichtlichkeit. Jede Schriftart war in der Liste einzeln vertreten, auch wenn mehrere Schriftarten zu einer Familie gehörten und sich nur durch »italic« oder »bold« unterschieden. Diese Praxis erschwerte das Auffinden der gewünschten Schriftart erheblich. Gerade für Anwender, die ihre Schriftarten oft wechseln, war dieser Zustand nicht haltbar.

Abbildung 8.14 Schriftarten sind jetzt zu Familien zusammengefasst. Dadurch gewinnt die Übersichtlichkeit deutlich.

Die Schriftverwaltung wurde im neuen KDE 4 stark überarbeitet. Die Schriftarten sind jetzt zu Familien zusammengefasst, sodass Sie entweder einzelne Arten oder alle Varianten einer Familie auswählen können. Des Weiteren haben Sie nun die Möglichkeit, eine größere Vorschau der Schriftart zu sehen und auszuwählen, welche einzelne Buchstaben dargestellt werden sollen.


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8.1.9 Dolphin Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Wechsel vom Allrounder Konqueror hin zu einem Spezialisten hat in der KDE-Welt für viel Erstaunen gesorgt. Dolphin wurde mit dem Ziel entwickelt, besonders leicht und komfortabel bedienbar zu sein. Ein Zeichen dieses Konzeptes ist z. B. die Navigationsleiste, deren besondere Fähigkeiten sich erst auf den zweiten Blick offenbaren. Befinden Sie sich tief in der Ordnerhierarchie Ihres Systems und wollen in einen Unterordner eines »durchquerten« Ordners wechseln, klicken Sie einfach auf den Pfeil rechts des entsprechenden Ordners. Es öffnet sich dann eine Liste aller Unterordner dieses Ordners (siehe{dolphin-leiste}). Wenn Ihnen die klassische Variante lieber ist, wechseln Sie mit der Tastenkombination Taste Strg + Taste L zu dieser.

Abbildung 8.15 Dolphins Navigationsleiste ermöglicht besonders schnelles Wechseln zwischen Ordnern.

Dolphin bietet als weitere Besonderheit die Möglichkeit einer geteilten Ansicht. Ähnlich wie beim bekannten Dateimanager Midnight Commander ist es über das Tastenkürzel Taste F3 möglich, zwei Ordneransichten in einem Fenster zu erhalten. Dies ist vor allem beim Verschieben von Dateien sehr praktisch.

Obwohl das Terminal unter Ubuntu immer weniger eine Notwendigkeit ist, hat man bei der Entwicklung von Dolphin die Konsolenliebhaber nicht vergessen. Sie können über die Taste Taste F4 ein Terminal in einer Seitenleiste anzeigen lassen.

Abbildung 8.16 Dolphin, der Nachfolger des Konquerors wenn es um Dateiverwaltung geht


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8.1.10 Der Konqueror Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Konqueror war in früheren KDE-Versionen weit mehr als nur der Standardbrowser von KDE. Man konnte ihn im Grunde als das »Herzstück« von KDE bezeichnen. Mit der Einführung von Dolphin als Dateimanager ist er ein wenig »degradiert« worden. Es hindert Sie natürlich nichts daran, den Konqueror weiter sowohl als Systembrowser als auch als reinen Internetbrowser einzusetzen, allerdings ist dies dann nur eine »optische Täuschung«, da der Konqueror inzwischen auf Dolphin zurückgreift.

Den ersten Eindruck vom Konqueror bekommen Sie durch Anklicken des Konqueror-Icons in der Favoriten-Sektion des K-Menüs. Beachten Sie: Bei den meisten Aktionen auf der KDE-Oberfläche genügt ein Einfachklick. Im linken Teilbereich des Konquerors befinden sich mehrere anwendungsbezogene Untermenüs in Form von Symbolen. Sollte das nicht der Fall sein, so können Sie mithilfe der Taste Taste F9 in diese Ansicht wechseln.

  • Im Menü Lesezeichen befinden sich die vom Benutzer angelegten Lesezeichen, die sowohl auf eine Internetseite als auch auf einen Ort im Dateisystem verweisen können.
  • Der Reiter Verlauf zeigt die bereits besuchten Orte im Dateisystem bzw. im Web.
  • Der Punkt Persönlicher Ordner führt direkt in das Heimatverzeichnis des Benutzers.
  • Der Bereich Netzwerk erlaubt den Zugriff auf Webseiten und FTP-Server.
  • Das Icon Basisordner führt in das Wurzelverzeichnis des Systems.
  • Das Fähnchen schließlich kennzeichnet das Untermenü
  • KDE-Dienste. Hier erhalten Sie Zugriff auf alle im Unterpunkt Programme des K-Menü enthaltenen Einträge.

Der Konqueror als Internetbrowser

Der Konqueror bringt eine Reihe von vorkonfigurierten Suchmaschinen mit. Die verschiedenen Suchmaschinen lassen sich nach dem Klick auf das Such-Icon über Suchmaschinen auswählen durch das Setzen eines Häkchens bei der entsprechenden Suchmaschine einfach hinzufügen.

KIO-Slaves

Der Konqueror verfügt neben den üblichen Möglichkeiten zum Kopieren, Verschieben und Löschen von Dateien über eine Menge Spezialfunktionen. Insbesondere die sogenannten KIO-Slaves machen den Konqueror zu einem mächtigen Helfer unter KDE. Damit ist es möglich, aus dem Konqueror heraus ein Windows-Netzwerk nach Freigaben zu durchsuchen oder einen Audio-CD-Titel per Drag & Drop in das MP3- bzw. Ogg-Vorbis-Format zu encodieren.

Eine kleine Übersicht einiger KIO-Slaves zeigt die folgende Tabelle. Zur Anwendung eines KIOSlaves geben Sie einfach den Handler-Befehl in die Adresszeile des Konquerors ein. Das Paket kdemultimedia-kio-plugins enthält alle verfügbaren KIO-Slaves. Die netzwerkspezifischen Befehle werden später noch ausführlich besprochen. KIO steht für K Input Output, und Slaves ist das englische Wort für Sklaven.


KIO-Handler Funktion

audiocd:/

Ermöglicht das transparente Encodieren von CDs in Ogg Vorbis oder MP3.

devices:/

Listet die verfügbaren Speichergeräte auf.

info:/<Befehl>

Stellt den Zugriff auf die Info-Seiten des Systems her.

man:/<Befehl>

Anzeige der Manpage zu dem gewählten Befehl

settings:/

Zugriff auf das KDE-Kontrollzentrum

man:/<Befehl>

Anzeige der Manpage zu dem gewählten Befehl

file:/<Verzeichnis>

Anzeige aller Dateien eines Verzeichnisses

ftp://<Hostname>

Anzeige aller Dateien eines Hostnames

file:/<Verzeichnis>

Der Konqueror als FTP-Client

http://<Hostname>

Der Konqueror als vollwertiger Webbrowser

nfs://<Hostname>

Einhängen von NFS-Exports

fish://<Hostname>

Zugriff auf einen Host per SSH zwecks einfachem Kopieren von Dateien

Tabelle 8.1 Wichtige KIO-Befehle innerhalb des Konquerors

Abbildung 8.17 Der Konqueror


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8.1.11 Systemverwaltungsmodus topZur vorigen Überschrift

Sofern Sie Administratorrechte benötigen, um bestimmte Einstellungen in den Systemeinstellungen zu setzen, werden Sie direkt zur Eingabe Ihres Passwortes aufgefordert. Die Systemeinstellungen von vornherein mit Administratorrechten zu starten ist daher weder notwendig noch sinnvoll. Änderungen beispielsweise am Erscheinungsbild von KDE müssen mit normalen Rechten durchgeführt werden. Anderenfalls hat nämlich nur Root etwas von dem schönen neuen Design. Alle anderen Benutzer würden von den Änderungen nichts bemerken.

Abbildung 8.18 Passwortabfrage für Einstellungen als Systemverwalter


Debian-Pakete per Mausklick in Kubuntu installieren

Software, die nur als Debian-Paket vorliegt, lässt sich auch unter Kubuntu komfortabel per Mausklick installieren. In Dolphin müssen Sie dazu das Verzeichnis auswählen, in dem Sie das Paket gespeichert haben. Nach einem Klick auf das Paket öffnet sich ein Dialogfenster, das Sie fragt, ob Sie das Paket installieren wollen. Nach der Bestätigung von Paket installieren wird das Benutzerpasswort abgefragt.


Abbildung 8.19 Debian-Pakete per Mausklick installieren



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