8.2 Xubuntu 

Ein weiteres Ubuntu-Derivat ist Xubuntu mit Xfce als Arbeitsumgebung. Diese liegt seit Hardy Heron in Version 4.4.2 vor und eignet sich gut für Computer mit älterer Hardware. So benötigt die Arbeitsumgebung mindestens 128 MB Arbeitsspeicher sowie einen Prozessor mit 300 MHz.
Offiziell oder nicht?
Xubuntu hatte zu Beginn einen schnellen Aufstieg zu verzeichnen. Nach nur einem Jahr privater Entwicklung erklärte sich Canonical bereit, dieses Projekt offiziell zu unterstützen. So wurde Xubuntu im Juni 2006 offiziell, wenngleich auch bisher keine LTS-Version erschien. Xubuntu wird von einer treuen Gruppe freiwilliger Entwickler betreut und stetig weiterentwickelt.
Xfce stand ursprünglich für XForms Common Environment und wurde zu Beginn noch als XFCE abgekürzt. Seit es das XForms-Toolkit nicht mehr verwendet, hat die Abkürzung keine besondere Bedeutung mehr. Der Wunsch nach einem vollständig adaptierten Ubuntu mit Xfce bestand schon länger. So war schon in der ersten Auflage dieses Buches zu lesen, dass es wohl nur eine Frage der Zeit sei, wann ein »offizielles« Xubuntu erscheint.
8.2.1 Installation 

Mit Erscheinen der Ubuntu-Version »Dapper Drake« fanden erstmals auch Xubuntu-Images ihren Weg auf die offiziellen Ubuntu-Server. Damit wurde Xubuntu »in den Adelsstand erhoben« und wird vielleicht schon ab der nächsten oder übernächsten Version ebenfalls über den kostenlosen Versand Shipit zu bekommen sein.
Möglichkeiten
Sie haben zwei Möglichkeiten, mit Ubuntu zu einem Xfce-Desktop zu gelangen:
- Besorgen Sie sich ein Xubuntu-ISO, z. B. von www.xubuntu.org, und installieren Sie damit Ihr System. Abbildung zeigt den eleganten Xubuntu-Desktop. Die Installation verläuft analog zu der von Ubuntu.
- Andererseits lässt sich ein bestehendes Ubuntu/GNOME-System auch leicht um den XfceDesktop erweitern. Dazu müsen Sie lediglich ein einziges Meta-Paket mit Synaptic oder apt-get installieren. Das Paket heißt xubuntu-desktop und wird mit apt-get wie folgt installiert:
sudo apt-get install xubuntu-desktop
Nach der Ausführung des Befehls loggen Sie sich aus GNOME aus und können nun durch Mausklick auf Sitzung, dort Xfce wählen, am Login Xfce als neue Sitzungsart auswählen. Nach dem neuerlichen Einloggen erscheint Ubuntu im Xfce-Gewand (siehe Abbildung).
Abbildung 8.20 Xubuntu – schlank und elegant
8.2.2 Die Arbeitsfläche 

Xfce ist im Gegensatz zu GNOME und KDE derzeit noch keine vollwertige Desktop-Umgebung, es kommen aber immer mehr eigene Anwendungen hinzu. Dieser Desktop-Manager folgt den Standards von freedesktop.org, wodurch eine Integration von Anwendungen, die ebenfalls diesen Standards folgen, problemlos möglich ist.
Im Gegensatz zu Ubuntu 8.04 »Hardy Heron« trägt Xubuntu nicht den Zusatz »LTS«, der besonders stabile Releases auszeichnet. Trotzdem werden laut der Xubuntu-Homepage die Sicherheits-Updates für denselben Zeitraum wie für die LTS bereitgestellt.
Stabilitätsprobleme
Xubuntu ist sicherlich ein sehr interessantes Projekt, das voll in der Entwicklung ist und voller Ideen steckt, aber in puncto Stabilität besitzt es noch einige Schwächen. Dies sollte beim Einsatz bedacht werden. Der größte Vorteil von Xfce ist, dass es sich mit sehr geringen Hardware-Anforderungen zufrieden gibt. Auf älteren Rechnern kann es noch zufriedenstellend eingesetzt werden, wenn KDE oder GNOME schon nicht mehr sinnvoll einsetzbar sind. Hauptsächlich kommen in Xubuntu GTK2-Anwendungen zum Einsatz. Es ist aber problemlos möglich, auch Qt-Anwendungen einzusetzen.
Der Anmeldemanager
Zum Anmeldemanager gibt es an dieser Stelle nicht viel zu sagen, da Xubuntu keinen eigenen Anmeldemanager, sondern wie Ubuntu gdm mit einem eigenen Theme verwendet. Wenn Sie keinen Wert auf ein passwortgesichertes Einloggen legen, dann bietet Ihnen Xubuntu die Möglichkeit, Sie automatisch einzuloggen. Die Einstellungsmöglichkeit finden Sie unter Applications • System • Anmeldefenster, dort setzen Sie im Reiter Sicherheit ein Häkchen bei Automatische Anmeldung aktivieren und wählen den ensprechenden Benutzer aus. Allerdings wird bei dieser Login-Methode der Standardschlüsselbund nicht entsperrt. Wenn Sie eine verschlüsselte WLAN-Verbindung nutzen, wird diese erst nach der Eingabe des Passworts hergestellt. Dies können Sie ändern, indem Sie die Verbindung bearbeiten und einen Haken bei Für alle Benutzer verfügbar setzen. Sollten Sie den Rechner nicht allein nutzen, bietet sich die Option Zeitgesteuerte Anmeldung aktivieren an – innerhalb eines bestimmten Zeitfensters können Sie einen anderen Benutzer manuell anmelden.
Abbildung 8.21 Der Anmeldemanager gdm im Xfce-Design
Die Arbeitsumgebung
Dieser Desktop-Manager ist stark konfigurierbar. Xfce lässt sich sehr gut und einfach mit der Maus bedienen und übernimmt alle GNOME- und KDE-Programme in sein Menü. Besonders auf älteren Rechnern ist Xfce mittlerweile eine echte Alternative zu GNOME oder KDE, vor allem wegen der höheren Geschwindigkeit.
| Startzeit beschleunigen |
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Xubuntu bietet die Möglichkeit, unter Applications • Einstellungen • Sitzung und Startverhalten • Fortgeschritten festzulegen, ob beim Systemstart die Laufzeitumgebungen für GNOME und/oder KDE geladen werden sollen. Voreingestellt ist, dass die GNOME-Laufzeitumgebung geladen wird, da Xfce viele GNOME-Programme enthält. Wenn Sie Ihren älteren Rechner nur zum Surfen und Mail-Abruf mit Firefox und Thunderbird nutzen, kann es sich lohnen, das Häkchen zu entfernen. |
Programme starten
Das Menü von Xubuntu erinnert vom Aufbau her an das K-Menü: Es gibt nur einen Hauptzweig. Die Bedienung ist intuitiv. In der oberen linken Ecke des Bildschirms finden Sie das Menü Applications. Über dieses Menü sind alle auf dem System installierten grafischen Programme in entsprechenden Kategorien geordnet zu erreichen. Ebenfalls sind hier Einstellungen am System sowie Grundeinstellungen von Xfce zu erreichen. Anwendungen, die nicht im Menü aufgeführt sind, lassen sich über den Unterpunkt Programm ausführen ... starten.
Vergeblich sucht man allerdings den Unterpunkt Abmelden oder Herunterfahren – dafür findet sich in der oberen rechten Ecke der Arbeitsfläche ein Türsymbol.
Abbildung 8.22 Das Anwendungsmenü von Xubuntu
In der rechten oberen Ecke erhalten Sie Informationen über eventuell anstehende Updates, das Netzwerk sowie die Uhrzeit. Möchten Sie die Xfce-Sitzung beenden, wählen Sie die entsprechende Schaltfläche an. Hier stehen Ihnen weitere Optionen zur Verfügung, unter anderem Benutzerwechsel, Systemneustart und Herunterfahren des Systems.
Abbildung 8.23 Das Benachrichtigungsfeld von Xubuntu
Damit Sie nicht die Übersicht bei vielen geöffneten Fenstern verlieren, bietet die Arbeitsumgebung Xfce die Möglichkeit, virtuelle Desktops zu nutzen. Diese erleichtern den Überblick, da sie es Ihnen gestatten, die geöffneten Programme auf die unterschiedlichen virtuellen Arbeitsflächen zu verteilen. Zu jedem geöffneten Programm erscheint ein Kästchen mit dem passenden Symbol auf der Miniarbeitsumgebung. Die jeweils aktive Umgebung ist dunkel hervorgehoben. Die Programmfenster können mit der Maus innerhalb der virtuellen Benutzeroberfläche verschoben werden.
Abbildung 8.24 Auch unter Xubuntu gibt es virtuelle Desktops.
Daneben befindet sich der Mülleimer. Dieser kann mit einem Rechtsklick und der Auswahl von Papierkorb leeren vom Inhalt befreit werden. Möchten Sie überprüfen, welche gelöschten Objekte sich in dem Mülleimer befinden, genügt ein Linksklick auf diesen, und der Dateimanager Thunar zeigt diese an. Bereits gelöschte Objekte können hier wiederhergestellt werden.
| Symbole ein- oder ausblenden |
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Standardmäßig sind unter Xubuntu auf dem Desktop Symbole zum Schnellzugriff auf das Wurzelverzeichnis, auf Ihren persönlichen Ordner, den Papierkorb sowie angeschlossene Wechsellaufwerke eingeblendet. Wenn Sie lieber wie unter GNOME nur die angeschlossenen Wechsellaufwerke ansehen wollen, finden Sie die entsprechenden Einstellungsoptionen unter Applications • Einstellungen • Schreibtisch • Symbole. Jeder Symboltyp kann getrennt ein- oder ausgeblendet werden. |
Sie können Programmfenster auf eine andere Arbeitsfläche verschieben, indem Sie die Leiste eines Programms mit der linken Maustaste anklicken und diese dann gedrückt halten. Mit der Maus verschieben Sie das gewünschte Programm nun auf die nächste Arbeitsfläche. Mit den Tasten
+
+
oder
+
+
können Sie schnell zwischen den Arbeitsumgebungen wechseln.
Zugriff auf Ressourcen
Wie von anderen Desktop-Umgebungen gewohnt, erscheint beim Anschließen eines USB-Sticks oder eines anderen Speichermediums ein entsprechendes Symbol auf dem Desktop. Ungewohnt und der Schnelligkeit des Systems dienlich ist aber, dass beim Systemstart bereits angeschlossene Wechselmedien (z. B. DVD im Laufwerk) zunächst nicht eingebunden sind. Trotzdem erscheint das entsprechende Symbol auf dem Desktop. Das Einbinden geschieht erst beim Doppelklick auf das Symbol oder durch einen Rechtsklick darauf und die Auswahl des Menüpunktes Datenträger einhängen. Somit wird das System nicht durch unnötiges Einlesen des Medieninhalts verlangsamt.
Das Aushängen erfolgt auch hier einfach über einen Rechtsklick auf das Symbol (das hier nur den Namen trägt, mit dem es in die fstab eingetragen wird, also beispielsweise sda1) und Auswählen des Punktes aushängen.
| Sondertasten in Xfce aktivieren |
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Xfce erfordert in einigen Dingen mehr Nacharbeit als GNOME oder KDE. So funktionieren bei vielen Nutzern die Sondertasten für die Lautstärkeregelung am Notebook oder die Multimediatastatur nicht. Mit wenigen Handgriffen ist das aber behoben. Zunächst stellen Sie sicher, dass unter Applications • System • Dienste der Punkt Audioeinstellungen (aumix) aktiviert ist (alsa-utils ist nicht richtig). Anschließend richten Sie die gewünschten Tastenkombinationen über Applications • Einstellungen • Tastatur • Application Shortcuts wie folgt ein: Klicken Sie auf Hinzufügen, und geben Sie als Kommando aumix -v+10 oderamixer set Master 2+,2+ ein. Bestätigen Sie mit OK, und drücken Sie anschließend die gewünschte Tastenkombination zur Erhöhung der Lautstärke. Führen Sie dann den Vorgang mit dem Kommandoaumix -v-10 (oder amixer set Master 2-,2-) und der Tastenkombination zum Senken der Lautstärke erneut durch. Zum Stummschalten benötigen Sie den Befehl amixer set Master toggle. |
8.2.3 Wichtige Hilfsprogramme 

Dateien mit Thunar verwalten
Thunar ist ein speziell für Xfce entwickelter Dateimanager. Er beschränkt sich auf die wichtigsten Funktionen, ganz im schlanken Stil von Xfce. Sie rufen das Programm über Applications • Dateimanager auf.
Es gibt zwei Plug-in-Pakete für Thunar: erstens thunar-media-tags-plugin, mit dem man Media-Tags direkt im Dateimanager bearbeiten kann, und zweitens thunar-archive-plugin, um mit gepackten Archivdateien arbeiten zu können. Das Archiv-Plug-in ist standardmäßig installiert, die Anwendung wird weiter unten beschrieben.
Der Aufbau ist intuitiv zu erfassen. Mit der rechten Maustaste erreichen Sie viele Funktionen wie z. B. Benutzerdefinierte Aktionen. Über den Punkt Eigenschaften können Sie Datei- bzw. Ordnerrechte anpassen oder Anwendungen mit bestimmten Dateitypen verknüpfen.
Thunar bietet außerdem die Möglichkeit, eine große Menge von Dateien auf einmal umzubenennen. Halten Sie dazu im Dateimanager die linke Maustaste gedrückt, und wählen Sie die gewünschten Dateien aus. Für einzelne Dateien nutzen Sie
+ linke Maustaste. Markieren Sie die Dateien, und drücken Sie die Taste
. Im nächsten Programmfenster können Sie die Kriterien für die Umbenennung auswählen.
Abbildung 8.25 Der Dateimanager Thunar
Erst in der neuesten Entwicklerversion von Thunar werden Dateien beim Löschen in den Papierkorb verschoben. Normalerweise löscht Thunar Dateien sofort vollständig! Wenn Sie
+
innerhalb von Thunar drücken, umgehen Sie beim Löschen von Objekten den Mülleimer.
Dateien packen von Thunar aus – auf Wunsch passwortgeschützt
In früheren Xubuntu-Versionen war ein Xfce-eigenes Packprogramm, Xarchiver, enthalten. Zurzeit setzt man aber auf ein Thunar-Plug-in, das wie das Nautilus-Plug-in unter GNOME auf file-roller setzt. In späteren Versionen soll dann wieder auf XArchiver gesetzt werden. Auch das Erstellen von passwortgeschützten Archiven (.zip, .cbr, .rar, .cbz) ist unter den Erweiterten Einstellungen möglich. Markieren Sie in einem Thunar-Fenster zunächst die Dateien bzw. Ordner, die Sie archivieren wollen, und wählen Sie dann aus dem Rechtsklick-Menü den Unterpunkt Archiv erstellen. Im folgenden Dialogfenster können Sie dann den Archivtyp und ggf. das Passwort auswählen.
Abbildung 8.26 Passwortgeschützte Archive unter Xfce anlegen
Das Terminal
Xfce bringt ein eigenes Terminal mit, das zwar ebenfalls noch nicht als stabile Version vorliegt, aber laut Aussage der Entwickler die Konkurrenz des GNOME-Terminals nicht zu scheuen braucht. Es soll besonders leicht zu bedienen sein.
Abbildung 8.27 Das Xfce-Terminal
Mousepad – der Editor
Der Xfce-eigene Editor Mousepad ist ein recht einfacher Editor. Er bietet überwiegend die aus Gedit oder Kate bekannten Funktionen wie Suchen/Ersetzen, Kopieren/Ausschneiden/Einfügen, Zeilenumbruch usw. Eine Syntaxhervorhebung ist leider nicht implementiert. Zu erreichen ist das Programm über Applications • Zubehör • Mousepad.
Abbildung 8.28 Mousepad – ein schlichter Editor
Um die Druckfunktion aus dem Editor heraus zu aktivieren, müssen Sie das Paket a2ps zusätzlich installieren.
Alacarte
Mit Alacarte können Sie wie auch unter Ubuntu Software schnell und unkompliziert installieren. Eine Auswahl an Programmen ist nach Kategorien sortiert zu finden. Eine kurze Programmbeschreibung zu jedem Programm ist dabei vorhanden.
Zur Installation genügt es, ein Häkchen vor die gewünschte Anwendung zu setzen. Über Änderungen anwenden wird diese dann installiert. Da in dem Programm nicht alle Anwendungen zu finden sind, empfiehlt sich die Installation über Synaptic. Sie rufen das Programm über Applications • System • Hinzufügen/Entfernen auf.
8.2.4 Weitere Programme 

Totem – Multimedia-Wiedergabe
Totem gestattet die Wiedergabe von Audio- und Videodaten sowie von DVB-T. Hierfür müssen die entsprechenden Codecs installiert sein. Sofern das Programm einen Codec nicht kennt, erscheint ein Dialog zur einfachen Installation. Sie finden das Programm unter Applications • Multimedia • Video-Player.
Pidgin – Instantmessenger
Pidgin gestattet es, unter einer Oberfläche diverse Protokolle von Instant-Messenger-Diensten zu nutzen. Eine Vielzahl von Erweiterungen ermöglicht eine Anpassung des Programms an Ihre eigenen Bedürfnisse. Sie erreichen das Programm über Applications • Netzwerk • Pidgin Internet-Sofortnachrichtendienst.
Brasero – Brennprogramm
Brasero ist das Standardbrennprogramm von Xubuntu. Es ist übersichtlich gestaltet und intuitiv zu bedienen. Das Programm unterstützt das Brennen auf unterschiedliche Medientypen und diverse Modi wie z. B. Multi-Session oder Images. Sie rufen das Programm über Applications • Multimedia • Brasero Disc Burning auf.
Abiword/Gnumeric – Bürosoftware
Als Textverarbeitungsprogramm ist unter Xubuntu Abiword installiert. Dieses beschränkt sich im Wesentlichen auf die Grundfunktionen der Textverarbeitung, kann aber durch Erweiterungen im Funktionsumfang ausgebaut werden. Es können diverse Dateiformate im- und exportiert werden.
Abbildung 8.29 Das Textverarbeitungsprogramm Abiword
Das Tabellenkalkulationsprogramm Gnumeric ist ebenfalls in der Grundinstallation vorhanden. Das Programm glänzt durch eine große Anzahl mathematischer Funktionen und beinhaltet ebenso eine Import- und Exportfunktion. Sie finden beide Programme unter Applications • Büro.
Abbildung 8.30 Die Tabellenkalkulation Gnumeric
Weitere nützliche Programme, die nachträglich installiert werden müssen, sind:
- audacious – Audio-Player
- Audio Tag Tool – ID3-Tags bearbeiten
- ristretto – Bildbetrachter
- Xfmedia – Medien-Player
8.2.5 Einstellungen 

Die Einstellungen innerhalb von Xubuntu sind an mehreren Stellen vorzunehmen. Generell finden die wichtigsten Programme unter Applications • Einstellungen oder Applications • System. Der Einstellungsmanager bildet die zentrale Anlaufstelle für die wichtigsten Einstellungen inXfce. Neben Hardware-Einstellungen können auch optische Änderungen vorgenommen werden. Sie erreichen das Programm über Applications • Einstellungen • Alle Einstellungen.
Abbildung 8.31 Der Einstellungsmanager von Xubuntu
Drucker
Um einen Drucker hinzuzufügen, genügt es unter Xubuntu, den entsprechenden Dialog zu öffnen. Diesen finden Sie unter Applications • Einstellungen • Drucken. Um PDF-Dateien aus jedem Programm heraus zu erstellen, müssen Sie den virtuellen Drucker cups-pdf installieren und als Drucker einrichten.
Sprache
Um die Sprache von Xubuntu komplett auf Deutsch umzustellen, ist eine Internetverbindung notwendig. Sie ändern die Spracheinstellungen über Applications • System • Sprachunterstützung. Hierbei bietet Xubuntu sofort die Auswahl an, welche Sprache für den Startvorgang und den Anmeldebildschirm und welche für Menüs und Fenster des aktuellen Benutzers benutzt werden soll. Dies erleichtert die Nutzung eines PCs mit verschiedensprachigen Benutzern.
Abbildung 8.32 Der Sprachauswahldialog von Xubuntu
Personalisieren des Xfce-Desktops
Unter dem Punkt Applications • Einstellungen • Einstellungen der Benutzerschnittstelle hält Xubuntu eine kleine Auswahl an Desktop-Themen bereit. Zusätzliche Themen finden Sie auch auf der Internetseite www.xfce-look.org. Um die neuen Themen über den Themenmanager auswählen zu können, müssen Sie die heruntergeladenen Themenpakete in den Ordner /usr/share/themes entpacken. Um neue Themen für Symbole oder Mauszeiger zu installieren, müssen Sie diese in das Verzeichnis /usr/share/icons entpacken. Weitere Einstellungsmöglichkeiten, beispielsweise für den Splash-Screen, bietet der Einstellungsmanager von Xubuntu. Sie finden diesen unter Applications • Einstellungen • Einstellungsmanager.
Xubuntu parallel installieren
Um Xubuntu parallel zu installieren, gibt es zwei Möglichkeiten: Erstens steht das Paket xubuntu-desktop zur Verfügung, das den Fenstermanager von Xfce inklusive der zugehörigen Anwendungen installiert. Die vorhandenen Anwendungen werden dabei in das Xfce-Menü übernommen.
Zweitens können Sie auch das Paket xfce4 installieren – damit erhalten Sie keine zusätzlichen Anwendungen, sondern nur den Fenstermanager. Dies bietet sich an, wenn Sie Xfce testen möchten. Die Anwendungen lassen sich auch einzeln nachinstallieren (oder Sie installieren nachträglich xubuntu-desktop für alle Xfce-Anwendungen). Mit welcher Desktop-Umgebung Sie dann arbeiten möchten, wählen Sie im Anmeldemanager unter Sitzungen aus.
| Minimierte Fenster als Desktop-Icons in Xfce |
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In Xfce ab Version 4.4 lassen sich minimierte Fenster als Icons auf dem Desktop darstellen. Diese Einstellungsmöglichkeit finden Sie unter Applications • Einstellungen • Schreibtisch|Symbole, dort wählenSie als Symboltyp Minimierte Anwendungssymbole aus. Allerdings müssen Sie dann auf die Darstellung der Standardsymbole verzichten. |
Abbildung 8.33 Minimierte Fenster lassen sich als Icon auf dem Desktop darstellen.
Gimp in einem einzigen Fenster
Das Grafikprogramm Gimp startet standardmäßig mit drei Fenstern. Dies kann sich für Sie als Benutzer unter Umständen recht unübersichtlich darstellen. Unter Xfce können Sie dies vereinfachen und ändern: Gimp kann in einem einzigen Fenster laufen. Zunächst müssen Sie das Paket xnest installieren. Nun können Sie folgendermaßen testen, ob Ihnen das »Ein-Fenster-Design« gefällt:
Xnest :1 -ac -name GIMP -geometry 1024x690 & xfwm4 \ --display :1 & gimp --display :1
Abbildung 8.34 Gimp in einem einzigen Fenster
Wenn Sie dies dauerhaft beibehalten wollen, können Sie dafür eine Abkürzung anlegen. Zunächst erstellen Sie eine Datei namens gimp1window im Ordner /usr/bin. In diese Datei fügen Sie mit Root-Rechten Folgendes ein:
#!/bin/sh Xnest :1 -ac -name GIMP -geometry 1024x690 & xfwm4 \ --display :1 & gimp --display :1
Diese Datei müssen Sie dann ausführbar machen. Am einfachsten wird das im Terminal mit sudo chmod +x /usr/bin/gimp1window realisiert. Anschließend ändern Sie den Anwendungsstarter für Gimp von gimp auf gimp1window.
Wichtige Anlaufstellen
- www.xubuntu.org – die offizielle Seite von Xubuntu
- http://screencasts.ubuntu.com – Screencasts
- www.xfce.org – die Projektseite von Xfce
- www.wiki.ubuntuusers.de/Xubuntu – Wiki mit ausführlicher Dokumentation


















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