»Denn es ist nicht genug, einen guten Kopf zu haben; die Hauptsache ist, ihn richtig anzuwenden.« René Descartes (31.03.1596–11.02.1650), französischer Philosoph und Mathematiker
10 Office
| Was Sie in diesem Kapitel erwartet |
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Seinen Durchbruch im Heimbereich hat der PC in den Achtzigerjahren nicht zuletzt durch die Einführung von Textverarbeitung und Tabellenkalkulation erfahren. Mittlerweile tummeln sich die verschiedensten Lösungen rund um den Platzhirsch Microsoft Office auf dem Markt. |
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Die Office-Lösung schlechthin findet der Linux-Anwender mit dem Open-Office-Paket (www.openoffice.org). Dieses gewährleistet derzeit eine maximale Kompatibilität zur Microsoft-Produktlinie und ist sowohl bei Ubuntu als auch bei Kubuntu standardmäßig installiert. |
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Für einen detaillierten Einblick in das OpenOffice.org-Paket seien weiterführende Werke empfohlen, beispielsweise: Thomas Krumbein: OpenOffice.org 2.3 – Einstieg und Umstieg, 3. Auflage, Galileo Computing 2008 – die Referenz unter den Open-Office.org-Büchern. Beim gleichen Verlag sind mittlerweile auch etliche Spezialbücher erschienen, die sich mit den Teilmodulen Calc, Writer, Base und Impress/Draw beschäftigen. |
| Benötigtes Vorwissen |
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Sie sollten die Grundlagen des Umgangs mit der Shell beherrschen. |
Auch wenn OpenOffice.org das Standard-Office-Paket unter Ubuntu ist, gibt es in der Linux-Welt einige Alternativen:
- Der GNOME-Anwender findet im Textverarbeitungsprogramm Abiword den Ersatz für MS Word; das Excel-Pendant heißt
- Gnumeric. Beide zusammen bilden mit einigen Zusatztools das GNOME-Office. Die Kompatibilität mit den Microsoft-Produkten ist mittelmäßig.
- Die entsprechende Lösung für den KDE-Desktop heißt KOffice. Dieses Office-Paket erledigt sämtliche wichtigen Büroaufgaben, die im Alltag anfallen. Die Kompatibilität zu Microsoft Office ist nur bei spärlich formatierten Dokumenten gewährleistet.
Unter (K)Ubuntu findet man als Standard das OpenOffice.org-Paket. Erstaunlicherweise mussKOffice unter Kubuntu mittels sudo apt-get install koffice nachinstalliert werden. Im Folgenden werden Sie sich ausschließlich mit OpenOffice.org beschäftigen. Anhand einiger instruktiver Beispiele sollen die Möglichkeiten der einzelnen Module kurz aufgezeigt werden, sodass sich insbesondere Umsteiger vom Microsoft-Office-Paket schnell umgewöhnen können.
OpenOffice.org bietet nicht den gleichen Funktionsumfang wie Microsoft Office. Trotzdem können Sie alle Aufgaben auch mit dieser Office-Suite erledigen. Achten Sie allerdings bei jedem Austausch Ihrer Dateien mit Kollegen auf ein Dateiformat, das auch Microsoft-Anwender lesen können. Entweder exportieren Sie Ihre Dokumente durch einen einfachen Mausklick in das PDF-Format oder Sie speichern sie im Microsoft-Office-Format ab.
Markenrecht
In einigen Ländern dieser Welt ist der Begriff OpenOffice markenrechtlich geschützt. Um dem Office-Paket weltweit einen einheitlichen Namen zu geben, entschied man sich für die Bezeichnung OpenOffice.org, abgekürzt OOo.
| Den Splash-Screen von OpenOffice.org ausschalten |
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Der Start von OpenOffice.org dauert leider selbst auf modernen Systemen ziemlich lange. Damit der Anwender dennoch merkt, dass die Office-Suite im Hintergrund geladen wird, stellt OpenOffice.org einen Splash-Screen dar, der einen Fortschrittsbalken enthält. Dieser Splash-Screen überlagert allerdings andere Anwendungen und stört daher einige Benutzer. Sie können ihn problemlos abschalten, indem Sie eine Konfigurationsdatei bearbeiten. Rufen Sie diese folgendermaßen auf: |
| gksu gedit /etc/openoffice/sofficerc |
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Ändern Sie in dieser Datei die Zeile Logo=1 in Logo=0, und speichern Sie die Datei. Beim nächsten Start werden Sie vom Splash-Screen verschont. |
10.1 Textverarbeitung – OpenOffice.org Writer 

Ich beginne mit der Vorstellung der Textverarbeitung. Folgende Standardaufgabe soll gelöst werden: Erstellen Sie einen gegliederten Text mit Abbildungen und Tabellen, Inhaltsverzeichnis sowie einem Index. Eine Nummerierung der Seiten sowie eine Rechtschreibprüfung innerhalb des Textes sollte ebenfalls durchgeführt werden.
Abbildung 10.1 Erstellen einer Gliederung in OpenOffice.org Writer
10.1.1 Erstellen eines gegliederten Dokuments 

| 1. | Nach dem Start des ProgrammsTextverarbeitungOpenOffice WriterErstellen eines Dokumentes über Anwendungen • Büro • OpenOffice.org Textverarbeitung sollte automatisch ein leeres Dokument geöffnet werden. Aus der Office-Umgebung heraus kann das durch den Menüpunkt Datei • Neu • Textdokument geschehen. Legen Sie noch vor Eingabe des ersten Absatzes eine Gliederung über den Menüpunkt Format • Nummerierung/Aufzählung • Gliederung an (Abbildung). |
| 2. | Nun können Sie mithilfe der Formatvorlage die GliederungTextverarbeitungOpenOffice WriterErstellen einer Gliederung des Dokuments erstellen. Achten Sie zunächst nicht auf die relative Größe der Überschriften. Die Gliederung lässt sich mit der Tabulatortaste (Tab) tieferstufen und mittels (Umschalt) + (Tab) höherstufen. |
| 3. | Die Formatierung der einzelnen Überschriften erledigen Sie mit dem Stylist-Fenster, das (falls es noch nicht sichtbar ist) mit der Taste (F11) zum Vorschein gebracht wird. Dieses Universalwerkzeug ermöglicht die direkte Zuweisung von Formatierungen durch einfaches Anklicken. Platzieren Sie den Cursor in dem zu formatierenden Absatz, und wählen Sie das Format durch zweimaliges Anklicken im Stylist aus. Ein mögliches Ergebnis zeigt Abbildung). |
| 4. | Nun können Sie den eigentlichen Text einfügen. Begeben Sie sich zu diesem Zweck mit dem Cursor an das Ende der Gliederungsüberschriften, und betätigen Sie die Eingabetaste. Schalten Sie die Nummerierung mithilfe der Schaltfläche auf der Icon-Leiste aus, wählen Sie als Formatvorlage Textkörper • Einrückung, und lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. |
| Shortcut für das Unterstreichen |
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Bei einigen Versionen von OpenOffice.org kann es vorkommen, dass die Tastenkombination für »Unterstreichen« nicht funktioniert. Beim Drücken der Tastenkombination
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| echo "GTK_IM_MODULE=xim" >> ~/.profile |
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Danach müssen Sie sich ab- und wieder anmelden, um die neue Funktion nutzen zu können. |
Abbildung 10.2 Formatierung mithilfe des Stylisten
| Word-Dokumente im Griff |
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Microsoft-Word-Dokumente sind gespickt mit Sonderzeichen und binären Steuersymbolen, wenn Sie sie nicht in OpenOffice.org öffnen. Ein normaler Text-Editor wie beispielsweise Gedit ist nicht in der Lage, solche Dokumente korrekt darzustellen.Es gibt allerdings viele kleine nützliche Helfer auf der Kommandozeile, mit denen Sie auch diese Dokumente in den Griff bekommen, beispielsweise die wvWare-Tools (http://wvware.sourceforge.net). Diese Tools verrichten ihre Arbeit im Hintergrund von Programmen wie AbiWord, können aber auch separat in Skripten oder im Terminal verwendet werden. |
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Die Pakete beinhalten viele kleine nützliche Programme. Mit dem Befehl wvSummary test.doc können Sie aus einem Word-Dokument Titel, Autor, Programmversion, Seiten-, Wort- und Zeichananzahl auslesen. Selbstverständlich gehören auch Konvertierungs-Tools zum Umfang des Pakets: |
| wvHTML test.doc test.html wvPDF test.doc test.pdf wvPS test.doc test.ps |
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Alternativ zu den wvWare-Tools können Sie auch Antiword verwenden, um den Text zu konvertieren: antiword test.doc > test.txt. Wenn das Original-Dokument Bilder enthält, werden die an der betreffenden Stelle mit dem Kürzel "[pic]" gekennzeichnet. Wenn Ihnen die Standard-Einstellung von 76 Zeichen nicht gefällt, ändern Sie diese Angabe unter der Verwendung der Option -w: |
| antiword test.doc -w 80 > test.txt |
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Mit der Angabe von "-w 0" wird gar kein Zeilenumbruch erzeugt. Antiword hat einen ähnlichen Funktionsumfang wie die wvWare-Tools. Beispielsweise ist mit der Option -p in Verbindung mit einer Seitengröße der Export in eine PostScript-Datei möglich, beispielsweise: |
| antiword -p a4 test.doc > test.ps |
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Mit diesem Befehl wird ein PostScript-Dokument im DIN-A4-Format erzeugt. Bei der Zuverlässigkeit steckt der Teufel allerdings im Detail. Oftmals ist es von erheblichem Vorteil, wenn der Autor des Original-Dokuments die Absatzformatvorlagen korrekt verwendet hat. Allgemein haben alle Konvertierungstools Probleme mit Sonderzeichen und falschen Formatierungen. Bei Dokumenten, die mit neueren Word-Versionen erstellt wurden, kann es vorkommen, dass beim Konvertieren der Bilder teils erhebliche Probleme auftreten. |
10.1.2 Einfügen von Bildern und Tabellen 

| 1. | Um zu testen, wie man Bilder einfügt, können Sie einen Screenshot mit dem Grafikprogramm The Gimp erstellen. Starten Sie Gimp über Anwendungen • Grafik • GIMP, und fertigen Sie einen Screenshot an (Datei • Holen • Screen Shot). Dieser sollte anschließend als screenshot.bmp im Heimatverzeichnis gespeichert werden. Kubuntu-Nutzer erstellen den Screenshot mit KSnapshot (das Sie über K-Menü • Grafik • KSnapshot starten). |
| 2. | Die Grafik wird durch Auswahl von Einfügen • Grafik • Aus Datei an die gewünschte Stelle im Dokument eingebundenTextverarbeitungOpenOffice WriterEinfügen von Grafiken. Dazu müssen Sie gegebenenfalls mithilfe des |
| 3. | Datei-Browsers an die entsprechende Stelle im Verzeichnisbaum navigieren. Achten Sie vor dem Einfügen der Grafik darauf, dass die Schaltfläche Verknüpfen markiert ist. In diesem Fall wird lediglich ein Link zum Bild definiert. Dadurch kann die Größe des Textdokuments klein gehalten werden. Möchten Sie das Dokument allerdings später verschicken, so ist es ratsam, die Grafik fest einzubinden. |
| 4. | Durch einen Rechtsklick über dem eingefügten Bild haben Sie nun die Möglichkeit, die Grafik Ihrem Geschmack entsprechend zu formatieren. Den Gestaltungsmöglichkeiten sind dabei keine Grenzen gesetzt; wer sich mit Microsoft Word auskennt, wird sich schnell heimisch fühlen. Die Größe der Grafik kann wie gewohnt mit der Maus geändert werden. Sollen dabei die Proportionen erhalten bleiben, so betätigen Sie während der Größenänderung die Umschalttaste. |
| 5. | Für die Beschriftung der Grafik empfiehlt sich die automatische Beschriftungsfunktion von OpenOffice Writer. Dazu wählen Sie im Grafik-Kontextmenü den Punkt Beschriftung. Auf ganz ähnliche Weise können Sie andere Objekte wie Tabellen oder Diagramme einfügen. Im Menü Einfügen finden Sie entsprechende Unterpunkte. |
10.1.3 Rechtschreibprüfung, Seitenzahlen etc. 

Jede gute Textverarbeitung bietet die Möglichkeit, erstellte Dokumente auf korrekte Rechtschreibung hin zu überprüfen. In der Standardeinstellung erfolgt dies bei OpenOffice Writer während der Eingabe; unbekannte oder falsch geschriebene Wörter erscheinen rot unterkringelt. Möchten Sie ein eigenes Vokabularium verwenden, so haben Sie die Möglichkeit, entsprechende Wörter mit einem Rechtsklick dem Standardwörterbuch hinzuzufügen.
Wenn Sie möchten, können Sie zur Erlangung eines harmonischen Textflusses die automatische Silbentrennung aktivieren. Dazu wählen Sie Format • Absatz • Textfluss/Silbentrennung.
Das Einfügen von Seitenzahlen ist leicht: Erstellen Sie je nachdem, ob die Seitenzahlen im Seitenkopf oder im Seitenfuß erscheinen sollen, eine Kopf- bzw. Fußzeile. Mittels Einfügen • Feldbefehl • Seitennummer wird die automatische Nummerierung in die entsprechende Sonderzeile eingefügt. Die Seitennummer kann schließlich mit der üblichen Schaltfläche für die Zentrierung in die Mitte der Seite gerückt werden. Damit haben Sie beste Voraussetzungen geschaffen, ein epochales Werk auf Ihrem Computer entstehen zu lassen.






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