10.4 Datenbank – OpenOffice.org Base 

Seit OpenOffice.org Version 2.0 ist ein eigenes Datenbank-Frontend namens Base Bestandteil des Pakets. Dabei handelt es sich um ein Frontend, das die bislang schon bestehende Möglichkeit, eine externe Datenbank vom Typ mySQL zu nutzen, für Einsteiger vereinfacht. In Abschnitt werden Sie lernen, wie Sie den eigenen PC zu einem mySQL-Server ausbauen. Hier soll nur kurz skizziert werden, wie man mithilfe von OpenOffice.org Base auf eine solche Datenbank zugreift.
10.4.1 Zusammenarbeit mit mySQL 

Das folgende Beispiel geht davon aus, dass auf Ihrem System ein lokaler mySQL-Server läuft. Es soll auf dessen Testdatenbank namens test zugegriffen werden. Der Zugriff auf die Datenbank soll über eine ODBC-(Open Data Base Connectivity)Schnittstelle erfolgen, sodass zunächst das Paket libmyodbc installiert werden muss.
Nun müssen Sie zwei Dateien editieren, um auf die Testdatenbank des mySQL-Servers zugreifen zu können. Schreiben Sie Folgendes in die zuvor leeren Textdateien:
# Auszug aus /etc/odbc.ini [MySQL-test] Description = MySQL database test Driver = MySQL Server = localhost Database = test Port = 3306
Dadurch wird die Datenbank test unter dem Namen MySQL-test exportiert. Weiterhin muss der Pfad zur ODBC-Bibliothek gesetzt werden:
# Auszug aus /etc/odbc.ini [MySQL] Description = ODBS for MySQL Driver = /usr/lib/odbc/libmyodbc.so FileUsage = 1
Abbildung 10.6 So stellen Sie die Verbindung zur Datenbank her.
10.4.2 Erstellen einer Datenbank 

Damit wären alle Vorbereitungen getroffen. Nun starten Sie OpenOffice Base aus dem Menü über Anwendungen • Büro • OpenOffice Base. Im ersten Menü wählen Sie den Punkt Verbindung zu bestehender Datenbank aus. Achten Sie darauf, als Typ ODBC anzugeben (Abbildung).
Im nächsten Untermenü können Sie nach bestehenden Datenbanken suchen lassen. Hier sollte dann die oben definierte Datenbank MySQL-test erscheinen. Nach Auswahl der Datenbank muss ein Benutzer definiert werden, der auf die Datenbank zugreifen soll, und schließlich wird eine Base-Datei erstellt, die Sie benennen müssen. Von dieser Datei ausgehend haben Sie nun die Möglichkeit, auf die mySQL-Datenbank zuzugreifen (Abbildung).
Abbildung 10.7 Das OpenOffice.org Base-Frontend beim Zugriff auf eine mySQL-Datenbank
Extrahieren einer OpenOffice.org-Datei
OpenOffice.org liefert für nahezu jeden Zweck ein eigenes Programm. Auch wenn der Funktionsumfang noch lange nicht an proprietäre Office-Pakete (beispielsweise Microsoft Office) heranreicht, so wird die OpenOffice.org-Suite immer größer und mächtiger. Es wundert daher nicht, dass in den letzten Veröffentlichungen sehr viel Arbeit in die Geschwindigkeit der Programme gesteckt wurde. So starten die einzelnen Programme heute wesentlich schneller als noch vor ein paar Jahren (bei vergleichbarer Rechenleistung). Trotz alledem ist es manchmal unnötig, die gesamte Office-Suite zu starten, wenn man beispielsweise nur ein Format in ein anderes konvertieren möchte.
Abbildung 10.8 Inhalt einer OpenOffice.org-Datei
Archive und xml-Dateien
Bei den Dokumententypen handelt es sich um Archive, der eigentliche Inhalt des Dokuments versteckt sich in einer xml-Datei. Den Dokumententyp können Sie sich über den Befehl
file <Dokument>
ansehen, während Sie über unzip dieses Archiv entpacken können.
KDE
Zum grafischen Auspacken einer solchen Datei können Sie in der KDE-Umgebung den Konqueror verwenden. Klicken Sie hier mit der rechten Maustaste auf das Dokument und wählen Sie aus dem Kontextmenü Öffnen mit. Geben Sie dann als Programmnamen ark ein und wählen Sie anschließend Zip-Archiv aus.
Sowohl unter GNOME als auch unter KDE ist die Verknüpfung mit dem Archiv-Manager automatisch vorhanden, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf eine solche Datei klicken.
Abbildung 10.9 Dies ist tatsächlich der entpackte Inhalt einer ODT-(Archiv)-Datei. Der eigentliche Text versteckt sich in content.xml.
Beim Entpacken sollten Sie eventuell darauf achten, dass Sie für jedes Dokument ein eigenes Verzeichnis anlegen. Je nach Dateiformat werden beim Entpacken im aktuellen Verzeichnis mehrere Ordner und Datein entpackt. Dies kann sehr schnell unübersichtlich werden.
| Schnelles Betrachten einer OpenOffice.org-Datei |
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Um einen schnellen Blick in den Inhalt einer xml-Datei zu machen, können Sie natürlich den Browser benutzen. Allerdings ist die Darstellung gewöhnungsbedürftig, und die Anzeige ist voller xml-Elemente, die den Blick auf den eigentlichen Text erschweren. Wesentlich einfacher geht es, wenn Sie den Inhalt in eine Textdatei umwandeln. Hierzu eignet sich das Tool o3totxt: |
| o3totxt < content.xml > test.txt |
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Die beiden Operatoren < und > sind zwingend notwendig. Alternativ dazu können Sie mithilfe von |
| 03tohtml < content.xml > test.html |
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die Datei in das HTML-Format konvertieren. Nochmals schneller geht es übrigens, wenn Sie das Auspacken des Archivs und das Konvertieren miteinander verknüpfen. Hierzu dient die Pipe: |
| unzip -p test.odt content.xml | o3totxt > test.txt |
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Alternativ können Sie hier natürlich auch den Transfer in das HTML-Format vornehmen. Der Befehl extrahiert die xml-Datei aus dem odt-Dokument und schreibt ihn auf die Standardausgabe. Die Pipe sorgt dafür, dass die Ausgabe an das jeweilige Programm weitergegeben wird. Das Ergebnis des Programms wird über den >-Operator in die Zieldatei geschrieben. Achtung: Wenn bei der Konvertierung die Umlaute nicht richtig dargestellt werden, ist das OpenOffice.org-Dokument eventuell UTF-8-kodiert. Um diesen Makel zu beheben, sollten Sie das Tool utf8tolatin1 verwenden. Auch hierbei bietet es sich an, die Befehle in einer Abfolge miteinander zu verknüpfen: |
| unzip -p test.odt content.xml | o3totxt | utf8tolatin1 > test.txt |
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Die beschriebene Vorgehensweise eignet sich sehr gut für einen schnellen Blick in den Inhalt von Dateien, Tabellen und Abbildungen, sie können damit aber leider nicht konvertiert werden. In diesem Fall kommen Sie um ein manuelles Starten von OpenOffice.org nicht herum. |








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