10.6 Viewer und Wörterbücher 

10.6.1 PDF und Postscript 

Evince ist der Standard-Postscript- bzw. -PDF-Betrachter unter GNOME. Sie sind sicher schon einmal mit dem Programm in Berührung gekommen, nachdem Sie ein PDF-Dokument aus dem Internet auf Ihren Rechner geladen und dieses durch Anklicken im Nautilus-Browser angeschaut haben.
| Das Schweizer Messer für Postscripts |
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Für das Postscript-Format gibt es ein wahres Allround-Genie, den Any to PostScript-Konverter (a2ps). Es wandelt viele verschiedene Dateiformate in das Postscript-Format um, wobei Sie das Ergebnis der Verwandlung entweder als Datei abspeichern oder direkt an einen Drucker senden können. Das Programm ist ebenfalls über die distributionseigenen Software-Kanäle installierbar. |
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Generell gilt: Wenn Sie den Output nicht direkt an einen Drucker leiten möchten, müssen Sie über den Parameter -o eine Ausgabedatei definieren: |
| a2ps test.txt -o test.ps |
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Das Programm a2ps fasst in der Standardeinstellung immer zwei Seiten auf einem Blatt zusammen. Sie können dies beeinflussen und beispielsweise »normale« einseitige Dokumente erstellen, indem Sie dem Programm den Parameter –1 mitgeben: |
| a2ps –1 test.txt -o test.ps |
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Sie können durch Variation der Ziffer bis zu neun Seiten auf einem Blatt zusammenfassen. Selbstverständlich gelingt auch die Konvertierung von Grafikformaten spielend einfach. Hierbei greift a2ps auf die Tools des Pakets ImageMagick zurück, sodass sämtliche bekannten Dateitypen umwandelbar sind. So verwandeln Sie beispielsweise ein jpeg durch folgenden Befehl in ein PostScript: |
| a2ps –1 bild.jpg -o bild.ps |
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Eine Übersicht über die möglichen Dateiformate erhalten Sie mit a2ps --list=delegations. |
Okular
Die entsprechende Lösung für KDE heißt Okular und wird standardmäßig in der Kubuntu-/KDE-Umgebung installiert. Okular bietet, verglichen mit Evince, einige zusätzliche Funktionen an, was diesen PDF-Betrachter auch für GNOME-Anwender interessant macht: Das Ausschneiden von Texten und Grafiken aus PDF-Dokumenten ist sehr komfortabel; der ausgeschnittene Text lässt sich wahlweise als Text oder als Bild speichern (vgl. Abbildung).
Abbildung 10.16 Text und Grafiken lassen sich mit Okular einfach ausschneiden.
Wie Evince kann Okular neben PDFs auch Postscript-Dateien sowie eine Reihe weiterer Dokumententypen wie DVI und mehrere E-Book-Formate anzeigen. Okular ist ein Google-Summer-of-Code-Projekt und durch Plug-Ins erweiterbar. Mit den Paketen
- okular-extra-backends-kde4 (universe) – für Kubuntu 8.04 Hardy Heron
- okular-extra-backends – seit Kubuntu 8.10 Intrepid Ibex
können Sie die Unterstützung für weitere Formate wie TIFF nachinstallieren.
| Vermengen zweier PostScript- oder PDF-Dateien |
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Zwei PostScript-Dateien können wie folgt zu einer zusammengefasst werden: |
| gs -q -dNOPAUSE -dBATCH -sDEVICE=pswrite -sOutputFile=<bla.ps> -f - <foo1.ps> <foo2.ps> |
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Für PDF-Dateien funktioniert dies analog: |
| gs -q -dNOPAUSE -dBATCH -sDEVICE=pdfwrite -sOutputFile=<bla.pdf> -f - <foo1.pdf> <foo2.pdf> |
| Import von PDF-Dateien in OpenOffice.org |
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OpenOffice.org kann standardmäßig Ihre Dokumente als PDF-Dateien exportieren. Dies ist im Sinne der Barrierefreiheit auch zu empfehlen. Mithilfe des Paketes openoffice.org-pdfimport ist darüber hinaus auch ein Import von PDF-Dateien möglich. |
Adobe Reader
Möchten Sie proprietäre Software verwenden, so bedient man sich des Acrobat Reader der Firma Adobe. Dieser ist recht voluminös, bietet jedoch einige Sonderfunktionen im Vergleich zu den oben genannten Lösungen. Leider liegt die Linux-Version des Readers zumeist eine Release-Nummer hinter der jeweils aktuellen Windows-Version zurück.
Vor allem kann man den Acrobat Reader nutzen, um sich zu vergewissern, dass die von Ihnen erstellten PDF-Dokumente auch unter Windows so aussehen, wie sie aussehen sollen. Das Programm können Sie problemlos installieren, wenn Sie die Medibuntu-Paketquelle hinzufügen. Um den Acrobat-Reader auch innerhalb von Firefox nutzen zu können, sollten Sie folgende Pakete installieren:
- acroread
- mozilla-acroread
Von der Installation des Pakets acroread-plugins rate ich eher ab. Anstatt Ihnen zusätzliche Funktionen zur Verfügung zu stellen, ermöglicht es das Senden von Informationen an einen RemoteHost. So erfährt beispielsweise der Autor eines PDFs, wer sein Dokument angesehen hat. Sie finden den installierten Adobe Reader im Menü unter Anwendungen • Büro • Adobe Reader.
| Postscript und PDF konvertieren |
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Allgemein lassen sich nicht nur Dokumente aus Word oder OpenOffice.org nahezu beliebig konvertieren. Mit den richtigen Mitteln können Sie auch PostScript- und PDF-Dokumente knacken und den Inhalt auslesen. Sie benötigen hierzu ein Paket, das auf den Namen ghostscript hört. Um eine Postscript-Datei in das Textformat zu überführen, verwenden Sie |
| ps2ascii test.ps > test.txt |
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oder für eine PDF-Datei: |
| pdf2ascii test.pdf > test.txt |
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Über den Operator > wird hier ebenfalls die Ausgabe in eine Textdatei umgeleitet. Auch die Umwandlung von PS in PDF und umgekehrt ist kein Problem. Hierzu eignen sich die Werkzeuge ps2pdf und pdf2ps. Bei der Verwendung dieser Tools ist das zweite Argument, also die Angabe einer Zieldatei, nicht zwingend erforderlich. Bei Fehlen dieser Angabe wird der neue Dateiname einfach aus dem alten abgeleitet: |
| ps2pdf test.ps |
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Dies führt zu einem PDF-Dokument mit dem Namen test.pdf. Wenn Sie dies nicht wünschen und dem Ergebnis einen speziellen Namen zuweisen möchten, verwenden Sie den Befehl folgendermaßen: ps2pdf test.ps ergebnis.pdf. Die Verwendung von pdf2ps erfolgt analog zu den gegebenen Beispielen. |
10.6.2 Wörterbücher und Thesauren 

Das beliebteste Wörterbuch im Linux-Umfeld heißt ding. Folgende Pakete müssen zur erfolgreichen Arbeit mit ding installiert werden: ding, trans-de-en und optional agrep (unterstützt die fehlertolerante Suche).
Beim vorletzten Paket handelt es sich um ein sehr umfangreiches Wörterbuch, das an der TU Chemnitz gepflegt wird. Interessant ist insbesondere die Eigenschaft des Programms, markierte Wörter in einer parallel gestarteten Anwendung (z. B. einem Webbrowser) simultan zu übersetzen, wenn das unbekannte Wort markiert bzw. angeklickt wurde (Abbildung). Dazu müssen Sie Suchverhalten • Suche sofort bei neuer Textauswahl aktivieren.
Abbildung 10.17 Das Wörterbuch »ding« übersetzt simultan.
Thesaurus
Viele OpenOffice.org-Anwender wünschen sich einen ausführlicheren Thesaurus. Der normale Thesaurus des OpenOffice.org-Pakets stammt aus dem oben beschriebenen ding-Projekt. Um diesen zu installieren, laden Sie die täglich neu generierte Datei von www.openthesaurus.de herunter.
Die Installation innerhalb von OpenOffice.org geschieht folgendermaßen:
- Entpacken Sie das Paket, und kopieren Sie die entpackten Dateien in das Verzeichnis /usr/share/myspell/dicts:
unzip thes_de_DE_v2.zip cd OOo2-Thesaurus sudo cp * /usr/share/myspell/dicts
- Fügen Sie in die Datei dictionary.lst folgende Zeile ein:
#Auszug aus /usr/share/myspell/dicts/dictionary.lst THES de DE th_de_DE_v2
Starten Sie abschließend OpenOffice.org neu. Zum Ausprobieren setzen Sie einfach den Cursor auf ein Wort und wählen aus dem Menü Extras den Punkt Sprache • Thesaurus bzw. alternativ die Hotkey-Sequenz
+
. Sollten keine Synonyme angezeigt werden, können Sie es zunächst mit dem Wort »Test« versuchen. Es werden nur Grundformen gefunden, z. B. »groß«, aber nicht »größer«, »laufen«, aber nicht »lief«. Wer Fehler im Thesaurus findet oder Wörter vermisst, kann sich unter http://www.openthesaurus.de anmelden und dort Fehler beheben bzw. neue Wörter einfügen.
Besonders praktisch ist die Möglichkeit, das OpenOffice.org-Programm mit dem Online-Thesaurus der Uni Leipzig zu verbinden. Dieser enthält mehr als 100 Millionen Beispieldatensätze. Bedingung ist die Installation der original Sun Java Runtime, auf die wir später noch eingehen werden. Eine ausführliche Anleitung finden Sie im Wiki auf www.ubuntuusers.de.






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