11.5 Verwaltung digitaler Fotos 

Die Standardlösung zur Verwaltung Ihrer digitalen Bilder heißt F-Spot. Wir werden im Folgenden die genaue Funktionsweise von F-Spot näher betrachten und auch den Online-Service Flickr dafür benutzen. Da F-Spot sehr mächtig und zu Beginn doch recht gewöhnungsbedürftig ist, werden wir dies in Form eines Workshops angehen.
11.5.1 F-Spot 

Sie starten das Tool über Anwendungen • Grafik • F-Spot Fotoverwaltung. Mithilfe des Programms lassen sich auch Bilder katalogisieren, allerdings gestaltet sich die Suche im Archiv nicht ganz so bequem wie bei ImgSeek.
Unter KDE lassen sich Diashows mit dem Programm Kuickshow durchführen. In der normalen Kubuntu-Installation ist das Paket nicht enthalten, es lässt sich jedoch leicht über
user$ sudo apt-get install kuickshow
nachinstallieren.
Abbildung 11.10 Das neue F-Spot in Aktion
Um Ihre Bilder von F-Spot verwalten zu lassen, wählen Sie Datei • Importieren und dann den Ordner aus, in dem sich die Bilder befinden. Wichtig ist hier, dass standardmäßig der Menüpunkt Datei in den Fotoordner kopieren aktiviert ist, nach dem Import also alle Bilder doppelt vorhanden sind. Wenn Sie dies aktuell verhindern möchten, entfernen Sie an dieser Stelle das Häkchen.
Lässt man diese Option aktiviert, erstellt F-Spot im Ordner Bilder eine Ordnerstruktur, die sich nach den in den Bildern gespeicherten Datumsangaben richtet. Bereits beim Import lassen sich den Bildern Markierungen zuweisen (möglich sind Favorites, Hidden, People, Places und Events). Sie können aber auch eigene Markierungen (sogenannte Tags) hinzufügen. Klicken Sie dafür mit der rechten Maustaste auf ein Bild, und wählen Sie Markierung hinzufügen • Neuen Tag erstellen.
Sie können auch dauerhaft einen anderen Standardordner auswählen, damit beispielsweise automatisch importierte Bilder von der Digitalkamera sofort im richtigen Verzeichnis gespeichert werden. Die Einstellungen hierfür finden Sie unter Bearbeiten • Einstellungen. Hier können Sie unter Importeinstellungen einen anderen Standardordner auswählen. Es bietet sich an, den bereits definierten Ordner Bilder in Ihrem persönlichen Verzeichnis für diesen Zweck zu verwenden. Den Schönheitsfehler, dass F-Spot beim ersten Start einmalig den Order Fotos erstellt, können Sie leicht beheben: Löschen Sie ihn einfach, nachdem Sie sichergestellt haben, dass sich keinerlei Fotos in ihm befinden.
Abbildung 11.11 Standardmäßig werden Kopien aller Bilder in einem eigenen Ordner namens Fotos in Ihrem persönlichen Verzeichnis erstellt. Dieser befindet sich in Ihrem /home-Verzeichnis.
Noch eine Bemerkung zu den Tags: Diese Tags sind keine Spielerei – auch wenn sie auf den ersten Blick so erscheinen mögen. Das Markieren von Dateien ist ein relativ neuer und beliebter Ansatz geworden, um der zunehmenden Datenmenge eine gewisse Struktur zu geben. Die klassische Methode, um Dateien zu sortieren, besteht darin, ihnen einen eindeutigen Namen zu geben und sie in Verzeichnissen (Ordnern) abzuspeichern. Diese Art der Strukturierung hat zweifellos bisher einwandfrei funktioniert, wenn man sich strikt an diese Ordnung gehalten hat.
Seit geraumer Zeit explodieren die Datenmengen jedoch. Während wir vor 15 Jahren nur einige Dokumente auf unserem PC speicherten, müssen heutzutage Computer immer mehr erledigen und damit auch Musik, Videos, Bilder usw. verwalten. Das Anlegen von Ordnern und die korrekte Benennung einer Datei stoßen bei einer unüberschaubar wachsenden Anzahl von Dateien schnell an ihre Grenzen. Das Verwenden von Markierungen (Tags) und eines Zeitstempels kann bei diesem Problem eine große Hilfe sein. Markierungen haben auch noch einen anderen nicht zu vernachlässigenden Vorteil: Sie können eine Datei mit mehreren Markierungen versehen. Dies ist so, als wenn Sie eine Datei gleichzeitig in mehreren Verzeichnissen abspeichern. Mehrfaches Markieren macht das Auffinden von Dateien zum Kinderspiel, da Sie dann mehrere Möglichkeiten besitzen, Ihre Dateien nach bestimmten Markierungen zu filtern.
Bearbeiten und Sichern
Mit F-Spot lassen sich Bilder bzw. Fotos auch direkt bearbeiten. Dafür stehen verschiedene Werkzeuge, beispielsweise zum Farbabgleich und zum Entfernen roter Augen, zur Verfügung. Die Bilder lassen sich nicht nur auf eine CD oder in einen Ordner, sondern wie gesagt auch zu Flickr exportieren, sofern Sie dort einen Account haben. Vor dem ersten Export zu Flickr müssen Sie F-Spot zunächst erlauben, auf den Flickr-Account zuzugreifen.
Abbildung 11.12 Es stehen mehrere Exportmöglichkeiten zur Verfügung.
| Dateien packen und entpacken |
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Jeder von uns weiß um die Notwendigkeit, Dateien und Verzeichnisse zu packen. Auf einer grafischen Oberfläche gelingt dies unter Ubuntu sehr einfach: Mit der rechten Maustaste gelangen Sie zu dem Menüpunkt Archiv anlegen. Dort haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Packern. Auf die gleiche Weise können Sie auch Archive entpacken: Wäheln Sie aus dem Kontextmenü einfach den Punkt Hier entpacken. Allerdings haben Sie natürlich die Wahl – dies ist auch auf der Kommandozeile möglich. |
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Oftmals kommt man an dem Format Zip nicht vorbei. Um z. B. den Ordner Ubuntu zu komprimieren, lautet der dazugehörige Befehl: |
| zip -r Ubuntu Ubuntu |
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Dieser Befehl resultiert in einer gepackten Datei mit dem Namen Ubuntu.zip. Übrigens brauchen Sie ein solches Archiv nicht zu entpacken, um den Inhalt zu erfahren. Sie können sich stattdessen ein Inhaltsverzeichnis anzeigen lassen: |
| unzip -l ubuntu.zip |
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Genau das Gleiche funktioniert natürlich auch mit anderen Formaten, beispielsweise .tgz. Eine Besonderheit hierbei ist, dass der Vorgang des Packens bzw. Entpackens, in zwei Schritte aufgeteilt ist (Tar + gzip). Der erste Schritt wird durch das Tool Tar erledigt. Tar fasst ein Verzeichnis zu einer Datei zusammen; diese Datei ist dabei noch nicht komprimiert. Anschließend wird sie mit gzip komprimiert. Beide Schritte lassen sich aber natürlich mit einem einzigen Befehl erledigen: |
| tar -czf Ubuntu.tgz Ubuntu |
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Das Inhaltsverzeichnis dieser Datei lassen Sie sich durch tar -tzf Ubuntu.tgz anzeigen. Das Auspacken geschieht durch tar -xzf Ubuntu.tgz. |
Abbildung 11.13 Im Exportdialog können Sie eine Reihe von Einstellungen vornehmen.
F-Spot autorisieren
Dann öffnet sich ein Browser-Fenster, in dem Sie sich erst in Ihrem Flickr-Account einloggen und dann F-Spot autorisieren müssen. Anschließend werden Sie aufgefordert, das Browser-Fenster zu schließen.
Nun erfolgt der letzte für den Export erforderliche Schritt. Sie können noch einmal überprüfen, ob Sie mit dem richtigen Account eingeloggt sind, und können die Rechte für die Bilder vergeben (privat, nur für Freunde und/oder Familie sichtbar oder öffentlich). Außerdem können Sie die Bildgröße (in Pixeln) festlegen und entscheiden, ob Metadaten enthalten sowie Markierungen exportiert werden sollen oder nicht.
Screenshots
Das Erstellen von Screenshots ist bei Ubuntu sehr einfach: Den kompletten Bildschirm »fotografieren« Sie mit der Taste
, einzelne Anwendungen fotografieren Sie mit der Tastenkombination
+
. Achten Sie darauf, dass die Anwendungen, die Sie fotografieren wollen, aktiviert sind. Sie können diese Screenshots auch mit einer zeitlichen Verzögerung auslösen, indem Sie das grafische Werkzeug unter Anwendungen • Zubehör • Bildschirmfoto aufnehmen verwenden.
Abbildung 11.14 Auch zeitgesteuerte Screenshots sind möglich.
Den Screenshots Schatten zufügen
Sie können Ihre Screenshots mit einigen Effekten verschönern. Sie haben hier die Wahl zwischen einem Schlagschatten und einem Rahmen. Während Sie bei dem grafischen Werkzeug die Auswahl durch Anklicken erledigen können, müssen Sie ansonsten den gconf-editor über ein Terminal aufrufen. Navigieren Sie zu dem Eintrag apps/gnome-screenshot, und ändern Sie den Schlüssel border_effect in border oder shadow.
| Screenshots übers Terminal |
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Obwohl moderne Desktop-Environments über kleine Helferlein verfügen, die Sie beim Anfertigen von Bildschirmfotos unterstützen, so kann es dennoch nicht schaden, einmal hinter die Kulissen zu blicken. Sie können denkbar einfach und bequem über das Terminal Screenshots erstellen. Der Befehl hierzu lautet import und ist Teil des Pakets imagemagick. |
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Installieren Sie imagemagick mit der Paketverwaltung Ihrer Distribution nach, falls es noch nicht auf Ihrem System vorhanden ist. Um einen Screenshot des gesamten Desktops in einer Datei namens screen.png festzuhalten, brauchen Sie lediglich |
| import -window root screen.png |
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in das Terminal zu tippen. Das Foto wird dann in den aktuellen Ordner geschrieben. Diese Vorgehensweise hat natürlich den Nachteil, dass das Terminal selbst ebenfalls auf dem Screenshot zu sehen ist. Dieses Manko beseitigen Sie, indem Sie die Aufnahme zeitverzögert starten. Das Zauberwort hierbei lautet sleep. Mit dem Befehl sleep können Sie bestimmte Aktionen, die Sie damit verknüpfen, nach einer festgelegten Zeit starten. |
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Um nun das Bildschirmfoto mit einer Verzögerung von 10 Sekunden auszulösen, verknüpfen Sie die beiden Befehle auf folgende Art und Weise: |
| sleep 10; import -window root screen.png |
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Jetzt haben Sie 10 Sekunden Zeit, den Bildschirm so anzuordnen, wie Sie es wünschen; beispielsweise können Sie das Terminal minimieren. Vorsicht: Der Befehl import prüft nicht, ob der Screenshot bereits exitiert und überschreibt gegebenenfalls existierende Bilder ohne Nachfrage. |
Diashows
Hat man seine Bilder erst einmal sortiert, so möchte man diese meist einem Publikum in Form einer Diashow vorstellen. Unter GNOME/Ubuntu steht Ihnen mit dem Programm F-Spot ein nützliches Werkzeug für derartige Unterfangen zur Verfügung. Die neue Mono-Anwendung erlaubt einfaches Tagging, Bearbeiten und Hochladen auf verschiedene Fotowebseiten, darunter Flickr (www.flickr.com) oder auch Picasaweb. Im Diashowmodus können Sie jederzeit die Maussteuerung durch Anklicken des Bildes aktivieren.
11.5.2 ImgSeek 

Im Folgenden möchte ich Ihnen eine Lösung zur Verwaltung von Bildmaterial vorstellen. Das Programm nennt sich ImgSeek (Image Seek) und erleichtert insbesondere das Archivieren und Auffinden von Bildern.
ImgSeek wird mittels
sudo apt-get install imgseek
installiert.
Achten Sie zuvor darauf, dass das Universe-Repository freigeschaltet wurde. Sie starten das Programm von einer Konsole aus mit dem Befehl
imgSeek
(beachten Sie hier bitte die Groß-/Kleinschreibung). Alternativ können Sie das Programm auch wieder in das Startmenü Ihrer Desktop-Umgebung integrieren. Nach dem Programmstart sollten Sie zunächst ein oder mehrere Verzeichnisse (sogenannte Volumes) definieren, in denen Bilder enthalten sind. Im folgenden Beispiel ist dies z. B. eine CD-ROM, die Digitalfotos enthält. Über die Schaltfläche Add können Sie das Volume dem Suchpfad hinzufügen. Durch Anwahl des Schalters Recursively werden auch die Unterverzeichnisse indiziert. Bei einer späteren Suche verlangt ImgSeek nicht mehr nach dem Medium, vielmehr wird im Volume-Katalog gesucht.
Abbildung 11.15 Bilder suchen mit ImgSeek
Suche anhand von Skizzen
Eine herausragende Funktion des Programms ist die Bildersuche anhand von vorgegebenen Bildkriterien, die in Form von Piktogrammen oder auch Handskizzen vorliegen können. Dazu wählen Sie die Schaltfläche Search und geben den Pfad zu dem Bild einer Clipart-Grafik an, die am ehesten der Form des gesuchten Objektes entspricht.
Oder Sie wählen die Schaltfläche Draw und zeichnet die grobe Form des Bildes – wie Sie in Abbildung sehen, reicht wirklich eine grobe Skizze. Das Programm sucht nun nach dem Prinzip der Mustererkennung ähnliche Bilder heraus.
Natürlich können die Ergebnisse auch schon mal grob von dem Suchziel abweichen. In der Regel ist aber das gesuchte Bild meist in der Suchauswahl enthalten.
| Fotobücher erstellen |
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Heutzutage klebt man kaum noch Bilder in Fotoalben, sondern erstellt am PC Fotobücher und schickt die Bestellung online zum ausgewählten Anbieter. Oft war man jedoch als Linux-Anwender von solchen Services ausgeschlossen und musste sich damit behelfen, an Terminals im Ladengeschäft zu arbeiten. Das Labor CEWE, mit dem viele weitere Anbieter zusammenarbeiten, stellt unter http://www.cewe-fotobuch.de/download.php eine Übersicht aller Anbieter zur Verfügung, von denen viele auch eine Linux-Version der Software anbieten. Übrigens ist das Erstellen eigener Fotobücher auch eine gelungene Geschenkidee. |










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