13.3 Webdesign 

WYSIWYG-Lösungen
Eine ganz andere Art der Programmierung ist die Erstellung von Internetseiten auf Basis der HTML-Sprache. Auch wenn die eingefleischten Webdesigner nicht müde werden zu erwähnen, dass das beste Werkzeug für diesen Zweck ein einfacher Texteditor ist, wünscht sich der normale Computeranwender doch eine komfortable WYSIWYG-Oberfläche (What you see is what you get). Der folgende Teilabschnitt stellt die gebräuchlichsten Lösungen unter Ubuntu vor.
13.3.1 Mozilla Composer 

Der Mozilla Composer genügt den meisten Ansprüchen und wird unter Ubuntu durch die Pakete mozilla-browser und mozilla-locale-de-at installiert.
Das zweite Paket enthält die deutsche Lokalisierung, und das erste Paket installiert den Mozilla Browser nebst Composer. Um nun eine Webseite zu erstellen, können Sie den Composer direkt aus dem Menü Anwendungen • Internet • Mozilla Composer starten.
Abbildung 13.8 Der Mozilla Composer, ein komfortabler HTML-Editor
Im Composer haben Sie die Möglichkeit, in vier verschiedenen Darstellungsformen zu arbeiten (Abbildung):
- Normal Dieser Modus eignet sich für Gelegenheitsdesigner, die mit der HTML-Beschreibungssprache nicht in Berührung kommen wollen. Der Editor verhält sich hier wie eine »normale« Textverarbeitung.
- HTML-Tags Hier sind die wichtigsten HTML-Strukturen eingeblendet (vgl. Abbildung).
- Quelle Hier haben fortgeschrittene Anwender die Möglichkeit, HTML-Code direkt einzugeben.
- Vorschau ... und so sieht die Welt Ihre Seite.
Rechtschreibprüfung
Einige nützliche Features sind im Composer eingebaut: Mithilfe der Rechtschreibprüfung (Bearbeiten • Rechtschreibprüfung) können Sie Ihre Dokumente vor dem Upload auf Rechtschreibfehler hin überprüfen. Wer sauberen HTML-Code produzieren will, validiert sein Material vor der Veröffentlichung (Extras • HTML validieren). Voraussetzung hierfür ist eine bestehende Internetverbindung.
Schließlich können Sie eine geänderte Seite per Knopfdruck publizieren (Datei • Publizieren). Wenn Sie die Serverdaten nicht stets von Neuem eingeben möchten, definieren Sie diese zuvor über Bearbeiten • Publizierungs-site.
13.3.2 Nvu 

Dreamweaver-Ersatz
Nvu – ausgesprochen »N view« – ist eine Weiterentwicklung des Mozilla Composers. Mit diesem Editor arbeitet es sich ähnlich komfortabel wie mit dem bekannten Macromedia Editor Dreamweaver bzw. Microsofts Frontpage. Die Entwickler heben die folgenden Vorzüge hervor:
- Volle WYSIWYG-Funktionalität beim Bearbeiten von Webseiten.
- Integriertes FTP-Dateimanagement: Sie loggen sich auf Ihrem FTP-Server ein, navigieren durch die dortige Dateistruktur und ändern Ihre Webseiten online.
- Zuverlässige HTML-Code-Erstellung. Der Code, den Sie mit Nvu erzeugen, wird von den heute beliebtesten Browsern korrekt interpretiert. Zwischen der WYSIWYG-Ansicht und der Code-Ansicht kann bequem gewechselt werden.
- Leistungsfähige Unterstützung für Formulare, Tabellen und Vorlagen.
Nvu ist in Universe enthalten und wird über folgendes Paket installiert:
- nvu
Sie starten das Programm nach der Installation über Anwendungen • Internet • Nvu. Die derzeit im Ubuntu-Repository enthaltene Version beinhaltet noch keine deutsche Lokalisierung, daher beziehen sich die folgenden Ausführungen auf die englische Version. Eine deutsche Version von Nvu finden Sie auf http://www.nvu-composer.de, diese müssen Sie allerdings manuell installieren.
Seiten online bearbeiten
Besonders interessant ist der Live-Bearbeitungsmodus innerhalb von Nvu. Definieren Sie im linken Teilfenster eine neue Site über den Button Edit Sites. Im linken Fensterbereich können Sie nun durch die Dateistruktur auf dem Server navigieren und per Doppelklick Dateien zum Bearbeiten auswählen.
Nach Fertigstellen der Änderungen laden Sie die Dateien einfach durch Betätigen des Buttons Publish auf den Server. Gegebenenfalls müssen Sie hier noch den absoluten Pfad anpassen.
Abbildung 13.9 Website-Verwaltung mit Nvu
13.3.3 Weitere Lösungen 

Der Vollständigkeit halber sollen noch folgende weitere Lösungen erwähnt werden, die allerdings eine tiefere Einarbeitung in die Materie voraussetzen:
Bluefish
Dieser HTML-Editor ist eher für Experten gedacht, da er voraussetzt, dass Sie HTML beherrschen.
Bluefish lässt sich unter Ubuntu mit dem Paket
- bluefish
installieren. Dazu müssen Sie das Universe-Repository freischalten. Zur Unterstützung für den Webdesigner bietet Bluefish eine Toolbar mit den gebräuchlichsten HTML-Tags.
Quanta Plus
Quanta Plus ist die erste Wahl für KDE-Anwender, lässt sich aber natürlich auch in der GNOME-Umgebung einsetzen. Der Editor bietet umfangreiche Funktionen wie komplexes Projektmanagment und unterstützt unter anderem HTML, XHTML, XML, Java, PHP und JavaScript. Sie installieren Quanta Plus entweder über das gleichnamige Paket, oder Sie verwenden unter Kubuntu gleich das Meta-Paket kdewebdev. Dadurch wird die komplette Entwicklungsumgebung mit vielen zusätzlichen Plug-ins installiert.
Außerdem ist die Unterstützung für Debugging in Quanta Plus implementiert. Daher kann Quanta Plus mittlerweile als (Web-)Entwicklungsumgebung bezeichnet werden. In den Jahren 2003 bis 2006 wurde Quanta Plus von den Mitgliedern des Forums LinuxQuestions.org zum besten Web-Editor gewählt.
Und Flash?
Erste zarte Ansätze, Flash-Animationen auch unter Linux zu erstellen, zeigen Projekte wie KToon (ktoon.toonka.com, siehe Abbildung). Zwar bleibt der Funktionsumfang des Programms weit hinter den Möglichkeiten des Macromedia-Werkzeugs zurücks, dafür geht KToon beim Preis-Leistungs-Vergleich als klarer Sieger hervor.
Abbildung 13.10 Flash-Filme erstellen mit KToon
Das Programm können Sie von der oben genannten Website entweder als ausführbares Binärprogramm oder als Quellcode herunterladen. Das Binärprogramm ktoon kann direkt ausgeführt werden.







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