Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
1 Was ist Ubuntu?
2 Die Versionen im Detail
3 Die Shell
4 Migration und Synchronisation
5 Die Installation
6 Erste Schritte
7 Ubuntu mobil
8 Derivate
9 Internet und E-Mail
10 Office
11 Grafik und Bildbearbeitung
12 Multimedia und Spiele
13 Programmierung und Design
14 Hardware-Konfiguration
15 Software- und Paketverwaltung
16 Architektur
17 Backup und Sicherheit
18 Server-Installation
19 Datei- und FTP-Server
20 Weitere Server-Dienste
21 Kontrolle und Monitoring
22 Desktop-Virtualisierung
23 Server-Virtualisierung mit KVM
24 Server-Virtualisierung mit Xen
25 Hilfe
26 Befehlsreferenz Ubuntu Linux
A Übersicht: Software für (K)Ubuntu
B Mark Shuttleworth
C Glossar
D Häufig gestellte Fragen
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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 9.04 - Jaunty Jackalope
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
4., aktualisierte und erweiterte Auflage, geb.
1.120 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1439-1
Pfeil 14 Hardware-Konfiguration
Pfeil 14.1 Netzwerk und Internet
Pfeil 14.1.1 DSL
Pfeil 14.1.2 ISDN
Pfeil 14.1.3 Modem
Pfeil 14.1.4 WLAN
Pfeil 14.2 Grafikkarten
Pfeil 14.2.1 3dfx und Matrox
Pfeil 14.2.2 Intel
Pfeil 14.2.3 NVIDIA
Pfeil 14.2.4 ATI
Pfeil 14.2.5 Desktop-Effekte
Pfeil 14.3 Standard-Hardware anpassen
Pfeil 14.3.1 Eingabegeräte
Pfeil 14.3.2 Drucker
Pfeil 14.3.3 Scanner
Pfeil 14.3.4 CD-/DVD-Laufwerke
Pfeil 14.3.5 Externe Festplatte
Pfeil 14.4 Bluetooth einrichten
Pfeil 14.4.1 Installation
Pfeil 14.4.2 Dateiaustausch mit einem Mobiltelefon
Pfeil 14.4.3 Synchronisation mit Evolution
Pfeil 14.5 Ubuntu und Multimedia-Hardware
Pfeil 14.5.1 Sound
Pfeil 14.5.2 TV-Hardware nutzen
Pfeil 14.6 Externe Geräte nutzen
Pfeil 14.6.1 Webcams unter Ubuntu
Pfeil 14.6.2 Eine digitale Fotokamera anschließen
Pfeil 14.6.3 Anschluss eines CamCorders
Pfeil 14.6.4 Datenaustausch mit dem PDA

»Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.« Johann Wolfgang von Goethe (28.08.1749–22.03.1832), deutscher Schriftsteller

14 Hardware-Konfiguration


Was Sie in diesem Kapitel erwartet

Linux hat einen weiten Weg seit jenen Zeiten zurückgelegt, als es noch ein echtes Abenteuer war, allein nur ein einfaches grafisches X-Window-System aufzusetzen, ohne dabei den Monitor abrauchen zu lassen.

Durch den offenen Standard sind die Programmierer des Linux-Kernels allerdings auf den Goodwill der Hardware-Hersteller angewiesen: Diese müssen ihre Schnittstellen hardware- und software-technisch offenlegen. Gerade das gestaltet sich in unserer durch Konkurrenz bestimmten Welt natürlich schwierig: Wer möchte durch ein allzu offenherziges Produkt-Placement seinem Mitbewerber schon eine Know-howSteilvorlage zuspielen?



Benötigtes Vorwissen

Sie sollten grundlegende Kenntnisse im Umgang mit der Shell besitzen.


Offene Treiber

Trotz der beschriebenen Probleme funktioniert das Open-Source-System recht gut: Die Zeitspanne, innerhalb derer Treiber für neue Hardware-Komponenten zur Verfügung gestellt werden, bewegt sich derzeit im Bereich von wenigen Monaten. Wer hoch motiviert ist, kann natürlich auch zur Hardware-Unterstützung beitragen und Treiber selbst schreiben.

Ubuntu-Anwender haben es besonders leicht: In dieses moderne System fließen alle aktuellen Linux-Treiberentwicklungen ein, die der Markt hergibt, da Ubuntu im Wesentlichen auf dem Unstable-Zweig von Debian aufsetzt. Sie können davon ausgehen, dass die Hardware eines PCs, dessen Baudatum ein halbes Jahr hinter dem aktuell verwendeten Ubuntu-Release zurückliegt, in der Regel vollständig unterstützt wird. Wenn Sie darüber hinaus planen, topaktuelle Hardware einzusetzen, sollten Sie die folgenden Tipps beherzigen.

  • Recherche Führen Sie eine grundlegende Recherche zur entsprechenden Hardware-Komponente im Internet durch. Dort lassen sich zunächst diverse Linux-Hardware-Datenbanken anzapfen. Erste Anlaufstelle für Ubuntu-Nutzer ist das Ubuntu-Wiki oder auch das Ubuntu-Forum unter www.ubuntuusers.de. Dort finden Sie beispielsweise eine exzellent gepflegte Hardware-Datenbank. Darüber hinaus sind das Linux-Hardware-Wiki unter www.linuxwiki.org/LinuxHardware und das Linux Compatibility Howto auf http://www.tldp.org/HOWTO/Hardware-HOWTO zu empfehlen.
  • Meinungsbildung Dazu zählt in erster Linie nicht die eigene Meinung zur favorisierten Komponente (die hat man sich an dieser Stelle schon gebildet), sondern die anderer Anwender. Zunächst sollten Sie über die Newsgroup-Suchmaschine groups.google.de recherchieren, ob es bereits erste Erfahrungen oder gar Probleme mit der entsprechenden Komponente gibt. Sollte es dann immer noch Fragen geben, können Sie selbst aktiv werden und in der entsprechenden Newsgroup (in Deutschland zumeist de.comp.os.unix.linux.hardware ) höflich nachhaken.
  • Test und Kauf Mit der Ubuntu-Live-CD/-DVD haben Sie ein Werkzeug zur Hand, das es Ihnen gestattet, ohne die komplette Installation eines Betriebssystems die Funktionsfähigkeit der Hardware speziell unter Linux zu testen. Planen Sie den Kauf eines Komplettsystems, dann gehen Sie ruhig zum Händler Ihrer Wahl und testen Sie die Hardware durch Booten der Live-CD bzw. -DVD. Beim gängigen Computerversand via Internet ist die Situation noch einfacher: Gemäß dem Fernabsatzgesetz haben Sie hier die Möglichkeit, Hardware innerhalb von 14 Tagen mehr oder weniger kommentarlos zum Versender zurückzuschicken – bei voller Erstattung des Kaufpreises.

Nun muss und kann sich sicher nicht jeder zum aktuellen Zeitpunkt ein komplettes Neusystem zulegen. In diesem Fall gibt es auch eine gute Nachricht: Ubuntu funktioniert natürlich genauso gut auf alter bis mittelalter Hardware. Besonders bei betagten Geräten gibt es immer eine Möglichkeit, eine schlanke Oberfläche wie z. B. icewm oder twm auszuwählen und dadurch die Ressourcenanforderungen auf ein Minimum zu reduzieren.


Temperaturen und Lüftergeschwindigkeit überwachen

Die Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten zu kontrollieren, kann sehr nützlich sein – nicht erst, wenn Sie aufgrund thermischer Probleme Hardware-Ausfälle zu beklagen haben. Ubuntu liefert Ihnen zu diesem Zweck ein Panel-Applet mit, das Sie zuerst über Synaptic oder das Terminal installieren müssen:

sudo apt-get install sensors-applet

Während der Installation werden Sie gefragt, ob der Dienst zur Temperaturüberwachung Ihrer Festplatte beim Booten des Rechners gestartet werden soll. Beantworten Sie gegebenenfalls alle Fragen mit einem Ja, und starten Sie im Anschluss Ihren Rechner neu. Nach der Anmeldung können Sie nun an beliebiger Stelle im Panel durch einen Rechtsklick ein Applet hinzufügen. Wählen Sie in der Auswahl den Punkt Hardware Sensor Monitor aus. Sie konfigurieren die Anzeige durch einen Rechtsklick auf das Symbol im Panel und durch Auswahl von Eigenschaften. Nicht alle Hardware-Komponenten sind mit diesen Sensoren kompatibel.


Abschließend noch einige Anmerkungen zum Aufbau des Kapitels: Ich gehe im Folgenden primär auf die Hardware-Konfiguration mit grafischen Tools ein. Bei manchen Komponenten kann ich dieses Konzept allerdings nicht immer durchhalten: Dann sind ein Ausflug auf die Kommandozeile und das Editieren von Konfigurationsdateien unumgänglich. In manchen Fällen wird auch die alternative Konfiguration per Shell dem grafischen Werkzeug gegenübergestellt, damit Sie auf alle Situationen vorbereitet sind: So bequem die Desktop-Werkzeuge sind, im Falle eines defekten Grafiksystems nützen sie Ihnen wenig.

Weiterhin wird die Konfiguration mit grafischen Tools zunächst ausführlich mithilfe des entsprechenden GNOME-Werkzeugs erläutert, und am Ende eines Abschnitts wird kurz das entsprechende KDE-Tool vorgestellt. So ist auch den KDE- bzw. Kubuntu-Anwendern gedient.


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14.1 Netzwerk und Internet Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die gesamte Netzwerkadministration geschieht über den Network-Manager, den Sie im Benachrichtigungsfeld links oben im Panel finden (siehe Bild).

Abbildung 14.1 Der Network-Manager kümmert sich um alle Verbindungen Ihres Rechners in die Außenwelt.

Der Network-Manager verwaltet sämtliche Verbindungen, die Ihr PC nach außen aufbauen kann – unter der Voraussetzung, dass die Hardware korrekt erkannt wurde. Die Eigenschaften der entsprechenden Verbindung können Sie durch Auswahl der Verbindung und Betätigen des Buttons Edit einsehen.

Dort können Sie insbesondere angeben, ob der Netzwerkkarte eine Adresse über DHCP zugewiesen werden soll, wie dies beispielsweise bei den meisten Routern der Fall ist, oder ob die Einstellungen manuell vorgenommen werden sollen. Konkret können Sie folgende Verbindungen editieren:

  • Kabelgebunden Hier werden die Netzwerkkarten und Verbindungen verwaltet, falls Ihr Rechner über ein Kabel mit dem Internet verbunden ist.
  • Funknetzwerk Wenn Sie sich mit einem WLAN verbinden möchten, sind Sie hier richtig.
  • Mobiles Breitband In Verbindung mit einer UMTS-Karte oder einem Handy, welches Sie per USB, Funk oder Bluetooth mit dem Rechner verbinden, können Sie hier eine mobile Internet-Verbindung herstellen.
  • VPN Für die sichere Verbindung mit einem Firmennetzwerk wird oftmals eine VPN-Verbindung genutzt. An dieser Stelle können Sie eine solche Verbindung einrichten, nachdem Sie die Pakete vpnc und network-manager-vpnc aus den Paketquellen installiert haben.
  • DSL Wenn Sie keinen Router verwenden, können Sie an dieser Stelle einen DSL-Zugang einrichten.

Beim Einrichten der Verbindungen müssen Sie teilweise spezielle Angaben machen. Die grundlegendsten sind diese:

  • Allgemein Hier werden der Rechner- sowie der Domänenname definiert. Achten Sie darauf, den Rechner nach Änderung eines der beiden Namen neu zu starten, damit die Änderungen übernommen werden.
  • DNS Bei diesem Punkt wird ein Server definiert, der für die Namensauflösung von Internetadressen verantwortlich zeichnet. Bei Verwendung eines kombinierten DSL-Modems/Routers ist das meist die IP-Adresse des Routers. Wenn Sie einen externen DNS (Domain Name Server) verwenden möchten, finden Sie im Internet eine reiche Auswahl an IP-Adressen durch eine Google-Suche mit dem Suchstring dns server <Providername>. Für <Providername> wählen Sie einen beliebigen Internetprovider aus.
  • Rechner Beim Punkt Rechner können Sie Alias-Namen weiterer Rechner in Ihrem lokalen Netz definieren. Solche Zuordnungen machen es möglich, durch die Verwendung von Klartextnamen (im Gegensatz zu IP-Adressen) direkt auf entsprechende PCs zuzugreifen.
  • Standort Bei älteren Ubuntu-Versionen haben Sie über den Punkt Standort die Möglichkeit, verschiedene Netzwerkkonfigurationen für verschiedene Orte zu definieren (also z. B. für Ihren Büroarbeitsplatz und für die häusliche Umgebung). Dieses Verfahren bietet sich insbesondere auch bei der Nutzung unterschiedlicher WLAN-Hotspots an.

Ich werde im Folgenden näher auf die einzelnen Verbindungsarten eingehen und Hilfestellung geben, falls Sie bei der Konfiguration durch den Network-Manager auf Probleme stoßen.

Probleme lösen

Das Aufrufen der Netzwerkeinstellungen kann bei älteren Ubuntu-Versionen teilweise sehr langsam erfolgen. Dies ist ein alter Fehler des Network-Managers, und er tritt bevorzugt dann auf, wenn Sie gleichzeitig eine kabelgebundene Verbindung und eine Funkverbindung (WLAN) an Ihrem PC nutzen. Abhilfe schafft beispielsweise das Deaktivieren einer dieser Schnittstellen im BIOS Ihres PCs oder das Entfernen des Network-Managers durch:

sudo apt-get remove network-manager

Achtung: Ab Ubuntu 8.10 (Oktober 2008) sollten Sie unter keinen Umständen den Network-Manager entfernen. Sie handeln sich dabei mehr Probleme ein, als Sie dadurch eventuell lösen.

Testen der Netzverbindung

Nachdem Sie Ihre Netzwerkkarte entweder manuell oder automatisch mit einer IP-Adresse versehen haben, sollten Sie die Netzanbindung testen. Dazu geben Sie das Kommando ping, in einer Konsole auf einem bekannten Rechner im gleichen Subnetz ein. Im folgenden Beispiel wurde dem Testrechner die IP-Adresse 192.168.0.111 zugewiesen, und ein Router im gleichen Netz hat die IP-Adresse 192.168.0.254.

Der ping-Befehl wird mit dem Kommando Taste Strg + Taste C unterbrochen. Eine andere Möglichkeit wäre, dem Ping-Befehl über den Parameter c mitzuteilen, wie viele Pings ausgeführt werden sollen.

ping 192.168.0.254 
PING 192.168.0.254 (192.168.0.254): 56(84) bytes 
64 bytes from 192.168.0.254: icmp_seq=0 ttl=128 
time=0.1 ms 
... 
--- 192.168.0.254 ping statistics --- 
4 packets transmitted, 4 packets received, 0% 
packet loss round-trip min/avg/max = 0.1/0.1/0.1 ms

Manuelle Konfiguration

Sollte der beschriebene ping-Befehl nicht funktionieren bzw. ist keine Antwort von dem adressierten Rechner erfolgt, so ist zu prüfen, ob die entsprechende Schnittstelle korrekt aktiviert wurde. Dies finden Sie mit dem Befehl ifconfig heraus.

ifconfig 
eth0      Protokoll:Ethernet 
Hardware Adresse 00:50:BF:08:71:7D 
inet Adresse:192.168.0.111  Bcast:192.168.0.255 
Maske:255.255.255.0 
...

Ohne Verwendung des grafischen Werkzeugs lässt sich die Schnittstelle folgendermaßen einrichten:

sudo ifconfig eth0 192.168.0.111 netmask 255.255.255.0

Ein Gateway wird über das route-Kommando definiert:

user$ route add default gw 192.168.0.254

Der korrekte Eintrag in die Routing-Tabelle lässt sich durch Aufruf des Befehls route (ohne Parameter) testen. Zusätzlich müssen Sie noch den Nameserver in der Datei /etc/resolv.conf wie folgt eintragen:

nameserver 192.168.0.254

Sollten Sie über mehrere Netzwerk-Devices verfügen (z. B. zusätzlich zum Ethernet-Device ein WLAN-Modul), dann können Sie die jeweils nicht verwendete Netzwerkschnittstelle wie folgt temporär deaktivieren:

sudo ifconfig eth0 down

Der entsprechende Befehl zur Reaktivierung lautet:

sudo ifconfig eth0 up

Danach müssen Sie gegebenenfalls die Defaultroute neu setzen.

KDE-Werkzeug zur Netzwerkkonfiguration

Die Konfiguration Ihrer Netzwerkschnittstelle nehmen Sie bei KDE im Kontrollzentrum vor. Dazu ist es notwendig, das entsprechende Modul im Superusermodus auszuführen. Ausgehend von einer Konsole starten Sie das Kontrollzentrum mit folgendem Befehl:

kdesu kcontrol

Begeben Sie sich nun in das Untermenü Internet & NetzwerkNetzwerkeinstellungen. Dort können Sie die im vorherigen Abschnitt beschriebenen Einstellungen vornehmen. Die Syntax bzw. die Untermenüs ähneln stark denen des GNOME-Tools, sodass an dieser Stelle nicht weiter auf die einzelnen Punkte eingegangen werden muss.

Abbildung 14.2 Netzwerkkonfiguration im KDE-Kontrollzentrum


Internet Connection Sharing unter Windows

Auch wenn ein Rechner, der als Router fungieren soll, besser mit Linux bestückt wäre, so ist doch oftmals der Wunsch vorhanden, einen existierenden Windows-Rechner so zu konfigurieren, dass er seine Internetverbindung mit allen an ihn angeschlossenen Rechnern teilt.

Dies ist das sogenannte Internet Connection Sharing (ICS). Microsoft bietet ab Windows 98 SE die Möglichkeit, mehrere PCs gleichzeitig ins Internet zu lassen. Es soll hier das Vorgehen für Windows Vista erklärt werden, da viele Einsteiger, die Linux ausprobieren wollen, ihren Hauptrechner mit Windows direkt am DSL-Modem hängen haben und der "Testrechner" mit Ubuntu über diesen eine Internetverbindung herstellt. Voraussetzung für den Betrieb ist natürlich ein Rechner mit zwei Netzwerkkarten. Eine Karte ist dann mit dem DSL-Modem verbunden, die zweite mit einem Switch oder per Cross-Over-Kabel direkt mit einem weiteren Rechner.

Die Internetverbindungsfreigabe ist von Haus aus installiert. Sie muss nur noch aktiviert werden. Dazu öffnen Sie die Netzwerk- und DFÜ-Verbindungen und setzen bei den Eigenschaften der Verbindung ein Häkchen bei der gemeinsamen Nutzung der Internetverbindung. Nach einem geläufigen Reboot ist ICS aktiviert. Nun müssen Sie wieder unter Netzwerk- und DFÜ-Verbindungen die Eigenschaften der normalen LAN-Verbindung bearbeiten, also die der zweiten Netzwerkkarte, an der unser Linux-Rechner hängt. Der Netzwerkkarte sollten Sie eine IP-Adresse aus dem Bereich der privaten Netze zuweisen, z. B.:

IP-Adresse: 192.168.0.1 Subnetzmaske: 255.255.255.0

Als DNS-Angabe sollten Sie die DNS-Adresse des genutzten Internetproviders eintragen. Falls Sie diese Information nicht zur Hand haben und auch nicht auf der Homepage des Providers finden, so können Sie die nötigen IP-Adressen auch über die Eingabeaufforderung und den Befehl nslookup herausfinden. Diese IP-Adressen müssen dann unter Folgende DNS-Serveradressen verwenden eingetragen werden. Ein Rechner mit Linux als Betriebssystem muss also nur so konfiguriert werden, dass er seine IP-Adresse automatisch bezieht.



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14.1.1 DSL Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die Digital Subscriber Line (DSL) ist zurzeit die schnellste Internetanbindung für Privatanwender. Inzwischen etabliert sich aufgrund stark gefallener Preise die sogenannte Flatrate als Standard für diese Art der Verbindung. Die Einrichtung gestaltet sich einfach. Wenn Sie hingegen Ihre DSL-Leitung nur bei Bedarf aktivieren, dann habe ich am Ende dieses Abschnittes einige Tipps für Sie.

DSL und Router

Die einfachste Möglichkeit, ins Internet zu gelangen, bietet die Verwendung einer Kombination aus DSL-Modem und LAN-Router. An dieser Stelle sollen kurz die Konfigurationsschritte bezogen auf den Router besprochen werden.

Abbildung 14.3 Einsatz eines Universal-Routers zur Herstellung der Internetverbindung

Web-Interface

Moderne Router lassen sich heute über ein Webbrowser-Interface konfigurieren. Schauen Sie im Handbuch Ihres Routers nach, unter welcher IP-Adresse dieser zu erreichen ist. Geben Sie diese Adresse in der Adresszeile Ihres Browsers ein. Loggen Sie sich nun in den Administratorbereich des Routers ein.

Konfigurieren Sie im Router folgende Punkte:

  • Dynamische IP-Vergabe Hier wird jedem im Netz befindlichen Computer automatisch eine IP-Adresse zugeteilt.
  • Internetprovider/Zugangsdaten Bei T-Online ist hier beispielsweise die Nutzerkennung in der Form
<Anschlusskennung><T-Online-Nr>#0001@t-online.de
  • sowie das Zugangspasswort einzutragen. Nutzer der T-Com-Business-Produkte tragen die Login-Kennung folgendermaßen ein:
t-online-com/<Benutzerkennung>@t-online-com.de

Netzwerkkarte

Auf dem Ubuntu-PC konfigurieren Sie, wie bereits beschrieben, lediglich die Ethernet-Karte. Dort sollten Sie die automatische IP-Adressenvergabe anwählen. Als Standard-Gateway geben Sie die IP-Adresse des Routers an, ebenso ist mit der Nameserver-IP zu verfahren.

Prüfen

Nun können Sie per Webbrowser prüfen, ob der Router in Verbindung mit dem DSL-Modem eine Internetverbindung hergestellt hat. Ist dies der Fall, testen Sie, ob der PC den Router via ping erreichen kann. Anschließend überprüfen Sie die Nameserver-Anbindung: Sind Sie in der Lage, einen beliebigen Rechner im Internet »anzupingen« (z. B. www.google.de), steht die Verbindung. Die Verwendung der Kombination DSL-Modem/Router hat den Vorteil, betriebssystemunabhängig zu sein. Die beschriebene Lösung funktioniert mit allen gängigen Systemen.

Direkter Anschluss eines DSL-Modems

Das Einrichten der DSL-Verbindung übernimmt unter normalen Umständen der Network Manager. Dieser besitzt einen Reiter DSL, in dem Sie die nötigen Zugangsdaten eintragen. Falls dieser Weg nicht zum erfolg führt, probieren Sie die manuelle Vorgehensweise: Stellen Sie zunächst sicher, dass die Pakete pppoe sowie pppoeconf auf Ihrem System installiert sind. Starten Sie das Programm pppoeconf. Dieses hilft Ihnen bei der Einrichtung Ihres DSL-Zugangs. PPPoE steht hierbei für »PPP over Ethernet«, den Standard für DSL-Zugänge in Deutschland. In Österreich verwenden die meisten Provider das PPTP-Protokoll. Eine Anleitung für diese Variante finden Sie unter http://howto.htlw16.ac.at/at-highspeed-howto-2.html.

Nach dem Start des Programms müssen Sie zunächst die Netzwerkschnittstelle auswählen, an der das DSL-Modem angeschlossen ist. Das Programm sucht nun einen PPPoE-Access-Concentrator, das heißt auf gut Deutsch: ein DSL-Modem. Das Programm pppoeconf bietet ausschließlich englische Dialoge. Nachdem das Modem identifiziert wurde, konfigurieren Sie nun die Provider-Zugangsdaten.

Dazu bestätigen Sie zunächst die Abfrage, ob die Datei /etc/ppp/providers/peers/dsl-provider modifiziert werden soll. Anschließend werden einige Standardkonfigurationseinstellungen durchlaufen; die entsprechenden Dialoge sind ebenfalls zu bestätigen. Wichtig ist schließlich die Eintragung des Provider-Login-Namens im Menü Username (siehe Abbildung): Im Falle eines T-Online-Accounts hat dieser immer die Form <Anschlusskennung><T-Online-Nr.> #0001@t-online.de. Anschließend geben Sie noch Ihr Zugangspasswort ein. Die folgenden Abfragen sind ebenfalls wieder zu bestätigen, unter anderem wird die IP-Adresse eines Nameservers konfiguriert. Die Konfigurationsdaten werden schließlich in der Datei /etc/ppp/peers/dsl-provider gespeichert.

Abbildung 14.4 Eingeben der Provider-Daten in pppoeconf

Abschließend erscheint die Nachfrage, ob der PPPoE-Daemon bereits beim Booten gestartet werden soll – eine Möglichkeit, von der insbesondere Besitzer einer Flatrate Gebrauch machen können.

Damit wäre Ihr Internetzugang konfiguriert. Sie können die Verbindung nun manuell mit dem Befehl sudo pon dsl-provider starten und mit sudo poff wieder stoppen. Ob Sie Erfolg hatten, zeigt ein Blick in die Logdatei /var/log/messages:

sudo tail -f /var/log/messages 
... 
PAP authetication succeeded 
local IP adress 80.128.28.165 
remote IP adress 217.0.116.165

Alternativ können Sie an dieser Stelle auch das Kommando plog verwenden. Abschließend können Sie testen, ob z. B. mit dem Browser Seiten im Internet aufgerufen werden können. Die Verbindung kann schließlich manuell mit dem Befehl

poff dsl-provider

beendet werden.


Internetzugang mit einem FritzBox-Router

Zurzeit gibt es einen Bug in der Netzwerksoftware von KDE 4, der den Internetzugang mit der beliebten FritzBox (und einigen anderen Modellen) verhindert. Wenn Sie weder Webseiten mit dem Konqueror erreichen können, noch auf andere Art Zugriff auf das Internet (z. B. über ein Wetter-Plasmoid) haben, sind Sie wahrscheinlich von diesem Bug betroffen. Zurzeit existiert noch keine Aktualisierung zur Fehlerbehebung, sondern nur einge Work-Arounds.

Benutzen Sie einen anderen Browser als den KDE-4-Konqueror, beispielsweise Firefox oder auch Opera. Dies behebt leider nicht die Probleme, die z. B. die Plasmoide betreffen.
Ändern Sie die Netzwerkeinstellungen Ihres Systems dahingehend, dass nicht der DNS-Server des Routers sondern ein festeingestellter DNS-Server verwendet wird. Wie das geht, erfahren Sie in Abschnitt »Probleme mit der Namensauflösung« auf Seite .
Nutzen Sie einen anderen Router – mit anderen Worten, kaufen Sie neue Hardware, wenn Sie nicht auf Kubuntu verzichten wollen.
Schalten Sie IPv6 komplett ab, indem Sie das Laden des IPv6-Kernel-Moduls unterbinden. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor: Öffnen Sie die Datei /etc/modprobe.d/aliases und suchen Sie nach der Zeile alias net-pf-10 ipv6. Ersetzen Sie diese durch
alias net-pf-10 off alias ipv6 off

Speichern Sie die Änderungen und starten Sie Ihr System neu.



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14.1.2 ISDN Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Obwohl ISDN im Vergleich zu DSL etwas aus der Mode gekommen ist, bietet diese Variante in strukturschwachen Gegenden immer noch die schnellste und zuverlässigste Möglichkeit, ohne DSL-Anschluss ins Internet zu gelangen. Es soll nicht verschwiegen werden, dass die saubere Einrichtung des ISDN-Subsystems unter Ubuntu mit einiger Handarbeit (sprich: der Installation zusätzlicher Software und dem Editieren von Konfigurationsdateien) verbunden ist. Der Grund: ISDN ist weltweit wenig verbreitet.

Die beste Linux-Unterstützung bietet ISDN-Hardware der Firma AVM, besser bekannt als Fritz!Card. Die Inbetriebnahme einer solchen Karte in der einfachen PCI-Version wird nachfolgend beschrieben. Für komplexere Szenarien wie die Verwendung von USB-Hardware konsultieren Sie am besten das Ubuntu-Wiki.

An dieser Stelle soll nicht verschwiegen werden, dass es aufgrund einer restriktiveren Politik der Kernel-Programmierer zunehmend schwierig wird, Hardware, die proprietäre Treiber erfordert, wie z. B. auch die Fritz!Card, unter Linux zum Laufen zu bringen. Sollten Sie Probleme mit der Inbetriebnahme Ihrer ISDN-Hardware haben, so konsultieren Sie am besten das Ubuntu-Wiki.

Die Treiber für die meisten ISDN-Modems von AVM erhalten Sie, wenn Sie das Paket ubuntu-restricted-extras installieren. Gleichzeitig erhalten Sie übrigens auch viele Multimedia-Codecs, um Dateien im MP3-Format hören zu können. Kubuntu-Nutzer installieren kubuntu-restrictedextras. Sollte die automatische Einbindung Ihres ISDN-Modems nicht funktionieren, bietet sich die manuelle Herangehensweise an.

Vorgehensweise

Folgende Pakete werden für die Fritz!Card benötigt (die Kernel-Version liefert der Befehluname -r):

  • linux-restricted-modules-<Kernelvers.>
  • avm-fritz-firmware
  • avm-fritz-firmware-<Kernelvers.>
  • capiutils
  • isdnutils
  • libcapi20-3
  • pppdcapiplugin

Das Paket isdnutils stellt eine Reihe nützlicher Dienstprogramme zur Verfügung. Während der Installation der Pakete werden Sie bereits aufgefordert, die Daten Ihres Providers einzugeben. Dies können Sie allerdings auch später noch nachholen. Nach dem Einbau der Karte richten Sie ISDN unter Ubuntu folgendermaßen ein.

Ergänzen Sie in der Datei /etc/modules folgende Zeile (hierzu sind Root-Rechte erforderlich):

# Auszug aus /etc/modules 
capidrv 
capi

Das Laden des Moduls hisax sollten Sie hingegen verhindern, indem Sie das Modul in eine Blacklist schreiben. Diese legen Sie als Superuser im Verzeichnis /etc/modprobe.d beispielsweise als blacklist-hisax neu an und schreiben Folgendes in die Datei:

# Auszug aus /etc/modprobe.d/blacklist-hisax 
blacklist hisax

Danach laden Sie die Module mit folgendem Befehl neu:

sudo /etc/init.d/module-init-tools

Ob die Module korrekt geladen wurden, erfahren Sie mit folgendem Befehl:

lsmod | grep capi 
capi        20352  0 
capidrv     33268  1 
isdn        153504  1 capidrv 
capifs      6408  2 capi 
kernelcapi  49920  3 capi,capidrv,fcpci

Testen Sie, ob die CAPI-Schnittstelle korrekt geladen wurde, indem Sie den Befehl capiinfo eingeben. Jetzt müssen Sie nur noch die Zugangsdaten zum Provider eingeben. Dies erledigen Sie bei Ubuntu am bequemsten mit dem Network-Manager. Wählen Sie dort den Punkt ISDNVerbindung, und klicken Sie die Schaltfläche Eigenschaften an. Geben Sie nun die Telefonnummer sowie den Login-Namen und das Passwort für Ihren Provider an. Aktivieren Sie den ISDN-Anschluss. Verfolgen Sie die Meldungen in der System-Logdatei. Sollten Sie sich nun nicht beim Provider einloggen können, so kann es daran liegen, dass Sie in der Datei /etc/ppp/peers/ppp0 noch folgende Zeile auskommentieren bzw. löschen müssen:

plugin userpass.so

Reaktivieren Sie das ISDN-Modul im Netzwerkkonfigurations-Tool, die Verbindung sollte nun stehen.


Panel-Launcher für Modem/ISDN einrichten

Zur einfacheren Bedienung eines Modems – egal ob ISDN oder analog – können Sie in die Taskleiste ein Symbol zur Kontrolle dieser Verbindung integrieren. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustatse auf eine freie Stelle im Panel und wählen Zum Panel hinzufügen. In dem Auswahlmenü, das dann erscheint, wählen Sie den Eintrag Modem überwachen und klicken auf Hinzufügen. Die Verbindung kann dann bequem per Rechtsklick auf das Symbol an- und ausgeschaltet werden.

Wer das An- und Ausschalten der Internetverbindung unter Ubuntu etwas bequemer haben möchte, installiert das grafische Werkzeug gpppon (siehe Abbildung).


Manuelles Konfigurieren der Verbindung

Sie können die Verbindung natürlich auch auf der Kommandozeile konfigurieren, was sich unter anderem beim Einsatz von Kubuntu anbietet. Dazu müssen Sie die Authentifizierungsdatei für Ihren Provider editieren. Hierzu verwenden Sie am besten eine der existierenden Dateien unter /etc/ppp/peers/isdn und benennen diese in <Providername> um:

# Auszug aus /etc/ppp/peers/isdn/<Providername> 
password <Mein Passwort> 
user <Meine Login-Kennung> 
number <Nummer des Providers>

In der Datei müssen Sie also die Login-Kennung Ihres Providers sowie das Passwort eingeben. Die Verbindung wird nun mit folgendem Befehl getestet:

sudo pon isdn/<Providername>

Ob der Verbindungsaufbau erfolgreich war, zeigt ein Blick in die Datei /var/log/messages (vergleiche Abschnitt). Unterbrochen wird die Verbindung wieder mit:

poff isdn/<Providername>

Abschließend ist es noch wichtig, zur Namensauflösung im Internet die IP-Adresse eines Nameservers explizit in der Datei /etc/resolv.conf zu definieren:

# Auszug aus /etc/resolv.conf 
nameserver 194.25.2.129

Abbildung 14.5 Grafisches Werkzeug zum Ein-/Ausschalten der ISDN-Verbindung

KDE und ISDN

Die obige Anleitung ist für KDE- bzw. Kubuntu-Anwender gleichermaßen geeignet. Leider sind die beschriebenen Klimmzüge derzeit noch notwendig, um mit Ubuntu per ISDN ins Internet zu gelangen. Es wäre wünschenswert, dass bei zukünftigen Ubuntu-Releases ein entsprechendes benutzerfreundliches grafisches Werkzeug zur Konfiguration der ISDN-Hardware beigefügt würde. Die Verwaltung des ISDN-Zugangs erfolgt nach Einrichtung der Hardware bequem mit dem KDE-Tool Kppp, das Sie im K-Menü im Unterverzeichnis Internet finden.

Weitere Informationen zur Einrichtung einer Vielzahl von ISDN-Hardware-Komponenten finden Sie unter www.ubuntuusers.de. Dort ist unter anderem auch die Einrichtung einer ISDN-PCMCIA-Karte sowie einer Fritz!Card-USB beschrieben.


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14.1.3 Modem Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Auch im Zeitalter von DSL hat das gute alte Modem weiterhin durchaus seine Daseinsberechtigung. Nicht jedes Hotel auf der Welt verfügt nämlich über einen \mbox{Highspeed}-Internetanschluss, und dann ist man dankbar, wenn man seinen Laptop per Modem ins Internet bringen kann. Apropos Laptop: Die in gängigen Notebooks eingesetzten sogenannten WinModems verhalten sich in diesem Zusammenhang meist problematisch, da sie spezielle Treiber erfordern. Völlig unkompliziert hingegen verhalten sich externe Modems, die über die serielle Schnittstelle an den Computer angeschlossen werden. Diese lassen sich auch unter Linux problemlos verwenden.

Verschiedene Schnittstellen

Aber auch andere Modemtypen werden mittlerweile von Ubuntu »out of the box« unterstützt: Bluetooth-Funkadapter, USB-Modems oder auch Infrarot-Schnittstellen lassen sich einsetzen. Im Folgenden wird die Installation und Konfiguration eines gewöhnlichen seriellen Modems unter Ubuntu gezeigt:

  • Schließen Sie Ihr Modem an den Computer an, und öffnen Sie den Network-Manager. Im Untermenü Modem erscheint nun ein Symbol für die Modemverbindung. Wählen Sie hier die passende Modemverbindung aus, und klicken Sie anschließend auf Eigenschaften. Um auf die Hardware zugreifen zu können, setzen Sie im nun folgenden Fenster ein Häckchen bei Diese Verbindung aktivieren und tragen die Zugangsdaten zu Ihrem Provider ein.
  • Wechseln Sie nun in das Untermenü Modem, und starten Sie die automatische Hardware-Erkennung über den Button Auto-Erkennung. Ein serielles Modem sollte üblicherweise an der Schnittstelle /dev/ttyS0 hängen. Als Wahlverfahren ist »Ton« anzugeben, für einen ersten Test sollte auch der Lautsprecher des Modems auf mittlere Lautstärke eingestellt werden. Wenn Sie in Zukunft eine automatische Anwahl der Internetverbindung wünschen, so markieren Sie den Punkt Modem als Vorgaberoute ins Internet verwenden.
  • Wenn Sie über eine Nebenstellenanlage ins Internet gehen, ist das Verfahren etwas komplizierter: Tragen Sie Ihre Zugangsdaten in den Dialog ein, aktivieren Sie aber das Modem zunächst nicht. Bestätigen Sie die Änderungen, und verlassen Sie das Programm mit OK. Für das Modem wurde eine Datei /etc/chatscripts/ppp0 erstellt, die folgendermaßen zu editieren ist:
# Auszug aus /etc/chatscript/ppp0 
OK-AT-OK "ATDTX3DT0,W<Providertelefonnummer>"

Hinter dem Kommando AT folgt also zunächst der Befehl X3 (Modem an Nebenstellenanlage), der Provider-Telefonnummer wird ein 0,W vorangestellt (Amt mit 0 holen, warten auf Freizeichen). Damit sollte die Einwahl nach der Aktivierung des Modems über den Netzwerkmanager auch an einer Nebenstellenanlage gelingen. Die Modemverbindung testen Sie mit folgendem Befehl:

pon ppp0

Verfolgen Sie parallel die Ausgaben der System-Logdatei /var/log/messages über folgenden Befehl:

sudo tail -f /var/log/messages 
... 
ATX3DT0,W0191011 
CONNECT 
... 
Connect: ppp0 <--> /dev/ttyS0 
PAP authentication succeeded 
local IP adress 217.245.120.146 
...

Sollte an dieser Stelle die Meldung PAP authentification failed erscheinen, so überprüfen Sie bitte Ihre Login-Daten (Kennung, Passwort). Die Verbindung wird mit

poff ppp0

wieder beendet. Auch hier können Sie für die einfache Anwahl wieder das grafische Programm gppp installieren (vergleiche Abschnitt auf Seite ).

Modems unter KDE: KPPP

KDE- bzw. Kubuntu-Anwender finden im Tool KPPP eine Lösung zur Modemkonfiguration. Das Programm wird entweder aus dem K-Menü (InternetKPPP) oder mit Root-Rechten aus einer Konsole über folgenden Befehl gestartet:

kdesu kppp

Nach dem Programmstart müssen Sie zunächst über die Schaltfläche Einrichten eine neue Modemverbindung erstellen. Dazu ist die Hardware zu testen. Wählen Sie das Untermenü Modems, und definieren Sie über Neu ein neues Gerät. Sie haben die Möglichkeit, die Verbindung zum Modem über die Schaltfläche Modem abfragen im Untermenü Modem zu prüfen. An dieser Stelle haben Sie zudem die Möglichkeit, über den Punkt Modembefehle eigene Initialisierungs-Strings zu definieren, z. B. ATX3 bei Betrieb an einer Nebenstellenanlage.

Nach der Konfiguration der Hardware müssen Sie im Hauptmenü einen Provider-Eintrag über den Schalter Zugänge definieren. Die Bestätigung des Wahlfelds Passwort speichern erspart Ihnen die wiederholte Passworteingabe bei jedem Einwahlvorgang.

Abbildung 14.6 KPPP: Modemkonfiguration unter KDE


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14.1.4 WLAN topZur vorigen Überschrift

Still und heimlich schickt sich der WLAN-Standard derzeit an, den momentan für Privatnutzer noch unrentablen UMTS-Netzen den Rang abzulaufen. Ubuntu bringt zur Konfiguration und Nutzung der drahtlosen Netzwerke sämtliche erforderliche Software mit.

Ein wenig Theorie

Grundsätzlich unterscheidet man folgende Betriebsmodi bzw. Zugriffsarten im WLAN:

  • Im Ad-hoc- oder Peer-to-Peer-Modus sind verschiedene Computer mit einer WLAN-Karte ausgestattet und verbinden sich ohne zentrale Anlaufstelle spontan miteinander.
  • Im Managed- oder Infrastructure-Modus existiert ein WLAN-Router bzw. -Switch im Netz, der die Datenpakete an die einzelnen Netzteilnehmer verteilt.

Wir werden uns im Folgenden mit der zweiten Variante beschäftigen, die vorgestellten Techniken sind aber leicht auf Ad-hoc-Netze zu übertragen.

In diesem Zusammenhang noch einige Worte zur Sicherheit von WLANs: Laut einer Studie der renommierten Computerzeitschrift c’t steht jedes zweite WLAN in Deutschland so offen wie ein Scheunentor. Die Besitzer von WLAN-Routern machen sich meist nicht die geringste Mühe, ihr Netz auch nur mit einfachsten Sicherheitsvorkehrungen abzusichern. Dazu gehören in jedem Fall die folgenden Punkte:

  • Sicheres Konfigurationspasswort für den Router setzen: In den meisten Fällen machen sich die Anwender noch nicht einmal die Mühe, das Standardpasswort umzudefinieren.
  • WLAN-Verschlüsselung mit WEP-Schlüssel: Sie sollten auf jeden Fall ein 128-BitSchlüssel für das Netzwerk definieren, um unliebsamen Gästen den Einstieg ins Netz so schwer wie möglich zu machen.
  • Noch besser ist die Verschlüsselung über WPA (WiFi Protected Access). Die Verschlüsselung des drahtlosen Netzwerks wird hier durch einen dynamischen Schlüssel realisiert. WPA gilt im Vergleich zu WEP als relativ sicher.

Der Network-Manager

Die einfachste Art der Netzwerkverwaltung versteckt sich im oberen Panel auf der rechten Seite (siehe Abbildung). Durch einen einfachen Klick auf das Symbol mit den Bildschirmen erhalten Sie eine Übersicht der aktuell erreichbaren Funknetze und Kabelverbindungen. Wenn Sie eine Verbindung markieren, erscheint ein Dialogfenster, das die Eingabe des Netzwerkschlüssels (Hex, ASCII) und die Art der Verschlüsselung (WEP, WPA) erfragt.

Basiskonfiguration

Grundsätzlich sollte für den Betrieb einer WLAN-Karte das Paket wireless-tools installiert sein. Es enthält einige Werkzeuge, um die Einstellungen der Karte zu bearbeiten und sich Informationen über das WLAN anzeigen zu lassen. Falls Sie im Besitz einer PCMCIA-WLAN-Karte sind, muss zusätzlich das Paket pcmcia-cs installiert sein. Normalerweise sind diese Pakete standardmäßig installiert, wenn Ubuntu bei der Installation Ihre Hardware korrekt erkannt hat.

Abbildung 14.7 Der Network-Manager erleichtert das Wechseln der Netzwerke.

Intels Centrino-Hardware wird bereits während des Bootens erkannt; die komplexe Installation der Originaltreiber mit der NdisWrapper-Software entfällt hier. Um die WLAN-Hardware einzubinden, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Prüfen Sie zunächst, ob die WLAN-Hardware erkannt wurde. Dies geht am schnellsten über eine Konsole durch Eingabe des Befehls iwconfig:
iwconfig
  • Eine typische Ausgabe sieht folgendermaßen aus:
lo        no wireless extensions. 
eth1      no wireless extensions. 
eth0      no wireless extensions. 
ra0       RT2870 Wireless  ESSID:"ubuntu"  Nickname:"RT2870STA" 
          Mode:Managed  Frequency=2.462 GHz  Access Point: 00:18:F3:90:D8:13 
          Bit Rate=12 Mb/s 
          RTS thr:off   Fragment thr:off 
          Link Quality=50/100  Signal level:-84 dBm  Noise level:-97 dBm 
          Rx invalid nwid:0  Rx invalid crypt:0  Rx invalid frag:0 
          Tx excessive retries:0  Invalid misc:0   Missed beacon:0 
wmaster0  no wireless extensions. 
wlan0     IEEE 802.11bg  ESSID:"ubuntu" 
          Mode:Managed  Frequency:2.462 GHz  Access Point: 00:18:F3:90:D8:13 
          Bit Rate=1 Mb/s   Tx-Power=20 dBm 
          Retry min limit:7   RTS thr:off   Fragment thr=2352 B 
          Power Management:off 
          Link Quality=56/100  Signal level:-55 dBm  Noise level=-91 dBm 
          Rx invalid nwid:0  Rx invalid crypt:0  Rx invalid frag:0 
          Tx excessive retries:0  Invalid misc:0   Missed beacon:0 
pan0      no wireless extensions.
  • Im vorliegenden Fall ist der Rechner mit einer Ethernet-Schnittstelle eth0 sowie einer WLAN-Schnittstelle wlan0 ausgestattet.
  • Nun können Sie den Network-Manager verwenden, um die WLAN-Schnittstelle einzurichten. Hier müssen Sie dem Device gegebenenfalls eine IP-Adresse manuell zuordnen bzw. die IP-Adresse per DHCP holen.
  • Weiterhin müssen Sie den Namen des verwendeten Funknetzes (die sogenannte ESSID) sowie den WEP-Schlüssel definieren. Letzterer bedingt die Eingabe eines Hexadezimalcodes. Ein gültiger Schlüssel wäre beispielsweise die Zeichenfolge 3d583028677e24495e2651782b.
  • Definieren Sie nun gegebenenfalls noch ein Gateway und einen Nameserver (siehe dazu auch Abschnitt), und verlassen Sie den Dialog. Nach der Aktivierung der Funknetzverbindung sollte ein ping auf den Router bzw. einen anderen konfigurierten Rechner zu einer Antwort des adressierten Rechners führen.

Abbildung 14.8 Die Netzwerkdiagnose liefert wertvolle Informationen, wenn die Verbindung hakt.

Wenn es Probleme bei der Erkennung oder Einrichtung gibt, ist es für eventuelle Fragen in Foren sehr hilfreich, wenn Sie herausfinden, welche Hardware für Ihre Wireless-Verbindung zuständig ist. Die genaue Hardware-Bezeichnung erfahren Sie über den Befehl lspci | grep -i wireless.

Eine typische Ausgabe sieht folgendermaßen aus:

05:01.0 Ethernet controller: Atheros Communications Inc. Atheros AR5001X+ 
Wireless Network Adapter (rev 01)

Für die Netzwerkdiagnose gibt es unter Ubuntu ein hilfreiches grafisches Werkzeug, das Ihnen viele wertvolle Informationen liefert. Sie finden es im Menü unter SystemSystemverwaltungNetzwerkdiagnose (siehe Abbildung).

KDE-Tool: Wireless Assistant

Unter KDE verwenden Sie zur Basiskonfiguration des WLANs das Tool Wireless Assistant. Dieses Programm zeigt insbesondere auch die Stärke der zur Verfügung stehenden drahtlosen Netzwerke an. Mit einem Rechtsklick auf das entsprechende Netzwerk starten Sie die Konfiguration. Wie alle Kubuntu-Programme lässt sich Wireless Assistant selbstverständlich auch unter GNOME nutzen (siehe Abbildung).

Abbildung 14.9 Aufspüren von drahtlosen Netzwerken mit dem Wireless Assistant

Wahlweise haben Sie unter KDE auch die Möglichkeit, das WLAN über die Systemeinstellungen (K-MenüSystemeinstellungenInternet & NetzwerkNetzwerkeinstellungen) einzurichten.

Für alle Desktop-Umgebungen: Konfigurationsdatei bearbeiten

Manchmal kann es Probleme mit den grafischen Oberflächen zur WLAN-Einrichtung geben. Dann bietet sich die Konfiguration durch das Editieren der Konfigurationsdatei an.

Öffnen Sie mit Root-Rechten die Datei /etc/network/interfaces, und fügen Sie Folgendes hinzu (anstelle von eth1 müssen Sie eventuell die Bezeichnung Ihrer WLAN-Karte angeben):

iface eth1 inet dhcp 
wireless-essid <ihrewlanessid> 
wireless-key *********** 
auto eth1

Anschließend starten Sie das Netzwerkgerät mit den folgenden Befehlen einmal neu:

sudo ifconfig eth1 down 
sudo ifconfig eth1 up

Nun gelangen Sie per WLAN ins Internet.

WPA-Verschlüsselung einrichten

Während die oben beschriebene Verschlüsselungsvariante WEP mittlerweile von jedem halbwegs begabten »Skript-Kiddie« mit Werkzeugen wie airsnort geknackt werden kann, gilt die WPA/PSK-Verschlüsselung derzeit noch als relativ sicher. WPA steht hierbei für WiFi Protected Access. Der NetworkManager akzeptiert auch die WPA-Verschlüsselung. Sie können aber bei Problemen oder Zweifeln die nachfolgende manuelle Konfiguration vornehmen.

Sie können die Datei /etc/wpa_supplicant.conf auch von Hand anlegen bzw. die Musterdatei unter /usr/share/doc/wpasuppl icant/examples in das Verzeichnis /etc kopieren und angepassen.

sudo touch /etc/wpa_supplicant.conf

Der obige Befehl legt zunächst die leere Datei an. Nun wird mit dem Befehl

sudo wpa_passphrase <ESSID des Netzes> <WPA Schlüssel>

ein verschlüsselter PSK (Pre Shared Key) erzeugt. Der WPA-Schlüssel kann ein beliebiger Klartextausdruck sein, der zwischen 8 und 63 Zeichen lang ist. Der durch den Befehl erzeugte Hexadezimalschlüssel wird nun in die Datei /etc/wpa_supplicant.conf eingetragen:

# Auszug aus /etc/wpa_supplicant.conf 
ctrl_interface=/var/run/wpa_supplicant 
eapol_version=1 
ap_scan=2 
network={ 
      ssid=<ESSID des Netzes> 
      proto=WPA 
      key_mgmt=WPA-PSK 
      pairwise=TKIP 
      group=TKIP CCMP 
      psk=<Verschlüsselter PSK, der via 
           wpa_passphrase erzeugt wurde> 
}

Sie müssen den PSK auch auf dem Router eintragen. Nun müssen Sie noch die Datei /etc/default/wpasupplicant modifizieren:

# Auszug aus /etc/default/wpasupplicant 
ENABLED=1 
OPTIONS="-w -i eth1 -D ipw -B"

Hierbei ersetzen Sie eth1 und ipw durch die verwendete Schnittstelle und den verwendeten Treiber. Durch den Parameter ENABLED=1 wird die WPA-Verschlüsselung aktiviert.

Der eigentliche Verschlüsselungs-Daemon kann nun über

sudo /etc/init.d/wpa_supplicant start

gestartet und mit dem Parameter stop wieder angehalten werden. Soll das Ganze automatisch bei Aktivierung des Netzwerk-Interfaces während der Boot-Zeit erfolgen, so tragen Sie den oben gezeigten Befehl bzw. dessen Parameter in die Datei /etc/network/interfaces ein.


WLAN mit einem Broadcom 43xx-Chipsatz einrichten

Viele moderne Notebooks (vorwiegend von Hewlett-Packard) verwenden für das WLAN einen Chipsatz von Broadcom. Obwohl dieser theoretisch ab dem Kernel 2.6.17 unterstützt wird, hat man bei vielen aktuellen Distributionen massive Probleme, diesen zum Funktionieren zu überreden. Zumindest für Ubuntu gibt es einen recht einfachen Kniff. Hier genügt die Installation eines zusätzlichen Paketes und das Aufspüren einer neuen Firmware für die WLAN-Karte. Verschaffen Sie sich als Erstes permanente Root-Rechte, und arbeiten Sie Folgendes ab:

sudo su apt-get install bcm43xx-fwcutter -y wget http://downloads.openwrt.org/sources/wl_apsta-3.130.20.0.o bcm43xx-fwcutter -w /lib/firmware wl_apsta-3.130.20.0.o rmmod bcm43xx modprobe bcm43xx apt-get -f remove dmesg | tail iwconfig

Wenn Sie noch die Original-CDs besitzen, die dem Notebook beilagen, dann können Sie sich den Download sparen und die Datei von der CD kopieren. Bei etwaigen Fragen hilft die Projekt-Homepage http://bcm43xx.berlios.de/.




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