14.2 Grafikkarten 

Grafikkarten steuern in Ihrem Computer die Bildschirmanzeige. Sie sind entweder als Erweiterungskarten oder als Chipsatz auf der Hauptplatine (Mainboard) des Computers vorhanden. Auch wenn Sie bei Ubuntu sofort nach der Installation eine grafische Oberfläche zur Verfügung haben, so kann es doch sein, dass Sie mit der Bildschirmanzeige nicht zufrieden sind. Mehrere Situationen können dazu Anlass geben:
- Sie möchten gerne eine Auflösung von 1600 x 1200 Pixel haben, Ubuntu lässt aber nur1280 x 1024 als Maximum zu?
- Sie haben störende Artefakte auf Ihrem Desktop?
- Sie können keine 3D-Spiele spielen, weil die Darstellung nur ruckelt?
Für einige dieser Probleme gibt es leider nur eine Lösung: Sie brauchen proprietäre Grafikkartentreiber. Ich werde im Folgenden beschreiben, wie Sie diese Treiber installieren.
Welche Grafikkarte besitze ich?
Es gibt viele verschiedene Hersteller von Grafikkarten, und fast jeder von ihnen hat eigene Treiber. Wenn Sie nicht genau wissen, welche Grafikkarte in Ihrem Computer verbaut ist, so können Sie dies mit dem Befehl lspci | grep VGA im Terminal herausfinden. Sie erhalten dann eine Meldung ähnlich der folgenden:
00:02.0 VGA compatible controller: Intel Corporation 82915G/GV/910GL Express Chipset Family Graphics Controller (rev 04)
| Fähigkeiten der Grafikkarte testen |
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Um sich einen Eindruck von der aktuellen Leistungsfähigkeit Ihres Grafiksystems zu verschaffen, starten Sie am besten einmal das Tool glxgears aus einem Konsolenfenster heraus. Es erscheinen rotierende Zahnräder, die ausgiebig Gebrauch von der 3D-Hardware-Beschleunigung machen. Durch Aufruf aus dem Terminal heruas lässt sich diese Applikation als Grafikkarten-Benchmark missbrauchen: glxgears. Dadurch werden die aktuellen FPS-(Frames per Second-)Werte im Terminal ausgegeben (siehe Abbildung). Eine Aktivierung der 3D-Treiber kann teilweise zu zehnfach höheren FPS-Werten führen. |
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Das Vorhandensein der 3D-Beschleunigung können Sie mit dem Befehl |
| glxinfo | grep rendering |
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überprüfen. Wenn eine Antwort wie direct rendering: Yes erscheint, dann haben Sie bereits die 3D-Beschleunigung aktiviert. |
Abbildung 14.10 glxgears als Grafik-Benchmark-Test
Konfiguration sichern und Erste Hilfe
Wichtig: Sichern Sie vor jeglichen Experimenten mit dem Grafiksystem Ihre Originaldatei unter /etc/X11/xorg.conf.orig:
sudo cp /etc/X11/xorg.conf /etc/X11/xorg.conf.orig
Sollte das Grafiksystem nach Veränderungen an dieser Datei nicht mehr starten, so können Sie die besagte Sicherungsdatei ganz einfach wieder zurückspielen, indem Sie den vorigen Befehl umkehren:
sudo cp /etc/X11/xorg.conf.orig /etc/X11/xorg.conf
Danach müssen Sie den X-Server nur durch startx wieder neu starten.
| Tastenkombination zum Neustart des X-Servers reaktivieren |
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Seit Ubuntu 9.04 ist die Tastenkombination
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| sudo apt-get install dontzap |
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Öffnen Sie danach ein Terminal, und geben Sie Folgendes ein, um den alten Zustand wiederherzustellen: |
| sudo dontzap --disable |
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Mit sudo dontzap --enable verhindern Sie diese Funktion des X-Servers wieder. |
14.2.1 3dfx und Matrox 

Die 3dfx-Grafikkarten werden von Xorg bei der Installation erkannt und funktionieren normalerweise »out of the box«. Aber auch hier bringt die Aktivierung der 3D-Unterstützung einen merklichen Qualitätszuwachs. Für die Karten mit den Bezeichnungen »Banshee«, »Voodoo Graphics« und »Voodoo 2« wird die Bibliothek libglide2 benötigt, für die »Voodoo 3, 4 und 5« die libglide3.
Installieren Sie hierzu in einem Terminal die nötigen Bibliotheken:
- libglide2 oder
- libglide3
Für Grafikkarten des Herstellers Matrox ist ein entsprechender Treiber bereits in Ubuntu implementiert. Trotz allem ist auch hier eine Leistungssteigerung möglich, wenn man inoffizielle Treiber benutzt. Für weitere Informationen empfehle ich Ihnen folgende Seiten:
Im genannten Wiki erhalten Sie auch eine Installationsanleitung für diese Treiber.
Bei der Verwendung von inoffiziellen Treibern kann (muss aber nicht) ein höheres Risiko für den Ausfall der grafischen Oberfläche entstehen. Sie sollten auf jeden Fall Ihre Konfigurationsdatei sichern. Wie dies funktioniert, erfahren Sie in Abschnitt auf Seite .
14.2.2 Intel 

Wenn Sie in Ihrem Computer einen Grafikchip von Intel haben, dann gehören Sie zu der glücklichen Sorte von Benutzern, für die es einen freien 3D-beschleunigten Treiber gibt. Intel hat seinen Treiber offengelegt, und somit ist die Entwicklung eines freien Treibers möglich. Der 3D-Treiber wird normalerweise automatisch während der Installation des Systems installiert und somit stehen Ihnen sofort nach dem Start beispielsweise die Desktop-Effekte zur Verfügung.
Widescreen
Leider hat dieser Treiber einen kleinen Makel. Er kennt nur eine begrenzte Zahl von Auflösungen, darunter vor allem 4:3-Auflösungen. Heutige Notebooks haben aber häufig eine Widescreen-Auflösung, deren Einrichtung im Folgenden erklärt wird. Um diese Widescreen-Auflösungen korrekt einrichten zu können, brauchen Sie ein zusätzliches Paket aus den Ubuntu-Quellen (Universe). Installieren Sie bitte dieses Paket:
sudo apt-get install 915resolution
Das Paket 915resolution ist ein Werkzeug, um das Video-BIOS der Serie 800 und 900 zu modifizieren. Dies gilt sowohl für die Chipsätze 845G, 855G und 865G als auch für 915G, 915GM und 945G.
Durch den Aufruf von sudo 915resolution -l im Terminal werden alle zur Verfügung stehenden Videomodi angezeigt. Sie brauchen sich jetzt nur noch den gewünschten Modus auszusuchen, also z. B. »3c«. Mit dem Befehl
sudo 915resolution 3c 1400 1050
wird der benötigte Eintrag im BIOS erzeugt. Durch einen erneuten Aufruf von
sudo 915resolution -l
können Sie das leicht überprüfen.
Melden Sie sich ab und wieder an, um den X-Server neu zu starten. Wenn die Modifikation des BIOS-Eintrags funktioniert hat, dann müsste nun die volle Auflösung von 1400 x 1050 Bildpunkten verwendet werden. Falls Sie durch die oben beschriebene Modifikation kein vernünftiges Bild erhalten, sollten Sie sich mit
+
+
in einer Konsole anmelden und dort mit sudo reboot einen Neustart durchführen.
Wenn alles funktioniert hat und die volle Auflösung von 1400 x 1050 Bildpunkten genutzt wurde, muss nur noch die Modifikation des BIOS-Eintrags automatisch durchgeführt werden. Dafür ist ein Eintrag in einer Datei nötig, die nicht bei jedem PC-Start, aber vor dem Start des X-Servers, ausgeführt wird.
Diese Änderung am Video-BIOS ist nicht permanent, d. h., nach jedem Neustart ist diese Änderung wieder verloren. Um diesen unbefriedigenden Zustand zu ändern, müssen Sie ein kleines Startskript erstellen. Dazu öffnen Sie einen Editor (z. B. gedit) mit Root-Rechten:
sudo gedit
und fügen folgenden Text ein:
#!/bin/bash 915resolution 3c 1400 1050
Diese Datei speichern Sie nun im Verzeichnis /etc/init.d/ unter einem beliebigen Namen,z. B. resolutionfix.sh.
An dieser Stelle können können Sie auch ein »Bonbon« der Konsolenarbeit erlernen, das Ihnen die Arbeit erheblich vereinfachen kann. Sie brauchen im Terminal nicht durch unzählige Ordner zu »browsen«, um ein Verzeichnis oder eine Datei zu erstellen. Sie können diese Datei auch bequem direkt im gewünschten Verzeichnis erstellen, egal wo Sie sich gerade befinden. Dazu geben Sie einfach den Pfad dieser Datei, also den Ort, an dem sie erstellt werden soll
sudo gedit /etc/init.d/resolutionfix.sh
in einer Konsole ein. Damit die eben erstellte Skriptdatei auch ausführbar ist, muss sie nun mit chmod verändert werden:
sudo chmod +rx resolutionfix.sh
Sie können das Skript mit folgender Eingabe testen:
sudo ./resolutionfix.sh
Das Skript sollte dann 915resolution aufrufen und dessen Ausgabe anzeigen. Zuletzt muss das Skript noch in die Startsequenz von Ubuntu eingebunden werden. Dies erreichen Sie durch die Eingabe von:
sudo update-rc.d resolutionfix.sh defaults
Nun sollte bei jedem Start automatisch die volle Bildschirmauflösung verwendet werden. Ist dies nicht der Fall, können Sie versuchen, im Anmeldungsbildschirm den X-Server mit der Tastenkombination
+
+
neu zu starten.
| Desktop-Effekte bei Intel-Grafik |
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In Ubuntu 9.04 wurden aufgrund eines Fehlers in den Intel-Treibern (xserver-xorg-video-intel) diese in eine Blacklist für Compiz übernommen. Somit ist eine Aktivierung der Desktop-Effekte trotz korrekt installiertem Treiber nicht möglich. Allerdings gibt es einen Workaround: Geben Sie folgenden Befehl ein, um die Überprüfung des korrekten Treibers zu überspringen: |
| mkdir -p ~/.config/compiz/ && echo SKIP_CHECKS=yes >> \ ~/.config/compiz/compiz-manager |
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Achtung: Es kann natürlich trotzdem zu Grafikfehlern kommen. In einem solchen Fall sollten Sie die Desktop-Effekte wieder abschalten. |
14.2.3 NVIDIA 

Besitzer einer Grafikkarte mit NVIDIA-Chip haben prinzipiell zwei Möglichkeiten, um die 3D-Beschleunigung ihrer Karte auszureizen: Entweder Sie nutzen die Ubuntu-Pakete für diesen Zweck, oder Sie kompilieren Ihren eigenen Treiber.
In 99 % aller Fälle erkennt Ubuntu Ihre Grafikkarte automatisch und installiert den passenden proprietären Treiber auf Wunsch. Hier hilft ein Blick in die eingeschränkten Treiber unter System • Systemverwaltung • Hardware-Treiber. Hier sehen Sie eine Auflistung aller verfügbaren proprietären Treiber für Ihre Hardware. Neben eventuell anderen Treibern ist hier auch eine Auflistung passender NVIDIA-Grafikkartentreiber enthalten, wobei hinter den von Ubuntu empfohlenen Versionen in Klammern ein Empfohlen steht.
Abbildung 14.11 Verwaltung proprietärer Hardware-Treiber
Wenn Sie den entsprechenden Treiber markieren, erhalten Sie am unteren Ende des Fensters eine Information, ob der Treiber installiert ist, und sehen gegebenenfalls den Button Aktivieren. Nach einem Klick auf diesen Button wird der Treiber heruntergeladen und installiert.
In einzelnen Fällen kann der empfohlene Treiber dennoch zu Darstellungsfehlern führen. In einem solchen Fall sollten Sie den aktiven Treiber deaktivieren und stattdessen einen anderen Treiber (mit einer geringeren Versionsnummer) auswählen. Im Übrigen finden Sie über Synaptic auch noch ältere Treiber, wenn Sie nach nvidia-glx suchen.
Manuelles Editieren
Bei älteren Ubuntu-Versionen muss eines der folgenden Pakete installiert werden: Für ältere Hardware der Generation TNT, TNT2 und GeForce2 installieren Sie die Pakete linux-restrictedmodules-<Kernelnummer> sowie nvidia-glx-legacy. Für neuere Grafikkarten wird anstelle des Legacy-Pakets das Paket nvidia-glx oder nvidia-glx-new benötigt.
Zur Installation verwenden Sie entweder Synaptic oder apt-get. Die verwendete Kernel-Version bringen Sie durch den Befehl uname -r in Erfahrung. Nach der Installation der Pakete müssen Sie noch die Datei /etc/X11/xorg.conf für die Verwendung des aktuellen Treibers anpassen:
sudo nvidia-xconfig
Alternativ können Sie auch den X-Server komplett neu konfigurieren:
sudo dpkg-reconfigure xserver-xorg
Im ersten Schritt der Konfiguration wählen Sie dann anstelle von nv das Modul nvidia. Denselben Effekt würden Sie übrigens erzielen, wenn Sie in der Datei /etc/X11/xorg.conf in der Device-Sektion »nv« durch »nvidia« ersetzen. Nach der Neukonfiguration des X-Servers müssen Sie das grafische System neu starten. Am einfachsten geht das mit der Tastenkombination
+
+
, nachdem Sie sich ordnungsgemäß aus dem Desktop-Manager (also gdm bzw. kdm) ausgeloggt haben.
Treiber selbst kompilieren
Sie können selbstverständlich auch den Treiber von der NVIDIA-Homepage selbst herunterladen und kompilieren. Dies kann unter Umständen sinnvoll sein, wenn keiner der von Ubuntu mitgelieferten Treiber funktioniert. Die Vorgehensweise ist wie folgt:
| 1. | Zunächst sollten Sie (sofern es installiert ist) das Ubuntu-Paket nvidia-glx vollständig vom Rechner entfernen. Dazu gehört auch das Entfernen eines eventuell übrig gebliebenen Skripts mit folgendem Befehl: |
sudo rm /etc/init.d/nvidia-glx
| 2. | Laden Sie sich von www.nvidia.com über das Menü Download Drivers, Sektion Linux, FreeBSD and Solaris den zu Ihrer Rechnerarchitektur (Intel 32 Bit, Intel 64 Bit, AMD 64 Bit) passenden Treiber herunter. Das Paket heißt <Version>-pkg1.run. |
| 3. | Das Paket benötigt zur Installation folgende Ubuntu-Pakete: |
| build-essential: Hierbei handelt es sich um den C-System-Compiler und einige Pakete zum Selbstkompilieren. |
| linux-headers-<Kernel-Version>: Das sind die Kernel-Header-Dateien, die zur Kompilierung der Grafiktreiber benötigt werden. |
| 4. | Wechseln Sie mit |
sudo /etc/init.d/gdm stop
| 5. | Wechseln Sie in das Verzeichnis der Installationsdatei, und starten Sie mit sudo sh <Version>-pkg1.run die NVIDIA-Installationsroutine. |
| 6. | Der Verlauf der Installationsroutine ist selbsterklärend. Das Programm erstellt nun die zu Ihrem Kernel passenden Module. Dazu werden, wie oben schon erwähnt, die Kernel-Header benötigt. |
| 7. | Nun sollte noch der X-Server neu konfiguriert werden. Geben Sie dazu den folgenden Befehl ein: |
sudo dpkg-reconfigure xserver-xorg
| 8. | Im ersten Dialog sollten Sie entweder die automatische Erkennung der GrafikHardware wählen oder das Modul nvidia selektieren. |
| 9. | Nach Fertigstellung können Sie den Desktop-Manager wieder starten: |
sudo /etc/init.d/gdm start
Abbildung 14.12 Test der 3D-Fähigkeiten mit PlanetPenguin Racer
Bei Verwendung des NVIDIA-Treibers werden Sie in Zukunft beim Start des Grafiksystems vom NVIDIA-Logo begrüßt. Testen Sie nun noch einmal Ihre Grafik mit glxgears – Sie werden überrascht sein. Wer noch mehr Freude an den neu erworbenen 3D-Grafikfähigkeiten haben möchte, installiert das Paket planetpenguin-racer. Dabei handelt es sich um ein kurzweiliges 3D-Rennspiel, das nach der Installation über Anwendungen • Spiele • Planetpenguin Racer gestartet wird(siehe Abbildung).
| Das NVIDIA-Logo beim Booten an- oder abschalten |
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Unter Ubuntu 9.04 ist nach der Installation der 3D-Treiber das NVIDIA-Logo standardmäßig beim Booten abgeschaltet. Dies wird durch folgenden Eintrag in der Datei xorg.conf (Section "Device") erreicht: |
| Option "NoLogo" "true" |
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Wenn Sie das Logo angezeigt haben möchten, können Sie diese Zeile einfach vom System ignorieren lassen, indem Sie einfach an ihren Anfang ein # setzen. Achten Sie darauf, die Änderung abzuspeichern. Dazu benötigen Sie Sudo-Rechte, sodass Sie diese Datei mit sudo gedit /etc/X11/xorg.conf aufrufen müssen. |
Problemlösung
Folgende Tipps haben sich bewährt, wenn es Probleme gibt:
- Starten Sie Ubuntu im Recovery-Modus (siehe Abschnitt), und konfigurieren Sie den X-Server neu über ein
sudo dpkg-reconfigure xserver-xorg
- Deaktivieren Sie während der Konfiguration die Module dri und GLCore.
- Aktivieren Sie in der Sektion Device in der Datei xorg.conf explizit AGP durch folgenden Eintrag:
Option "NvAGP" "1" #1 = use NVAGP, if possible
- Sollte GNOME nach der Installation der Grafiktreiber träge reagieren, so ergänzen Sie folgenden Eintrag in der Sektion Device:
Option "RenderAccel" "true"
| Kompatibilitätsprobleme zwischen WLAN, ISDN und 3D-Treibern beheben |
|
Wenn bei Ihnen nach der manuellen Installation des NVIDIA-Treibers das WLAN oder die ISDN-Verbindung nicht mehr funktioniert, ist die Deinstallation der linux-restricted-modules dafür verantwortlich. In diesem Paket ist nämlich nicht nur der Treiber nvidia-glx enthalten, sondern auch die avm-Treiber für viele Fritz-ISDN-Modems sowie madwifi für viele WLAN-Chipsätze. Mit einem kleinen Trick können Sie dieses Paket trotz des zu installierenden NVIDIA-Treibers behalten. Hierzu fügen Sie lediglich folgende Zeile in der Datei /etc/default/linux-restricted-modules-common ein: |
| DISABLED_MODULES="nv" |
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Nun wird der unerwünschte ältere NVIDIA-Treiber nicht mehr geladen. |
14.2.4 ATI 

Bei der Installation der passenden 3D-Treiber ist die Vorgehensweise analog zu der eben beschriebenen. In 99 % aller Fälle erkennt Ubuntu Ihre Grafikkarte automatisch und installiert den passenden proprietären Treiber, wenn Sie dies wünschen. Hier hilft ein Blick in System • Systemverwaltung • Hardware Treiber. Wenn diese Art der Installation zu unbefriedigenden Ergebnissen führt oder Sie eine ältere Ubuntu-Version verwenden, kann das manuelle Einrichten (das im Folgenden beschrieben wird) erfolgversprechend sein.
Karten vom Typ Radeon
Für die älteren Radeon-Karten genügt ein einziger Eingriff in die Datei xorg.conf, um das System 3D-tauglich zu machen. Bitte stellen Sie zuvor sicher, dass der neuere FireGLX-Treiber aus dem System entfernt wird:
sudo apt-get remove --purge xorg-driver-fglrx
Nun ändern Sie in der xorg.conf folgende Zeile:
Section "Device" # Driver "ati" wurde geändert in Driver "radeon"
Starten Sie nun den X-Server neu oder melden Sie sich ab- und wieder an.
| ATI-Grafikkarten beschleunigen |
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Bei Ubuntu 9.04 fand bei dem Open-Source-ATI-Treiber ein Wechsel von XAA auf EXA statt. Bei einigen wenigen Computern kann dies zu Problemen führen. Falls Probleme auftreten, fügen Sie in der Datei /etc/X11/xorg.conf in dem Abschnitt Device den Eintrag |
| Option "AccelMethod" "XAA" |
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hinzu. Im Falle der Radeon-Treiber führen folgende Optionen in der Device-Sektion zu einer merklichen Beschleunigung der Grafikleistung: |
| Option "EnablePageFlip" "true" Option "DynamicClocks" "true" |
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Mit dem letzten Befehl wird die dynamische Chip-Taktung des Radeon-Chips aktiviert, was insbesondere bei Laptops eine deutliche Steigerung der Akkulaufzeit bringt. |
Karten vom Typ FireGL
Installieren Sie zunächst die zu Ihrem Kernel-Typ passenden proprietären Module:
sudo apt-get install linux-restricted-modules-<Kernelnummer>
Anschließend wird der FireGL-Treiber mit folgendem Befehl installiert:
sudo apt-get install xorg-driver-fglrx
Nun müssen Sie noch das zu ladende Modul in die Datei /etc/modules eintragen:
# Letzte Zeile in /etc/modules: fglrx
Zusätzlich ist die Datei xorg.conf zu editieren:
Section "Device"
# Driver "ati" wurde geändert in
Driver "fglrx"Nehmen Sie zusätzlich folgende Optionen in die Sektion Device auf:
Option "backingstore" "true" Option "UseInternalAGPGART" "no"
Abschließend müssen Sie den X-Server neu starten, nun aber am besten per Reboot, da eine Änderung in der Datei /etc/modules vorgenommen wurde.
Manuelle Installation von ATI-Treibern
Es steht Ihnen natürlich frei, bei Problemen die Original-ATI-Treiber nach dem Download von der ATI-Website zu installieren. Entfernen Sie zuvor die folgenden Ubuntu-Pakete aus dem System:
- xorg-driver-fglrx
- fglrx-control
Ersetzen Sie in der Datei /etc/X11/xorg.conf in der Device-Sektion den »Driver« fglrx durch ati, da das System sonst nicht mehr mit einer grafischen Oberfläche starten kann.
Stellen Sie sicher, dass die Pakete build-essential, fakeroot, module-assistant, dh-make und debconf installiert sind. Nun können die heruntergeladenen Treiber folgendermaßen kompiliert werden:
sudo sh ./ati-driver-installer-<Version>.run --buildpkg Ubuntu/dapper
Der Befehl ist mithilfe des Parameters buildpkg an das jeweilige Release anzupassen. Die erstellten Pakete müssen manuell installiert werden (bei älteren Treiberversionen liegen diese im Vezeichnis /tmp, bei der aktuellen Version im Quellverzeichnis):
sudo dpkg -i fglrx-kernel-source_<Version>.deb sudo dpkg -i xorg-driver-fglrx_<Version>.deb sudo dpkg -i fglrx-control_<Version>.deb
Nun müssen die Kernel-Module eingebunden werden. Dies geschieht mittels:
sudo module-assistant prepare sudo module-assistant update sudo module-assistant a-i fglrx
Anschließend teilen Sie dem Module-Loader mit, dass es neue Module gibt:
sudo depmod -a
Schließlich muss die Datei /etc/X11/xorg.conf mit Root-Rechten in einem Editor geöffnet werden und der Treiber in der Device-Sektion in fglrx geändert werden.
Alternativ können Sie hierfür auch das ATI-Config-Tool verwenden:
user$ sudo aticonfig --initial
Nach einem Neustart des X-Servers stehen Ihnen die neu installierten Treiber zur Verfügung.
| Schnelles Wechseln der Auflösung |
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Unter dem X-Windows-System ist es stets möglich, mit mehreren Auflösungen parallel zu arbeiten und zwischen diesen per Hotkey-Kombination umzuschalten. Die möglichen Auflösungen definieren Sie in der Datei xorg.conf/ in der Sektion Screen. |
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Ein Beispiel: |
| Section "Screen" DefaultColorDepth 16 ... Depth 16 Modes "1024x768" "800x600" "640x480" ... EndSubSection |
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In diesem Fall wurde die Default-Farbtiefe auf 16 Bit gesetzt; die für diese Farbtiefe verfügbaren Auflösungen umfassen 1024 x 768, 800 x 600 und 640 x 480 Pixel. Ubuntu-Nutzer verwenden bequemer das GNOME-Applet zur Einstellung der Auflösung über das Menü System • Einstellungen • Bildschirmauflösung, und Kubuntu-Nutzer wählen den Weg über K-Menü • Systemeinstellungen • Anzeige. |
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Sie können im laufenden Betrieb zwischen verschiedenen Bildschirmauflösungen mit der Tastaturkombination
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14.2.5 Desktop-Effekte 

Wir wollen an dieser Stelle dem Nutzen dreidimensionaler Desktops auf den Grund gehen und zeigen, dass sich Linux auch in optischen Belangen bei Weitem nicht vor anderen Betriebssystemen verstecken muss. Die Meinungen über dreidimensionale Desktops sind weit gefächert, aber im Großen und Ganzen ist man sich einig, dass der Benutzer von einem dreidimensionalen Desktop profitieren kann, weil die Darstellung von Fenstern und Programmen wesentlich natürlicher erfolgen kann. Ich sage hier bewusst »kann«, weil die Implementierung dieser Technik selbstverständlich auch völlig sinnlose (aber zugegebenermaßen hübsche) Funktionen mit sich bringt.
Der Nutzen von transparenten und wabernden Fenstern, Regentropfen auf dem Desktop oder einer Darstellung der Arbeitsflächen auf der Oberfläche eines Würfels (siehe Abbildung) erschließt sich einem nicht sofort, wohingegen die räumliche Darstellung von Fenstern mit den dazugehörigen Schatteneffekten nicht nur hübsch aussieht, sondern die Realität auch ein wenig besser abbildet. Wir sind räumlich sehende Wesen, alles Zweidimensionale wirkt fremd und unnatürlich auf uns. Bei Computern haben wir uns zwar an diese zweidimensionale Darstellung gewöhnt, aber nicht zuletzt aufgrund dieses Mangels versuchen viele von uns, ihrem Desktop durch aufwendige Hintergrundbilder eine räumliche Tiefe zu verleihen.
Abbildung 14.13 Expose: Einige Funktionen des 3D-Desktops können durchaus nützlich sein, so verhilft dem Nutzer die Tastenkombination Strg + Alt + (Pfeil oben) zu mehr Überblick auf dem vollen Bildschirm.
Die Entwicklung der dritten Dimension
Schon lange vor Microsoft haben sich Linux-Entwickler in den Jahren 1993 und 1994 mit diesen fortschrittlichen Darstellungen beschäftigt. Es sollten allerdings noch fast drei Jahre vergehen, bevor die ersten Demonstrationen für Begeisterung sorgten. So zeigte Novell 1996 die ersten Demo-Videos und stellte compiz vor, einen ersten Fenstermanager oder, genauer gesagt, Composite-Manager, der dreidimensionale Effekte auf den Desktop zaubern konnte. In all den Jahren zuvor hatte der Fenstermanager nichts mit 3D-beschleunigter Hardware zu tun. Die Möglichkeiten moderner Grafikkarten wurden ausschließlich von 3D-Software und Spielen benötigt. Nun schien die Zeit reif zu sein, auch die für das Gestalten des Desktops zuständigen Fenstermanager mit einer hardware-beschleunigten 3D-Grafik auszustatten.
Unter den Anwendern war die Nachfrage nach einem 3D-Desktop riesig. Wie sonst ist es zu erklären, dass zahlreiche Distributionen bereits 2006 mit zuschaltbaren hardware-beschleunigten Effekten erschienen, wohl wissentlich, dass die Stabilität noch zu wünschen übrig ließ? Das Team um Ubuntu wollte ebenfalls auf diesen Zug aufspringen und begann bereits kurz nach dem vollendeten ersten Entwicklungszyklus und dem Erscheinen der ersten LTS-Version »Dapper Drake« mit der Implementierung dieser Technik. In den Versionen »Edgy Eft« (Oktober 2006) und «Feisty Fawn« (April 2007) war die Implementierung noch fehlerbehaftet, aber zumindest bei der letztgenannten Version waren schon deutliche Fortschritte erkennbar. So gab es hier erstmals einen Menüpunkt Desktop-Effekte, zu finden unter System • Einstellungen • Desktop-Effekte. Inzwischen gehört der 3D-Desktop zum Standard bei Ubuntu und wird seit der Version 7.10 »Gutsy Gibbon« automatisch aktiviert, wenn die 3D-Treiber installiert sind.
Abbildung 14.14 Die Effekte sind zahlreich, der Nutzen hingegen begrenzt. Dies gilt auch für den Würfel, auf dessen Oberfläche die Arbeitsflächen projiziert sind.
Technischer Aufbau
Für die Darstellung von hardware-beschleunigten 3D-Desktops und die Erzeugung sämtlicher Effekte müssen drei Komponenten aufeinander abgestimmt sein:
- der Grafiktreiber
- ein geeigneter X-Server
- der Composite-Manager mit Fenstermanager
Als erste Komponente brauchen Sie selbstverständlich eine Grafikkarte. Hierbei sollten alle neueren Karten keinerlei Probleme bereiten. Nehmen Sie allerdings davon Abstand, einer Karte, die älter als drei bis vier Jahre ist, diesen hardware-beschleunigten Desktop zuzumuten. Die Grafikkarte muss eine ausreichende 3D-Beschleunigung bieten; damit kommen wir um den Einsatz von proprietären Grafikkartentreibern nicht herum. Ubuntu hat die Installation dieser Treiber sehr vereinfacht. In diesem Zusammenhang wurde der Restricted Manager eingeführt, der Ihnen als Benutzer die Verwaltung der eingeschränkten Treiber erleichtern soll. Sie finden den Restricted Manager unter System • Administration • Verwaltung eingeschränkter Treiber.
Manchmal werden diese eingeschränkten Treiber aber benötigt, um in den Genuss der neuen dreidimensionalen Effekte zu gelangen. Wenn Sie Besitzer einer Grafikkarte von NVIDIA oder ATI sind, dann sind Sie auf jeden Fall auf diese Treiber angewiesen. Als Besitzer eines Intel-Grafik-Chipsatzes kommen Sie wunderbar mit dem freien Treiber zurecht.
| Alternatives Panel ähnlich OS X |
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Auch wenn GNOME standardmäßig durch schlichte Eleganz überzeugen möchte, gefällt gerade dieses konservative Erscheinungsbild nicht allen Nutzern. Während die einen Nutzer die dreidimensionalen Effekte von Windows Vista bewundern, würden andere eine Darstellung wie bei OS X bevorzugen. |
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Ein besonders schönes Panel ist der Avant-Window-Navigator, den Sie oftmals über die distributionseigenen Software-Kanäle installieren können. Nach der Installation finden Sie das Programm im GNOME-Menü unter Anwendungen • Zubehör • Avant Window Navigator. Im erscheinenden Panel haben Sie auf der linken Seite eine Verknüpfung zu den Einstellungen. Standardmäßig überdeckt das neue Panel das alte GNOME-Panel, sodass Sie Letzteres entfernen sollten. Dies geschieht, indem Sie an einer freien Stelle mit der rechten Maustaste den Punkt Dieses Panel löschen anklicken. |
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Wenn Sie später wieder den alten Zustand herstellen möchten, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des oberen Panels und wählen Panel anlegen. Sofern sich die Leiste nicht automatisch am unteren Bildschirmrand ansiedelt, können Sie diese auch mit gedrückt gehaltener Maustaste an den richtigen Ort ziehen. |
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Nun geht es daran, die untere Leiste einzurichten. Die Eigenschaften (Ausrichtung, Größe, Verbergen-Buttons, Hintergrund usw.) konfigurieren Sie über den gleichnamigen Menüpunkt des Kontextmenüs. Der Arbeitsflächenumschalter, der Button Desktop anzeigen, der Mülleimer und viele andere Applets verstecken sich hinter dem Punkt Zum Panel hinzufügen, den Sie ebenfalls über die rechte Maustaste erreichen. Um die Applets auf dem Panel nach Ihrem Geschmack auszurichten, fassen Sie die Symbole jeweils mit der mittleren Maustaste an und ziehen sie an die gewünschte Stelle. |
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Die Installation hat einen kleinen Schönheitsfehler: Nach jedem Neustart Ihres Rechners müssen Sie das Panel manuell starten. Dies können Sie aber leicht ändern, indem Sie das Panel zu den Startprogrammen hinzufügen. Dies erledigen Sie, indem Sie unter System • Einstellungen • Sitzungen ein neues Startprogramm definieren. Klicken Sie auf Hinzufügen, und tragen Sie unter Befehl avant-window-navigator ein. |
Abbildung 14.15 Der Avant-Window-Navigator ist an Flexibilität kaum zu überbieten.
X-Server
Über der Schicht der Grafiktreiber befindet sich der X-Server. Der standardmäßig in Ubuntu enthaltene X-Server ist, wie bei den meisten anderen Distributionen, Xorg. Die schnelle Verbreitung von 3D-Desktops ist nicht zuletzt der zügigen und zuverlässigen Entwicklung von Xorg zu verdanken, die große Teile zum Gelingen der Desktop-Effekte beiträgt. Xorg hat seit der Version 7.1 viele für den 3D-Desktop nötige Funktionen integriert, so z. B. den Befehlssatz von AIGLX (Accelerated Indirect GLX) und insbesondere die dringend benötigte Funktion GLX_EXT_texture_from_pixmap. AIGLX ist eine vom Fedora-Projekt angestoßene Erweiterung des X-Servers, der dadurch Schritt für Schritt um 3D-beschleunigte Funktionen erweitert werden soll.
Falls Sie die 3D-Effekte auf dem Desktop nutzen möchten, sind allerdings Grafiktreiber erforderlich, die auf diese Funktion des X-Servers zugreifen können und die Funktion GLX_EXT_texture_from_pixmap implementiert haben. Dies ist z. B. bei den neueren Treibern von NVIDIA der Fall. Um zu sehen, ob der Treiber diese Erweiterung zur Verfügung stellt, hilft die Ausgabe von:
glxinfo | grep GLX_EXT_texture_from_pixmap
Die eigentlichen Effekte wie Transparenz und Dreidimensionalität werden durch Anwendungen erzeugt, die auf den X-Server zurückgreifen und damit die oberste Schicht darstellen. Diese Anwendungen sind:
- der Composite-Manager, der für sämtliche Effekte verantwortlich ist, und
- der Fenstermanager, der die Fensterverwaltung und das Zeichnen der Fensterrahmen organisiert.
Compiz
Das Mittel der Wahl für diese letzte Schicht des Aufbaus ist compiz. Compiz ist ein Composite-Manager, der den durch OpenGL beschleunigten X-Server XGL oder die OpenGL-beschleunigte X-Erweiterung AIGLX verwenden kann und damit für die dreidimensionalen Effekte verantwortlich zeichnet. Im Gegensatz zu anderen Composition-Managern ist compiz nicht nur ein solcher, sondern gleichzeitig auch Window-Manager, d. h., er kümmert sich auch um das Zeichnen von Fensterrahmen, Titelleisten, Minimier- und Maximierschaltflächen etc.
Da compiz dem ICCCM-Standard entspricht, kann es hierzu den Window-Manager der Desktop-Umgebung wie z. B. Metacity bei GNOME oder KWin bei KDE ersetzen. Des Weiteren ist es modular aufgebaut. Alle Effekte, aber auch grundlegende Dinge wie die Möglichkeit, Fenster zu verschieben oder ihre Größe zu ändern, sind als Plug-ins realisiert. Hierdurch ist compiz leicht erweiterbar.
Das technische Prinzip eines Composite-Managers ist theoretisch einfach. Er schiebt einfach einen Zwischenschritt zwischen dem Rendern und dem Darstellen eines Fensters auf dem Desktop ein. In diesem Zwischenschritt wird für jedes darzustellende Fenster ein Abbild im Speicher der Grafikkarte erzeugt.
Diese zwischengespeicherten Abbilder werden durch OpenGL mit den gewünschten Effekten gerendert und dann durch den Composite-Manager zu einem sichtbaren Desktop zusammengefügt. Die Anwendungen bekommen von dieser Prozedur nichts mit und profitieren somit ohne Leistungseinbuße von diesen Hardware-Eingriffen.
Konfiguration der Desktop-Effekte
Sie finden die Konfiguration der Desktop-Effekte über System • Einstellungen • Erscheinungsbild. Im letzten Reiter finden Sie die Visual Effects (Desktop-Effekte). Alternativ können Sie an einer beliebigen Stelle auf dem Desktop mit der rechten Maustaste klicken und dann auf Desktop-Hintergrund ändern klicken.
| Noch mehr Desktop-Effekte |
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Wenn Ihnen die normalen Desktop-Effekte zu bieder sind und die wackelnden Fenster Sie zu einem müden Gähnen verleiten, dann werden Sie die erweiterten Einstellungsmöglichkeiten des Pakets compizconfig-settings-manager lieben: |
| sudo apt-get install compizconfig-settings-manager |
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Sie erreichen die Einstellungsmöglichkeiten über einen zusätzlichen Auswahlpunkt auf dem Reiter Visual Effects der Erscheinungsbild-Einstellungen. Im Übrigen gibt es auch eine vereinfachte Version dieses Verwaltungswerkzeugs, das Sie über sudo apt-get install simple-ccsm installieren. Beide Werkzeuge finden Sie nach der Installation auch unter System • Einstellungen • (Einfacher) CompizConfig Einstellungs-Manager. |
Abbildung 14.16 Die Desktop-Effekte lassen sich nahezu beliebig erweitern.
| Aktion | Tastenkombination |
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Fenster wechseln auf aktuellem Desktop |
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Fenster wechseln auf allen Desktops |
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Fenster in entgegengesetzter Richtung wechseln |
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Fenster bewegen |
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Fenster auf- und zuklappen |
Doppelklick auf die Fensterleiste |
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Schnell auf anderes Fenster wechseln |
Mit der mittleren Maustaste auf den Fensterrahmen klicken |
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Fenstergröße verändern |
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Alle Fenster übersichtlich darstellen (nur aktueller Desktop) |
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Alle Fenster übersichtlich darstellen (alle Desktops) |
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Schnell auf den Desktop wechseln |
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Würfelseite wechseln |
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Würfelseite wechseln und das aktivierte Fenster mitnehmen |
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Würfel mit der Maus drehen |
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Einmalig hineinzoomen |
SUPERTASTE + Rechtsklick |
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Manuell hineinzoomen |
SUPERTASTE + Mausrad hoch |
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Manuell hinauszoomen |
SUPERTASTE + Mausrad runter |
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Regen |
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Transparenz verändern |
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Screenshot (Speicherort Desktop) |
SUPERTASTE + gehaltene linke Maustaste + Ausschnitt markieren |
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Farbeninvertierung (Bildschirm) |
SUPERTASTE +
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Farbeninvertierung (Fenster) |
SUPERTASTE +
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Unter Ubuntu 8.10 gibt es einen ärgerlichen Bug, der dafür sorgt, dass aktivierte Desktop-Effekte zu Problemen mit dem Fenstermanager führen. Dieser Fehler zeigt sich in unschönen Fensterrahmen, die entweder nicht sichtbar sind oder stellenweise oszillieren. Es gibt zur Behebung dieses Fehlers leider keine allgemeingültige Anleitung, sodass ich Ihnen empfehle, die Desktop-Effekte wieder zu deaktivieren, falls Sie von diesem Problem betroffen sind. Der Fehler taucht übrigens in der neuen Version nicht mehr auf, sodass sich ein Upgrade auf Ubuntu 9.04 auch in diesem Fall lohnt.
| Integrierte Desktop-Effekte |
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Metacity, der Fenstermanager von GNOME, besitzt ab der Version 2.22 einen eigenen Composite-Manager. Dieser ermöglicht dreidimensionale Effekte ohne zusätzlichen Ballast wie Compiz. Die Effekte sind aber »GNOME-like«, d. h. sehr schlank nach dem Motto »So wenig wie möglich, so viel wie nötig«. So beschränkt sich Metacity zumeist darauf, ausgiebig Gebrauch von Alpha-Blending zu machen. Die auffälligsten Neuerungen sind ein Schatten um Fenster, die Echtzeitvorschau, wenn mittels
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Nicht jede Grafik-Hardware unterstützt Compositing zuverlässig, weshalb diese Funktion derzeit standardmäßig abgeschaltet und nicht in den Einstellungen sichtbar ist. Wenn Sie sicher sind, dass Ihre Grafik-Hardware Compositing unterstützt, können Sie es über das Ausführen des Befehls |
| gconftool-2 -s --type bool /apps/metacity/general/compositing_manager true |
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vom Ausführen-Dialog einschalten oder den entsprechenden Schlüssel im Konfigurationseditor setzen. Um Compositing abzuschalten, setzen Sie den Schlüssel auf false: |
| gconftool-2 -s --type bool /apps/metacity/general/compositing_manager false |
| Screenlets – Widgets für den Desktop |
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Apple und Microsoft haben sie schon standardmäßig: die Widgets, kleine und moderne Kontroll- und Informationsanzeigen auf dem Desktop. Aber Linux hinkt hier nicht hinterher. Das Zauberwort heißt hier Screenlets. Diese Screenlets lassen sich unter Ubuntu mit minimalem Aufwand installieren: |
| sudo apt-get install screenlets |
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Nach der Installation starten Sie den Screenlets-Manager über System • Einstellungen • Screenlets. Hier klicken Sie doppelt auf das gewünschte Widget oder wählen dieses über das Anwendungsmenü Anwendungen • Sonstige aus. Sie erhalten viele weitere Tipps auf der Internetseite www.screenlets.org. |
Abbildung 14.17 Mithilfe des Screenlets-Managers können Sie auf einfache Weise Widgets installieren.













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