14.6 Externe Geräte nutzen 

14.6.1 Webcams unter Ubuntu 

Besonders in Verbindung mit Instant-Messaging-Programmen haben sich USB-Webcams durchgesetzt. Die Hardware wird von Ubuntu als Hotplug-Device nach dem Anstecken an einen freien USB-Port erkannt. Verfolgen Sie dazu parallel die Ausgaben der System-Logdatei:
sudo tail -f /var/log/messages usb 1-1: new full speed USB device using uhci_hcd and address 2 Linux video capture interface: v1.00 pwc: loaded successfully pwc Philips PCVC730K (ToUCam Fun)/PCVC830 (ToUCam II) USB webcam detected. pwc Registered as /dev/video0
Die vorliegende USB-Kamera (eine USB-Webcam von Phillips) wurde mithilfe des pwc-KernelModuls als Video-Device /dev/video0 in das System eingebunden. Die Funktionsfähigkeit der Kamera wird wieder mit dem Programm xawtv getestet:
xawtv -c /dev/video0
Daraufhin sollte das Bild der Webcam im xawtv-Hauptfenster erscheinen. Wenn Sie vorhaben, in Zukunft Videokonferenzen mit Freunden im Internet abzuhalten, dann können Sie Ihre Webcam gleich in Verbindung mit Ekiga testen, einer Software, die bereits auf dem frisch installierten Ubuntu-System vorhanden ist.
Starten Sie das Programm zunächst über Anwendungen • Internet • Ekiga.
Der sogenannte Konfigurationsassistent führt Sie in zehn Schritten zu einem funktionsfähigen Videokonferenzsystem. Zunächst werden die Benutzerdaten und die Art der Internetverbindung (Modem, ISDN, DSL o. a.) abgefragt. Die angeschlossene Kamera testen Sie dann über den Button Bilder von der eigenen Kamera anzeigen testen.
Abbildung 14.31 Test der Webcam mit Ekiga
14.6.2 Eine digitale Fotokamera anschließen 

Sie möchten die Bilder Ihrer Digitalkamera gern unter Linux verwalten und bearbeiten? Kein Problem, Ubuntu eröffnet Ihnen auch hier eine Vielzahl von Möglichkeiten. Zunächst sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Kamera vom System erkannt wird. Die Verbindung erfolgt in der Regel über USB. Nach dem Anschließen und Einschalten der Kamera wird diese automatisch vom System erkannt, und es erscheint ein Dialog, der anbietet, die Fotos vom Speicherchip auf die lokale Platte zu importieren.
Abbildung 14.32 Fotos werden von einer Digitalkamera geladen.
Danach öffnet sich gThumb, und über Datei • Fotos importieren ... können Sie dann den Speicherordner angeben und die Fotos von der Kamera laden (siehe Abbildung).
Sollte der Import der Fotos scheitern, was an einer Fehlermeldung zu erkennen ist, so sollten Sie das Paket gphoto2 und dessen grafisches Frontend gtkam installieren. Letzteres starten Sie im oberen Panel über Anwendungen • Grafik • gtkam. Hier kann nun die Kamera über den Menüpunkt Kamera • Wähle Kamera im sogenannten PTP-Modus betrieben werden. Damit sollte sich jede moderne Kamera ansprechen lassen.
Unter KDE lassen sich Digitalfotos übrigens relativ einfach im Konqueror begutachten. Zu diesem Zweck geben Sie einfach in der Konqueror-Adresszeile den Schlüsselbegriff media:/camera ein. Bei der neuesten KDE-Version erscheint bei Anschluss einer Digitalkamera automatisch ein Icon auf dem Bildschirm, das nach dem Anklicken eine Browser-Instanz zum Durchforsten der Speicherkarte öffnet. Als komfortables Frontend unter KDE bietet sich das Programm digiKam an (Abbildung). Installieren Sie dazu folgende Pakete:
- digikam – das eigentliche Programm
- digikamimageplugins – Bilder mit Effekten versehen
- kipi-plugins – Stapelverarbeitung von Bildern
Abbildung 14.33 digiKam – die KDE-Lösung zur Bildverwaltung
14.6.3 Anschluss eines CamCorders 

Moderne digitale Camcorder verfügen über eine IEEE1394-Schnittstelle, auch FireWire genannt. Ubuntu entdeckt derartige Geräte unmittelbar nach dem Anschließen und Einschalten. Folgende Meldungen erscheinen im Syslog:
sudo tail -f /var/log/messages ieee1394.agent[10196]: raw1394: loaded successfully ieee1394: raw1394: /dev/raw1394 device initialized ieee1394.agent[10196]: dv1394: loaded successfully
Die Datenübertragung zwischen Kamera und PC kann mit dem Kommandozeilen-Tool dvgrab getestet werden. Installieren Sie dieses zunächst wie folgt:
sudo apt-get install dvgrab
Dadurch wird das zusätzliche Paket libquicktime installiert. Testen Sie den Transfer einer Videosequenz von der Kamera mit:
sudo dvgrab testfilm
Die Aufzeichnung wird durch Eingabe von
+
beendet. Nun sollte sich im aktuellen Verzeichnis ein Filmausschnitt mit dem Namen testfilm001.avi befinden. Diesen können Sie mit einem Standard-Videoplayer begutachten, vorausgesetzt, dieser ist in der Lage, das Digitalvideoformat zu decodieren. Dies schaffen in jedem Fall Programme wie xine oder der MPlayer. Für den Schnitt von digitalem Video bietet sich das Programm kino an (siehe Abbildung).
Abbildung 14.34 Videos importieren und schneiden mit kino
Mehr zu Software zur Wiedergabe und Bearbeitung von Videos finden Sie in Abschnitt ab Seite .
14.6.4 Datenaustausch mit dem PDA 

Der moderne Datennomade geht heutzutage nicht mehr ohne den praktischen, elektronischen PDA (Personal Digital Assistant) aus dem Haus. Diese Geräte bieten Software für die private Organisation auf kleinstem Raum.
Um einen PDA in Verbindung mit Ubuntu nutzen zu können, benötigen Sie zumeist nur noch ein grafisches Frontend. Die Hardware wird in der Regel schon vom Kernel erkannt. Im Folgenden zeige ich Ihnen am Beispiel eines PalmOne-Handhelds, wie der Datenaustausch unter Ubuntu abläuft. Installieren Sie das Paket multisync sowie die Plug-ins libmultisync-plugin-evolution und libmultisync-plugin-palm. Besitzer eines Windows CE-Handhelds ersetzen das letzte Paket durch synce-multisync-plugin.
Die Mehrzahl der heutigen PDAs wird über ein USB-Cradle synchronisiert. Nachdem Sie den PDA darin platziert haben, drücken Sie den HotSync-Knopf des Cradles und verfolgen die Meldungen des Syslogs:
sudo tail -f /var/log/messages kernel: usb 4-2: new full speed USB device using uhci_hcd and address 2 kernel: drivers/usb/serial/usb-serial.c: USB Serial support registered for Handspring V isor / Palm OS kernel: usb 4-2: Handspring Visor / Palm OS converter now attached to ttyUSB0 kernel: usb 4-2: Handspring Visor / Palm OS converter now attached to ttyUSB1 kernel: drivers/usb/serial/visor.c: USB HandSpring Visor / Palm OS driver v2.1
Offenbar werden im vorliegenden Fall zwei USB-Schnittstellen angezeigt. Nun müssen Sie lediglich herausfinden, mit welcher Schnittstelle das Gerät anzusprechen ist. Dazu installieren Sie das Paket pilot-link, drücken den HotSync-Knopf und testen die Verbindung wie folgt:
pilot-xfer -p /dev/ttyUSB1 -l Reading list of databases in RAM ...
Es folgt eine Liste der Dateien, die sich auf dem PDA befinden. Sollte das Gerät nicht reagieren, so unterbrechen Sie das Programm zunächst via
+
und testen eine andere Schnittstelle (z. B. /dev/ttyUSB0).
Das zentrale Informationswerkzeug unter Ubuntu ist Evolution, ein Mailprogramm mit integrierter Informationszentrale. Dort lässt sich Ihr PDA nahtlos integrieren: Sie nehmen die entsprechenden Einstellungen nach dem Start von Evolution unter Werkzeuge • Pilot-Einstellungen vor.
Unter Kubuntu bietet Kontact das Werkzeug KPilot. Die Einstellungen können Sie über Einstellungen • Kontact einrichten ... • KPilot-Einrichtung vornehmen. KPilot kann auch über das K-Menü unter Dienstprogramme • KPilot gestartet werden. Für KPilot steht auch ein Einrichtungsassistent zur Verfügung. KPilot kann für den Abgleich mit Kontact oder mit Evolution oder nur für die Datensicherung konfiguriert werden.
Abbildung 14.35 Synchronisationsmöglichkeiten mit kpilot









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