16.3 GRUB 

Ubuntu verwendet GRUB als Boot-Manager oder genauer gesagt als secondary bootloader (siehe Kasten auf Seite ). Ein Boot-Manager verwaltet den Systemstart und ist somit den installierten Betriebssystemen vorgeschaltet. Nur durch ein ordentlich konfiguriertes GRUB werden Sie in die Lage versetzt, das System zu starten oder eine Auswahl zwischen verschiedenen installierten Beriebssystemen zu treffen.
GRUB wird über die Datei /boot/grub/menu.lst konfiguriert. Wie jede Konfigurationsdatei lässt sich auch die menu.lst mit einem einfachen Texteditor öffnen. Da diese Datei allerdings systemsensitiv ist, benötigen Sie hierbei sudo-Rechte. Öffnen Sie zu diesem Zweck ein Terminal über Anwendungen • Zubehör • Terminal, und tippen Sie Folgendes ein:
sudo gedit /boot/grub/menu.lst
Sie können die Konfigurationsdatei auch mit einem Programm bearbeiten, das Ihnen eine grafische Oberfläche zur Verfügung stellt. Sie erfahren Näheres hierzu im Tipp »GRUB grafisch bearbeiten« auf Seite .
Diese Datei dient hauptsächlich zwei Zwecken (beachten Sie die doppelte Bedeutung der Rauten in dieser Datei):
| 1. | Zum einen befinden sich hier Informationen darüber, wo welcher Kernel oder welches Betriebssystem sich befindet. Aus den dort vorhandenen Angaben wird das Boot-Menü aufgebaut, das Sie beim Starten durch Drücken der (Esc)-Taste sehen können. |
| 2. | Wenn GRUB diese Konfigurationsdatei liest, werden alle mit einer Raute versehenen Zeilen ignoriert. |
| 3. | Zum anderen sind in dieser Datei auch Informationen zu finden, die das Skript update-grub bei einem Kernel-Update benötigt. Dieses Skript finden Sie unter /usr/sbin/update-grub. |
| 4. | Update-grub dient dazu, die Menüeinträge in der Datei menu.lst automatisch zu erstellen. Dabei werden auch Zeilen eingelesen, die mit einer Raute beginnen. Zeilen mit doppelten oder mehr Rauten sind immer Kommentare. |
| Boot-Splash abschalten |
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Wenn Ihnen die Systemmeldungen wichtiger sind als der grafische Boot-Splash, dann können Sie diesen ganz einfach deaktivieren. Bearbeiten Sie zu diesem Zweck die Datei /boot/grub/menu.lst mit Root-Rechten in einem Editor. Entfernen Sie dann in dem entsprechenden Kernel-Eintrag den Eintrag »splash«, und speichern Sie die veränderte Datei wieder ab. |
| ## Auszug aus /boot/grub/menu.lst ## ## End Default Options ## title Ubuntu, kernel 2.6.15-27-386 root (hd0,1) kernel /boot/vmlinuz-2.6.15-27-386 root=/dev/sda2 ro quiet splash initrd /boot/initrd.img-2.6.15-27-386 savedefault boot |
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Nach einem Neustart haben Sie sowohl beim Booten als auch beim Herunterfahren die Systemmeldungen in der reinen Textansicht. Sie können das Paket usplash selbstverständlich auch komplett entfernen. Dies hat einen weiteren Vorteil: Der Systemstart wird noch einmal beschleunigt. Gerade bei älteren Computern kann sich dies positiv bemerkbar machen. |
16.3.1 Reguläre Installation 

Beginnen wir mit dem Notwendigsten: dem Boot-Loader, der dafür sorgt, dass das Betriebssystem Ihrer Wahl überhaupt startet. Im Fall von Ubuntu heißt der Boot-Loader GRUB. Da man in 99 % aller Fälle gerade keine Sicherung des aktuellen Boot-Sektors zur Hand hat, folgt an dieser Stelle ein kleiner Exkurs, wie man einen Boot-Sektor wiederbelebt, bei dem der Boot-Code beschädigt wurde.
Im Optimalfall sind für die Installation zwei Schritte notwendig:
| 1. | Installation in den MBR Wenn Sie GRUB in den Boot-Sektor der ersten Festplatte installieren möchten, rufen Sie einfach grub-install mit der jeweiligen Festplatte als Argument auf: |
sudo grub-install /dev/sda
| 2. | Das Kommando grub-install greift dabei auf die GRUB-Konfigurationsdatei namens menu.lst in /boot/grub der entsprechenden Partition zurück. |
| 3. | Diese Datei kann beispielsweise wie folgt aussehen: |
title Linux root (hd1,2) kernel /boot/vmlinuz root=/dev/hdc3 initrd /boot/initrd
| 4. | Beachten Sie, dass GRUB bei der Angabe der Root-Partition von null an zu zählen beginnt. Das Device /dev/hda1 wäre dann z. B. (hd0,0) usw. Meist kann keine eindeutige Aussage getroffen werden, welche Bezeichnung eine bootbare Partition unter GRUB hat. In diesem Fall schlägt die große Stunde der GRUB-Kommandozeile: Begeben Sie sich bei einem angezeigten Fehler während des Bootens mittels |
| 5. | Nun können verschiedene Root-Partitionen getestet werden, bis der Boot-Vorgang schließlich ordnungsgemäß startet. |
| 6. | Kernel-Liste updaten In aller Regel erkennt GRUB bei der Installation alle vorhandenen Kernel und parallel vorhandene Betriebssysteme. Wenn Sie sich allerdings nicht sicher sind, ob GRUB alles korrekt erkannt hat oder Sie manuell einen neuen Kernel installiert haben, können Sie diesen Suchlauf auch noch einmal manuell starten: |
sudo update-grub
16.3.2 Wiederherstellung 

Bei einer Standardinstallation brauchen Sie sich in aller Regel keine Gedanken um GRUB zu machen, denn die Konfiguration wird vom Betriebssystem übernommen. Anders sieht dies aus, wenn GRUB durch eine falsche Konfiguration seinen Dienst verweigert oder durch eine Installation von Windows gelöscht wurde.
| GRUB grafisch bearbeiten |
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Anstatt sich mühsam manuell durch die Konfigurationsdatei zu arbeiten, können Sie viele Parameter von GRUB auch mithilfe einer grafischen Oberfläche bearbeiten. Zu diesem Zweck befindet sich in den Paketquellen von Ubuntu das Programm Startup Manager, das Sie über Anwendungen • Hinzufügen/Entfernen oder das Terminal installieren können: |
| sudo apt-get install startupmanager |
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Nach erfolgter Installation finden Sie das Programm im Menü unter System • Systemverwaltung • StartUp-Manager. Beim Starten des Programms wird die GRUB-Konfigurationsdatei eingelesen, und die Parameter werden dem Programm mitgeteilt. Anschließend präsentiert sich das Programm mit einer sehr übersichtlichen Darstellung der veränderbaren Parameter (siehe Abbildung). |
Windows und der MBR
Die heutigen Betriebssysteme von Microsoft haben die schlechte Angewohnheit, keine UNIX-artigen Betriebssysteme neben sich zu dulden. Diese Intoleranz zeigt sich darin, dass sämtliche Linux-Distributionen (so auch Ubuntu) für Microsoft unsichtbar sind.
Wenn Sie auf einem PC mit bereits installiertem Linux parallel Windows installieren, wird GRUB vom Microsoft-Boot-Loader (NT-Loader) überschrieben. Dies wäre nicht weiter schlimm, wenn man im NT-Loader die Auswahl zwischen Microsoft und Linux bekommen würde. Leider ist dies nicht der Fall, sodass uns nichts anderes übrig bleibt, als GRUB neu zu installieren.
Abbildung 16.2 Das Programm Startup Manager dient zureinfachen Verwaltung der GRUB-Konfigurationsdatei.





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