16.5 Dienste 

Wir wollen uns im Folgenden kurz mit den sogenannten Diensten (auch Dämonen genannt) beschäftigen. Linux-Dienste sind Skripte im Ordner /etc/init.d/, die eine bestimmte Funktion auf dem System bereitstellen. Aufgrund ihres Speicherortes werden sie auch manchmal init-Skripte genannt. Beispiele für solche Dienste sind:
- samba – Der Samba-Dienst öffnet die TCP-Ports 139 und 445 und stellt somit Windows-Dateifreigaben bereit.
- hotplug – Der Hotplug-Dienst erkennt Hardware-Änderungen, z. B. wenn eine PCMCIA-Karte eingesteckt wurde, und lädt das entsprechende Kernel-Modul.
Diese Dienste sind im Grunde einfache Shell-Skripte, die Sie verändern oder selbst schreiben können. Allgemein können diese Dienste mit verschiedenen Parametern aufgerufen werden:
- start – Der Dienst wird gestartet.
- stop – Der Dienst und alle abhängigen Dienste werden beendet.
- pause – Der Dienst wird angehalten, bis er mit start wieder gestartet wird.
- status – Es wird angezeigt, in welchem Status sich der Dienst befindet.
- ineed – Es werden die Dienste angezeigt, die der Dienst zum Laufen benötigt.
- needsme – Es werden die Dienste angezeigt, die den Dienst zum Laufen benötigen.
Deaktivieren von Diensten
Bevor man entscheiden kann, welche Dienste nicht benötigt werden, muss man erst einmal wissen, welche Dienste überhaupt ausgeführt werden.
Dafür benutzt man den Befehl netstat:
sudo netstat –tap > listening.services
Der Befehl lenkt die Ausgabe von netstat in eine Textdatei im aktuellen Verzeichnis um. Diese können Sie sich mit einem Editor Ihrer Wahl ansehen oder mit
less listening.services
im Terminal betrachten. Die Datei zeigt eine Liste aller Dienste an, die derzeit mit dem Status LISTEN im Hintergrund laufen. Ebenfalls aufgeführt sind die PIDs der Dienste und die Namen der Programme, die diese Dienste gestartet haben.
Das Aktivieren/Deaktivieren von Diensten geht sehr bequem mit dem Befehl update-rc.d. Der folgende Befehl aktiviert z. B. den Dienst postfix:
sudo update-rc.d postfix defaults
Entfernen lässt sich der Dienst nun mit:
sudo update-rc.d postfix remove
Den Dienst sollte man jetzt mit:
sudo /etc/init.d/postfix stop
von Hand stoppen, da er anderenfalls beim nächsten Herunterfahren des Systems nicht sauber beendet wird. Die Links zur Skriptdatei von Postfix werden beim Starten und Herunterfahren des Systems nicht mehr benutzt.
| GUIs zum Deaktivieren von Diensten |
|
Es gibt auch grafische Benutzeroberflächen (GUI – Graphical User Interface) zum Deaktivieren von Diensten. Eine Konsolen-GUI ist rcconf. Sie bekommen rcconf aus den Ubuntu-Quellen mittels: |
| sudo apt-get install rcconf |




Jetzt bestellen







