17.3 Backup-Strategien 

Nachdem die Vorarbeiten erledigt wurden und gemäß dem vorangegangenen Abschnitt temporäre Sicherungspartitionen erstellt worden sind, wenden wir uns im vorliegenden Abschnitt der eigentlichen Sicherungstechnik zu. Ich möchte mich hierbei auf eine besonders schöne und einfache Sicherungstechnik beschränken – das inkrementelle Backup.
17.3.1 Inkrementelles Backup 

Mit rsnapshot ist es möglich, sogenannte Snapshot-Ordner zu erstellen, z. B. auf einer externen USB-Festplatte. rsnapshot überprüft dabei selbstständig, welche Dateien neu hinzugekommen sind oder entfernt wurden. Dies bezeichnet man als inkrementelles Backup. Es hat den Vorteil, dass die Sicherung wesentlich schneller verläuft, als wenn man jedes Mal wieder alles aufs Neue sichern muss. Hierbei wird kein (Komplett-)Image angelegt, sondern es werden nur explizit die Ordner gesichert, die in der Datei /etc/rsnapshot.conf eingetragen werden.
Nach der Installation über Synaptic oder per
apt-get install rsnapshot
muss nur noch die Datei /etc/rsnapshot.conf angepasst werden.
Das Editieren dieser Datei ist ganz einfach. Rufen Sie die Datei auf:
sudo gedit /etc/rsnapshot.conf
Erschrecken Sie nicht vor der Größe der Datei. Sie müssen dem Programm jetzt durch das Verändern dieser Datei mitteilen, wann und wie Ihre Backups gemacht werden sollen. Suchen Sie einfach nach dem entsprechenden Abschnitt in dieser Datei. Folgendes muss editiert werden:
- Backup-Intervall (interval hourly, daily usw.) Hier können Sie dem Programm mitteilen, ob Sie regelmäßige Sicherungen wünschen. Bei Bedarf entfernen Sie einfach bei der entsprechenden Zeile die Raute davor.
- Name des Backup-Verzeichnisses (snapshot_root) Dieses Verzeichnis kann auch auf externen Medien wie /media/usb/snapshot/ liegen.
Vergessen Sie das Speichern nicht. Sie rufen das Programm dann über die Konsole mittels
sudo rsnapshot hourly
oder über daily auf, je nachdem, wie Sie es eingestellt haben.
17.3.2 Direktes Klonen via dd 

Eine elegante Möglichkeit für eine Gesamtsicherung bietet das Kommandozeilenwerkzeug dd (Disk Dump). Dieses Tool ist in der Lage, ein 1:1-Abbild von beliebigen Partitionen herzustellen. Dabei wird die komplette Festplattenstruktur von einer Festplatte bitweise auf eine andere Festplatte übertragen. Dieses Verfahren bietet sich insbesondere dann an, wenn man eine Installation auf identische Hardware übertragen möchte.
Es ist wichtig, dass die Original- und die Spiegelpartition exakt in der Größe übereinstimmen. Wenn sich die beiden Festplatten in demselben PC befinden, so lautet der Befehl für die Spiegelung der Partition /dev/hda1 auf /dev/hdb1:
sudo dd if=/dev/hda1 of=/dev/hdb1
Dieser Befehl ist mit äußerster Vorsicht anzuwenden: Die Verwechselung der Argumente if (Input File) und of (Output File) kann hier fatale Folgen haben. Außerdem bleibt das Programm sofort stehen, wenn es defekte Sektoren auf einer Platte entdeckt.
Verwenden von rsync
Rsync ist ein sehr mächtiges Programm, um Dateien zu kopieren. Es werden nur die Änderungen übertragen. Dateien, die auf beiden Rechnern gleich sind, werden übersprungen. Rsync kann mittels SSH, dem eigenen Rsync-Protokoll oder lokal benutzt werden. In der Regel sollte man es vermeiden, einen Rsync-Server aufzusetzen, da dieser eine unnötige Sicherheitslücke ist. Besser ist es, Rsync mittels ssh zu verwenden.
Bei einer gegebenen Datei dir1/beispiel.txt liefert der Befehl rsync -avz dir1 dir2 das Ergebnis dir2/dir1/beispiel.txt. Verwenden Sie dagegen einen zusätzlichen Backslash »/«, bewirkt rsync -avz dir1/ dir2 das Ergebnis dir2/beispiel.txt. Meistens verwendet man rsync -avz, wobei die Optionen in der folgenden Tabelle dargestellt werden.
| Option | Bedeutung |
|
a |
Archiv: Zeit- und Nutzer-Informationen werden beibehalten (rekursiv) |
|
v |
Verbose: Zeigt an, welche Dateien gerade kopiert werden |
|
z |
Compress: Komprimiere den Datenstrom mit gzip |
Falls der auszuschließende Dateiname ein Wildcard enthält, muss der Pfad absolut sein:
rsync --exclude **/beispiel/bar*
Werden die Daten auf beiden Systemen geändert, sollten Sie anstatt rsync lieber unison verwenden (siehe den folgenden Tipp) – zum Beispiel um einen Laptop und einen PC abzugleichen oder um Software vom Test-System zum produktiven System zu kopieren.
Backup auf eine andere Platte
Bei den heutigen Preisen für Festplatten lohnt sich ein Streamer für die privaten Daten nicht. Stattdessen können Sie per rsync ein Backup auf eine zweite Festplatte machen. Zuerst müssen Sie die zweite Platte einhängen:
mount /dev/hdb2 /mnt/
Mit der Option -x bringen Sie rsync dazu, das Dateisystem nicht zu verändern:
rsync -avx --delete-excluded --exclude '/tmp' --exclude '/var/tmp' - --exclude '.netscape/cache' - --exclude '/var/cache' --exclude '/var/run' --exclude '/var/spool' / /mnt
Bei einem zweiten Aufruf von rsync werden nur die Änderungen auf die andere Festplatte kopiert. In Verbindung mit cp -alr kann man auch mehrere Versionen der Sicherungskopie erstellen. Die Option -l erstellt Links anstatt Kopien der Daten, sodass Plattenplatz gespart wird.
| Grafisches Backup mit Unison |
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Die obige Methode mit rsync hat den Nachteil, dass rsync nicht besonders elegant mit Versionskonflikten umgeht. Wesentlich entspannter gelingt das Synchronisieren mit dem Programm Unison. Bei diesem Programm können Sie wahlweise sogar eine grafische Oberfläche verwenden, die Sie unter dem Namen unison-gtk in den Paketquellen finden. |
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Unison beherrscht ein echtes Synchronisieren, indem es die gewählten Verzeichnisse tatsächlich miteinander abgleicht. Etwaige Versionskonflikte werden angezeigt und erfordern eine Aktion von Ihnen. Das Programm lässt sich sehr leicht bedienen. Zu Beginn definieren Sie das Default-Profil, indem Sie die Verzeichnisse benennen, die synchronisiert werden sollen. Sie können weitere Profile hinzufügen, wenn Sie das Programm wiederholt starten. |
Abbildung 17.6 Einfacher kann Synchronisieren nicht sein.





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