19.3 FTP-Server 

Der Zugriff auf FTP-Inhalte ist mit Ubuntu spielend einfach. Damit ist nicht nur der triviale Download von Inhalten (wie z. B. Ubuntu-ISOs über einen Browser durch Angabe einer URL der Form ftp://) von einem öffentlichen Server gemeint, sondern auch das Login auf einem nichtöffentlichen Server, um beispielsweise HTML-Content abzulegen.
Zugriffe sich sowohl unter KDE als auch unter GNOME mit dem jeweiligen System-Browser erledigen, also dem Konqueror bzw. Nautilus. Geben Sie die Adresse des Servers, mit dem Sie per FTP Daten austauschen möchten, auf der Adresszeile des Browsers ein. Diese ist im Nautilus per Default nicht sichtbar. Sie erreichen die Adresszeile durch Eingabe von
+
. Im Falle eines nicht-öffentlichen Servers werden nun der Login-Name sowie das Passwort abgefragt – fertig (siehe Abbildung).
Das Hin- und Herkopieren erfolgt dann mit den browser-eigenen Mitteln per Drag & Drop. Fans der Konsole schätzen an dieser Stelle die Möglichkeit, das File Transfer Protocol mit dem Befehl ftp auch von der Kommandozeile aus zu bedienen.
Dazu öffnen Sie mittels
ftp <Servername / IP>
eine FTP-Verbindung zum entsprechenden Server. Mittels get können Sie nun einzelne Dateien vom Server herunterladen, mittels put hochladen. Die restlichen Befehle ähneln der alltäglichen Arbeit innerhalb einer UNIX-Shell. Der FTP-Konsolen-Client kann schließlich mittels quit wieder verlassen werden.
Wesentlich bequemer loggen Sie sich aber über den Menüpunkt Orte • Verbindung zu Server im GNOME-Standardmenü auf einem FTP-Server ein. Hier müssen Sie lediglich den Dienstetyp FTP mit Zugangsbeschränkung auswählen.
Abbildung 19.6 FTP-Server nutzen mit Nautilus
19.3.1 ProFTP 

Zur unkomplizierten Einrichtung eines einfachen FTP-Servers gibt es unter Ubuntu das Paket ProFTP. Sie installieren es schnell mittels:
sudo apt-get install proftpd
Während der Installation werden Sie gefragt, ob das Programm als eigenständige Anwendung oder in Verbindung mit dem (x)inetd-Internet-Daemon gestartet werden soll. Befindet sich das letztgenannte Programm ohnehin schon auf Ihrem System, dann sollten Sie ProFTP mit (x)inetd verknüpfen. Anderenfalls wählen Sie den Punkt Daemon.
Ob der ProFTP-Daemon läuft, erfahren Sie über folgendes Kommando:
ps ax | grep ftp proftpd: (accepting connections)
Nun gilt es, den Zugang beispielsweise für den anonymen FTP-Zugang freizuschalten. Dazu müssen Sie die Konfigurationsdatei /etc/proftpd/proftpd.conf anpassen.
Abbildung 19.7 Bearbeiten einer bestehenden Datenbank unter phpMyAdmin
Im folgenden Beispiel soll das Verzeichnis /home/ftp, das während der Installation erstellt wurde, per Anonymous FTP exportiert werden. Die Benutzer sollen Leserechte, aber keine Schreibrechte für das Verzeichnis erhalten. Zunächst sind also die Rechte für das Verzeichnis zu setzen:
sudo chmod 775 -R /home/ftp/
Nun müssen Sie die Konfigurationsdatei anpassen. In dieser Datei finden Sie eine Beispielkonfiguration für einen anonymen Zugang, den ich hier explizit empfehlen möchte. Standardmäßig ist diese Konfiguration auskommentiert. Für einen rudimentären Zugang entfernen Sie mindestend die Kommentarzeichen in den folgenden Zeilen:
sudo gedit /etc/proftpd/proftpd.conf
# Auszug aus /etc/proftpd.conf
<Anonymous ~ftp>
User ftp
Group nogroup
UserAlias anonymous ftp
DirFakeUser on ftp
DirFakeGroup on ftp
RequireValidShell off
MaxClients 10
DisplayLogin welcome.msg
<Directory *>
<Limit WRITE>
DenyAll
</Limit>
</Directory>
</Anonymous>Abschließend müssen Sie Daemon neu starten, damit die neue Konfiguration übernommen wird:
sudo /etc/init.d/proftpd restart Restarting ProFTPD ftp daemon.proftpd.
Manueller Verbindungstest
Für einen einfachen Test des Servers können Sie nun versuchen, sich von einer Kommandozeile aus mit dem FTP-Protokoll als Benutzer anonymous einzuloggen. Die Passwortabfrage kann einfach durch Drücken der
-Taste übersprungen werden. Das folgende Beispiel zeigt ein Login auf einen Server mit der IP-Adresse 192.168.0.1 mit anschließendem Download einer Datei test.txt:
ftp 192.168.1.10 Connected to 192.168.1.10. 220 ProFTPD 1.3.1 Server (Debian) [::ffff:192.168.1.10] Name (192.168.1.10:marcus): anonymous ... ftp> dir 200 PORT command successful 150 Opening ASCII mode data connection for file list -rw-r--r-- 1 ftp ftp 37 Nov 18 11:30 test.txt -rw-r--r-- 1 ftp ftp 170 Feb 21 2008 welcome.msg 226 Transfer complete. ftp> get test.txt local: test.txt remote: test.txt 200 PORT command successful 150 Opening BINARY mode data connection for test.txt (37 bytes) 226 Transfer complete. 37 bytes received in 0.00 secs (81.2 kB/s) ftp> quit 221 Goodbye.
Die vom Benutzer eingegebenen Befehle sind im obigen Listing jeweils fett dargestellt.
19.3.2 Zugriff per Browser 

Nachdem Sie auf diese Weise die Grundfunktionalität des Servers sichergestellt haben, können Sie unter Ubuntu auch mit jedem beliebigen Browser auf das freigegebene FTP-Verzeichnis zugreifen. Der Vorteil an dem Datentransfer via FTP ist die Möglichkeit, unterbrochene Downloads in Verbindung mit einem Download-Manager fortzusetzen. Selbstverständlich können Sie auch das Menü Orte • Verbindung zu Server einsetzen: Hier wählen Sie den Dienste-Typ Öffentlicher FTP auszuwählen.






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