22.10 VMware Tools 

Um den Gast-Betriebssystemen zusätzliche Funktionen zur Verfügung zu stellen, gibt es die VMware Tools. Damit können Sie sich die Arbeit unter VMware erleichtern und die Leistung der VM verbessern. Der VMware Server enthält diese Tools bereits, ebenso wie die kostenpflichtige Variante. Auf die Installation der VMware Tools im VMware Player werde ich später eingehen. Prinzipiell können die Tools aus dem Menü von VMware heraus installiert werden.
Die Vorgehensweise unterscheidet sich allerdings je nach Gast-Betriebssystem. Für ein »Gast-Windows« erfolgt die Installation über das Ausführen einer .exe-Datei innerhalb der VM. Unter Linux werden die Tools nicht automatisch installiert, und Ubuntu unterstützt die auf dem ISO-Image enthaltene RPM-Datei nicht. Die Installation muss also »von Hand« vorgenommen werden.
Um die VMware Tools zu kompilieren, müssen Sie das Paket build-essential in der VM installieren. Bis Ubuntu Dapper Drake 6.06 muss zusätzlich das Paket linux-headers-386 installiert sein.
VMware Tools mit dem VMware Player
Der VMware Player bietet leider nicht direkt die Möglichkeit, die VMware Tools zu installieren. Die Tools sind jedoch z. B. im .tar.gz-Archiv des VMware Servers enthalten. Sie müssen daher den VMware Server herunterladen (siehe oben) und anschließend das Archiv entpacken.
Im Verzeichnis vmware-server-distrib/lib/isoimages befinden sich nun ISO-Images wie linux.iso oder windows.iso, die die VMware Tools für das jeweilige Gast-Betriebssystem beinhalten. Diese können Sie nun mit
mkdir /tmp/vmware_tools
und
sudo mount -o loop vmware-server-distrib/lib/isoimages/windows.iso \ /tmp/vmware_tools
in Ihr Dateisystem einbinden und anschließend aus /tmp/vmware_tools in ein Verzeichnis Ihrer Wahl kopieren. Von dort aus übertragen Sie die Datei in das entsprechende Gastsystem. Allerdings bietet es sich wohl eher an, gleich VMware Server zu installieren.
22.10.1 Installation der VMware Tools 

Aus dem Menü von VMware Server können Sie unter VM • Install VMware Tools die Installation der Tools aufrufen. Daraufhin erscheint (in Linux-Gastsystemen) eine CD auf dem Desktop der virtuellen Maschine. Von dieser CD kopieren Sie die entsprechende .tar.gz-Datei auf den Desktop oder in einen anderen Ordner und entpacken diese. Ist das Gastsystem ein Windows, so finden Sie in der Taskleiste ein Icon, mit dem automatisch ein Setup-Programm gestartet wird.
Anschließend wechseln Sie in einem Terminal in das neu erstellte Verzeichnis mit den VMware Tools (hier Desktop • vmware-tools) und führen die Installation der Tools aus:
cd Desktop/vmware-tools sudo ./vmware-install.pl
Auflösungswerte richtig einstellen
Alle Fragen, die während der Installation gestellt werden, können Sie mit der Eingabetaste bestätigen. Als Wert für die Auflösung sollten Sie die maximale Auflösung des Hostbetriebssystems angeben. Dadurch können Sie im Vollbildmodus mit der höchsten Auflösung arbeiten. Die Auswahl kleinerer Auflösungen ist im Gast-Betriebssystem jederzeit möglich. (Sie können im Menü Edit • Preferences wählen, ob die Auflösung an die Fenstergröße oder umgekehrt angepasst werden soll.)
Schließlich starten Sie noch mit sudo /etc/init.d/gdm restart den X-Server neu.
22.10.2 Konfiguration 

Nach einem Kernel-Update des Gastsystems müssen Sie die Installation der VMware Tools wiederholen. Die Konfigurationsroutine rufen Sie dazu mit dem Befehl
sudo vmware-config-tools.pl
auf. Die Toolbox ermöglicht eine Reihe zusätzlicher Einstellungen, wie beispielsweise
- Zeitsynchronisation zwischen Host und Gast
- Geräteeinstellungen, wie Festplatte, Sound etc.
- Skripte
- Verkleinern virtueller Platten
Die Toolbox wird mit sudo vmware-toolbox gestartet.
Maus automatisch aus der VM lösen
Normalerweise reicht es bei Ubuntu aus, die VMwareTools zu installieren, um die Maus automatisch aus der virtuellen Maschine lösen zu können. Wenn Sie allerdings selbst nach der Installation der VMwareTools noch
+
drücken müssen, um die Maus aus der VM zu lösen, fehlt Ihnen das Paket xserver-xorg-input-vmmouse. Allerdings sollten Sie die Datei etc/X11/xorg.conf kontrollieren. Diese sollte in etwa folgende Konfiguration besitzen:
#Auszug aus der /etc/X11/xorg.conf
Section "InputDevice"
Identifier "Configured Mouse"
# Driver "mouse"
Driver "vmmouse"
Option "CorePointer"
EndSectionNach einem Neustart des X-Servers in der VM können Sie die Maus wie gewohnt einfach aus dem Fenster der VM bewegen, um wieder im Host-System zu arbeiten.




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