24.6 Anpassung der Boot-Konfiguration zum Start von Xen 

Der eigentlich zu bootende Kernel ist der Xen-Kernel selbst. Den Speicher, der für die privilegierte Domain verwendet werden soll, geben Sie in Kilobyte an. Der Linux-Kernel der privilegierten Domäne wird wie sonst eine initrd mit dem GRUB-Befehl module geladen. Eine initrd dieses Kernels erfordert einen weiteren module-Befehl. Dies ist ein Beispiel für einen Eintrag in /boot/grub/menu.lst, in der der Xen-Kernel als Standard ausgewählt ist:
title Xen(3.0)/Linux(2.6.15) kernel /boot/Xen.gz dom0_mem=393216 module /boot/vmlinuz-2.6-Xen0 root=/dev/evms/root module /boot/evms-2.5.2-initrd.gz savedefault
Anschließend können Sie bereits Xend starten:
/etc/init.d/Xend start
Nun müssen Sie lediglich Ihren PC neu starten und den Xen-Kernel auswählen, sofern Sie ihn nicht als Standard ausgewählt haben. Wenn das System korrekt gestartet ist, dann haben Sie das Gröbste bereits überstanden. Überprüfen Sie zunächst mithilfe von uname -r, ob Sie gerade unter dem Xen-Kernel arbeiten. Die Ausgabe dieses Befehls sollte den aktuell verwendeten Kernel anzeigen, z. B. 2.6.15.Xen. Mit xm list erhalten Sie eine Übersicht über alle laufenden Betriebssysteme. Hier sollte zu Beginn nur ein Eintrag stehen: Domain-0. Dies ist das Betriebssystem, unter dem Sie gerade arbeiten, der Host.
Bitte beachten Sie, dass in den Standardeinstellungen das Netzwerk für die installierten Gastsysteme gebrückt ist. Dies bedeutet, dass diese Systeme eine IP-Adresse aus dem gleichen Netzwerk benötigen, in dem sich der Host befindet. Wenn Sie einen DHCP-Server haben, müssen Sie dementsprechend sicherstellen, dass dieser den Gastsystemen solche Adressen zuweist. In der Datei /etc/Xen/Xend-config.sxp können Sie einen anderen Netzwerktyp festlegen.
Deaktivierung von TLS
TLS verwendet eine Art der Speicheradressierung, die in Xen umständliche Emulation erfordert. Das System wird daher wesentlich schneller, wenn man TLS deaktiviert. Dazu muss der Ordner /lib/tls umbenannt werden, z. B. nach /lib/tls-disabled.
Xen-Dämonen automatisch starten
Damit Xen-Dämonen automatisch starten können, müssen zwei Dienste gestartet sein:
- Xend
- Xendomains
Die Funktion von Xend haben Sie bereits kennengelernt. Xenddomains wird verwendet, um VMs automatisch zu starten und zu stoppen, wenn das Xen-Wirtssystem (Domain 0) gestartet bzw. heruntergefahren wird. Damit die beiden Dienste nach jedem Neustart automatisch gestartet sind, müssen Sie symbolische Links von den Init-Skripten in die entsprechendenrc-Verzeichnisse anlegen.
Unter Ubuntu kann dies mit dem Tool update-rc.d geschehen:
update-rc.d Xend defaults 20 21 update-rc.d Xendomains defaults 21 20
Wenn das Verzeichnis /var/lock/subsys/ nicht gefunden werden kann, dann müssen Sie es eventuell manuell erstellen:
mkdir /var/lock/subsys/




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