Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
1 Was ist Ubuntu?
2 Die Versionen im Detail
3 Die Shell
4 Migration und Synchronisation
5 Die Installation
6 Erste Schritte
7 Ubuntu mobil
8 Derivate
9 Internet und E-Mail
10 Office
11 Grafik und Bildbearbeitung
12 Multimedia und Spiele
13 Programmierung und Design
14 Hardware-Konfiguration
15 Software- und Paketverwaltung
16 Architektur
17 Backup und Sicherheit
18 Server-Installation
19 Datei- und FTP-Server
20 Weitere Server-Dienste
21 Kontrolle und Monitoring
22 Desktop-Virtualisierung
23 Server-Virtualisierung mit KVM
24 Server-Virtualisierung mit Xen
25 Hilfe
26 Befehlsreferenz Ubuntu Linux
A Übersicht: Software für (K)Ubuntu
B Mark Shuttleworth
C Glossar
D Häufig gestellte Fragen
Stichwort

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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 9.04 - Jaunty Jackalope
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
4., aktualisierte und erweiterte Auflage, geb.
1.120 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1439-1
Pfeil 25 Hilfe
Pfeil 25.1 Hardware-Informationen
Pfeil 25.1.1 Boot-Meldungen
Pfeil 25.1.2 Arbeitsspeicher (RAM)
Pfeil 25.1.3 Festplatten
Pfeil 25.1.4 Weitere Hardware-Komponenten
Pfeil 25.1.5 Prozesse anzeigen
Pfeil 25.1.6 IDE-Geräte
Pfeil 25.1.7 SCSI/USB-Geräte
Pfeil 25.1.8 Eingabegeräte
Pfeil 25.1.9 Soundkarten
Pfeil 25.1.10 Netzwerkgeräte
Pfeil 25.1.11 ACPI-Informationen ausgeben
Pfeil 25.2 Nutzung der Live-CD/-DVD als Rettungssystem
Pfeil 25.2.1 Passwörter zurücksetzen
Pfeil 25.2.2 Auf das installierte System zugreifen
Pfeil 25.3 Remote-Administration
Pfeil 25.3.1 Den Ubuntu-Desktop exportieren
Pfeil 25.3.2 Reverse-VNC
Pfeil 25.4 Support
Pfeil 25.4.1 Zeiträume
Pfeil 25.4.2 Welche Updates bekommt der Anwender?
Pfeil 25.4.3 Kostenpflichtiger Support
Pfeil 25.4.4 Marketplace
Pfeil 25.5 Integrierte Hilfe
Pfeil 25.5.1 Manpages und Info
Pfeil 25.5.2 Yelp
Pfeil 25.6 Informationen aus dem Internet
Pfeil 25.7 Bücher, E-Books, Openbooks

»Man darf nie aufhören zu fragen.« Albert Einstein (14.03.1879–18.04.1955), Physiker

25 Hilfe


Was Sie in diesem Kapitel erwartet

Linux hat schon lange den Status eines »Systems für Bastler« verlassen. Dies ist unter anderem ein Verdienst von Ubuntu, das sich das Ziel einer leichten Bedienbarkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Aber kein System ist perfekt, und auch bei der Nutzung von Ubuntu können Sie auf Probleme stoßen.

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Aufspüren von Hardware-Informationen und dem Lösen von Problemen – auch per »Fernbedienung« auf einem entfernten Rechner.



Benötigtes Vorwissen

Idealerweise sind grundlegende Kenntnisse im Umgang mit der Shell hilfreich.


Barrierefreiheit

Das GNOME-Accessibility-Projekt investiert viel Arbeit in die Barrierefreiheit, um auch Benutzern mit Behinderungen den Umgang mit dem Computer zu ermöglichen. Die dazu notwendigen Techniken wurden in der neuen Version weiter verfeinert. So ist es beispielsweise möglich, mit der Tastenkombination Taste Strg + Taste Alt + Taste Tab das GNOME-Panel auszuwählen und mithilfe der Tabulatortaste zwischen den einzelnen Objekten zu wechseln. Inzwischen sind sogar die Benachrichtigungssymbole mit der Tastatur zu erreichen.

Aber nicht nur bei der Verwendung der Tastatur wurden Vereinfachungen eingeführt – auch der Umgang mit der Maus wird reibungsloser. In der neuen Version von GNOME lässt sich die Maus nun in Multi-Bildschirm-Umgebungen nutzen, und Mausgesten lassen sich auf Wunsch auf dem Bildschirm darstellen.

Barrierefreie Dateiformate

Im Folgenden möchte ich mich ein wenig über Barrierefreiheit im Computerbereich im Allgemeinen und über barrierefreie Dateiformate im Besonderen auslassen. Was ist mit »Barrierefreiheit« eigentlich gemeint? Häufig ist damit nur die uneingeschränkte Zugänglichkeit von Gebäuden und Informationen für Behinderte gemeint. Grundsätzlich grenzt der Begriff seine Bedeutung aber auf keine bestimmte Personengruppe ein – barrierefrei bedeutet also viel mehr als nur »behindertengerecht«. Das heißt, dass barrierefrei sowohl eine Webseite sein kann, die von Sehbehinderten problemlos genutzt werden kann, als auch ein Dateiformat, das sich ohne kostenpflichtige Software eines bestimmten Herstellers lesen lässt. Ganz allgemein soll keinem Nutzer eines Angebots die Pflicht auferlegt werden (oder die Hürde in den Weg gestellt werden), genau dieselbe Hard- oder Software wie der Autor des Angebots zu verwenden. Das Stichwort heißt hier Plattformunabhängigkeit – ein Internetangebot soll sowohl mit dem PC als auch mit einem PDA, einem Handy usw. zugänglich sein. Ebenso soll es unabhängig von der verwendeten Software und dem verwendeten Betriebssystem sein. Hier gibt es allerdings eine Einschränkung: Die verwendete Software muss sich hierbei an bestimmte Standards halten, denn keiner kann von einem Autor verlangen, sein Angebot an jede Software anzupassen. Vielmehr versucht er, bestimmte Standards einzuhalten, um so eine möglichst gute Zugänglichkeit zu bieten.

Web 2.0

Web-2.0-Anwendungen sind unbestritten sehr nützlich, allerdings besteht wie oft bei neuen Anwendungen die Gefahr, dass die Barrierefreiheit wieder ins Hintertreffen gerät. Aber gerade der Community-Gedanke des Web 2.0 ist besonders interessant für Menschen mit jeglicher Art von Behinderung. In der EU gibt es 38 Millionen Menschen mit verschiedenen Graden von Behinderungen. Diese erstrecken sich von leichten Behinderungen wie Sehschwächen bis hin zu schweren Behinderungen wie Blindheit oder auch schweren motorischen Behinderungen. Aus der Definition einer leichten Sehschwäche geht hervor, dass auch ältere Menschen, die altersbedingt an Sehkraft verlieren, zur Gruppe der Behinderten gezählt werden müssen. Mittlerweile beträgt der Anteil der Über-60-Jährigen etwa 20 Prozent – mit steigender Tendenz. Die Nutzergruppe der Behinderten ist also beileibe keine Randgruppe, die außer Acht gelassen werden kann.

Kommen wir nun zu der erweiterten Bedeutung der Barrierefreiheit: Als reiner Windows-Nutzer macht man sich meist wenig Gedanken, in welchem Format man Dokumente weiterverschickt. Tabellen verschickt man im Excel-Format, Briefe als Word-Dokument – ist doch klar, oder? Nun, das ist nicht ganz so klar. Nachdem Sie nun ein wenig in die GNU/Linux-Welt hineingeschnuppert haben, ist Ihnen vielleicht klar geworden, dass die Sache doch nicht ganz so einfach ist. Zwar kann OpenOffice.org grundsätzlich recht gut mit Microsoft-Office-Formaten umgehen, aber »ganz gut« ist eben nicht perfekt. Kritisch sind beispielsweise Makros in Excel-Tabellen und Animationen in PowerPoint.

Probleme auch in der Windows-Welt

Um auf Probleme mit bestimmten Dateiformaten zu stoßen, brauchen Sie sich aber gar nicht den GNU/Linux-Anwender anzusehen: Anders als (K)Ubuntu bringt Windows von Haus aus gar keine Office-Suite mit. Auch als Windows-Nutzer sind Sie also möglicherweise auf OpenOffice.org angewiesen. Es ist daher zumindest gedankenlos, wenn nicht sogar unhöflich, Ihr Gegenüber ungefragt mit sogenannten »geschlossenen« Dateiformaten zu »beglücken«.

Was können Sie tun? Zunächst einmal: Einen richtigen offenen Standard gibt es nocht nicht, lediglich ein Normentwurf ist veröffentlicht. Dieser Normentwurf bezieht sich allerdings nur auf Office-Anwendungen. Es gibt bereits eine Reihe von Anwendungen, die sich nach den im Normentwurf festgelegten Standards für das sogenannte Open Document Format richten.

Darunter sind:

  • OpenOffice.org 2.0 verwendet es als Standardformat.
  • Scribus ab Version 1.2.2 kann OpenDocument-Text und -Zeichnungen importieren.
  • Beagle 0.2, die Desktop-Suche.

In gewissen Grenzen ist auch PDF ein barrierearmes Format, da es mit vielen verschiedenen Anwendungen angezeigt werden kann.


Ubuntu spricht mit Ihnen

In Ubuntu ist espeak, ein Programm zur Wiedergabe von Sprache integriert. Eigentlich ist es dafür vorgesehen, in Partnerschaft mit orca, dem Bildschirmleser, dafür zu sorgen, dass Personen mit Sehbehinderungen den PC problemlos bedienen können. Sie können es allerdings auch separat aus einem Terminal starten. Hierzu geben Sie dem Programm den Text als Argument mit:

espeak "Hallo"

Allgemein ist die Ausgabe von Sprache noch eine große Herausforderung für ein Betriebssystem, aber Sie können sich durch Ausprobieren von beliebigen Texten von den Fähigkeiten zu überzeugen. Das Programm ist aber leider noch weit entfernt, alltagstauglich und umfassend nutzbar zu sein.

Sie können die Ausgabe jederzeit durch die Tastenkombination Taste Strg + Taste D stoppen. Sie haben übrigens die Wahl zwischen verschiedenen verfügbaren Stimmen. Für eine Übersicht geben Sie espeak --voices ein. Eine neue Stimme wählen Sie dann beispielsweise so aus:

espeak -s 140 -v en-westindies "Dies ist ein Beispiel für jamaikanische Aussprache"

Mit der Option -s 140 wurde hier eine Geschwindigkeit von 140 Wörtern/Minute eingestellt – standardmäßig sind dies 170.



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25.1 Hardware-Informationen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Durch den offenen Standard sind die Programmierer des Linux-Kernels auf die Kooperation der Hardware-Hersteller angewiesen: Diese müssen ihre Schnittstellen hardware- und software-technisch offenlegen. Gerade das gestaltet sich in unserer durch Konkurrenz bestimmten Welt natürlich schwierig: Wer möchte durch ein allzu offenherziges Produkt-Placement seinem Mitbewerber schon eine Know-how-Steilvorlage zuspielen?

Dennoch funktioniert das Open-Source-System recht gut: Die Zeitspanne, innerhalb derer Treiber für neue Hardware-Komponenten zur Verfügung gestellt werden,

bewegt sich derzeit im Bereich von wenigen Monaten. Wer hoch motiviert ist, kann natürlich auch zur Hardware-Unterstützung beitragen und Treiber selbst schreiben.

Ubuntu-Anwender haben es besonders leicht: In dieses moderne System fließen alle aktuellen Linux-Treiberentwicklungen ein, die der Markt hergibt, da Ubuntu im Wesentlichen auf dem Unstable-Zweig von Debian aufsetzt. Sie können davon ausgehen, dass die Hardware eines PCs, dessen Baudatum ein halbes Jahr hinter dem aktuell verwendeten Ubuntu-Release zurückliegt, in der Regel vollständig unterstützt wird.

Wenn Sie darüber hinaus planen, topaktuelle Hardware einzusetzen, sollten Sie die folgenden Tipps beherzigen.

  • Recherche Führen Sie im Internet eine grundlegende Recherche zu der Hardware-Komponente durch, die Sie ins Auge gefasst haben. Dort lassen sich zunächst diverse Linux-Hardware-Datenbanken anzapfen. Erste Anlaufstellen für Ubuntu-Nutzer sind das Ubuntu-Wiki oder auch das Ubuntu-Forum unter www.ubuntuusers.de. Dort finden Sie beispielsweise eine exzellent gepflegte Hardware-Datenbank. Darüber hinaus sind das Linux-Hardware-Wiki unter www.linuxwiki.org/Linux/Hardware und das Linux Compatibility Howto auf http://www.tldp.org/HOWTO/Hardware-HOWTO zu empfehlen.
  • Meinungsbildung Zunächst sollten Sie über die Newsgroup-Suchmaschine groups.google.de recherchieren, ob es bereits erste Erfahrungen oder gar Probleme mit der entsprechenden Komponente gibt. Sollte es dann immer noch Fragen geben, können Sie selbst aktiv werden und in der entsprechenden Newsgroup (in Deutschland zumeist de.comp.os.unix.linux.hardware) höflich nachhaken.
  • Test und Kauf Mit der Ubuntu-Live-CD/DVD haben Sie ein Werkzeug zur Hand, das es Ihnen gestattet, ohne die komplette Installation eines Betriebssystems die Funktionsfähigkeit der Hardware speziell unter Linux zu testen. Planen Sie den Kauf eines Komplettsystems, so gehen Sie ruhig zum Händler Ihrer Wahl, und testen Sie die Hardware durch Booten der Live-CD bzw. -DVD vor Ort. Beim gängigen Computerversand via Internet ist die Situation noch einfacher: Gemäß Fernabsatzgesetz haben Sie hier die Möglichkeit, Hardware innerhalb von 14 Tagen mehr oder weniger kommentarlos zum Versender zurückzuschicken – bei voller Erstattung des Kaufpreises.

Grundlegendes

Wenn Sie einige grundlegende Informationen über Ihr System erfahren möchten, dann stehen Ihnen unter Linux zahlreiche Befehle zur Verfügung. Als Erstes möchte ich hier den Befehl uname vorstellen. Mit einem einfachen uname erfahren Sie beispielsweise, dass Sie Linux verwenden. Dies wird Sie wahrscheinlich nicht weiter erstaunen und von der Funktionalität dieses Befehls überzeugen. Wenn Sie aber die genaue Version Ihres verwendeten Kernels erfahren wollen, dann hängen Sie an den Befehl die Option -r an:

uname -r

Wenn Ihnen diese Auskünfte noch nicht reichen, dann probieren Sie die Option -a:

uname -a

Hierbei bekommen Sie nicht nur Informationen über den verwendeten Kernel und das Betriebssystem, sondern auch die Bezeichnung Ihres Prozessors und die dem PC zugrunde liegende Architektur.


Die Uptime erfassen

Linux ist normalerweise außerordentlich stabil. Mithilfe von uptime kann man sich die Zeit anzeigen lassen, die der betreffende PC nun schon ohne Neustart läuft. Dies kann besonders bei Servern von Interesse sein:

uptime 20:56:10 up 2:10, 2 users, load average: 0.10, 0.03, 0.01

Anhand obiger Ausgabe erkennen Sie an erster Stelle die aktuelle Uhrzeit, gefolgt von der Uptime des PCs. Danach folgen einige Angaben zur Auslastung des Systems.



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25.1.1 Boot-Meldungen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Während des Boot-Vorgangs können Sie diesen mit der Tastenkombination Taste Strg + Taste S unterbrechen und sich so in aller Ruhe die entsprechenden Hardware-Meldungen anschauen. Insbesondere Prozessortyp und Taktfrequenz werden dort ausgegeben. Dadurch lässt sich leicht feststellen, ob der verwendete Prozessor übertaktet wurde, um ein Quäntchen Mehrleistung auf Kosten der Lebensdauer zu erhalten. Der Boot-Vorgang lässt sich nach der Unterbrechung mit der Tastenkombination Taste Strg + Taste Q fortsetzen.

Nach dem Systemstart können Sie die Boot-Meldungen auch noch einmal in Ruhe durch Eingabe des Kommandos dmesg einsehen. Von besonderem Interesse ist für Laptop-Benutzer die Frage, ob das ACPI-System, das unter anderem für das Energie-Management verantwortlich zeichnet, korrekt erkannt und eingebunden wurde. Halten Sie daher insbesondere nach ACPI-Meldungen Ausschau:

dmesg | grep ACPI 
... 
ACPI: Fan [FAN0] (on) 
ACPI: CPU0 (power states: C1[C1] C2[C2] C3[C3]) 
ACPI: Processor [CPU0] (supports 4 throttling states) 
ACPI: Thermal Zone [THRM] (30 C) 
... 
ACPI: AC Adapter [ADP1] (on-line) 
ACPI: Battery Slot [BAT1] (battery present) 
ACPI: Power Button (FF) [PWRF] 
ACPI: Lid Switch [LID0] 
ACPI: Sleep Button (CM) [SLPB] 
ACPI: Power Button (CM) [PWRB]

Die obigen Meldungen stimmen optimistisch: Das gebootete Laptop-System wurde als ACPItauglich eingestuft, und es werden sämtliche erkannten Sensoren aufgelistet. Insbesondere wurde auch der Temperatursensor ausgelesen: Die Temperatur während des Bootens betrug im vorliegenden Fall 30 Grad Celsius.

Beachten Sie aber, dass diese Meldungen noch keine Garantie für die Funktionsfähigkeit des ACPI-Systems sind. Entscheidend ist eine korrekte DSDT-Tabelle. Generell wurde Ubuntu für den Einsatz auf Laptops so optimiert, dass in der Regel schon die Standardinstallation eine hervorragende Unterstützung des Energie-Managements bietet.


Dateiinhalte zurücksetzen

Um eine Datei zurückzusetzen, beispielsweise eine Log-Datei, sollten Sie nicht den Befehl rm benutzen, da diese Dateien im Sekundenrhythmus geschrieben werden. Sicherer ist die Verwendung des folgenden Kommandos:

:><zu_leerende_Datei>


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25.1.2 Arbeitsspeicher (RAM) Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Das nächste wichtige Element des Systems nach dem Prozessor ist der Hauptspeicher. Zunächst können Sie durch Eingabe des Befehls free feststellen, ob der physikalische Speicher vollständig erkannt wurde. Eine Eingabe von free -m führt z. B. zu folgendem Ergebnis:

total    used    free    shared   buffers  cached 
1010     548     461     0        89       315

Die Angabe des Parameters -m bewirkt eine Anzeige des freien Speichers in Megabyte. Sollten Sie Besitzer eines AMD-64-Bit-Systems sein, so wird der komplette Speicher erst bei Verwendung des SMP-Kernels genutzt bzw. angezeigt.

Wenn Sie sich vom Zustand des in Ihrem Rechner verbauten RAM ein genaues Bild machen möchten, sollten Sie einen ausführlichen Speichertest durchführen. Booten Sie zu diesem Zweck die Ubuntu-Installations-DVD, und starten Sie den Speichertest memtest86+ durch Eingabe von

boot: memtest

am Bootprompt.

Abbildung 25.1 Der Speichertest memtest86+

Auch aus einer bestehenden Installation heraus kann memtest gestartet werden. Zumeist wird für den Speichertest während der Installation ein Extra-Boot-Target angelegt. Memtest86+ ist mittlerweile auch für Centrino-Laptops geeignet. Lassen Sie den Test ruhig einmal 24~Stunden laufen, um völlig sicherzugehen, dass der Speicher keine Fehler aufweist.


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25.1.3 Festplatten Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Nach der Installation von Ubuntu erfahren Sie durch hdparm, ob Ihre Festplatte einen optimalen Durchsatz hat.

sudo hdparm -t /dev/hdc 
/dev/hdc: Timing buffered disk reads: 
158 MB in  3.02 seconds =  52.33 MB/sec

Hier sollten Werte oberhalb von 30 MB/sec erzielt werden.

sudo hdparm -T /dev/hdc 
/dev/hdc: Timing cached reads: 
2156 MB in  2.00 seconds = 1077.62 MB/sec

Im Falle des gecachten Lesens von der Platte sollte ein deutlich höherer Durchsatz erzielt werden. Nähere Informationen über den Befehl entnehmen Sie man hdparm.

Platzverbrauch

Vielleicht hatten Sie auch schon einmal das Problem, dass Ihre Festplatte voll war und Sie effektiv freien Platz schaffen wollten. Hierbei wäre es sinnvoll zu wissen, welche Dateien oder welche Verzeichnisse am meisten Platz benötigen. Mit dem Tool disk usage (du) ist nichts leichter als das. Geben Sie Folgendes in ein Terminal ein:

sudo du -ax / | sort -rn > /var/tmp/du-`date --iso`.log

Optionen Wirkung

-x

Bleibe auf diesem Dateisystem, d. h., /proc wird übersprungen.

-a

Alle Dateien, nicht nur Verzeichnisse werden angegeben.

sort -rn

Numerisch absteigend sortieren

Tabelle 25.1 Wichtige Optionen zur Verwendung von du

Diese Zeile erstellt eine sehr umfangreiche Liste aller Verzeichnisse und Dateien, sortiert nach Größe. Falls Ihre Festplatte (also in diesem Beispiel auch das Zielverzeichnis /var/tmp) voll ist, können Sie die Ausgaben z. B. mittels ssh zu einem anderen Rechner umleiten:

du -ax / | ssh user@irgendwo -C "sort -rn > /var/tmp/du-`date --iso`.log"

Wenn Ihnen die Liste zu umfangreich ist und Sie eventuell nur in einem bestimmten Verzeichnis, z. B. Ihrem Home-Verzeichnis, den Platzverbrauch eruieren möchten, dann reichen auch die Kurzbefehle der folgenden Tabelle. Der Platzverbrauch erfolgt hierbei mit einer menschenfreundlichen Ausgabe: Die Option -h (human-readable) zeigt bei den folgenden Kommandos die Größe in kB, MB oder GB an.


Kurzbefehl Wirkung

ls -lh

Größe der Dateien im aktuellen Verzeichnis

du -h

Gesamte Größe inklusive Unterverzeichnisse

df -h

Platz auf den Dateisystemen/Partitionen

Tabelle 25.2 Wichtige Optionen zur Verwendung von du


Platzverbrauch grafisch darstellen

Sie können den Festplattenverbrauch auch grafisch darstellen. Ubuntu liefert zu diesem Zweck standardmäßig ein Werkzeug mit, das Sie im Menü unter Anwendungen • Zubehör • Festplattenbelegung analysieren finden. Ein weiteres sinnvolles Werkzeug ist das kleine Programm Pysize, das den Speicherverbrauch übersichtlich in Blockform darstellt. Die Darstellung reicht bis in eine beliebige Verzeichnistiefe. Auch das Löschen von Dateien und Verzeichnissen kann mit diesem Programm geplant und organisiert werden. Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Installation ist lediglich Python. Sie finden Pysize in den Paketquellen von Ubuntu.



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25.1.4 Weitere Hardware-Komponenten Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die folgende Checkliste stellt noch einmal, geordnet nach Relevanz, die Hardware-Komponenten zusammen, die Sie vor einem Kauf prüfen sollten. Dazu sehen Sie jeweils eine Ausgabe des Tools dmesg.

  • Grafikkarte Normalerweise sollte die Grafik-Hardware »aus dem Stand heraus« laufen. Läuft sie erst nach Eingabe des FrameBuffer-Kernel-Parameters, so sollten Sie vom Kauf der entsprechenden Hardware Abstand nehmen. Wenn Sie die Grafikfähigkeit ganz ausreizen möchten, müssen Sie sicherstellen, dass die entsprechenden 3D-Module geladen werden. Dies erfolgt zumeist durch das Einbinden proprietärer Treiber, die auf den Homepages der Hersteller über das Internet heruntergeladen werden können. Ein guter Test ist der Aufruf des Werkzeugs glxgears mit folgendem Parameter:
glxgears \ 
-iacknowledgethatthistoolisnotabenchmark 
15979 frames in 5.0 seconds = 3195.632 FPS 
16859 frames in 5.0 seconds = 3371.716 FPS 
16981 frames in 5.0 seconds = 3396.104 FPS
  • Moderne Grafik-Chips sollten hier eine Render-Leistung von mehreren Tausend Frames pro Sekunde erbringen.
  • Netzwerk-Hardware Eine funktionierende Netzwerkschnittstelle ist heutzutage unabdingbar. Wenn Sie planen, sich einen Laptop mit WLAN-Schnittstelle zuzulegen, booten Sie testweise die Installations- DVD im Live-Modus, um zu sehen, ob auch die WLAN-Hardware korrekt erkannt wird. Dies lässt sich nach dem Booten mit dem Befehl dmesg prüfen oder noch einfacher über SystemSystemverwaltungNetzwerk. Dort sollten sämtliche Netzwerkadapter des Systems aufgelistet sein. Im Falle eines Intel-Centrino-WLAN-Chipsatzes sollte folgende Meldung im Syslog erscheinen:
ipw2200: Intel(R) PRO/Wireless 2200/2915 
Network Driver, 1.0.6 
ipw2200: Copyright(c) 2003-2004 Intel Corporation
  • Eingabegeräte Ohne Frage ist die Funktionalität von Tastatur und Maus bzw. Touchpad von großer Bedeutung. Testen Sie bei Laptops insbesondere auch, ob sich beim Touchpad ein Klick bzw. Doppelklick durch Antippen des Pads realisieren lässt. Die Identifikation eines Touchpads beim Booten sieht etwa folgendermaßen aus:
Synaptics Touchpad, model: 1, fw: 6.1, 
id: 0x2580b1, caps: 0xa04713/0x200000 
[4294849.525000] input: SynPS/2 Synaptics TouchPad 
on isa0060/serio4
  • Soundsystem Ein untrügliches Kennzeichen für ein funktionsfähiges Soundsystem ist die Wiedergabe des Ubuntu-Sounds beim Desktop-Start.
  • PCI-Bus Weitere aufschlussreiche Informationen liefert ein Scan des PCI-Bus mit dem Befehl lspci:
lspci 
... 
FireWire (IEEE 1394): VIA Technologies, 
Inc. IEEE 1394 Host Controller (rev 80) 
Ethernet controller: Marvell Technology Group Ltd. 
Yukon Gigabit Ethernet 10/100/1000Base-T Adapter 
Multimedia audio controller: 
Creative Labs SB Live! EMU10k1 
Multimedia controller: 
Philips Semiconductors SAA7146
  • Im vorliegenden Fall wurden ein FireWire-Controller, ein Ethernet-Controller, eine CreativeLabs-Soundkarte sowie eine DVB-Karte mit Philips-Chipsatz identifiziert. Sie können davon ausgehen, dass Geräte, die ohne Fehlermeldungen angegeben werden, auch funktionsbereit sind.

Manchmal würde man sich gern die im Computer eingebauten Geräte anzeigen lassen. Linux stellt für diesen Zweck das /proc-Verzeichnis zur Verfügung. Darin werden einige virtuelle Ordner und Dateien abgelegt, die Informationen über die aktuellen Prozesse und angeschlossenen Geräte enthalten. Der Inhalt einer Datei lässt sich mit cat ausgeben bzw. mit einem ähnlichen Befehl in der gewünschten Programmiersprache.


Pager verwenden

Um sich Dateien anzeigen zu lassen, können Sie zu sogenannten Pagern greifen. Ein Pager zeigt den Inhalt einer Datei als Text an. Diese Pager sind z. B. more und less. Beide Programme unterscheiden sich dabei nur in ihrer Bedienung; less ist etwas benutzerfreundlicher. Mit dem Befehl more können Sie ausschließlich mit der Taste Enter -Taste jeweils eine Zeile tiefer scrollen, mit less hingegen können Sie mittels Cursor und Bildlaufleisten navigeren.

less .bashrc

Bei beiden Programmen können Sie in der angezeigten Datei suchen. Hierzu tippen Sie einfach einen Slash (»/«), gefolgt vom zu suchenden Wort ein. Mithilfe der Taste Taste N gelangen Sie zur nächsten Fundstelle des Suchbegriffs:

/test


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25.1.5 Prozesse anzeigen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit den Befehlen

pstree

oder

ps -A

sehen Sie, welche Prozesse gerade auf dem System laufen. Die ausführlichsten Angaben mit CPU-Auslastung, Zeit des gestarteten Prozesses usw. erhalten Sie mit:

ps aux

Priorität von Prozessen setzen

Der nice-Befehl dient dazu, die Priorität eines Prozesses zu setzen. Dessen Verwandter renice (Paket bsdutils) ändert die Priorität eines bereits laufenden Prozesses. Letzteres kann auch aus top heraus geschehen. Ein nice-Wert von 19 bedeutet niedrigste Priorität – der Prozess ist langsam –, absteigend wird die Priorität erhöht. Kleinere Werte als 0 kann nur der Administrator setzen, –20 ist die höchste Priorität.

nice –19 <top> nice --20 <cdrecord -v -eject speed=2 dev=0,0 disk.img>

Manchmal kann ein sehr langsamer Prozess dem System mehr schaden als nützen, also ist Vorsicht geboten.



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25.1.6 IDE-Geräte Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Informationen über die angeschlossenen IDE-Geräte finden Sie im Ordner /proc/ide. Für jedes IDE-Gerät wird ein Ordner ideX erstellt, der einige Informationen enthält. In der Praxis werden Sie aber nicht den ideX-Ordner verwenden, sondern den Symlink mit dem Linux-Gerätenamen (z. B. hda). Das kann dann etwa so aussehen:

Gerätetyp /proc/ide/hdX/media (cdrom, disk) Bezeichnung /proc/ide/hdX/model Gerätenummer (z. B. MATSUSHITADVD-RAM UJ-820S) Geräteeinstellungen /proc/ide/hdX/settings Einstellungen als ASCII-Table Mediumgröße1 /proc/ide/hdX/capacity Größe des Mediums in Bytes (z. B. 946032)


Durchsuchen von Datenbanken zur Systemverwaltung

Die glibc-Bibliothek ermöglicht das Durchsuchen von System-Datenbanken ('database'), nach beispielsweise passwd, group, hosts, services, protocols oder networks. Verwenden Sie hierzu den Befehl getent.

getent 'database' 'Suchwort'


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25.1.7 SCSI/USB-Geräte Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Auch hier liegen alle Einstellungen in Ordnern vor. Für die SCSI-Geräte ist dies /proc/scsi. Mit

/proc/scsi/scsi

kann man sich alle angeschlossenen SCSI-Geräte anzeigen lassen. Zusätzlich gibt es den Ordner /proc/bus/usb für USB-Geräte. Angeschlossene USB-Geräte und Hubs lässt man sich entsprechend mit

/proc/bus/usb/devices

anzeigen.


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25.1.8 Eingabegeräte Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Für Tastaturen und Mäuse gibt es den Ordner /proc/bus/input. Der Befehl

/proc/bus/input/devices

gibt alle angeschlossenen Eingabegeräte aus.


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25.1.9 Soundkarten Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Für Soundkarten gibt es einen Ordner /proc/asound. Alle Soundeinstellungen können hier abgerufen werden. Für jede Soundkarte wird ein Ordner /proc/asound/cardX angelegt.

Der Befehl /proc/asound/cards listet alle gefundenen Soundkarten auf. Mit

/proc/asound/cardX/id

können Sie sich die Gerätebezeichnung der Soundkarte X ausgeben lassen. Zusätzlich wird für jeden Mixer ein Verzeichnis mit dem Namen /proc/asound/cardX/pcmXc angelegt.


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25.1.10 Netzwerkgeräte Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Für sämtliche Netzwerkkarten (auch Wireless LAN) gibt es den Ordner /proc/net. Mit

/proc/net/arp

lassen Sie sich IP-Adresse, Mac-Adresse und Hardware-Name (eth1, wlan0) der aktiven Karten ausgeben. Die IPV6-Adressen der Netzwerkgeräte erhalten Sie mit:

/proc/net/if_inet6

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25.1.11 ACPI-Informationen ausgeben topZur vorigen Überschrift

Um Informationen über das Linux-ACPI-System (Avanced Computer Power Interface) zu erhalten (z. B. den Batteriestand), kann man sich eines einfachen Mittels bedienen. Die Informationen zu ACPI liegen im Ordner /proc/acpi/ und lassen sich mit einem Programm wie cat oder auch mit gedit anzeigen. Zum Beispiel befinden sich die Informationen über die Prozessor-Taktreduzierung (etwa in Centrino-Notebooks) in der Datei /proc/acpi/processor/CPU1/throttling.


Fehlermeldungen auf der Konsole

Wenn übermäßig viele Fehlermeldungen die Konsole unbrauchbar werden lassen, sollten Sie zuerst in /etc/init.d/klogd nachsehen. Um den Warn-Level zu ändern, setzen Sie KLOGD=''-c <3>''. Ein Neustart des Daemons durch /etc/init.d/klogd restart aktiviert die neuen Werte. Alternativ können Sie dmesg -n<3> benutzen. Der Warn-Level schlüsselt sich wie folgt auf:

0: KERN_EMERG – System ist unbenutzbar
1: KERN_ALERT – sofortiger Eingriff nötig
2: KERN_CRIT – kritischer Zustand
3: KERN_ERR – Fehler
4: KERN_WARNING – Warnung
5: KERN_NOTICE – normale, aber bedeutende Nachricht
6: KERN_INFO – Information
7: KERN_DEBUG – reine Debug-Nachricht

Auch ein Blick in die Datei /etc/syslog.conf kann hilfreich sein, um zu verstehen, welche Nachrichten auf der Konsole ausgegeben werden.




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