Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
1 Was ist Ubuntu?
2 Die Versionen im Detail
3 Die Shell
4 Migration und Synchronisation
5 Die Installation
6 Erste Schritte
7 Ubuntu mobil
8 Derivate
9 Internet und E-Mail
10 Office
11 Grafik und Bildbearbeitung
12 Multimedia und Spiele
13 Programmierung und Design
14 Hardware-Konfiguration
15 Software- und Paketverwaltung
16 Architektur
17 Backup und Sicherheit
18 Server-Installation
19 Datei- und FTP-Server
20 Weitere Server-Dienste
21 Kontrolle und Monitoring
22 Desktop-Virtualisierung
23 Server-Virtualisierung mit KVM
24 Server-Virtualisierung mit Xen
25 Hilfe
26 Befehlsreferenz Ubuntu Linux
A Übersicht: Software für (K)Ubuntu
B Mark Shuttleworth
C Glossar
D Häufig gestellte Fragen
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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 9.04 - Jaunty Jackalope
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
4., aktualisierte und erweiterte Auflage, geb.
1.120 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1439-1
Pfeil 26 Befehlsreferenz Ubuntu Linux
Pfeil 26.1 Dateiorientierte Kommandos
Pfeil 26.1.1 bzcat – Ausgabe von bzip2-komprimierten Dateien
Pfeil 26.1.2 cat – Datei(en) nacheinander ausgeben
Pfeil 26.1.3 chgrp – Gruppe ändern
Pfeil 26.1.4 cksum/md5sum/sum – Prüfsummen ermitteln
Pfeil 26.1.5 chmod – Zugriffsrechte ändern
Pfeil 26.1.6 chown – Eigentümer ändern
Pfeil 26.1.7 cmp – Dateien miteinander vergleichen
Pfeil 26.1.8 comm – zwei sortierte Textdateien vergleichen
Pfeil 26.1.9 cp – Dateien kopieren
Pfeil 26.1.10 csplit – Zerteilen von Dateien
Pfeil 26.1.11 cut – Zeichen oder Felder aus Dateien schneiden
Pfeil 26.1.12 diff – Vergleichen zweier Dateien
Pfeil 26.1.13 diff3 – Vergleich von drei Dateien
Pfeil 26.1.14 dos2unix – Dateien umwandeln
Pfeil 26.1.15 expand – Tabulatoren in Leerzeichen umwandeln
Pfeil 26.1.16 file – den Inhalt von Dateien analysieren
Pfeil 26.1.17 find – Suche nach Dateien
Pfeil 26.1.18 fold – einfaches Formatieren von Dateien
Pfeil 26.1.19 head – Anfang einer Datei ausgeben
Pfeil 26.1.20 less – Datei(en) seitenweise ausgeben
Pfeil 26.1.21 ln – Links auf eine Datei erzeugen
Pfeil 26.1.22 ls – Verzeichnisinhalt auflisten
Pfeil 26.1.23 more – Datei(en) seitenweise ausgeben
Pfeil 26.1.24 mv – Datei(en) verschieben oder umbenennen
Pfeil 26.1.25 nl – Datei mit Zeilennummer ausgeben
Pfeil 26.1.26 od – Datei(en) hexadezimal bzw. oktal ausgeben
Pfeil 26.1.27 rm – Dateien und Verzeichnisse löschen
Pfeil 26.1.28 sort – Dateien sortieren
Pfeil 26.1.29 split – Dateien in mehrere Teile zerlegen
Pfeil 26.1.30 tac – Dateien rückwärts ausgeben
Pfeil 26.1.31 tail – Ende einer Datei ausgeben
Pfeil 26.1.32 tee – Ausgabe duplizieren
Pfeil 26.1.33 touch – Zeitstempel verändern
Pfeil 26.1.34 tr – Zeichen ersetzen
Pfeil 26.1.35 type – Kommandos klassifizieren
Pfeil 26.1.36 umask – Datei-Erstellungsmaske ändern
Pfeil 26.1.37 uniq – doppelte Zeilen nur einmal ausgeben
Pfeil 26.1.38 wc – Zeilen, Wörter und Zeichen zählen
Pfeil 26.1.39 whereis – Suche nach Dateien
Pfeil 26.1.40 zcat, zless, zmore – Ausgabe von zip-Dateien
Pfeil 26.2 Verzeichnisorientierte Kommandos
Pfeil 26.2.1 basename – Dateianteil eines Pfadnamens
Pfeil 26.2.2 cd – Verzeichnis wechseln
Pfeil 26.2.3 dirname – Verzeichnisanteil eines Pfadnamens
Pfeil 26.2.4 mkdir – ein Verzeichnis anlegen
Pfeil 26.2.5 pwd – aktuelles Arbeitsverzeichnis ausgeben
Pfeil 26.2.6 rmdir – ein leeres Verzeichnis löschen
Pfeil 26.3 Verwaltung von Benutzern und Gruppen
Pfeil 26.3.1 exit, logout – eine Session oder Sitzung beenden
Pfeil 26.3.2 finger – Informationen zu Benutzern abfragen
Pfeil 26.3.3 groupadd etc. – Gruppenverwaltung
Pfeil 26.3.4 groups – Gruppenzugehörigkeit ausgeben
Pfeil 26.3.5 id – eigene Benutzer- und Gruppen-ID ermitteln
Pfeil 26.3.6 last – An- und Abmeldezeit eines Benutzers
Pfeil 26.3.7 logname – Name des aktuellen Benutzers
Pfeil 26.3.8 newgrp – Gruppenzugehörigkeit wechseln
Pfeil 26.3.9 passwd – Passwort ändern bzw. vergeben
Pfeil 26.3.10 useradd/adduser etc. – Benutzerverwaltung
Pfeil 26.3.11 who – eingeloggte Benutzer anzeigen
Pfeil 26.3.12 whoami – Namen des aktuellen Benutzers anzeigen
Pfeil 26.4 Programm- und Prozessverwaltung
Pfeil 26.4.1 at – Zeitpunkt für ein Kommando festlegen
Pfeil 26.4.2 batch – ein Kommando später ausführen lassen
Pfeil 26.4.3 bg – einen Prozess im Hintergrund fortsetzen
Pfeil 26.4.4 cron/crontab – Programme zeitgesteuert ausführen
Pfeil 26.4.5 fg – Prozesse im Vordergrund fortsetzen
Pfeil 26.4.6 jobs – Anzeigen von im Hintergrund laufenden Prozessen
Pfeil 26.4.7 kill – Signale an Prozesse mit Nummer senden
Pfeil 26.4.8 killall – Signale an Prozesse mit Namen senden
Pfeil 26.4.9 nice – Prozesse mit anderer Priorität ausführen
Pfeil 26.4.10 nohup – Prozesse nach dem Abmelden fortsetzen
Pfeil 26.4.11 ps – Prozessinformationen anzeigen
Pfeil 26.4.12 pgrep – Prozesse über ihren Namen finden
Pfeil 26.4.13 pstree – Prozesshierarchie in Baumform ausgeben
Pfeil 26.4.14 renice – Priorität laufender Prozesse verändern
Pfeil 26.4.15 sleep – Prozesse schlafen legen
Pfeil 26.4.16 su – Ändern der Benutzerkennung
Pfeil 26.4.17 sudo – Programme als anderer Benutzer ausführen
Pfeil 26.4.18 time – Zeitmessung für Prozesse
Pfeil 26.4.19 top – Prozesse nach CPU-Auslastung anzeigen
Pfeil 26.5 Speicherplatzinformationen
Pfeil 26.5.1 df – Abfrage des Speicherplatzes für Dateisysteme
Pfeil 26.5.2 du – Größe eines Verzeichnisbaums ermitteln
Pfeil 26.5.3 free – verfügbaren Speicherplatz anzeigen
Pfeil 26.6 Dateisystem-Kommandos
Pfeil 26.6.1 badblocks – überprüft defekte Sektoren
Pfeil 26.6.2 cfdisk – Partitionieren von Festplatten
Pfeil 26.6.3 dd – Datenblöcke zwischen Devices kopieren
Pfeil 26.6.4 dd_rescue – fehlertolerantes Kopieren
Pfeil 26.6.5 dumpe2fs – Analyse von ext2/ext3-Systemen
Pfeil 26.6.6 e2fsck – ein ext2/ext3-Dateisystem reparieren
Pfeil 26.6.7 fdformat – eine Diskette formatieren
Pfeil 26.6.8 fdisk – Partitionieren von Speichermedien
Pfeil 26.6.9 fsck – Reparieren und Überprüfen
Pfeil 26.6.10 mkfs – Dateisystem einrichten
Pfeil 26.6.11 mkswap – eine Swap-Partition einrichten
Pfeil 26.6.12 mount, umount – Dateisysteme an- bzw. abhängen
Pfeil 26.6.13 parted – Partitionen anlegen etc.
Pfeil 26.6.14 swapon, swapoff – Swap-Speicher (de)aktivieren
Pfeil 26.6.15 sync – gepufferte Schreiboperationen ausführen
Pfeil 26.7 Archivierung und Backup
Pfeil 26.7.1 bzip2/bunzip2 – (De-)Komprimieren von Dateien
Pfeil 26.7.2 cpio, afio – Dateien archivieren
Pfeil 26.7.3 copy out
Pfeil 26.7.4 copy in
Pfeil 26.7.5 copy pass
Pfeil 26.7.6 afio
Pfeil 26.7.7 ccrypt – Dateien verschlüsseln
Pfeil 26.7.8 gzip/gunzip – (De-)Komprimieren von Dateien
Pfeil 26.7.9 mt – Streamer steuern
Pfeil 26.7.10 tar – Dateien und Verzeichnisse archivieren
Pfeil 26.7.11 Übersicht zu den Packprogrammen
Pfeil 26.8 Systeminformationen
Pfeil 26.8.1 cal – zeigt einen Kalender an
Pfeil 26.8.2 date – Datum und Uhrzeit
Pfeil 26.8.3 uname – Rechnername, Architektur und OS
Pfeil 26.8.4 uptime – Laufzeit des Rechners
Pfeil 26.9 Systemkommandos
Pfeil 26.9.1 dmesg – letzte Kernel-Boot-Meldungen
Pfeil 26.9.2 halt – alle laufenden Prozesse beenden
Pfeil 26.9.3 reboot – System neu starten
Pfeil 26.9.4 shutdown – System herunterfahren
Pfeil 26.10 Druckeradministration und Netzwerkbefehle
Pfeil 26.10.1 arp – Ausgeben von MAC-Adressen
Pfeil 26.10.2 ftp – Dateien übertragen
Pfeil 26.10.3 hostname – Rechnername ermitteln
Pfeil 26.10.4 ifconfig – Netzwerkzugang konfigurieren
Pfeil 26.10.5 mail/mailx – E-Mails schreiben und empfangen
Pfeil 26.10.6 netstat – Statusinformationen über das Netzwerk
Pfeil 26.10.7 nslookup (host/dig) – DNS-Server abfragen
Pfeil 26.10.8 ping – Verbindung zu anderem Rechner testen
Pfeil 26.10.9 Die r-Kommandos (rcp, rlogin, rsh)
Pfeil 26.10.10 ssh – sichere Shell auf anderem Rechner starten
Pfeil 26.10.11 scp – Dateien per ssh kopieren
Pfeil 26.10.12 rsync – Replizieren von Dateien und Verzeichnissen
Pfeil 26.10.13 traceroute – Route zu einem Rechner verfolgen
Pfeil 26.11 Benutzerkommunikation
Pfeil 26.11.1 wall – Nachrichten an alle Benutzer verschicken
Pfeil 26.11.2 write – Nachrichten an Benutzer verschicken
Pfeil 26.11.3 mesg – Nachrichten zulassen oder unterbinden
Pfeil 26.12 Bildschirm- und Terminalkommandos
Pfeil 26.12.1 clear – Löschen des Bildschirms
Pfeil 26.12.2 reset – Zeichensatz wiederherstellen
Pfeil 26.12.3 setterm – Terminaleinstellung verändern
Pfeil 26.12.4 stty – Terminaleinstellung abfragen oder setzen
Pfeil 26.12.5 tty – Terminalnamen erfragen
Pfeil 26.12.6 apropos – nach Schlüsselwörtern suchen
Pfeil 26.12.7 info – GNU-Online-Manual
Pfeil 26.12.8 man – die traditionelle Onlinehilfe
Pfeil 26.12.9 whatis – Kurzbeschreibung zu einem Kommando
Pfeil 26.13 Sonstige Kommandos
Pfeil 26.13.1 alias/unalias – Kurznamen für Kommandos
Pfeil 26.13.2 bc – Taschenrechner
Pfeil 26.13.3 printenv/env – Umgebungsvariablen anzeigen


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26.4 Programm- und Prozessverwaltung Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift


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26.4.1 at – Zeitpunkt für ein Kommando festlegen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit dem Befehl at können Sie ein Kommando zum angegebenen Zeitpunkt ausführen lassen, auch wenn der Benutzer zu diesem Zeitpunkt nicht angemeldet ist. Durch

user$ at 2130 -f myscript

können Sie das Skript »myscript« um 21:30 Uhr ausführen lassen. Natürlich lassen sich mehrere solcher zeitgesteuerten Kommandos einrichten. Jeder dieser at-Aufrufe wird an die at-Queue(atq) angehängt. Dies funktioniert auch mit Datum: at 2200 apr 21 -f myscript. So würde das Skript »myscript« am 21. April um 22 Uhr ausgeführt. Wollen Sie sich alle Aufträge der atq auflisten lassen, müssen Sie die Option -l verwenden:

user$ at -l

Wollen Sie den Status des Auftrags mit der Nummer 33 anzeigen lassen, geben Sie Folgendes ein:

user$ at -l 33

Soll dieser Auftrag gelöscht werden, so kann die Option -d verwendet werden:

user$ at -d 33

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26.4.2 batch – ein Kommando später ausführen lassen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit batch lesen Sie Kommandos von der Kommandozeile, die zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt werden, sobald das System Zeit hat. Dies wird bei extrem belasteten Rechnern gern verwendet, wenn man das Kommando bzw. Skript zu einer Zeit ausführen lassen will, in der die Systemlast definitiv niedrig ist und dies nicht nur zu vermuten ist. Die angegebenen Kommandos werden auch dann ausgeführt, wenn der Benutzer nicht angemeldet ist. Um batch auszuführen, muss auch hier der at-Daemon laufen, der auch für das Kommando at verantwortlich ist.

user$ batch 
warning: commands will be executed using /bin/sh 
at> ls -l 
at> ./myscript 
at> sleep 1 
at> Taste Strg + Taste D
   
job 1 at 2005-12-21 23:30

Das Ende der Kommandozeileneingabe von batch müssen Sie mit Taste Strg + Taste D angeben.


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26.4.3 bg – einen Prozess im Hintergrund fortsetzen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit dem Kommando bg können Sie einen (z. B. mit Taste Strg + Taste Z ) angehaltenen Prozess im Hintergrund fortsetzen.


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26.4.4 cron/crontab – Programme zeitgesteuert ausführen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit cron können Sie beliebig viele Kommandos automatisch in bestimmten Zeitintervallen ausführen lassen. Einmal pro Minute sieht dieser Daemon in einen Terminkalender (crontab) nach und führt gegebenenfalls darin enthaltene Kommandos aus.


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26.4.5 fg – Prozesse im Vordergrund fortsetzen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit dem Kommando fg können Sie einen (z. B. mit Taste Strg + Taste Z ) angehaltenen Prozess im Vordergrund fortsetzen.


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26.4.6 jobs – Anzeigen von im Hintergrund laufenden Prozessen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit jobs wird eine Liste mit den aktuellen Jobs zurückgegeben. Neben der Jobnummer stehen bei jedem Job der Kommandoname, der Status und eine Markierung. Die Markierung »+« steht für den aktuellen Job, »-« für den vorhergehenden Job.


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26.4.7 kill – Signale an Prozesse mit Nummer senden Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit kill senden Sie den Prozessen durch Angabe der Prozessnummer ein Signal. Standardmäßig wird das Signal SIGTERM zum Beenden des Prozesses gesendet. Es lassen sich aber auch beliebige andere Signale senden. Das Signal wird dabei als Nummer oder als Name übermittelt. Einen Überblick über die möglichen Signalnamen erhalten Sie mit der Option -l.


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26.4.8 killall – Signale an Prozesse mit Namen senden Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Name killall ist etwas irreführend. MIt diesem Kommando lassen sich nicht etwa alle Prozesse »killen«, sondern killall stellt eher eine Erleichterung für kill dar. Anstatt wie mit kill einen Prozess mit der Prozessnummer zu beenden bzw. ein Signal zu senden, kann mit killall der Prozessname verwendet werden. Diese Möglichkeit stellt gerade bei unzählig vielen gleichzeitig laufenden Prozessen eine erhebliche Erleichterung dar, weil man hier nicht mühsam erst nach der Prozessnummer (z. B. mit dem Kommando ps) suchen muss. Im Übrigen lässt sich killall ähnlich wie kill verwenden, nur dass der Signalname ohne das vorangestellte SIG angegeben wird. Eine Liste aller Signale erhalten Sie auch hier mit der Option -l.

user$ sleep 60 & 
[1] 5286 
user$ killall sleep 
[1]+  Beendet         sleep 60

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26.4.9 nice – Prozesse mit anderer Priorität ausführen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit nice können Sie veranlassen, dass ein Kommando mit einer niedrigeren Priorität ausgeführt wird. Die Syntax lautet:

nice [-n] kommando [argumente]

Für n können Sie dabei mit einer Ziffer angeben, um wie viel die Priorität verändert werden soll. Der Standardwert, falls keine Angabe erfolgt, lautet 10 (-20 ist die höchste und 19 die niedrigste Priorität). Prioritäten höher als 0 darf ohnehin nur der Root starten. Häufig wird man das Kommando mit nice im Hintergrund starten wollen:

user$ nice find / -name document -print > /home/tmp/find.txt &

Hier wird mit find nach einer Datei document gesucht und die Ausgabe in die Datei find.txt geschrieben. Der Hintergrundprozess find wird dabei von nice mit einer niedrigen (10) Priorität gestartet. Dies stellt eine gängige Verwendung von nice dar.


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26.4.10 nohup – Prozesse nach dem Abmelden fortsetzen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit nohup schützen Sie Prozesse vor dem HANGUP-Signal. Dadurch ist es möglich, dass ein Prozess im Hintergrund weiterlaufen kann, auch wenn sich ein Benutzer abmeldet. Ohne nohup würden sonst alle Prozesse einer Login-Shell des Anwenders durch das Signal SIGHUP beendet.


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26.4.11 ps – Prozessinformationen anzeigen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

ps ist wohl das wichtigste Kommando für Systemadministratoren, um an Informationen über aktive Prozesse zu gelangen (neben top). Rufen Sie ps ohne irgendwelche Argumente auf, werden Ihnen die zum jeweiligen Terminal gestarteten Prozesse aufgelistet. Zu jedem Prozess erhalten Sie die Prozessnummer (PID), den Terminal-Namen (TTY), die verbrauchte Rechenzeit (TIME) und den Kommandonamen (COMMAND). Außer diesen Informationen lassen sich über Optionen noch viele weitere Informationen entlocken. Häufig wird dabei der Schalter -e verwendet, mit dem Informationen zu allen Prozessen zu gewinnen sind (also nicht nur zum jeweiligen Terminal), und ebenso der Schalter -f, der Ihnen noch vollständigere Informationen verschafft:

user$ ps -ef 
UID    PID  PPID  C STIME TTY    TIME CMD 
root     1     0  0 10:41 ?    00:00:00 init [2] 
root     2     1  0 10:41 ?    00:00:00 [migration/0] 
root     3     1  0 10:41 ?    00:00:00 [ksoftirqd/0] 
root     4     1  0 10:41 ?    00:00:00 [events/0] 
... 
marcus  19380 13264  0 15:15 pts/1  00:00:00 ps -ef

Mittlerweile beinhaltet das Kommando ps eine Vielzahl von Optionen. Näheres liefert die man-Seite von ps. Häufig sucht man in der Liste von Prozessen nach einem ganz bestimmten Prozess. Diesen können Sie folgendermaßen »herauspicken«:

user$ ps -ax | grep apache 
12444 ?  SNs    0:00 /usr/sbin/apache2 -k start -DSSL 
...

Durch die Verwendung der obigen Parameter wird zugleich auch die Prozessnummer geliefert. Dieselbe Funktion hat das im Folgenden beschriebene Kommando pgrep.


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26.4.12 pgrep – Prozesse über ihren Namen finden Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Sofern Sie die Prozessnummer eines Prozessnamens benötigen, ist pgrep das Kommando der Wahl.

user$ pgrep kamix 
3171

pgrep liefert zu jedem Prozessnamen die Prozessnummer, sofern ein entsprechender Prozess gerade aktiv ist und in der Prozessliste (ps) auftaucht.


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26.4.13 pstree – Prozesshierarchie in Baumform ausgeben Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit pstree können Sie die aktuelle Prozesshierarchie in Baumform ausgeben lassen. OhneAngabe von Argumenten zeigt pstree alle Prozesse an, angefangen vom ersten Prozess init (PID = 1). Geben Sie hingegen eine PID oder einen Login-Namen an, so werden nur die Prozesse des Benutzers oder der Prozessnummer hierarchisch angezeigt.


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26.4.14 renice – Priorität laufender Prozesse verändern Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit dem Kommando renice können Sie im Gegensatz zu nice die Priorität von bereits laufenden Prozessen verändern. Ansonsten gilt auch hier alles, was bereits zum Kommando nice gesagt wurde. Komfortabler können Sie die Priorität laufender Prozesse übrigens mit dem Kommando top verändern. Ein Tastendruck Taste R fragt Sie nach der Prozessnummer und dem nice-Wert des Prozesses, dessen Priorität Sie verändern wollen.


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26.4.15 sleep – Prozesse schlafen legen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit sleep legen Sie einen Prozess für n Sekunden schlafen. Voreingestellt sind zwar Sekunden, aber über Optionen können Sie hierbei auch Minuten, Stunden oder gar Tage verwenden.


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26.4.16 su – Ändern der Benutzerkennung Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Das Kommando su bedeutet SwitchUser. Durch die Angabe ohne Argumente wird hierbei gewöhnlich nach dem Passwort des Superusers gefragt. Unter Ubuntu erfordert das Nutzen des su-Befehls die Einrichtung und Freischaltung des Root-Accounts:

user$ sudo passwd 
Password: <Hauptbenutzerpasswort eingeben> 
Enter new UNIX password: <Rootpasswort definieren> 
Retype new UNIX password: <Rootpasswort bestätigen> 
passwd: password updated successfully 
user$ whoami 
marcus 
user$ su 
Password: 
root# whoami 
root 
root# exit 
user$ whoami 
marcus

Wie bereits mehrfach erwähnt wurde, sollte der Root-Account nach Möglichkeit deaktiviert bleiben. Sie können den Root-Account nach Freischaltung über sudo passwd -l root wieder zurücksetzen.

su startet immer eine neue Shell mit der neuen Benutzerkennung (UID) und Gruppenkennung (GID). Wie bei einem neuen Login wird nach einem Passwort gefragt. Geben Sie keinen Benutzernamen an, versucht su zu UID 0 zu wechseln – also zum Superuser. Sofern Sie »Superuser« sind, können Sie auch die Identität eines jeden Benutzers annehmen, ohne dessen Passwort zu kennen.


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26.4.17 sudo – Programme als anderer Benutzer ausführen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit sudo kann ein bestimmter Benutzer ein Kommando ausführen, zu dem er normalerweise nicht berechtigt ist (z. B. für administrative Aufgaben). Dazu legt Root gewöhnlich in der Datei /etc/sudoers folgenden Eintrag ab:

# Auszug aus /etc/sudoers 
john ALL=/usr/bin/kommando

Jetzt kann der User »john« das Kommando mit folgendem Aufruf starten:

user$ sudo /usr/bin/kommando 
Passwort: *********

Nachdem »john« sein Passwort eingegeben hat, wird das entsprechende Kommando ausgeführt, wozu er normalerweise ohne den Eintrag in /etc/sudoers nicht im Stande wäre. Der Eintrag wird gewöhnlich mit dem Editor vi über den Aufruf visudo vorgenommen.

Unter Ubuntu wurde der während der Installation angelegte Standardbenutzer automatisch der Gruppe admin zugeordnet, sodass er sämtliche administrativen Aufgaben »aus dem Stand« erledigen kann:

# Auszug aus /etc/sudoers / Ubuntu 
# User privilege specification 
root ALL=(ALL) ALL 
# Members of the admin group may gain root privileges 
%admin ALL=(ALL) ALL

Soll ein weiterer Benutzer auf Ihrem System über Root-Rechte und somit die Fähigkeit verfügen, via sudo Root-Kommandos auszuführen, so ordnen Sie diesen Benutzer am besten über addgroup der Gruppe admin zu.


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26.4.18 time – Zeitmessung für Prozesse Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit time führen Sie das in der Kommandozeile angegebene Kommando bzw. Skript aus und bekommen die Zeit, die dafür benötigt wurde, zurückgeliefert. Diese Zeit wird aufgeteilt in die tatsächlich benötigte Zeit (real), die Rechenzeit im Usermodus (user) und diejenige im Kernel-Modus (sys).

user$ time find . -name *.tex 
... 
real    0m0.657s 
user    0m0.104s 
sys     0m0.127s

Eine einfache Stoppuhr

Mit dem Befehl time read hat man eine einfache Stoppuhr, die einfach los läuft und mittels Enter (oder Return) beendet werden kann.



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26.4.19 top – Prozesse nach CPU-Auslastung anzeigen topZur vorigen Überschrift

Mit top erhalten Sie eine Liste der gerade aktiven Prozesse angezeigt. Die Liste wird nach CPU-Belastung sortiert. Standardmäßig wird top alle fünf Sekunden aktualisiert; beendet wird top mit q. top kann aber noch mehr, als die Auslastung der einzelnen Prozesse anzuzeigen. Beispielsweise können Sie mit dem Tastendruck Taste K (kill) einem bestimmten Prozess ein Signal senden oder mit Taste R (renice) die Priorität eines laufenden Prozesses verändern. Ein Blick auf die man-Seite von top offenbart eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten dieses auf den ersten Blick einfachen Kommandos.



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