26.12 Bildschirm- und Terminalkommandos 

26.12.1 clear – Löschen des Bildschirms 

Mit dem Kommando clear löschen Sie den Bildschirm, sofern dies möglich ist. Das Kommando sucht in der Umgebung nach dem Terminaltyp und dann in der terminfo-Datenbank, um herauszufinden, wie der Bildschirm für das entsprechende Terminal gelöscht wird.
26.12.2 reset – Zeichensatz wiederherstellen 

Ist der Bildschirm auf Grund von cat <Binärdatei> unleserlich (und sogar eingetippte Kommandos sind nicht sichtbar), so hilft:
reset
Mit dem Kommando reset können Sie jedes virtuelle Terminal wieder in einen definierten Zustand (zurück-)setzen.
26.12.3 setterm – Terminaleinstellung verändern 

Mit setterm können die Terminaleinstellungen wie etwa die Hintergrund- bzw. Vordergrundfarbe verändert werden. Ruft man setterm ohne Optionen auf, so erhält man einen Überblick über alle Optionen von setterm. Sie können setterm entweder interaktiv verwenden
user$ setterm -bold on
(hier schalten Sie z. B. die Fettschrift an) oder aber Sie sichern die Einstellungen dauerhaft in der Datei ~/.profile. Einige wichtige Einstellungen von setterm sind:
| Verwendung | Bedeutung |
|
setterm -clear |
Löscht den Bildschirm. |
|
setterm -reset |
Versetzt das Terminal wieder in einen definierten Zustand zurück. |
|
setterm -blank n |
Schaltet den Bildschirm nach n Minuten Untätigkeit ab. |
26.12.4 stty – Terminaleinstellung abfragen oder setzen 

Mit stty können Sie die Terminaleinstellung abfragen oder verändern. Rufen Sie stty ohne Argumente auf, so wird die Leitungsgeschwindigkeit des aktuellen Terminals ausgegeben. Wenn Sie stty mit der Option -a aufrufen, erhalten Sie die aktuelle Terminaleinstellung.
user$ stty -a speed 38400 baud; rows 24; columns 80; line = 0; intr = ^C; quit = ^\; erase = ^?; kill = ^U; eof = ^D; eol = M-^?; eol2 =M-^?; start = ^Q; stop = ^S; susp = ^Z; rprnt =^R; werase = ^W; lnext = ^V; flush = ^O; min = 1; time = 0; -parenb -parodd cs8 hupcl -cstopb cread -clocal -crtscts -ignbrk brkint -ignpar -parmrk -inpck -istrip -inlcr -igncr icrnl ixon -ixoff -iuclc ixany imaxbel opost -olcuc -ocrnl onlcr -onocr -onlret -ofill -ofdel nl0 cr0 tab0 bs0 vt0 ff0 isig icanon iexten echo echoe echok -echonl -noflsh -xcase -tostop -echoprt echoctl echoke
Die Einstellungen lassen sich häufig schwer beschreiben. Hierzu bedarf es einer intensiveren Beschäftigung mit der Funktionsweise zeichenorientierter Gerätetreiber im Kernel und in der seriellen Schnittstelle – was hier allerdings nicht zur Diskussion steht.
Alle Flags, die sich mit stty verändern lassen, können Sie sich mit stty --help auflisten lassen. Viele dieser Flags lassen sich mit einem vorangestellten Minus abschalten und ohne ein Minus (wieder) aktivieren. Wenn Sie beim Ausprobieren der verschiedenen Flags das Terminal nicht mehr vernünftig steuern können, hilft Ihnen das Kommando reset oder setterm -reset, um das Terminal wiederherzustellen. Über
user$ stty -echo
schalten Sie beispielsweise die Ausgabe des Terminals ab, und mit
user$ stty echo
stellen Sie die Ausgabe auf dem Bildschirm wieder her. Allerdings müssen Sie hier recht sicher im Umgang mit der Tastatur sein, weil Sie ja zuvor die Ausgabe deaktiviert haben.
26.12.5 tty – Terminalnamen erfragen 

Mit tty können Sie den Terminalnamen inklusive Pfad erfragen, der die Standardeingabe entgegennimmt.
user$ tty /dev/pts/1
Verwenden Sie die Option -s, so erfolgt keine Ausgabe, vielmehr wird nur der Status gesetzt. Die Bedeutung dieser Werte können Sie der folgenden Tabelle entnehmen.
| Status | Bedeutung |
|
0 |
Standardeingabe ist ein Terminal. |
|
1 |
Standardeingabe ist kein Terminal. |
|
2 |
Ein unbekannter Fehler ist aufgetreten. |
26.12.6 apropos – nach Schlüsselwörtern suchen 

Die Syntax für apropos lautet:
apropos Schlüsselwort
Mit apropos werden alle man-Seiten aufgelistet, in denen sich das Wort »Schlüsselwort« befindet. Selbiges kann auch mit dem Kommando man und der Option -k erreicht werden. Ein Beispiel:
user$ apropos bluetooth /etc/bluetooth/hcid.conf (5) [hcid.conf] - Configuration file for the hcid Bluetooth HCI daemon avctrl (8) – Bluetooth Audio/Video control utility bluepin (1) – bluetooth PIN helper ciptool (1) – Bluetooth Common ISDN Access Profile ...
26.12.7 info – GNU-Online-Manual 

info ist das Hilfesystem für die bei Linux mitgelieferte GNU-Software:
user$ info Kommando
Die wichtigsten Tasten zum Verwenden der Infoseiten sind:
| Taste | Bedeutung |
|
|
eine Seite nach unten blättern |
|
|
eine Seite nach oben blättern |
|
|
Anfang des info-Textes |
|
|
Ende des info-Textes |
|
|
zum nächsten Querverweis springen |
|
|
Querverweis folgen |
|
|
Anleitung zur Bedienung von info |
|
|
Kommandoübersicht von info |
|
|
info beenden |
26.12.8 man – die traditionelle Onlinehilfe 

Mit man geben Sie die Manual-Seiten zu einem entsprechenden Namen aus:
man Name
Die Anzeige der man-Seite erfolgt über einen Pager, meistens less oder eventuell auch more. Den Pager können Sie aber auch mit der Option -P oder der Umgebungsvariablen PAGER selbst bestimmen.
Die man-Seiten werden in verschiedene Kategorien aufgeteilt:
| 1. | Benutzerkommandos |
| 2. | Systemaufrufe |
| 3. | C-Bibliotheksfunktionen |
| 4. | Beschreibungen der Gerätedateien |
| 5. | Dateiformate |
| 6. | Spiele |
| 7. | Makropakete für die Textformatierer |
| 8. | Kommandos für den Systemverwalter |
| 9. | Kernelroutinen |
Die Reihenfolge, in der die Sektionen nach einer Manual-Seite durchsucht werden, ist in der Konfigurationsdatei /etc/man path.config festgelegt. In der MANSEC-Umgebungsvariablen kann jeder User für sich eine andere Reihenfolge bestimmen.
Ebenso sind die Verzeichnisse, in denen nach den man-Seiten gesucht werden soll, in manpath.config festgeschrieben. Da die Datei manpath.config nur vom Root bearbeitet werden darf, besteht auch hierbei die Möglichkeit, dass der Benutzer mit der Umgebungsvariablen MANPATH ein anderes Verzeichnis angeben kann.
Das Kommando man hat eine Reihe von Optionen, die drei wichtigsten lauten:
- -a Häufig gibt es gleichnamige man-Seiten in verschiedenen Kategorien. Geben Sie beispielsweise man sleep ein, wird die erste gefundene Sektion (abhängig von der Reihenfolge, die in manpath.config oder MANSEC angegeben wurde) mit entsprechendem Namen ausgegeben. Wollen Sie alle man-Seiten zu einem bestimmten Namen bzw. Kommando lesen, so müssen Sie nur die Option -a verwenden. Mit man -a sleep erhalten Sie jetzt alle man-Seiten mit sleep.
- -k Schlüsselwort: Entspricht apropos Schlüsselwort; es werden alle man-Seiten ausgegeben, die das Wort »Schlüsselwort« enthalten.
- -f Schlüsselwort Entspricht whatis Schlüsselwort; es wird eine einzeilige Bedeutung von »Schlüsselwort« ausgegeben.
26.12.9 whatis – Kurzbeschreibung zu einem Kommando 

Die Syntax lautet:
user$ whatis Schlüsselwort
Mit dem Kommando whatis wird die Bedeutung von »Schlüsselwort« als ein einzeiliger Text ausgegeben. whatis entspricht einem Aufruf von man -f Schlüsselwort.




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