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Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
2 Arbeitsweisen von Lightroom
4 Das RAW-Datenformat
5 Die Arbeitsoberfläche
6 Arbeiten mit Katalogen
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Adobe Photoshop Lightroom von Istvan Velsz
Das Praxisbuch fuer den digitalen Foto-Workflow. Aktuell zu Version 1.2
Buch: Adobe Photoshop Lightroom

Adobe Photoshop Lightroom
gebunden, komplett in Farbe, mit DVD
365 S., 39,90 Euro
Galileo Design
ISBN 978-3-8362-1097-3
Pfeil 2 Arbeitsweisen von Lightroom
  Pfeil 2.1 Nichtdestruktiver Workflow
    Pfeil 2.1.1 Zerstörung durch Weichzeichnen
    Pfeil 2.1.2 Zerstörung durch Helligkeitskorrektur
    Pfeil 2.1.3 Zerstörung durch verlustbehaftete Kompression
    Pfeil 2.1.4 Keine Zerstörung im nichtdestruktiven Workflow
  Pfeil 2.2 Verwaltung über Metadaten
    Pfeil 2.2.1 Was sind Metadaten?
    Pfeil 2.2.2 Metadatenformate
    Pfeil 2.2.3 Mangelnde Unterstützung
    Pfeil 2.2.4 Speicherung von Metadaten mit XMP
    Pfeil 2.2.5 Verwaltung von Metadaten


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2.2 Verwaltung über Metadaten  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Jedes Bild, das Sie in Lightroom bearbeiten wollen, muss zuerst in die Bibliothek der Software importiert werden. Dabei handelt es sich um eine Datenbank. Sie stellt den Kern von Lightroom dar. Alle Bearbeitungsschritte und Einstellungen für die Ausgabe werden in der Datenbank gespeichert und daraus erstellt.

Abbildung 2.12 In Metadaten vom Typ EXIF werden vor allem Kameradaten und technische Informationen zu einer Bilddatei angegeben.

Dieses Konzept erscheint auf den ersten Blick umständlich. Warum soll man ein Bild zuerst in eine Datenbank importieren, nur um zum Beispiel kurz die Belichtung zu korrigieren oder es auszudrucken? Wenn es bei so einfachen Arbeiten bleibt, ist diese Frage durchaus berechtigt. Wer jedoch aus mehreren hundert oder tausend Bildern ein bestimmtes sucht, benötigt ein Verwaltungstool, das mit allen Assoziationen zu diesem Bild umgehen kann. Da hilft nur eine Datenbank weiter. Neben den Bildern werden dort auch die Metadaten verwaltet und den Bildern zugewiesen.

Abbildung 2.13 Metadaten wie ISO-Wert, Belichtungsdaten oder Brennweite können in Lightroom bei den Vorschaubildern angezeigt werden.

Doch was sind nun Metadaten genau? Sie sind ein neuartiges Konzept, um Dateien zu verwalten, indem man sie nicht nur einfach in Ordnern ablegt, sondern ihnen die Ordnungsinformationen anhängt. Heutige Dateisysteme arbeiten leider nur bedingt damit. Sie können Metadaten nicht auslesen, sondern setzen auf eine hierarchische Ordnerstruktur. Darüber hinaus gibt es auch kaum leistungsfähige Programme, mit denen man Metadaten in Dateien hineinschreiben kann. Lightroom schließt diese Lücke, indem es Metadaten und Bilder zusammenbringt und Werkzeuge zur Bearbeitung von Metadaten zur Verfügung stellt.


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2.2.1 Was sind Metadaten?  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Metadaten sind Zusatzinformationen zu Dateien, die unabhängig von ihrem Speicherort oder ihren Verzeichnissen Informationen bereitstellen. Sie schweben sozusagen in einer Metaebene über dem Dateisystem und umfassen Informationen zu Inhalt, Autor, technischen Angaben oder zum Copyright einer Datei. Metadaten werden in das Dokument mit hineingeschrieben – egal ob es sich dabei um ein Text-, Bild- oder anderes Dokument handelt, und dienen der Beschreibung des Dokuments. Sie können dann von speziellen Programmen ausgelesen und interpretiert werden.


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2.2.2 Metadatenformate  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Metadaten gibt es für alle Arten von Aufgaben und Dokumenten. Auch die RAW-Informationen in Lightroom für die Bildverarbeitung werden als Metadaten an die Datei geheftet und beim Anzeigen oder Exportieren mit hineingerechnet. Dies ermöglicht erst den nichtdestruktiven Workflow, da das Bild so selbst unberührt bleibt.

Für die zusätzliche Beschreibung oder Klassifizierung von Bilddateien haben sich zwei Standards herausgebildet: EXIF und IPTC.

EXIF | EXIF (Exchangeable Image File Format) kümmert sich um die technische Seite einer Aufnahme. Darin werden Angaben zu Kamera, Objektiv, Verschluss, Belichtungszeiten, Farbtemperatur, Farbraum etc. verwaltet. EXIF-Informationen werden bei der Erstellung des Bildes, beispielsweise beim Fotografieren von der Kamera, in die Datei geschrieben und können nachträglich nicht mehr verändert werden.

IPTC | IPTC (International Press Telecommunications Council) kümmert sich vor allem um die Inhalte im Bild, deren Herkunft und um Fragen rund ums Copyright. IPTC besitzt auch feste Begriffe und Codes für das Genre oder die Art des Bildinhalts, etwa für Sport, Stilleben etc. Dies erlaubt einen international standardisierten Umgang mit Bilddaten. Die entsprechenden Codes können auf der Website des IPTC (www.iptc.org) nachgeschlagen werden. Professionelle Fotografen kommen an diesen Angaben nicht vorbei, vor allem in der Kommunikation mit Nachrichten- und Bildagenturen.

IPTC-Daten lassen sich in Lightroom bequem editieren. Zum Beispiel Schlüsselwörter, mit denen man ein Bild verschlagworten kann, schreibt Lightroom in ein extra dafür vorgesehenes Feld der IPTC-Metadaten. Ebenso lassen sich umfassende Angaben zu Copyright, Aufnahmeort und Fotograf hier unterbringen. Als Fotograf sollte man sich die Mühe machen und seine Bilder mit allen wichtigen Informationen ausstatten.

Abbildung 2.14 IPTC-Informationen beinhalten Daten zum Autor, Bildinhalt, Genre, Copyright und Verbreitung.


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2.2.3 Mangelnde Unterstützung  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Ausgelesen werden Metadaten bisher nur von wenigen Applikationen. Die gängigen Betriebssysteme bieten leider noch keine ausreichende Unterstützung. Auch erlauben viele Spezifikationen von Dateiformaten es nach wie vor nicht, Metainformationen in einer Datei mitzuspeichern. Apples Mac OS X bietet zumindest einen beschränkten Zugriff. So lässt es sich zum Beispiel nach Fotos von einem speziellen Kameramodell suchen, die Suche nach Hochformatbildern ist aber noch nicht möglich.

Von einer Verwaltung der Dateien nur noch über Metainformationen – ganz unabhängig von Ordnern – sind wir noch entfernt. Aber darin liegt mit Sicherheit die Zukunft, da Daten einfach mehr Informationen beinhalten können als nur den Dateinamen und die Bezeichnung des Ordners, in dem sie liegen.

Abbildung 2.15 Stichwörter, Kollektionen und Metadaten bieten die Basis für die leistungsfähige Verwaltung von Bildern.


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2.2.4 Speicherung von Metadaten mit XMP  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Adobe hat mit XMP (Extensible Metadata Platform) ein Dateiformat geschaffen, das die Unzulänglichkeiten der Betriebssysteme im Umgang mit Metadaten zumindest vorübergehend überbrücken soll.

Mit XMP werden Metadaten, darunter auch EXIF und IPTC, in ein XML-basiertes Format übertragen. Somit können auch Dateien mit Metadaten ausgestattet werden, die die Daten nicht in sich selbst abspeichern können. Es wird dann einfach eine externe XMP-Datei mit demselben Namen wie die Originaldatei angelegt und die Metainformation darin abgelegt.

XMP-Dateien sind also eigene Dateien, die bis auf denselben Namen keinen Bezug zur Originaldatei haben. Löscht man die Originaldatei, verbleibt die zugehörige XMP-Datei auf der Festplatte und umgekehrt. Das Umbenennen der XMP-Datei oder des Originals sollte man besser unterlassen, da sonst der Bezug verloren geht. Darüber hinaus können die Informationen in XMP-Dateien nur von Programmen ausgewertet werden, die dieses Format unterstützen.

Abbildung 2.16 RAW-Daten mit XMP-Filialdokumenten: Diese beinhalten die Metadaten der RAW-Bilder.

Lightroom kann XMP-Dateien lesen und auch selbst erzeugen. Etwa für proprietäre RAW-Dateien der Kamerahersteller schreibt Lightroom die Metainformationen in externe XMP-Dateien. Für alle anderen Formate, wie zum Beispiel DNG, TIFF, PSD und JPEG, werden die Metainformationen in die Datei selbst integriert – es sei denn, man weist Lightroom an, auch für diese Dateien externe XMP-Dateien anzulegen. Dies bietet sich vor allem dann an, wenn die Originaldatei nicht verändert werden darf oder soll. XMP erlaubt es, über EXIF und IPTC viele Informationen, darunter sogar GPS-Daten (Global Positioning System) oder auch herstellereigene Angaben, zu speichern.


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2.2.5 Verwaltung von Metadaten  topZur vorigen Überschrift

So viel zu dem nicht unkomplizierten, aber hilfreichen Konzept der Metadaten. Was aber soll man nun mit diesen Daten anfangen? Die Möglichkeit, nach Informationen wie Bildinhalt, Kameratyp, Aufnahmeeinstellungen etc. zu suchen, stellt nur die rudimentärste Art der Verwaltung dar. Eine effektive Bildorganisation erfordert aber mehr Funktionen. Dazu bietet Lightroom eine ganze Reihe von Möglichkeiten.

Kollektionen | In Lightroom lassen sich Bilder in Sets oder Kollektionen ablegen, das sind Sammlungen von Bildern mit ähnlichen Eigenschaften. Das Prinzip erinnert an herkömmliche Ordner, allerdings werden hier nicht die Dateien selbst verschoben, sondern nur Verknüpfungen davon angelegt. Somit kann ein Bild auch zu mehreren Kollektionen gehören. Welchen Kollektionen ein Bild angehört, wird von Lightroom in die Datenbank geschrieben.

Abbildung 2.17 Kollektionen ähneln Ordnern, mit dem Unterschied, dass nicht die Bilder selbst in einer Kollektion liegen, sondern nur ein Verweis darauf. Daher können Bilder auch in mehreren Kollektionen liegen.

Das Löschen eines Bildes in Lightroom entfernt dieses dabei nicht wirklich, es wird lediglich aus der Kollektion entfernt, in der es sich befindet. Dies kann man auch wieder rückgängig machen, da das Bild ja nicht wirklich gelöscht wurde, sondern nur seine Zuordnung zur Kollektion.

Abbildung 2.18 Flags sind kleine Fahnen, die einen Status des Bildes markieren. Man kann zwischen »unmarkiert«, »markiert« und »abgelehnt« wählen. Es ist immer nur ein Status möglich. Vor allem bei der ersten Sortierung sind diese Markierungsfahnen sehr hilfreich.

Abbildung 2.19 Neben der Filterung nach Metadaten wie EXIF und IPTC lassen sich auch Markierungsfilter setzen. Diese filtern die Bilder nach Bewertung, Farbmarkierung oder Markierungsflaggen.

Filter | Eine weitere Möglichkeit, um Bilder nach ihren Metadaten zu sortieren, bieten die Filter in Lightroom. Diese können nahezu beliebig nach allen zur Verfügung stehenden Bildeigenschaften gesetzt werden. Nur Bilder, die den aktivierten Filtern entsprechen, werden dann angezeigt. Filter können aus allen Arten der Dateiinformation bestehen – nicht nur aus den erwähnten IPTC- und EXIF-Daten, sondern auch aus Markierungsflaggen (Flags), hierarchischen Stichwörtern und deren Synonymen, Farbmarkierungen oder Bewertungen.

All diese Möglichkeiten bietet Lightroom mit der Verarbeitung von Metadaten. Solange diese nicht über das Betriebssystem bereitgestellt werden, wird man die Bilder für die Verwaltung auch weiterhin in die Datenbank von Lightroom importieren müssen.



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